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Frischer Wind weht in der Linken - DIE LINKE. stimmte mit eindeutiger Mehrheit für einen Generationswechsel

von Thorsten Luxam 22.11.20102278 mal gelesen31 Kommentare
Gießen | (Pressemeldung - DIE LINKE.)

Frischer Wind weht in der Linken - DIE LINKE. stimmte mit eindeutiger Mehrheit für einen Generationswechsel

Am vergangenen Sonntag vollendeten die Mitglieder des Orts- und Kreisverband DIE LINKE. im Bürgerhaus in Gießen-Allendorf die Wahl zur Listenaufstellung der Kandidaturen für die kommende Kommunalwahl im März 2011. Am Sonntag zuvor wurden im ersten Teil des Wahlkreisparteitags der Linken die Listenplätze bis Platz zehn aufgestellt In der zweiten Sitzung wurden die Kandidaten ab Platz elf für das Gießener Stadtparlament gewählt.

Die Mitglieder der Linken (so Christiane Plonka, Sprecherin des OV Gießen) entschieden sich mit eindeutiger Mehrheit für einen Generationenwechsel und treten auf dieser Liste mit mehr weiblichen Kandidatinnen als zuvor an um in der Politik Chancengleichheit vorzuleben. Chancengleichheit für Frauen in der Politik und auch im Berufsleben, ist eines der gesteckten Ziele der Linken. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist im Schulterschluss mit den Gewerkschaften durchaus realisierbar. Selbiges gilt auch für Zeitarbeit. So verwundert es nicht, dass die meisten KandidatInnen Gewerkschaftsmitglieder sind.

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Zuvor wurde Janitzki in mehreren Kampfkandidaturen „ausgebootet“, war kürzlich in der GAZ zu lesen. Schon vor Beendigung der Wahlen wurde in der Gießener Tagespresse darüber spekuliert, warum der bisherige Stadtverordnete und Fraktionschef Michael Janitzki keinen der vorderen Listenplätze erringen konnte. Vor Abschluss der Wahlen wurde seitens der Linken-SprecherInnen jedoch kein offizielles Statement hierzu abgegeben, weil die weiteren Wahlen nicht von oben herab beeinflusst werden sollten.

Michael Janitzki vertrat DIE LINKE. bereits seit zehn Jahren im Stadtparlament. Auch bei der zweiten Wahlveranstaltung konnte Janitzki sich auf Listenplatz zwölf nicht gegen den verdienten Gewerkschafter, Helmut Appel durchsetzen.

In der Kampfkandidatur unterlag Janitzki wie in den voran gegangenen Wahlen, deutlich. Auf eine weitere Kandidatur wurde seitens Janitzki verzichtet. Schon bei den Wahlen zur vorangegangen Legislaturperiode war Janitzki innerhalb der Linken umstritten, weil ihm der Kontakt zur Basis fehlte und das sozialpolitische Profil schwach ausfiel. Diesmal stimmte die Mehrheit, welche im demokratischen Prozess zugleich das Souverän ist, jedoch gegen eine weitere Kandidatur und verabschiedete den beinahe 70jährigen unter Anerkennung seines Einsatzes für DIE LINKE.

DIE LINKE in Gießen entschied sich basisdemokratisch für einen Generationswechsel. Die Linke wächst, das wird auch bei den Listenplätzen der offenen Listen deutlich. Menschliche Politik ist oberstes Ziel der Linken. Daher finden sich auch auf beiden Listen viele neue Politikinteressierte, die zuvor nicht in der Kommunalpolitik auftauchten.

