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Artensterben in Gießen – Ein Sterben ohne Erben?, Folge 14: Die Springspinne

Die Springspinne Evarcha jucunda zurück in Gießen
Die Springspinne Evarcha jucunda zurück in Gießen
Gießen | Mit Haarsprays, Staubsaugern und Besen rückt man ihnen auf den Leib. Denn am liebsten und am häufigsten sieht man sie tot. Und vermutlich erfreut so manchen, die Nachricht, dass in Deutschland eine neue Spinnenart heimisch geworden ist, nicht so sehr.
Die kleine Springspinne Evarcha jucunda lebt ursprünglich im mediterranen Raum um Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland bis Tunesien und in der Türkei. Doch auch bis weit in den afrikanischen Kontinent, in Dalmatien, im Himalaya und in den Pyrenäen kann man sie finden. Und so auch in Gießen, wo sie 2005 erstmalig mit Nachweis gesichtet wurde.
Die ihr verwandten Spinnen Evarcha arcuata und Evarcha falcata sind im größten Teil Europas bekannt, auch in Deutschland. Von Großbritannien und Spanien bis Ostsibirien kennt man sie, ebenso in Mittel- und Südamerika. Hier leben sie auf Wiesen und in Wäldern. Die Evarcha jucunda hingegen hält sich auch unter Bäumen auf, allerdings kann man sie auch auf Sand und Dünen und trockenem, felsigem Untergrund finden. Leider ist nicht bekannt, wie die kleine fremde Spinne ihren Weg nach Mittelhessen gefunden hat. Jedoch wurden in den letzten 150 Jahren insgesamt 87 neuen Spinnenarten nach Europa eingeschleppt, was eine Studie des Zoologischen Instituts der Universität Bern ergab.
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Für so manch einen Menschen liegt der besondere Schrecken dieser zwischen fünf bis acht Millimeter kleinen Spinne darin, dass sie kein Netz baut um ihre Beute zu fangen, sondern diese aus dem Hinterhalt anspringt. Mehrere Zentimeter weit springen sie. Meistens sind Fliegen die Opfer.
Tatsache ist, dass Spinnen beißen. Dies tun sie jedoch nur, wenn sie ihre Beute töten wollen oder sich angegriffen fühlen. Und der Biss von in Deutschland heimischen Spinne ist keinesfalls tödlich für den Menschen. Insgesamt sind von allen Spinnenarten nur zwanzig gefährlich für den Menschen. Der Biss einer hessischen Spinne nimmt höchstens Ausmaße eines Mückenstichs an.

Die männliche und die weibliche Evarcha jucunda sehen recht unterschiedlich aus. Das Männchen ist stark behaart und hat einen spitzen Hinterleib, und kräftige, behaarte Beine. Trotz der starken Behaarung sind ihre hinteren Mittelaugen deutlich zu erkennen. Auch ist das Weibchen im Schnitt ein bis zwei Millimeter größer als das Männchen.

Systematische Einordnung:
Die Evarcha jucunda stammen von den Gliederfüßern (Arthropoda) aus der Klasse der Spinnentiere (Arachnida). Sie gehören zur Ordnung der Webspinnen (Araneae) und zur Familie der Springspinnen (Salticidae).

Kopf-Rumpf-Länge:
Männchen: 5 Millimeter
Weibchen: 6 bis 8 Millimeter

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Kommentare zum Beitrag

Norbert Fust
2.915
Norbert Fust aus Gießen schrieb am 29.11.2008 um 12:56 Uhr
Der Verfasserin zunächst meine Anerkennung für ihre höchst kenntnisreichen Beiträge.

Die Nahaufnahme der Springspinne kann ich nur als äußerst gelungen qualifizieren.
Tara Bornschein
7.373
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 29.11.2008 um 15:24 Uhr
Kann mich dem Kommentar von Herrn Fust nur anschließen!
KREATIVEs KA:OS
3.192
KREATIVEs KA:OS aus Gießen schrieb am 29.11.2008 um 19:55 Uhr
Vielen Dank!
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