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Frage der Woche: Was halten Sie von Stuttgart 21?

von Simone Linneam 05.10.20101432 mal gelesen40 Kommentare
Bauen oder nicht bauen, das ist die Frage ... (Foto: pixelio/Jens Zehnder)
Bauen oder nicht bauen, das ist die Frage ... (Foto: pixelio/Jens Zehnder)
Gießen | Gebaut wird nicht nur in Gießen, sondern auch in Stuttgart. Aber die Freude über den geplanten Bahnhofsbau hält sich dort in engen Grenzen. Und der Protest dagegen wird immer breiter. Und längst ist es auch die eigene Wähler-Klientel, die sich gegen die Pläne von Ministerpräsident Stefan Mappus zur Wehr setzen. Und - vielleicht zum 1. Mal im Leben - mit Trillerpfeifen und Wut im Bauch auf die Straße gehen.
Auch wenn es nicht direkt den Landkreis Gießen betrifft, stellt die GZ dennoch die Frage: Was halten Sie davon? Und zwar grundsätzlich? Würden Sie auch auf die Straße gehen, wenn in Gießen etwa ein vergleichbarer Bau begonnen würde? Würden Sie sich schützend vor Plantanen stellen, die abgeholzt werden sollen? Sich Baumaschinen in den Weg werfen? Oder stehen Sie dem Protest eher skeptisch gegenüber? Glauben Sie, dass der unterirdische Bahnhof die Stadt in die Zukunft katapultiert und der im Moment bestehende Kopfbahnhof ein Relikt der Vergangenheit ist? Dass nur der Bahnhofsneubau Stuttgart neue Impulse verschaffen wird?
Und was denken Sie grundsätzlich über das Demonstrationsrecht? Nutzen die Deutschen das in richtigem Maße für die richtigen Themen? Oder könnte es mehr sein? War vielleicht einer der Bürgerreporter schon in Stuttgart zum Demonstrieren um Solidarität zu zeigen? Die GZ ist gespannt auf Ihre Antworten.

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Kommentare zum Beitrag

Mathias Engelhart
5.038
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 15:26 Uhr
Der Ursprung der ganzen Sache war ja eigentlich "nur" derjenige, dass es erheblich teurer wurde als geplant. Das jetzt alles ziemlich aus den Fugen gerät, hängt wohl mit der Länge der Proteste und der zunehmend aufgeheizteren Simmung ab.
Da ich mich verkehrsgeographisch mit transeuropäischen Verkehrswegen beschäftige, halte ich das Projekt an sich schon für sinnvoll, da Stuttgart eines der letzten Nadelöre der Tranversale Paris-Budapest darstellt und durch die Beseitigung langfristig Güter vermehrt von der Straße auf die Schiene gezogen werden können. Das Auftraggeber und die Exekutive (in deisem Fall die betrauten Firmen) die Kosten lange mal wieder verheimlicht haben, ist eine andere Sache, da es mit dem Grundproblem wenig zusammenhängt.
Jörg Jungbluth
3.647
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 05.10.2010 um 16:11 Uhr
Egal ob das Projekt sinnvoll oder nicht sinnvoll ist, das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten ist nicht verhältnissmäßig. So einen Gewalteinsatz habe ich noch nicht erlebt. Als ich einen Bericht gesehen habe, in dem die Polizei auf eine Gruppe von Demonstranten zustürmt, die friedlich auf dem Boden sitzen und sofort drauf los knüppeln, fühlte ich mich nach China auf den "Platz des himmlichen Friedens" versetzt. Nur das es nicht in Asien, sondern in Deutschland passiert. Einem angeblich zivilisiertem Land mit Menschenrechten. Die ca 10 Polizisten hätten die 5 Demonstranten problemlos wegtragen können.

Frau Linne, ich habe 1982 zeitweise in einem Hüttendorf gelebt, im Mörfeldener Wald. Ich hatte mich schützend vor die Bäume gestellt und wurde von Polizisten weggetragen. Ich habe Widerstand gegen ein Bauprojekt live miterlebt. Aber so eine Gewaltbereitschaft der Polizei noch nicht.
Antje Amstein
5.084
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 16:37 Uhr
Ich denke die Gießener Bürger würden demonstrieren, wenn der Schwanenteich und die Wieseckaue betoniert wird. Der Grundwasserspiegel um 12 Meter gesenkt wird. Sodas der Philosophenwald langsam stirbt. Anstatt den Bahnhof zu renovieren abreissen und dort wo jetzt noch der Schwanenteich ist kommt der "Gießener Kellerbahnhof" hin. Tolle Idee oder? Unsere Kinder werden auf der Strecke bleiben, da dass Geld für ein Milliarden schweres Projekt aufgebracht werden muß.
Ich finde jeder Baum überall auf der Welt, ist ein Baum um den wir kämpfen müssen. Die kleinen Oasen in den Städten sind es allemal wert. Wir zerstören unseren Lebensraum, unsere Nachkommen, werden Bäume nur noch als kleine Setzlinge erleben.
Soviel Leid für was eigentlich. Der "Bahnhof der Zukunft" bringt den Reisenden 5 Minuten! Den Stuttgartern 10 Jahre Baulärm und Dreck.
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 17:08 Uhr
Zunächst erst einmal bevor ich auf die o.g. Fragen eingehen werden, möchte auf die Bereits intensiv zum Thema Stuttgart 21 geführten Diskussionen hier bei der GZ verweisen. Dort wurde schon bereits einiges gesagt. Des weiteren möchte ich auf die in unregelmäßigen Abständen von Amstein hier veröffentlichten (Augenzeugen)berichte über die Protestaktionen verweisen.