Es zeigte sich anhand der Wahlergebnisse, dass DIE LINKE. durch ihre Bürgernähe bei den Menschen angekommen ist. Auch viele Parteilose folgten dem Aufruf der Linken „Menschliche Politik machen“. Auch sie werden zukünftig dabei mitwirken für soziale Gerechtigkeit in Gießen zu sorgen.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 07:54 Uhr
Vielen Dank für den wie ich finde guten Pressebericht! Vielleicht solltest Du aber hier irgendwo nochmal die ganze Liste in Ihrer Reihenfolge veröffentlichen.
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 08:35 Uhr
Leider habe ich vorVeröffentlichung meiner Frage an Die Linken diesen Beitrag nicht gelesen, trotzdem ist er für mich nicht befriedigend.
Es gibt wahrscheinlich in der Partei Strömungen die er nicht verteten wollte, weil sie eventuell zu extrem sind und im alltäglichen Leben und insbesondere in Gießen nicht umgesetzt werden können.
Ich bin schon gespannt auf das Wahlergebnis. Ich werde aber sicher meine Stimme nicht links setzen!
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 22.11.2010 um 10:43 Uhr
Hallo Herr Lux,
gibt es ggf. auch noch ein Bild von den Kandidaten?
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 10:46 Uhr
Ja wäre nicht schlecht, damit man ihnen aus dem Weg gehen kann, wenn man sie in der Stadt sieht.
Oder kann ich das so nicht sagen?
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 22.11.2010 um 11:53 Uhr
;-) Sie dürfen aus dem Weg gehen, wem Sie wollen, lieber Herr Herold
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 15:32 Uhr
Sorry, war eine etwas blöde Bemerkung.
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.11.2010 um 17:58 Uhr
...vor allem, wenn man die Kandidaten noch nicht mal kennt Peter :-)

Gut Thorsten,

dies ist doch schon mal ein Anfang einer (öffentlichen) Begründung!
aber "Generationswechsel" ist mir doch noch etwas dürftig als entscheidender Punkt, da ist es logisch, dass zum Beispiel Peter (Herold) noch Fragen hat und anfangen muss zu spekulieren!?
wenn die Kritik an Janitzki berechtigt ist, dann ist es nur konsequent so zu handeln!
Was mir aber fehlt sind die inhaltlichen Standpunkte:
also "Chancengleichheit für Frauen"? = als Linker müsste man eigentlich wissen, dass dies im Kapitalismus reine Illusion ist!
"gleicher Lohn für gleiche Arbeit", da gehe ich natürlich mit, nur dies fordern sogar mittlerweile SPDler

wo ist das LINKE-Profil, der LINKE-Inhalt?
"Menschliche Politik machen" oder "für soziale Gerechtigkeit in Gießen sorgen" muss meines Erachtens mit konkretem Inhalt gefüllt werden!
und, was auch nicht zu unterschätzen ist: WIE soll dies dann erreicht werden? Durch eine "linke"-Mehrheit im Parlament? Oder doch eher durch Unterstützung der außerparlamentarischen Opposition, der engagierten Bürger? Unbequeme Fragen, ich weiss, aber ihr solltet euch ihnen stellen, dann würdet ihr euch auch positiv abgrenzen vom allgemeinen Wahlkampf-Phrasen-Dreschen, oder?
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 20:36 Uhr
Ich schließe mich Stefan's Meinung und seinen Fragen an. In der Tat die die Frage nach Janitzki aber auch nach den konkreten Inhalten und wie sie erreicht werden sollten, mehr als Berechtigt. Aber auch ich begrüße es sehr, dass Du Thorsten hier so intensiv über die Listenbildung der Linken redest und damit dafür sorgst, dass die Linke endlich auch bei der GZ vorkommt. :-)
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 09:27 Uhr
Lieber Peter Herold,

Humor ist sicherlich auch eine Sache, wie man an diese Thematik herangehen kann... ;o)

Lieber Stefan Walter,

ein linkes Profil gibt es und das wird auch noch kommuniziert. Dafür wurde ein Wahlprogramm erarbeitet und dafür wurden Menschen in die Liste gewählt. Was ich auf jeden Fall beantworten kann ist das was meine Selbstdarstellung betrifft (damit nehme ich niemand anderem die Chance, sich selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren). Das dürfte jedoch auch Deine Frage nach dem Verhältnis zu Parlament vs. Straße beantworten, obwohl ich sie nicht so beantworten werde, wie Du dir das eventuell vorstellst. Für mich geht es da nämlich nicht um eine Entweder-oder-Kategorie, sondern um eine Sowohl-als-auch-Kategorie und um die Frage inwiefern man die Prioritäten setzt. Denn gleichbedeutuend wie das Parlament von dem Selbstverständnis lebt, es bilde "das echte Leben" ab und könne deshalb adäquat Entscheidungen treffen, die im "echten Leben" umgesetzt werden sollen, ist das Parlament doch bloß ein mehr oder minder gelungener Projektionsversuche des "echten Lebens".

