Gießen | Soviel Protest war nie: 92 Stunden brauchte der Castor-Transporter für den Weg von der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague bis naach Gorleben. Und das lag daran, dass sich plötzlich ein breiter Widerstand gegen diese Transporte formiert hat. Von Alt nach Jung, vom Ungelerneten bis zum Akademiker, Männer und Frauen, eben Menschen wie ich und du gehen auf die Straße, die Protestbewegung ist breiter geworden. Und nachdem die Bundesregierung die Laufzeiten für AKWs - scheinbar ohne große Not - verlängert haben, werden immer mehr Menschen aktiv und gehe auch auf die Straße.
Nun will's die GZ wissen:
Was halten Sie von der Laufzeitverlängerung? Wie stehen Sie zum Castor-Transport? Würden Sie auch auf die Straße gehen? Oder standen Sie selbst vielleicht auch schon mal als Demonstrant in der ersten Reihe? Oder ist Ihre Haltung eine ganz andere: Sind Sie pro-Atomstrom eingestellt und sehen die Blokaden auf der Bahnstrecke kritisch? Und was ist mit den vielen Tausend Polizeibeamten, die an der Strecke Dienst tun müssen und vielleicht doch recht mürbe werden? Fragen über Fragen zu einem schwierigen und vielschichtigen Thema.
Frau Linne, mich wundert es, das er so schnell ankam. Ich hatte damit gerechnet, das er noch länger braucht. Aber jetzt ist er angekommen und der Müll wird in Gorleben verbuddelt. In einem Salzstock der gar nicht sicher ist. Dabei gäbe es sichere Plätze. Aber die sind ja in Bayern und Baden- Würtenberg. Und da beides Urlaubsregionen sind, darf so etwas da nicht hin.
Dabei ist die Lösung so einfach: Raus aus der Kernenergie und rein in die erneuerbare Energie.
Ein kleiner Hinweis: Es ist ein großer und leider weit verbreiteter Irrtum: Die Behälter werden nicht verbuddelt, sondern in einer Lagerhalle zwischengelaggert. Und das so lange, bis es ein Endlager gibt.
Und auch daher muss man so schnell raus aus der Kernenergie, bevor noch mehr m² unpassierbar werden, weil noch mehr Hallen zur Zwischenlagerung gebaut werden müssen.
Da ist es wieder, das Märchen vom Salzstock und vom Verbuddeln. Alle Castoren, die bisher nach Gorleben gebracht wurden, stehen in Wirklichkeit oberirdisch in einer banalen Lagerhalle. (Edit: Da ist mir der Herr Gretschel zuvorgekommen.)
Herr Gretschel und Herr Schmitt, Hinweis zur Kenntnis genommen. Und wenn sie in einer "banalen" Lagerhalle stehen, ist das noch schlimmer. Denn wie sicher die Behälter sind, sagt uns ja keiner.
Die deutschen Wähler haben doch nun zweimal entscheiden,lieber der Stromlobby noch etwas mehr Gewinne zu ermöglichen.Und als Dank dieser, wird der Strom immer teuerer... Das ganze nennt sich dann Demokratie oder Nation der Lobbyisten..--- Hoch lebe Frau Merkel !!!!
Rot Grün ist da genau denn Richtigen Weg gegangen,leider hat der mündige Bürger anders entschieden---
Hört auf, Atommüll zu produzieren, Ihr könnt mit dem Vorhandenen schon nicht umgehen!
Bundesregierung und Atom-Unternehmen vereinbarten, dass an den AKW-Standorten so genannte dezentrale Zwischenlager für die hochradioaktiven Brennelemente gebaut und in Betrieb genommen werden sollten. Diese neuen Zwischenlager sind für den weiteren Betrieb der Atomkraftwerke von entscheidender Bedeutung. Da das Atomgesetz einerseits den Nachweis einer „sicheren Entsorgung der radioaktiven Abfälle“ fordert, andererseits aber Endlager bis heute nicht vorhanden sind, hat sich die Atomwirtschaft mit immer neuen Zwischen-/Schein-Lösungen Auswege gesucht.