Diskutiert wurde bereits bei folgenden Artikeln:
# Stuttgart 21- Polizei setzt Schlagstöcke, Reizgas und Wasserwerfer gegen Kinder und Jugendliche ein!: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=38842#comment

# Initiative PRO VOLKSENTSCHEID S21: Demokratische KULTUR fördern (...): http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=38989#comment
Simone Linne
5.033
Simone Linne aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 17:14 Uhr
Vielen Dank für die Hinweise. Ich wollte mit dieser allgemeinen Frage dem Thema ein wenig mehr Sachlichkeit und Gießenbezug "einhauchen" ;-)
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 17:19 Uhr
Nun zu dem Thema selbst. Bei den o.g. Artikeln finden sich schon zahlreiche Kommentare zu dem Thema von mir. So sehe ich zwar den Sinn für die Schnelfahrstrecke Stuttgart-Ulm, nicht jedoch unbedingt für die Verlegung des Bahnhofes!

> Der Ursprung der ganzen Sache war ja eigentlich "nur" derjenige, dass es erheblich teurer wurde als geplant.

Ich glaube nicht, dass der wirkliche Grund für die Proteste ist, das war nur er Funke, der dass Fass zum Überlaufen gebracht hat und auch weitere Bevölkerungsgruppen, die bisher dem Projekt neutral gegenüberstanden es jetzt ablehnen.

> Das jetzt alles ziemlich aus den Fugen gerät, hängt wohl mit der Länge der Proteste und der zunehmend aufgeheizteren Simmung ab.

Nein, es hängt damit zusammen, das die Staatsmacht zusammen mit der Bahn im Auftrage der Investoren das Projekt um jeden Preis drücken will!

> Da ich mich verkehrsgeographisch mit transeuropäischen Verkehrswegen beschäftige, halte ich das Projekt an sich schon für sinnvoll, da Stuttgart eines der letzten Nadelöre der Tranversale Paris-Budapest darstellt und durch die Beseitigung langfristig Güter vermehrt von der Straße auf die Schiene gezogen werden können.

Grundsätzlich mag das stimmen und daher halte ich auch die Schnellfahrstecke für sinnvoll. Aber bei der Tieferlegung des Bahnhofes sehe ich nicht die Notwendigkeit, insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen Risiken und Probleme (Baugrund, Behinderung der S-Bahn, etc.) und der Kosten. In Frankfurt - und auch das ist doch ein sehr großer Europäischer Knotenpunkt - funktioniert ein Sackbahnhof doch auch! Gäbe es nicht ein Möglichkeit wie in Kassel zu verfahren, wo eigens ein neuer Bahnhof für den Fernverkehr (Kassel-Wilhelmshöhe) entstanden ist.

Herrn Jungbuth kann ich in seinem Kommentar nur voll und ganz zustimmen! Er hat völlig recht.

> Frau Linne, ich habe 1982 zeitweise in einem Hüttendorf gelebt, im Mörfeldener Wald. [...]

Hierzu hat Herr Jungbluth auch bereits an anderer Stelle (http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=38842#comment) bereits einen sehr guten, lesenswerten und frappierenden Augenzeugenbericht als Kommentar gepostet.

> Soviel Leid für was eigentlich. Der "Bahnhof der Zukunft" bringt den Reisenden 5 Minuten! Den Stuttgartern 10 Jahre Baulärm und Dreck.