Weniger abstrakt: Ich laufe lange genug durch dieses Leben ohne jemals in einem Parlament zu sitzen, ich war lange genug Koordinator des Aktionsbündnis Sozialproteste (ABSP), kurz: Ich war lange genug auf den Straßen präsent und aktiv um zu wissen wo meine Prioritäten liegen, auch wenn das für mich keinen zwingenden Widerspruch darstellt, um nicht auch Themen im Parlament zu diskutieren, anzusprechen, oder überhaupt erst ins Parlament zu tragen, sofern und in welchem Maße das dort eben möglich ist.

Lieber Christian,

dafür stehe ich natürlich gerne zur Verfügung, auch wenn letztlich nicht bloß die Liste interessant ist, sondern auch was passieren soll. Da wird es noch einiges zu berichten geben.
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 16:47 Uhr
Lieber Herr Lux, habne gerade in meiner Zeitung den Artikel "Mit Wahlliste - Freunde bedient-" gelesen.
Retourkutsche von Janitzki auf die gestrige Veröffentklichung Der Linken?

Oder ist da etwas drann?
Sie sehen Fragen über Fragen
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 17:11 Uhr
Ja, Herr Herold,
die Zeitungen haben dieser Tage sehr viel zu schreiben... ;o)

Im Ernst: Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man am Ende einer Wahl mit deren Ergebnis nicht glücklich ist. Das ist menschlich nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar scheint mir hingegen wie mancher versucht seine persönliche Enttäuschung darüber zu ventilieren. Deshalb bin ich auch froh über den Konsens, dass die Partei keinen "Niveau-Limbo" mitmachen wird.

Das mag zwar in gewissem Sinne unfair gegenüber den Wählern sein, aber es ist in meinen Augen deutlich besser sich auf Inhalte zu konzentrieren, als schlechtem Stil noch schlechteren entgegenzusetzen um dann noch schlechteren Stil zu ernten.
Oliver Egginger
298
Oliver Egginger aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 17:40 Uhr
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 23.11.2010 um 17:42 Uhr
Man achte auf die Bildunterschrift ;-) Herrn Janitzki gibt's gleich zwei Mal...
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 18:18 Uhr
Der zweite im Hintergrund ist zweifellos Michael Belz ;-) Kommt in besten Familien/Zeitungen)vor.
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 18:24 Uhr
Lieber Stefan,

ich habe da noch einen Nachtrag:

"Chancengleichheit für Frauen" ist mir persönlich zu pauschal. Denn was bedeutet das denn? Und ist alleine die Formulierung nicht schon irreführend. Als Alleinerzieher und als Mensch der über den "Väteraufbruch für Kinder" in die Politik kam, kann ich Dir sagen, dass die kleinen und großen Diskriminierungen des Alltags nicht zufriedenstellend sind - zumindest nicht wenn man die Phrase des Menschen als zivilisiertes und intelligentes Lebewesen ernst nimmt. Und ich kann durchaus begreifen, warum es so viele gibt, die ihren Status des Alleinerziehers geheimhalten um nicht diskriminiert zu werden. Ich für meinen Teil habe jedoch die Nase voll, den Mund zu halten - das tat ich lange genug in meinem Leben.

Wenn man diese Phrase vom Menschen als intelligentem und zivilisiertem Lebewesen nicht als leere Worthülse sondern als Anspruch begreift, dann bin ich sofort mit jeder Feministin auf einer Linie wenn es um gleiches Geld für gleiche Leistung geht. Ebenso empfinde ich aber Gewalt als grundsätzlich falsch - und zwar gleichgültig welchem Geschlecht sie widerfährt.

Wenn jeder Mensch einer alleinerziehenden Mutter bescheinigt, dass sie unglaubliches vollbringt, dann hat derjenige Recht; wenn er aber den alleinerziehenden Vater zeitgleich in irgendeine Psychoecke stellt, oder ihm grundsätzlich die Eignung abspricht, weil er "die falschen Geschlechtsteile hat um für Kinder zu sorgen"?

Du siehst: Es geht hier nicht "um den bösen Mann", oder "um die böse Frau", sondern um ein unhaltbares und längst überkommenes Rollenverständnis.

Aber dies bloß am Rande erwähnt - es gehört ja nicht zur übrigen Thematik...
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.11.2010 um 19:49 Uhr
Lieber Thorsten,
jetzt hast du mich aber völlig falsch verstanden: "Chancengleichheit für Frauen ist eine Illusion im Kapitalismus" = dies ist meine Feststellung! Die Doppelbelastung der Frau, die Kleinfamilie als "Mittelpunkt des Lebens" dies ist ein Grundprinzip des Systems und DESHALB kann es keine "Chancengleichheit für Frauen" geben. Es geht nicht um kleinbürgerlichen Feminismus, der den Geschlechterkrieg predigt, dies hilft weder Frau noch Mann und hat mit "Gleichberechtigung und Chancengleichheit" gar nichts zu tun!

