Japanischer KOMMERZ-Künstler Takashi MURAKAMI schockt Franzosen (VERSAILLES) und seriöse Kunst-Welt"Mieze - ars evolutoria/Farbkreis - T.M./hommage" (a&s-18-9-10). Persiflage zur "Playmobil-Kunst" des Kommerzkünstlers MURAKAMI, der nach einem Kunstmarkt-Absturz in Versailles Furore macht (...) In „art“ Das Kunstmagazin (online) ist von mir zu KOONS KITSCH zu lesen: Kulturschaffende aller Länder vereinigt euch! Viele „Kunstwerke“ der Gegenwartskunst stehen dem „Kitsch“-Phänomen nahe: Das gilt insbesondere auch für die Spielzeugwelten des amerikanischen „Kunst-Stars der Achtziger“, den Künstler Jeff Koons (Jahrgang 1955), der als „King of Kitsch“ kritisiert wird. „Kunst“-Markt-Liebhaber Koons hat z. B. übergroß aus Metall geformte Ballonhündchen geschaffen; so den aufgeblasen-knalligen und naiven Magenta-Pudel vor Palazzo Grassi in Venedig und ein triviales-dekoratives Blumenhündchen vor dem Guggenheim Bilbao. Der pinkfarbene Pudel darf nun im Barockschloss Versailles vor den Toren von Paris Hof halten – zusammen mit anderen bekannten provokativen Kitsch-Objekten des Markt-Stars aus den 80er und 90er Jahren. Neu ist nun, dass nicht nur das Feuilleton der Medien, sondern endlich „seriöse“ Kulturschaffende sich öffentlich zu Wort melden: Die Ausstellung wird als „Geschäft unter Freunden“ kritisiert, weil der mit Koons befreundete ehemalige Kulturminister (2001 ernannte der Koons zum „Ritter der Ehrenlegion“) der Ausstellungs-Initiator ist. Viele beurteilen die „Kitsch-König“-Objekte als Beschmutzung des französischen Kulturerbes, als Nicht-Kunst-Angriff á la Duchamps „Mona Lisa“ mit „Bart“: Meta-Spaß „Mona Lisa L.H.O.O.Q. rasée". Neu ist auch hierzulande, dass Kulturschaffende dafür plädieren, dass die documenta 13 von einem Team – der Findungskommission - geleitet werden sollte (Prof. Peter Weibel, Kunstkritiker Karlheinz Schmid). Von KOONS (2008) zu MURAKAMI (2010) in Versailles Barockschloss Den Größenwahn der Monarchie ins Lächerliche zu ziehen, beabsichtige T.M.: Einen der wichtigsten Repräsentations-Orte des europäischen Kulturlebens - Versailles – habe MURAKAMI besetzt schreibt die „Welt am Sonntag“ (12.9.: http://www.welt.de/die-welt/kultur/article9576699/Ein-Sonnenkoenig-aus-Japan.html . Tim Ackermann berichtet ausführlich darüber, was ausgestellt ist in der Show des Markt-Stars: "Es ist so, dass die Ausstellung nicht zu 100 Prozent von meinem Studio kam", sagt der Künstler. "Jean-Jacques Aillagon hat mitkuratiert, mein Pariser Galerist Emmanuel Perrotin hat mich beraten. Gemeinsam haben wir immer wieder Dinge verändert, ich habe zugestimmt oder abgelehnt." MURAKAMI- & - KOONS Kitsch: Für Bewusstseinsentfaltung & Kunst-Evolutionisierung? Optische KULTUR sei „als Spiegel von Neugierverhalten und Bewusstseinsentfaltung“ zu interpretieren, schrieb ich in (1). Und ich diskutierte die „Notwendigkeit eines evolutorischen Kunstbegriffs“ (11.8.9. a.a.O.): Geht man von der These einer „Evolutionisierung“ der „Kunst“ aus – will Stammbäume für Malerei- und Skupturen-Entwicklung aufstellen – so sind „Evolutionsprinzipien“ (Auslese, Anpassung etc.) zu diskutieren. Derartige biologisch relevante Prinzipien gelten auch in Kunst und Kunstgeschichte; sind KUNST-kompatibel. Sie dienen der Erkenntnis des Wesens der Welt und unseres Selbst. An anderer Stelle stellte ich fest: Alle Bildenden Künstler (auch die FRÜH-Menschen der Eiszeit) waren (sind) als Neugeborene NICHT per se - von „Natur“ aus - bereits „festgelegte“ Wesen. Ihr Erbgut (Genom-Funktion) war/ist existentiell auf KUNST (KULTUR) und/oder auf „Geistiges“ (z.B. Religion) nicht angewiesen. Ob sich ein potentieller (eiszeitlicher oder „moderner“) Künstler als künstlerisches oder (un)musikalisches Wesen entwickeln wird (bzw. kann) – sich vom sog. „Tierischen” in sich kulturell evolutionär „befreien“ konnte/kann -, stand/steht nicht ab ovo in seiner „Geburtsurkunde“ geschrieben. Um später als „Künstler“ den „Geist seiner Zeit“ (mit „KUNST“) erfassen zu