Stimmt Frau Amstein!
Thomas Skotarczyk
3.729
Thomas Skotarczyk aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 17:37 Uhr
Nichts !!! wird ein Image Bahnhof dr DB...und kostet ein Haufen Geld...
Peter Herold
14.277
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 19:05 Uhr
Herr Momberger hat alles gesagt bzw. zusammengefasst, was bereits geschrieben wurde. Ich sage nur noch: Hier wird Demokratie gelebt und vom GG verbriefte Rechte eingefordert.
Nicole Freeman
1.551
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 05.10.2010 um 19:10 Uhr
Allein die Alten Baeume sind nicht zu ersetzen. Die haerte der Polizei ist nicht zu verstehen und die nicht geklaerte Kostenstelle einfach typisch DB.
Wenn nicht mal klar ist ob der Baugrund stabil genug ist fuer den Bau wie soll dann die Sicherheit fuer moegliche Zuege gewahr werden. Kassel- Wilhelmshoehe ist bei weitem nicht ausgenutzt und koennte viel mehr Gueter von ost nach west und umgedreht bringen. Der Bahnhof in Stuttgart ist eine Prestigesache mehr nicht. Fuer die Eitelkeit werden urale Baeume gefaellt. Baeume die Napoleon schon Schatten geboten haben. Ich wuerde mich in die Baeume setzen wenn es in giessen waere
Mathias Engelhart
5.038
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 19:38 Uhr
Sehe ich anders Herr Momberger, aber ok.
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.10.2010 um 19:52 Uhr
Hallo Frau Linne,
Sie wollen dem Thema "etwas mehr Sachlichkeit einhauchen"? Das verstehe wer will, gefällt Ihnen die bisherige, sehr engagierte mit zahlreichen(!) sachlichen(!) Argumenten und Fakten geführte Diskussion nicht?
Und das Heraushalten von Emotionen wird verständlicher Weise nicht gelingen und warum sollte es auch sein? Dass die BürgerInnen auch emotional reagieren (und schreiben) wenn sich arrogant über ihren Willen hinweggesetzt wird, wenn hunderte friedlich demonstrierende Kinder und Jugendliche verletzt werden, dies muss(!) man respektieren - und meines Erachtens ist es sogar richtig!

Gießen-Bezug: warum sollten die Menschen in Gießen anders reagieren wie die Menschen in Stuttgart, Gorleben, Frankfurt oder sonstwo?

Ich lasse mich immer gerne überzeugen, wenn ich falsch liege! Nur im Moment kann ich den Sinn dieser "Frage der Woche" nicht nachvollziehen, nach den bisher (und weiterhin) an anderer Stelle schon sehr weit fortgeschrittenen und meiner Meinung nach sehr guten Diskussionen!
Thorsten Lux
799
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 20:54 Uhr
"Allein die Alten Baeume sind nicht zu ersetzen. Die haerte der Polizei ist nicht zu verstehen und die nicht geklaerte Kostenstelle einfach typisch DB."

Dem kann ich mich bloß anschließen.

Ich war kürzlich zum ersten Mal in meinem Leben in Stuttgart und dort am Hauptbahnhof. Es ist (war?) ein schöner Kopfbahnhof um den es sehr schade wäre. Um die Bäume sicherlich ebenso. Das man das Geld sicherlich auch sinnvoller ausgeben könnte, ist wohl unbestritten.

Nun, ich bin kein Stuttgarter, aber ich vermute dass dort einmal mehr um der vorgeblichen "Zukunftsfähigkeit" und dieses Prestigebaus Nebenstrecken und dazugehörige Bahnhöfe geschlossen werden. Man glaubt oftmals die DB will bloß noch mit ICE-Reisenden Geschäfte machen. Wäre sicherlich schön wenn ich mich in Bezug auf Stuttgart täuschen würde - alleine, es fehlt mir der Glaube.

Und dieser Glaube stellt sich auch nicht ein, wenn ich mir die Gewaltbereitschaft ansehe, mit der dort gegen Menschen vorgegangen wurde, die ihr grundgesetzlich verbrieftes Demonstrationsrecht wahrnehmen. Wie diverse Medien Abend für Abend weiter behaupten, dass diese Demonstranten Chaoten seien, die die Ruhe und Ordnung stören würden.

Welches Demokratieverständnis muss man eigentlich haben, um gegen Menschen gewalttätig vorzugehen, die einen wichtigen (wenn nicht gar DEN entscheidenden) Teil der demokratischen Rechte wahrnehmen?

Nun, würde ich in Gießen demonstrieren gehen? Es wäre für mich sicherlich neu im Rahmen einer Demonstration auf Bäume zu klettern (Ausnahme für ein Foto in Strasburg, als gegen Bolkestein demostriert wurde), demonstriert habe ich öfters mal und tue es auch gerne wieder - auch wenn man nie so genau weiß was das eigentlich bewegt und bewegen kann. Aber wenn ich das Gefühl hätte damit etwas sinnvolles zu bewegen, würde ich in Gießen auch auf einen oder mehrere Bäume klettern...
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 22:35 Uhr
Danke Herr Herold für das Lob! Und ich kann ihm sowie Herrn Skotarczyk und Herrn Lux nur uneingeschränkt zustimmen!

Aber warum sehen Sie das anders Herr Engelhardt. Können Sie Ihre Meinung näher begründen oder vielleicht so gar mit konkreten Zahlen belegen? Würde mich echt mal interessieren!