Ich finde es gut, wenn es ein Wahlprogramm gibt und dieses noch kommuniziert wird, denn: genau, auf die Inhalte kommt es an!

zur Parlamentsarbeit: ich lehne die Parlamentsarbeit NICHT ab! Das machen nur Sektierer, die nicht verstanden haben, dass man das Parlament als Tribüne für die BürgerInnen nutzen kann und muss! Ich trete nur gegen die falsche Vorstellung ein, dass die Entscheidungen (durch wechselnde Mehrheiten) im Parlament gefällt werden, die Entscheidungen werden auf anderer Ebene und von anderen gefällt! Linke Parlamentarierer sollten meines Erachtens Unterstützer der Meinungen und Initiativen der BürgerInnen sein, nicht mehr und nicht weniger und da haben sie sich auch ganz praktisch einzubringen.
ABSP ist hierfür ein gutes Beispiel, vor allem da die Überparteilichkeit gewahrt wird und kein "Anhängsel" der LINKE darstellt!
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 19:58 Uhr
Lieber Stefan,

verstehe mich nicht miss... ;o)

Ich wollte Dir keinesfalls Kleinbürgerlichkeit unterstellen, sondern bloß den GZ-Lesern eine weitere Perspektive aufzeigen. Ihnen aufzeigen, dass Geschlechterkrieg etwas anderes als Gleichberechtigung ist.

Fein, dass Du zu den Menschen gehörst, die mit dem Kürzel ABSP etwas anfangen können. Für alle anderen
http://die-soziale-bewegung.de
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 23:09 Uhr
Um mich auch noch mal zu Wort zu melden:

Vorab: Sorry, wenn ich nochmal auf das Thema Listenaufstellung zurückkomme.

In dem hier von Herrn Eginer verlinkten Artikel heißt es:
"Es wurde die Chance verpasst, die »Breite der gesellschaftlichen Gruppen auf der Liste abzubilden«, mit denen die Linke mittlerweile zusammenarbeite. Persönlichkeiten von außerhalb der Partei, die man vor fünf Jahren noch habe für eine Mitarbeit gewinnen können, fehlten ganz auf der Liste. [...]
"Die Art und Weise der Listenaufstellung und der Umgang mit Janitzki, den er für »falsch« halte, wird der Linkspartei bei der Wahl nach Einschätzung von Appel aber schaden. So werde es schwer, wieder zu vier Mandaten in der Stadtverordnetenversammlung zu kommen."

Auch wenn ich noch nicht die ganze Liste von 1-Ende kenne, so habe ich aber auch den Eindruck, dass die Liste in 2006 breiter aufgestellt war und das die Nichtberücksichtigung von bekannten Personen sowie die Tatsache, dass fast keine Leute "von außen" auf der Liste stehen, nicht gerade für ein noch besseres Wahlergebnis förderlich sein werden. Insofern kann ich den hier zitierten Aussagen leider nur zustimmen.

Was die Sache mit dem Thema Parlament und/oder außerparlamentarische Aktionen anbelangt, so ist m.E. sehr gut beides parallel möglich und auch sinnvoll und notwendig. Ich finde die Stadtverordneten der Linken sollten sich auch bei den vielen Basisgruppen und Bewegungen sowie deren Aktionen zeigen und diese aktiv unterstützen. Nur hier erhalten sie die nötige Rückkopplung zum Volk und wissen dann wo der Schuh drückt und welche Themen ins Parlament gebracht werden sollen. Ganz wichtig erscheint mir aber noch folgendes; Die Linke sollte dafür sorgen, dass das Rathaus gläsern wird und das Volk vollumfänglich erfährt, was drinnen geschieht, damit es keine Mauscheleien mehr gibt. Alle Verträge und Beschlüsse des Parlaments, des Magistrats und der Verwaltung müssen öffentlich gemacht werden! Das sollte auch eine zentrale Aufgabe der Linken sein!
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.11.2010 um 23:18 Uhr
Christian, ich bin da mal optimistisch, und halte mich an "auf den Inhalt kommt es an!"...und warte ab was im Wahlprogramm steht! Ob es dann der Partei schadet oder nützt sollte man davon und nicht von Personen abhängig machen.
Warum nicht mehr "Unorganisierte" (oder Mitglieder anderer Parteien) auf dieser offenen Liste zu finden sind ist aber eine berechtigte Frage!
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 23:39 Uhr
Hallo Stefan,