Allein Morsleben und Asse machen klar, wie groß die Probleme bei der Endlagerung von Atommüll sind. Denn beide Standorte sind vom Einsturz bedroht und in Gefahr, dass die dort eingelagerten radioaktiven Abfälle über kurz oder lang mit Wasser in Berührung kommen können. Dieser Wasserkontakt mit dem Atommüll wäre der Super-GAU bei der Endlagerung.Ein Super-Gau würde den Bankrott Deutschlands bedeuten. Müssten die Atomkonzerne dafür haften, wäre die Atomkraft so teuer, dass sie sich von selbst abschaffen würde. 5,5 Billionen Euro. 5.500 Milliarden Euro. Es ist eine Zahl die fast unvorstellbar ist. Und doch gibt es sie: Sie ist der geschätzte wirtschaftliche Schaden den eine Kernschmelze in Deutschland anrichten würde. http://100-gute-gruende.de/index.xhtml
Hallo Frau Linne,
auch wenn`s "in den Fingern juckt" auf die Kommentare einzugehen :-), versuche ich mal Ihre Fragen zu beantworten:
- "was halten sie von der Laufzeitverlängerung"? = gar nichts, denn dies ist unnötig und unverantwortlich, es geht einzig um Extraprofite für die Atomindustrie!
- "wie stehen sie zum Castor-Transport"? = es gibt keine sichere Zwischen- und Endlagerung von Atommüll, hier wird der Bevölkerung nur "Sicherheit" vorgegaukelt, zum Irrsinn Endlager Gorleben wurde schon genug gesagt
- "Würden sie auch auf die Straße gehen"? = natürlich!
- "Oder standen sie selbst schon als Demonstrant in der ersten Reihe"? na ja, "erste Reihe" kommt mir etwas reisserisch daher...aber gut, ja ich war schon oft bei Demonstrationen, bei Antikriegsdemos (auch schon vor Jahren gegen die so genannte Nachrüstung) oder als Gewerkschafter für die Rechte der abhängig Beschäftigten z.B. Tarifrunde oder Sozialabbau
- "Pro-Atomstrom" = nein, gefährlich, überflüssig: für erneuerbare Energien!
- "Blockaden" = sind legitimer Teil des Protestes
- "Belastung der Polizeibeamten"? = wie hat es ein Vertreter der Gewerkschaft der Polizei ausgedrückt: viele meiner Kollegen haben es satt die Fehlentscheidungen der Politik auszubaden, wie zum Beispiel die Laufzeitverlängerung von AKWs. Dem ist nichts hinzu zu fügen!
Ich kann nur sagen, so intelligent wie teilweise der Transport aufgehalten wurde, war einfach nur JKlasse. Es geht doch auch ohne Gewalt. ich sage nur "Biertransporter" oder die vierbeinigen 1.200 Schafe und 500 Ziegen, die der Polizei das Leben schwergemacht haben. ;-))
Der Mensch ist dem großen Irrglaube verfallen mit der Kernenergie umgehen zu können. Beherrschen kann er sie sogar absolut nicht. Das betrifft ganz besonders die Lagerung des Atommülls. Lagerstätten - egal ob Endlager oder Zwischenlager - bleiben langfristig ein unkalkulierbares Pulverfass. Da ist es wenig tröstlich, wenn eine "Garantie" von 20 000 Jahren gebeben wird. Wer kann so etwas behaupten?
Sie haben mit Ihrer Aussage meines Erachtens völlig recht, Herr Steinmüller!
Nur eines, was mich immer stört ist die Verallgemeinerung "Der" Mensch.
Es ist nicht "Der" Mensch, es sind knallharte wirtschaftliche Interessen die hinter diesem Irrsinn stehen.
Richtig Stefan. Derzeit sind es die 4 Großen, hätte fast gesagt Atommächte, die hier über Wohl und Wehe der Deutschen Bürger entscheiden und das unterstützt durch die schwarz/gelbe Regierung. Alles Menschen, die aber statt Hirn und Verstand nur wirtschaftliche Interessen im Kopf haben. Ich könnte fast pltzen wenn sich unsere Kanzlerin hinstellt und sich um unser Wohlergehen Sorgen macht.
Herr Walther!
Dann habe ich mich wohl eher etwas falsch ausgedrückt.
Natürlich weiß ich auch, daß die wirtschaftlichen Interessen dahinterstecken. Das ist aber doch "Der Mensch!"
Fazit: Wir, bzw. die Leser oder die größten Teile der Bevölkerung haben das Probem doch längst erkannt. Somit komme ich zu der Annahme, daß wir doch ingesamt einer Meinung sind. Nur hat jeder im Detail etwas andere Ansichten.
Danke Peter, so hatte ich es gemeint, nicht der Mensch an sich ist schlecht!
danke für die Antwort Herr Steinmüller, wenn Sie es so sehen, dass es Menschen sind, die die Natur zerstören, dann haben Sie natürlich recht!
klar, dann liegen wir auch sehr nah in unserer Meinung "beieinander"!
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Eine gute Frage wurde heute in einer Gießener Tageszeitung zu den...
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