Die Frage von Herrn Walther, warum hier die Diskussion neu begonnen wurde und dann nicht wenigstens auf die vielen bisherigen Beiträge dazu verwiesen wurde hat sich mir übrigens auch gestellt! Ich habe dann wenigstens mal ein paar Links gesetzt, auch wenn diese eigentlich in den Beitrag/Artikel direkt gehören würden!
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.10.2010 um 00:40 Uhr
Hier ein Interessanter Beitrag von Frau Amstein zu dem Thema:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&docid=39112

Würde mich mal interessieren, was Herr Engelhardt dazu sagt. ;-)
6
Reinhard Hilbert aus Allendorf (Lumda) schrieb am 06.10.2010 um 02:26 Uhr
Hallo zusamen,
zunächst einmal muß ich der Gießener Zeitung ein großes Kompliment ausprechen. Ich hätte nie im Leben gedacht das in anderen Teilen der Republik so umfassend und neutral von unserem Bahnprojekt berichtet wird. Selbst die Stuttgarter Presse informiert ihre Leser nicht so umfangreich. Und ich freue mich ebenfalls sehr darüber wie die Artikel bei euch diskutiert werden. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.
Ich bin ein Stuttgarter Bürger, 56 Jahre alt, und bei jeder Demo dabei.
Übrigens eine Premiere denn ich hatte bisher noch nie demonstriert.
Aber ich halte es für meine Pflicht denn hier wird eine Stadt, ein Park und vor allem ca 200 Jahre alte Bäume (die nicht mehr zu ersetzten sind) zerstört. Es ist das Herz Stuttgarts für alle die hier Leben ein Naherholungsgebiet. Stuttgart ist was den Feinstaub angeht einer der Sitzenreiter in Europa. Negativ gesehen = Ziemlich ungesund.
Ich wollte nur kurz dazu beitragen das es sich bei Stuttgart 21 gar nicht um ein Bahnprojekt handelt.
Vor 16 Jahren flogen ein Ministerpräsident ein Bürgermeister und ein Gast mit dem Hubschrauber über den Hauptbahnbahnhof und befanden das die Gleisanlagen zum Bahnhof ein Schandfleck sind und beseitigt werden müssen. Auf den freiwerdenden Gleisanlagen könnte man ja einen neuen Stadtteil bauen samt Gewerbeflächen Bankpalästen und jedemenge Parkplätze. Da nun die gesamte Wirtschaft von Daimler über Banken bis hin zu Ackermann großes Interesse daran hat, wird dieses Projekt mit aller Macht gewalttätig durchgeprügelt. Und dagegen wehren sich alle Stuttgarter Bürger.
Die ganze Diskussion über Verkehranbindungen und mehr alles nur Schein. Stuttgart hat den zweitpünktlichten Bahnhof nur die Bahn hat immer Verspätung. Es fahren bereits TGV Stuttgart Paris ist alles da.
Aber dann meldet sich der Arbeitgeberpräsident und meint es müsse unbedingt gebaut werden die Kosten spielen keine Rolle.
Ich sage wo Unrecht zu Recht wird muß Widerstand wachsen.
So konnte ich im Internet in der Nacht zum 1.10. wo die ersten Bäume gefällt wurden, live mitverfolgen das dem Regierunspräsidium Stuttgart ein schreiben vorlag das die Bäume nicht gefällt werden durften. Dieses Schreiben wurde aber nicht weitergeleitet. Es tauchte erst einen Tag später gegen Nachmittag wieder auf. Dies konnte ich alles bei Flügel.tv mitverfolgen. Googeln lohnt sich. Hier kann man auch sehen wie die Polizei wirklich mit den Leuten umging.

Ich freue mich wirklich über Eure sehr sachliche Diskussion um dieses Thema und wünsche mir nur Oben bleiben.

viele Grüße nach Gießen aus dem noch schönen Stuttgart

Reinhard
Jörg Jungbluth
3.647
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 06.10.2010 um 04:29 Uhr
Hallo Herr Hilbert,

sie haben gerade etwas erwähnt, was glaube ich noch gar nicht so deutlich wurde. Die Demonstranten sind keine Chaoten, wie immer behauptet wird. Nein es sind ganz normale Menschen, die normalerweise nie demonstrieren würden. Es ist eine bunte Mischung aus der gesamten Bevölkerungsschicht von Stuttgart. Vom kleinen Hartz IV Empfänger, über Angestellte bis hin zu Ärzten, Rechtsanwälten und Bänker. Sogar Prominente wie der Schauspieler Walter Sittler, Fanta 4 Sänger Smudo, Ex Leichtathlet Dieter Baumann und sogar der Ex-Daimlerchef Ernst Reuter machen gegen Stuttgart 21 mobil. Auch der ehemalige Ministerpräsident Lothar Späth soll sich mittlerweile gegen das Projekt ausgesprochen haben. Und die Liste der Promis wächst täglich.