so sehe ich das grundsätzlich auch:
Der Inhalt ist entscheidend! Bzw. er sollte es sein. ;-)
Aber leider werden heutzutage Personen immer wichtiger und es gibt viele, die eine Partei nur wegen einzelnen Personen wählen. Und das gilt m.E. auch für die Linke. Zumal das hessische Wahlrecht seit 2001 ja erlaubt, seine Stimmen "wild" zu verteilen. So kann z.B. jemand sagen wir die Liste der SPD ankreuzen, aber 2 Leute von der Liste der Linken jeweils 3 Stimmen geben. Das wären dann 6/59 seiner Stimme für die Linke ;-) Stehen aber die ihm (dem Beispielwähler) bekannten und geschätzten Personen aber nicht auf der Liste, so wird er dieser u. U. gar keine Stimme geben. Und ich bin mir sicher 2006 gab es viele, die z. B. Janitzki drei Stimmen gegeben haben, aber nicht die Liste angekreuzt haben. Diese Stimmen zählen ja nicht für die Person, sondern auch für die Liste. Ich denke Du verstehst was ich meine.
Und 2006 gab es z.B. auch einen Prof. Aris Christidis von der FH oder ein Tjark Sauer von der Hochschulgruppe der Demokratischen Linken (ich glaube er saß damals sogar im AStA). Und genau solche Gruppen fehlen m.E. 2011.
Oliver Egginger
298
Oliver Egginger aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 23:54 Uhr
Christian Momberger schreibt:

"Alle Verträge und Beschlüsse des Parlaments, des Magistrats und der Verwaltung müssen öffentlich gemacht werden!"

Siehe http://www.parlamentsinfo.giessen.de
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.11.2010 um 23:58 Uhr
Also das sehe ich anders. Wir haben in Gießen noch lange kein gläsernes Rathaus und nicht alle Entscheidungen und Verträge werden öffentlich gemacht. Warum kam es denn seit 2001 mehrfach vor, dass seitens einiger Stadtverordneten, insbesondere Frau Koch-Michel und Herrn Janitzki, mehrfach Akteneinsichtausschüsse beantragt wurden oder erst klagen und Beschwerden gegen den Magistrat und oder die Verwaltung beim RP und/oder Klage beim Verwaltungsgericht erhoben werden musste. ;-)
Oliver Egginger
298
Oliver Egginger aus Gießen schrieb am 24.11.2010 um 00:21 Uhr
Christian Momberger schreibt:

"Wir haben in Gießen noch lange kein gläsernes Rathaus und nicht alle Entscheidungen und Verträge werden öffentlich gemacht."

Das wäre ja auch kompletter Wahnsinn. Auch Vertraulichkeit wird durch Rechtsnormen geschützt. Im Streitfall muss ein Gericht entscheiden.
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.11.2010 um 06:55 Uhr
Hallo Christian,
"...es gibt viele, die Parteien nur wegen einzelnen Personen wählen" = wenn ich da abwäge, ist mir ein inhaltlich gutes Wahlprogramm um einiges wichtiger als "bekannte" Personen aufzustellen (grundsätzlich, hat mit einer bestimmten Partei erstmal gar nichts zu tun).
Und Menschen die eine Partei wählen nach dem Motto "der ist aber nett", "die sieht aber gut aus" , nun ja :-))
Man sollte den Inhalt über alles(!) stellen, auch auf die Gefahr hin weniger Stimmen bei Wahlen zu bekommen, dies ist meines Erachtens sowieso nicht so entscheidend für die Politik vor allem einer linken Partei!
Ja, die Frage nach fehlenden "Gruppen" auf aussichtsreichen Plätzen ist immer noch nicht beantwortet, das stimmt.

