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"Wunschbaum" begleitet türkisch-deutsche Kulturwochen

Gerda Weigel-Greilich (Grüne), Bürgermeisterin der Universitätsstadt Gießen, knüpft am MIttwoch, 3.9.08, nach türkischer Tradition einen Stoffstreifen an einen "Wunschbaum" vor dem Gießener Stadttheater. Anlass ist die Vorstellung des Pr
Gerda Weigel-Greilich (Grüne), Bürgermeisterin der Universitätsstadt Gießen, knüpft am MIttwoch, 3.9.08, nach türkischer Tradition einen Stoffstreifen an einen "Wunschbaum" vor dem Gießener Stadttheater. Anlass ist die Vorstellung des Pr
Gießen | Die Universitätsstadt Gießen hat ein neues Symbol – wenn auch nur für einige Monate: Ein „Wunschbaum“ vor dem Stadttheater begleitet die Türkisch-Deutschen Kulturwochen, die dieser Tage von den Organisatoren vorgestellt worden sind. Zum Auftakt band auch Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) an einen Ast der Magnolie einen Stoffstreifen, nach türkischer Tradition Sinnbild eines Herzenswunsches.
Der Baum „soll ein sichtbares Stück Türkei in unsere Stadt holen“, sagte Weigel-Greilich. Er solle die Bürger der Stadt ungeachtet ihrer Herkunft miteinander verbinden. Die mehrmonatige Veranstaltungsreihe holt unter anderem zahlreiche bekannte türkischsprachige Literaten in die mittelhessischen Städte Gießen, Marburg und Wetzlar. Die Reihe begleitet damit auch die Frankfurter Buchmesse, auf der die Türkei in diesem Jahr Ehrengast ist.
„Es freut mich, ein solches Programm zu sehen“, sagte Hüseyin Gazi Coşan, Kulturattaché im türkischen Konsulat in Frankfurt, am Mittwoch in Gießen. Es sei wichtig, dass Deutsche und Türken auch kulturell zusammenarbeiteten, fügte er hinzu. Die Kulturwochen, die vom 19. September bis 12. Dezember dauern, können alleine in Gießen mit 17 Veranstaltungen an elf Orten aufwarten, sagten die Veranstalter.
Annähernd noch einmal so viele wird es demnach in Marburg und Wetzlar geben. Neben Lesungen und Rezitationen bietet das Programm auch Kindertheater, ein Konzert, Videokunst, eine Ausstellung sowie ein Kino-Sonderprogramm. Gießens Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann (FDP) würdigte das „Netzwerk der Kulturschaffenden“ in Gießen, das die Organisation ermöglicht habe. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Universität habe sich erfolgreich entwickelt, betonte der Kommunalpolitiker.
Die Professur für Turkologie der Justus-Liebig-Universität begleitete nach eigenen Angaben die zahlreichen Mitorganisatoren auch beratend. Koordiniert wird die Reihe in Gießen vom Kulturamt und der Gießen Marketing GmbH.
Den Auftakt der Reihe bestreitet am 19. September der Beststellerautor Feridun Zaimoğlu mit einer Lesung
aus seinem Roman „Liebesbrand“. Auch Autoren wie Aygen-Sibel Çelik, Hatice Akyün, Osman Engin,
Esmahan Aykol, Zafer Şenocak, Elif Şafak und Mario Levi kommen nach Gießen; der Übersetzer Gerhard Meier berichtet aus seinem Arbeitsalltag. Neben der Universität zählen acht weitere Mitveranstalter zum Kreis der Organisatoren. Einige Autoren lesen auch im Rahmen des diesjährigen Krimifestivals aus ihren Werken.
Bei der Konzeption der Reihe sei es wichtig gewesen „verbindende Elemente zu betonen“, sagte Prof. Mark
Kirchner von der Professur für Turkologie. Türkische Kultur in Deutschland werde oft nur dann beachtet, „wenn es einen Skandal gibt“, sagte Kirchner. Dabei habe sie auch so „höchste Beachtung verdient“.
Deshalb sei es bei der Planung wichtig gewesen, Tagespolitisches auszuklammern und den „kulturellen
Kern“ herauszuarbeiten. Dabei stehe das Buch – Leitmedium in der Türkei – im Mittelpunkt.

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