Ich stelle mir gerade vor was passieren würde, wenn am nächsten Samstag nicht 50.000, sondern 500.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet dort demonstrieren würden? Der Widerstand in Deutschland wächst von Tag zu Tag.
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.10.2010 um 06:22 Uhr
Vielen Dank für ihren Bericht Herr Hilbert! Ich kann mich daher dem Lob und den weiteren Aussagen von Herr Jungbluth nur anschließen!
Nicole Freeman
1.551
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 06.10.2010 um 08:21 Uhr
Die Ironie des Schicksals. Mit der Bahn zum Billigtarif nach Stuttgart zur Demo . Gruppenpreise duerften doch noch geben. Es waere toll wenn immer mehr Leute nach Stuttgart kommen wuerden. Was Herr Hilbert geschrieben hat habe ich vermutet. Es geht also nur um Prestige. Was gibt es schoeneres als alte Baeume und alte Architektur.
Peter Herold
14.277
Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.10.2010 um 13:41 Uhr
Lieber Herr Hilbert, mit Ihrer Aussage, hier ein Teil zitiert "Vor 16 Jahren flogen ein Ministerpräsident ein Bürgermeister und ein Gast mit dem Hubschrauber über den Hauptbahnbahnhof und befanden das die Gleisanlagen zum Bahnhof ein Schandfleck sind und beseitigt werden müssen. Auf den freiwerdenden Gleisanlagen könnte man ja einen neuen Stadtteil bauen samt Gewerbeflächen Bankpalästen und jedemenge Parkplätze." haben Sie glaube ich einen der Hauptgründe für ds ganze Geschehen gefunden. Die Profitgier einiger weniger.

Im übrigen, wenn nicht bekannt ich bin 70 und geborener Ulmer, Vater aus dem Schwarzwald also Badener und fühle mich obwohl schon 35 Jahre nicht mehr im Ländle wohnhaft, ihm und Stuttgart immer noch verbunden und daher bewegt mich die ganze Sache.

In Gedanken protestiere ich mit .
Walther Süßkind
1.082
Walther Süßkind aus Heuchelheim schrieb am 06.10.2010 um 15:30 Uhr
Der muss doch eh mal erneuert werden.
7
Ubbo Enninga aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 01:13 Uhr
Hallo Herr Engelhart, Ihren Beitrag halte ich für eine Nebelkerze.
Ich habe das Vorgehen unserer Kinderschläger mit eigenen Augen gesehen. Unbeschreiblich.
Der Widerstand hätte sich jedoch nicht formiert, wenn diese "Vertreter" nicht genauso auf Sachebene nur Lügen und Unwahrheiten verbreitet hätten und das Projekt einen Nutzen für das Volk hätte. So ist die Tatsache, dass die Planungen unter Verschluss gehalten werden, absolut indiskutabel.
Wäre das Projekt sinnvoll, müßte es gar nicht durchgeprügelt werden.
Ich habe an der "Bürgerbeteiligung" 1997 teilgenommen: Schon damals wurde eine Alternative zum Tiefbahnhof kategorisch abgelehnt, (weil ja dann keine Gleisflächen für die Immobilienspekulanten frei geworden wären).
Fest steht: der Kopfbahnhof (16 Gleise) ist schon heute leistungsfähiger als der geplante Tiefbahnhof (8 Gleise), nur der Kopfbahnhof ermöglicht einen integralen Fahrplan und nur er ist erweiterbar.
Die größere Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs erhalten die Befürworter durch die Halbierung der Haltezeiten!!!! Nahverkehrszüge sollen 1 Minute halten ICEs 2 Minuten.
Aus verkehrstechnischer Sicht ist das Projekt eine Katastrophe. Der letzte Stern-Artikel reißt dem Faß noch den Boden aus: aus den unter Verschluss gehaltenen Planungsunterlagen geht hervor, dass die Tunnelröhren um einen Meter im Innendurchmesser zu klein geplant sind und nur ein ICE der
neuesten Baureihe durchfahren kann, jedoch keine Nahverkehrszüge. (Läßt sich natürlich, wenn es dann auffällt korrigieren, aber um welchen Preis?)
Auch ist schon seit langem bekannt, dass auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm keine Güterzüge verkehren können. (Von wegen Güterverkehr auf die Schiene)
Das Projekt zerstört eine gewachsene Kulturlandschaft (282 Parkbäume), einen in der höchsten Denkmalstufe geschützten Bahnhof ( Nordflügel schon abgerissen) und ist aufgrund der geologischen Verhältnisse,
m.M. n. vor allem wegen des Grund- und Mineralwassers nicht zu beherrschen: der Bahnhof soll wie ein Trog im rechten Winkel in die wasserführenden Schichten quer durch das gesamte Tal wie ein Staudamm hineinbetoniert werden.
Bis heute gibt es angeblich noch keine Technik, wie das zu bewerkstelligen ist, denn die Bauarbeiten müssen unter Druck ausgeführt werden, damit dass darunter fließende Mineralwasser nicht in der Baugrube nach oben steigt und die gefaßten Quellen der Mineralbäder nicht versiegen. Beim Bau der Haltestelle Staatsgalerie vor Jahren ging die
Schüttmenge des Mineralbades Berg um mehr als 1/3 zurück, der geplante Tunnel liegt nochmals ca. 6m tiefer.
Zudem ist geplant, 16,5 km! Rohrleitungen auf 4,5 m Höhe (damit die Lastwagen drunter durch kommen) im Zentrum der Stadt zu verlegen, um das Grundwasser in der Baugrube um 12 m!, für den Nesenbachdüker um 18 m ! abzusenken (Bäume die noch nicht abgesägt sind, können eingehen) um es anschließend gereinigt (Wasseraufbereitungsanlage auch Neuland) wieder an dutzenden Stellen in den Boden zu pressen.
Der "Staudamm" ragt noch dazu 8 m aus dem Boden (mit den Glubschaugen ca. 12 m ) und bildet ein Hindernis für den Frischluftaustausch. Auch neue Bäume wachsen natürlich nicht auf diesem Betondeckel.
Wen es interessiert , dem kann ich die Seiten http://kopfbahnhof-21.de und http://www.parkschuetzer.de (mit super Statementseite) empfehlen.
Thorsten Lux
799
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 10:56 Uhr
Hallo Ubbo Enninga,

vielen lieben Dank für diese Faktensammlung - da weiß man doch schonmal etwas besser worüber man diskutiert.