Herr Egginger: diese Forderung unterscheidet nunmal bürgernahe Parteien von den "Stellvertretern", das können und wollen natürlich viele nicht nachvollziehen :-) Nie vergessen, das Volk sollte der Souverän sein!
Das wäre auch kein "kompletter Wahnsinn", sondern Vertrauen in das Volk.
H. Peter Herold
28.260
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.11.2010 um 10:46 Uhr
Lieber Herr Egginger, dem Verweis auf das Internet begegne ich viel zu oft. Früher war es der FAX-Abruf.
Was machen Personen die diese Mittel nicht nutzen(können!)?
Oliver Egginger
298
Oliver Egginger aus Gießen schrieb am 25.11.2010 um 21:16 Uhr
@Peter Herold: Man kann die PCs in der Stadtbibliothek nutzen. Wer gar nicht weiter weiß, der marschiert einfach ins Rathaus oder ruft dort an.
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 10:25 Uhr
Hallo Stefan,

ich gebe Dir völlig recht, der Inhalt sollte bzw. muss entscheidend sein! Aber dennoch werden - leider(?) Personen immer wichtiger bei Wahlentscheidungen der Bürger. Die Medien sind da ja nicht ganz unschuldig dran. Und es ist nun mal so, bekannte Zugpferde mobilisieren eher als weniger Bekannte. Und ein zentrales Ziel sollte es auch sein, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen und damit eine möglichst große Fraktion bilden zu können.
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.11.2010 um 10:57 Uhr
Hallo Christian,

da werden wir etwas unterschiedlicher Meinung bleiben:
- "bekannte Zugpferde"? mag sein, dass man dadurch ein besseres Wahlergebnis erzielt, dies wäre aber nur ein vorrübergehender "Erfolg" wenn dann die bekannten Zugpferde nicht für die Politik / die Inhalte ihrer Partei stehen.
- den Medien sollte man sich schon gar nicht unterordnen
- sicher, das Ziel ist für alle Parteien ein möglichst gutes Ergebnis, nur unterscheiden sich gerade hier Parteien. Diejenigen, denen es nur um`s Ergebnis geht (siehe auch den Werbebeitrag mit dem "richtigen Dreh" an anderer Stelle) und denen die für politische Inhalte stehen.
- und nie vergessen, die wirklichen Entscheidungen werden nicht im Parlament gefällt, höchstens dort "verkündet"
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 12:42 Uhr
Hallo Stefan,

> da werden wir etwas unterschiedlicher Meinung bleiben:

also in 90-99% bin ich Deiner Meinung! ;-)

> - "bekannte Zugpferde"? mag sein, dass man dadurch ein besseres Wahlergebnis erzielt, dies wäre aber nur ein vorrübergehender "Erfolg" wenn dann die bekannten Zugpferde nicht für die Politik / die Inhalte ihrer Partei stehen.

da hast Du völlig recht! Aber ich denke, dass das bei den Personen, um die es bei der Diskussion ursprünglich ging, ja nicht das Problem darstellte.

> - den Medien sollte man sich schon gar nicht unterordnen

Sicherlich nicht, wir sollten versuchen Sie zu unseren Gunsten zu beeinflussen. ;-)

> - sicher, das Ziel ist für alle Parteien ein möglichst gutes Ergebnis, nur unterscheiden sich gerade hier Parteien. Diejenigen, denen es nur um`s Ergebnis geht und denen die für politische Inhalte stehen.

In der Tat!

> - und nie vergessen, die wirklichen Entscheidungen werden nicht im Parlament gefällt, höchstens dort "verkündet".

Ich weiß. Aber dennoch sollten wir eben auch darum kämpfen parlamentarische Mehrheiten zu erringen um eben dann eine Umgestaltung vornehmen zu können und dafür zu sorgen, dass die Verkündung verhindert wird bzw. andere Leute an den (geheimen) Verhandlungen im Vorfeld teilnehmen. Ich denke Du weißt, wie ich das meine.
Stefan Walther
4.535
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.11.2010 um 13:06 Uhr
Hallo Christian,

alles klar, fast :-) = den Punkt mit den Personen, für was sie standen und stehen, nun, den kann ich nach wie vor NICHT beurteilen, und da verlasse ich mich nunmal auf das was die MEHRHEIT entschieden hat!

deinen letzten Punkt, du verstehst auch wie ich das meine, halte ich für eine Illusion!
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 13:15 Uhr
Hallo Stefan,

> deinen letzten Punkt, du verstehst auch wie ich das meine, halte ich für eine Illusion!

Also ich denke, es müssen alle Wege genutzt werden, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern!
Hallo Lieber Leser
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Thorsten Lux
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