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Mächtigster Baum im Landkreis entdeckt

5 Pfadfinder waren nötig, um den mächtigen Stamm zu umfassen.
5 Pfadfinder waren nötig, um den mächtigen Stamm zu umfassen.
Gießen | Pfadfinder der Royal Rangers fanden am Wochenende den Weg zum mächtigsten Baum im Landkreis Gießen.

Am Anfang stand gar nicht fest, welche Baumart es sein würde und wo der Baum steht.

Es dauerte eine Zeitlang, bis die Gießener Royal Rangers (Stamm 404) endlich staunend beim dicksten Baum im Landkreis Gießen ankamen. Vom Ortsrand Hungens führte der Weg zunächst unter der Leitung von Stammleiter Timm Bernhard ins freie Feld. Mit dabei war Stefan Kühn vom Deutschen Baumarchiv, der sich bereit erklärt hatte, die Baumsuche mit hilfreichen Hinweisen zu begleiten. Von einer kleinen Anhöhe aus wurden dann Feld und Wald gemustert. Danach mussten sich die Pfadfinder entscheiden und in 2 Gruppen aufteilen, die den Weg links oder rechts entlang des Waldrandes absuchten.

Die Kinder im Alter von 12 - 14 Jahren erwarteten ganz verschiedene Baumarten: Mammutbaum, Eiche, Buche und Linde waren im Gespräch. Als der Baum entdeckt war, stand aber die Art schnell fest: gedrungener, mächtiger Stamm mit knorriger Borke und die dazugehörigen herbstlichen Blätter zeigten es eindeutig. Hier stand eindeutig eine uralte Stiel-Eiche.

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Wie Stefan Kühn vom Deutschen Baumarchiv erklärte, stand der Baum früher wohl ganz frei. Starke Äste setzen bereits in knapp über 2 m Höhe an. Der Baum war einst einmal breit wie ein Steinpilz. Erst in den letzten Jahrzehnten ist er durch Anpflanzungen mehr und mehr eingewachsen und steht nun leicht zurückgesetzt an einem Waldrand. Die unteren Äste sind auch nicht mehr alle erhalten, wie die Fotos zeigen.

Vor allem das Alter interessierte die Pfadfinder. Und da wurde schnell klar: die entdeckte Eiche hat schon viele Menschengenerationen überlebt. Auch die Bahnlinie Hungen-Gießen, die in einiger Entfernung vorbeiführt, ist wesentlich jünger als der Baum.

Gemeinsam wurde die Eiche von den Teilnehmern umfasst. Schließlich war es mit 5 Personen geschafft, die Eiche zu umgreifen. So wurde der Umfang des Stammes auf rund 7,5 m bestimmt.

Eine Messung mit Maßband in Brusthöhe und in 1 m über dem Boden ergab dann noch genauere Werte: 7,17 und 7,16 m Umfang. So mächtige Eichen sind wahre Raritäten!

Mit Hilfe einer einfachen Daumenregel war das vermutliche Maximalalter schnell bestimmt: 350 Jahre.

Aber Eichen können im Freistand, vor allem in ihrer Jugend, auch erstaunlich zügig an Dicke zulegen.

So beschrieb Kühn das geschichtliche Szenario so, dass der Baum wahrscheinlich in den Jahren zwischen 1650 und 1700 am heutigen Standort gekeimt oder gepflanzt worden sein muss. Vielleicht stand die Eiche längere Zeit allein oder in einer Baumgruppe als Schattenspender und Nahrungslieferant für das Vieh. Vor allem Schweine wurden im Herbst gerne unter die Huteeichen (Hüteeichen) getrieben, um sie mit Eicheln zu mästen. "Die besten Schinken wachsen auf den Eichen" hieß früher ein beliebter Spruch.

Bei Einbruch der Dämmerung brach der Pfadfinder-Stamm auf und kehrte mit interessanten Eindrücken zum Startpunkt in Gießen zurück.

Weitere Informationen und Kontakt zu den Royal Rangers in Gießen über das internet: www.fcg-giessen.de

5 Pfadfinder waren nötig, um den mächtigen Stamm zu umfassen.
5 Pfadfinder waren... 
Gruppenaufnahme der Royal Rangers vor dem uralten Baum (ganz rechts Leiter Timm Berndhard) 1
Gruppenaufnahme der... 

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Kommentare zum Beitrag

Carol Rose
1.260
Carol Rose aus Hungen schrieb am 09.11.2010 um 19:11 Uhr
Schon beeindruckend. Wenn dieser Baum sprechen könnte...
Klaus Lowitz
6.571
Klaus Lowitz aus Reiskirchen schrieb am 10.11.2010 um 00:19 Uhr
Finde ich auch, sehr beeindruckend.
Christiane Pausch
6.366
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 10.11.2010 um 12:47 Uhr
Toll,wie lange so ein Baum da steht und wie Carol Rose schon sagt "wenn er sprechen könnte,welche Geschichten würde er uns erzählen?"
Hallo Lieber Leser
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von:  Andreas Gläß

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Andreas Gläß
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