Alleine dieses hier: "Die größere Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs erhalten die Befürworter durch die Halbierung der Haltezeiten!!!! Nahverkehrszüge sollen 1 Minute halten ICEs 2 Minuten."

Denken wir mal an Senioren mit Rollator, die wir sicherlich alle schonmal am Bahnhof gesehen haben: Sollen die dann am besten einen Bahnhof früher, oder später aussteigen? - oder sollen die Zugbegleiter diese Senioren dann schnellstmöglich "vor die Tür setzen"? Denn ein älterer Mensch kann es vermutlich schaffen in dieser Zeit selbständig den Zug zu verlassen, aber Stuttgart ist kein Dorf und dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass da mehrere Menschen gleichzeitig ein- oder aussteigen wollen sehr hoch.

Sorry, es ist eigentlich kein Thema für Humor, aber ich denke da spontan erstmal an den Stenkelfeld-Sketch nach dem Benutzer des ÖPNV auf einem gereizten Stier eine körperliche Eignungsprüfung absolvieren müssen, bevor erwogen wird ihnen einen Fahrschein zu verkaufen.
Walther Süßkind
1.082
Walther Süßkind aus Heuchelheim schrieb am 11.10.2010 um 10:03 Uhr
Das ist alles quatsch.Der Banhof muss doch eh mal erneuert werden.Mit Freundlichen Grüßen:

Walther
Thorsten Lux
799
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 11.10.2010 um 15:09 Uhr
"Das ist alles quatsch.Der Banhof muss doch eh mal erneuert werden."

http://de.wikipedia.org/wiki/Renovierung
http://de.wikipedia.org/wiki/Abbruch_%28Bauwesen%29
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.10.2010 um 19:28 Uhr
Klasse Herr Süßkind, toller Kommentar, so voller Argumente :-)
( ich denke, Sie haben sich u.a. ausführlich mit K 21 beschäftigt ? oder vielleicht doch nicht....?)

Werner (= ich bleib jetzt beim "Du", da Du mich an anderer Stelle mit "Stefan" zitiert hast, ist für mich sowieso okay, wenn ich`s falsch verstanden habe, sorry!)
ich denke man muss aufpassen auf was man sich beim Schlichter Geissler einlässt. Sicher, es gibt "Schlechtere", nur wenn diese Aussage "...dass es keine Alternative zum Dialog, zum Verhandeln und zum KOMPROMISS auf dem Weg zum S21-Frieden (Demokratie-Kulturkampf) gebe" so WÖRTLICH gemacht wurde, dann frage ich mich:
was versteht ein Herr Geissler unter Kompromiss? die Gegner von Stuttgart 21 dürfen sich nicht verschaukeln lassen, auch nicht von Geissler und wenn er noch so schön lächelt und sich mit der Forderung nach "Baustopp während der Gespräche" scheinbar auf die Seite der Gegner von S21 stellt. Sicher, man sollte dies ausnutzen, aber auch sich keinen Illusionen hingeben, dass durch Geissler das Problem gelöst würde !

Es gibt keinen Kompromiss, und da muss auch Geissler früher oder später "Farbe bekennen": Für oder gegen Stuttgart 21, für oder gegen einen Volksentscheid, dazwischen wird`s nichts geben!
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.10.2010 um 21:14 Uhr
Lieber Werner Hahn,

mag sein, dass Ex-Kanzler Helmut Schmidt dies sagte, er sagte viel, meist war es nicht im Interesse des Volkes!

es gibt nicht wenige, die sagen was ganz anderes: "Die bürgerliche Demokratie lebt/ überlebt in erster Linie vom Betrug" = "bürgerliche" Demokratie deshalb, weil eine "Demokratie" an sich? was soll das sein?

Abgesehen von den taktischen Spielchen und Bedenklichkeiten wie, Landtagswahl, Geissler CDU-Mitglied, Kanzlerin usw. steht für mich fest:
K 21 wäre eine Niederlage für die Bahn und Regierung und ein Sieg für die Gegner! Bei S21 wäre es umgekehrt! = und beides sind meines Erachtens keine Kompromisse!

und die Feststellung ist meiner Meinung nach völlig richtig: "...ist aber klar, dass H.G. auch für Mappus selbst ein Rettungsanker ist" Die Gegner von S21 bräuchten keinen Geissler, sie sind zur Zeit ganz klar im Vorteil, die Bewegung wächst weiterhin, Bahn und Mappus sind in der Defensive, nur deshalb gibt`s überhaupt den "Schlichter" Geissler!
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.10.2010 um 22:51 Uhr
Einige Anmerkungen, die vielleicht nicht allen bekannt sind, zum Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo:

- es ist unbestritten, dass er sich in der "Charta 08" für berechtigte Forderungen nach mehr demokratischen Rechten und Freiheiten einsetzt!

- es ist aber auch Tatsache, dass er Präsident des "Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums" (Sitz in den USA) ist. Diese Organisation wird finanziell unterstützt von der NED (Nationale Stiftung für Demokratie) !?

- darüber hinaus fordert Liu Xiaobo offen weitgehende Möglichkeiten für ausländisches Kapital in China und tritt für die Privatisierung öffentlichen Lebens in China ein, damit ist er unmittelbar im Widerspruch zu den Bauern Chinas die gegen die Privatisierung kämpfen

ich will und kann mir kein Urteil bilden, nur es gibt viele Menschen in China, die sich für demokratische Rechte und Freiheiten einsetzen, auch aktiver als Liu Xiaobo.....nur, dies ist meist nicht, wie bei ihm, verbunden mit antikommunistischen Thesen und Angriffen....
Thorsten Lux
799
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 11.10.2010 um 23:01 Uhr
Hallo Stefan Walther,

"Die Gegner von S21 bräuchten keinen Geissler, sie sind zur Zeit ganz klar im Vorteil, die Bewegung wächst weiterhin, Bahn und Mappus sind in der Defensive, nur deshalb gibts überhaupt den "Schlichter" Geissler! "

Die Staatsgewalt hat mal wieder Gewalt aufgefahren und die demonstrierenden Bürger in den Medien mit einer Schmuddel-Kampagne überzogen und die Stuttgarter haben sich nicht einschüchtern lassen. Das ist viel Wert - insofern gebe ich dir Recht.

Es ist auch richtig, dass man seitens der Stuttgart21-Befürworter sich mal zuvor hätte Gedanken machen können, was man außer Arroganz und Gewalt zum Stimmungswechsel für dieses Projekt in Anschlag bringen könnte. Sicherlich hätte man auch einen Vermittler, einen "runden Tisch", oder was auch immer nutzen können, BEVOR man da Menschen ernsthaft und teilweise soger unheilbar (ein Auge wächst nicht nach) verletzt und dann die Opfer noch nachträglich in den Medien zu verunglimpfen sucht...

Es ist klar dass jemand, der mit solch einer Menschenverachtung agiert und den Einsatz von Staatsgewalt nicht einmal dem Rahmen von Recht und Gesetz unterwirft, nicht gerade zu seiner Vertrauenswürdigkeit beiträgt. Und ich vermute mal, dass Geißler jetzt dort hingeschickt wurde, um die Leute zu beruhigen,... und dann wie gewohnt "zur Tagesordnung überzugehen".

Ob die Demonstrierenden einen Herrn Geißler brauchen, müssen sie jedoch selbst entscheiden. Denn sie haben offenbar noch nicht definiert wie weit sie im Notfall gehen würden, während die S21-Befürworter wohl klar gemacht haben, dass für sie auch das Gesetz kein echter Grund sind, sich zurückzuziehen - und auch Gewalttaten kein Grund sind, zurückzuschrecken...
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.10.2010 um 23:21 Uhr
Hallo Thorsten,

das ist nicht so einfach zu beantworten "wie weit sie im Notfall gehen würden" = dies ist auch Hypothese, zur Zeit denke ich, gilt es den Vorteil konsequent zu nutzen und weiterhin Einigkeit und Stärke (auch auf der Straße) zu demonstrieren.

sie müssen selbst entscheiden, genau, dies könnte zukünftig auch evt. zum Knackpunkt werden: wer spricht, wer entscheidet für die Stuttgart 21 - Gegner? falls es zu Gesprächen kommt, wie werden die Ergebnisse durch die vielen Menschen legitimiert, welche Organisationen, welche Einzelpersonen usw. stimmen wie ab? Wahrscheinlich alles nicht so einfach?
Andrea Mey
3.460
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 12.10.2010 um 23:03 Uhr
Meine Meinung zu Stuttgart 21?
- Warum kann man den alten, denkmalgeschützten Bahnhof nicht sanieren und modernisieren?(so wie in Frankfurt/M. geschehen), anstatt ein Projekt zu bauen, das keiner will und was obendrein Millionen von Steuergeldern verschlingt?
- Werden die Bodenbeschaffenheiten diesem Projekt standhalten? Ist das Kölner Stadtarchiv schon wieder in Vergessenheit geraten?
- Wo bleibt in unserer "Demokratie" das Mitspracherecht der Bürger? Das Projekt wurde von langer Hand geplant, aber die Bevölkerung wurde mal wieder bis zum Schluß "für dumm gehalten!"
- Das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten läßt sich in keiner Weise rechtfertigen. Es wurde viel zu brutal gegen friedlich demonstrierende Menschen vorgegangen! Die Bilder im Fernsehen und in der Presse treiben einem die Tränen in die Augen!
- Die Bilder von den umstürzenden, alten Bäumen, tun weh! Wer von den verantwortlichen "Herren" hat sich hier eigentlich um den Naturschutz Gedanken gemacht? Wer denkt an die Bewohner in den Bäumen? Vögel, Eichhörnchen etc., die gerade jetzt mit dem Anlegen ihrer Wintervorräte bzw. ihres Winterquartieres beschäftigt sind!
- ich kann mich den Worten von Antje Amstein nur anschließen: Wenn in Gießen der Philosophenwald und das Areal um den Schwanenteich "plattgemacht" würden, um ein ähnliches Projekt zu bauen, was bleibt dann noch übrig von unserer Kreisstadt? Nur noch Straßen- und Schienennetze. Wäre das wünschenswert??? Wo würde dann das viel frequentierte Naherholungsgebiet der Stadtmenschen bleiben???
- Ja, ich würde mich schützend vor Bäume stellen, wenn ich sie vor dem Abholzen retten könnte. Ein Baum ist in wenigen Minuten gefällt, aber wie viele Jahre dauert es, bis ein neuer Baum gewachsen ist???
- Schlichtungsgespräche sind nur in Verbindung mit einem Baustopp möglich! Wie kann man vernünftig verhandeln, wenn die Bagger weiter graben???
- Wir Bürger sollten auf jeden Fall und immer von unserem Demonstrationsrecht Gebrauch machen!
- Es geht doch hier nur noch um die Frage der "Macht". Die Politiker wollen dieses Projekt nun mit aller "Macht" durchsetzen, warum werden die Belange der Bürger nicht berücksichtigt??? Wir Bürger sind doch diejenigen, die Steuer zahlen, also sollten wir auch ein Mitspracherecht haben, was mit den Geldern geschieht!
- Wir sollen nicht nur zahlen, sondern auch mitbestimmen dürfen!
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 12.10.2010 um 23:40 Uhr
Danke, Frau Mey für den sehr guten Kommentar, dem ich nur zustimmen kann!
Kathrin Herold
78
Kathrin Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2010 um 19:53 Uhr
Ich persönlich finde es traurig zu sehen wie leicht man sobald Politik und Geld eine Rolle spielen ein denkmalgeschütztes Gebäude einfach so abreissen lassen kann, als Privatperson bekommt man da doch erheblich strengere Auflagen... Generell finde ich es toll wie sich die Stuttgarter für ihre Interessen einsetzen, ich finde in Deutschland wird viel zu wenig öffentlich demonstriert. Wenn ich im Vergleich dazu sehe was gerade wieder in Frankreich wegen der Renten abgeht... Wobei es ja auch kein Wunder ist wenn man die erschreckenden Bilder von Wasserwerfer-Einsatz etc sieht
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.10.2010 um 00:08 Uhr
Hallo Frau Herold,

ich kann ihrem Kommentar nur zustimmen. Und sie haben recht, französische Verhältnisse wären manchmal echt wünschenswert.
Jörg Jungbluth
3.647
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 14.10.2010 um 07:43 Uhr
Ich sehe schon die Schlagzeile im Mai 2011 vor mir: "Ministerpräsident Kretschmann (B90 / Grüne) stoppt Stuttgart 21".
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.10.2010 um 07:47 Uhr
Da wäre ich mir nicht so sicher. Weder was die Wahl von Herrn Kretschmann anbelangt, noch das die Grünen hinterher nicht doch irgendwelche Sachzwänge geltend machen und nicht aussteigen und somit die Wähler verarscht haben. Die Gegner sollten also Wachsam sein und einen langen Atem haben. Am Besten wäre ein definitives Aus noch vor der Wahl im nächsten Frühjahr.
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.10.2010 um 18:34 Uhr
Sehr gut Christian!
Auch in anderen Bereichen, siehe AKW, hat die Umweltbewegung schon ihre Erfahrungen mit den GRÜNEN gemacht!
Besser auf die eigene Kraft, überparteilich und basisdemokratisch, vertrauen!
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.10.2010 um 22:52 Uhr
Genau, Stefan. Oder nimmt die Friedensbewegung. Einst waren die Grünen absolute Pazifisten und dann haben 1999 unter Fischer Deutsche Soldaten in den Krieg geschickt.
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.10.2010 um 23:08 Uhr
Heute Panorama gesehen?

wenn`s nicht so traurig wäre, könnte man nur noch lachen:
"Trittin" damals (als Umweltminister) gegen die Protestierenden, die sich dem Castor-Transport in den Weg stellten....und heute als (angeblich) großer AKW-Gegner. Ich warte nur noch drauf, dass sie sich (die GRÜNEN) als die "wahren" Vermittler bei Stuttgart 21 in den Vordergrund drängen.
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.10.2010 um 23:17 Uhr
Leider nein, war unterwegs.
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von:  Simone Linne

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Simone Linne
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