können, bedarf es der Anpassungs- und Wechselwirkungsprozesse des potentiell musischen Organismus mit seiner Umwelt. Besonders Spiegelzellen-geprägte Beziehungs-Erfahrungen im Erziehungs-Umfeld machen „Künstler“ „tauglich“ für KUNST-Experimente und Gespräche mit „KUNST“-Zeitgenossen. MEHR: http://www.myheimat.de/gladenbach/kultur/zur-evolution-von-kunst-kulturellem-eiszeit-steinzeit-kunst-d211172.htm Eine KUNST-Mutation kann negative, positive oder auch keine (stille künstlerische Mutation) Auswirkung auf die Merkmale eines KUNST-Organismus („Kunst-Phänotyp“) haben. Als Produkt von Stammbaum-Verzweigungen (Kunst-Bifurkationen) kann ein neuer, durch kulturelle Mutation entwickelter Kunstorganismus (Mode, Stil etc.) angesehen werden. KUNST-Mutationen sind einer der Kunst-EVOLUTIONs-Faktoren neben den Kunst-„Evolutionsprinzipien“ wie Auslese, Anpassung etc., die ebenfalls zu diskutieren sind. Mitverantwortlich für die Entwicklung des Lebens der Kunst und der Kunst-Arten-Vielfalt in der (zeitgenössichen) Kunstszene und auf dem Kunstmarkt. Vergleichbar wie im Leben von Flora und Fauna sind Kunst-Mutationen mit positiven Folgen eher seltener als negative oder neutrale Mutationen, wenn aber eine positive Mutation erfolgt ist, trägt der Mechanismus der „natürlichen Kunst-Selktion“ (sie kann eine willkürliche sein; siehe den Fall documenta Institution), so dass diese sich in einer Population ausbreiten kann. LETALE Kunst-Mutationen sind im Gegensatz zu neutralen - stillen oder stummen - Mutationen, Kunst-Veränderungen, die nach ihrem Auftreten einen Kunst-Organismus - unabhängig von seiner jeweiligen Lebensphase - in jedem Falle töten. Es gibt im Kunstgeschehen negative Veränderungen, die auch oft zu (vorläufig) Nicht-Nachteilhaftem führen. Wie das möglich ist, erkennt man am FALL MURAKAMI: Negativ-letale Mutante im Stammbaum der Bildenden Kunst? Ja, Geld ist der „Humus, in dem die neofeudalen, autoritären Strukturen“ des Kunstmarkt-Künstler-Betriebs wurzeln, schrieb ich vor 2 Jahren. Und: „Der herrschende Geschmack im Kunstbetrieb ist der Geschmack der Herrschenden.“ In Frankfurt „brilliert“ das MMK mit einer von der Gagosian Gallery bezahlten Ausstellung „© Murakami“; Merchandising-Universum (…). Die „Autonomie des Museums“ steht auf dem „freien“ (?) Spiel der KUNST: Das Museum als Ort von „Bedeutung“, „Autorität“ und „Selektion“ des Wichtigen. Peter WEIBEL formulierte damals in die WELT-Online („Der Kult des Auktionskünstlers“): „Trias Kunst, Finanzwelt, Publizität als Erfolgskriterien“ habe schon J. L. David 1799 beschworen und „dementsprechend seine Rollen als Hof- und Staatskünstler, aber auch als Revolutionär und Genie beschrieben“. Der Kult des Künstlers mache nur dann Sinn, wenn es sich um „Kunst als Glaubenssystem und nicht als Wissenssystem“ handele. Weibel postuliert, dass in Zukunft die Kunst „weniger im Feuilleton als im Wirtschaftsteil besprochen“ werde (= Remythisierung, Reauratisierung des Künstlers). Wenn MURAKAMI behauptet, er trage zur „Evolution der Kunst“ bei (so in einem art-Interview), ist das anzuzweifeln, meinte ich in der „taz“. Evolutionsprinzipien (Auslese, Anpassung etc.) gelten in Kunst und Kunstgeschichte und dienen letztlich der Erkenntnis des Wesens der Welt und unseres Selbst. Im Stammbaum der bildenden Kunst wird sich MURAKAMI – mangels kulturellem Tiefgang - als absterbendes Seitenzweiglein etablieren (negatives Mem-Produkt). Seine momentane „Berühmtheit“ im Kunstbetrieb verdankt „Japans Andy Warhol“ den autoritären und ausgeklügelten Marketing-, VIP- und PR-Strategien des nervenden zeitgenössischen Kunstmarktes, der auch die Kitsch-Macher wie HIRST und KOONS fördert. (Quelle: Kommentar in http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/das-diktat-der-marken/ (zum kunst-kritischen Artikel von Brigitte Werneburg: „Das Diktat der Marken“) Non-Art des provokativen Geschäftsmannes MURAKAMI In „art“ notierte ich: Die Non-Art des provokativen Geschäftsmannes MURAKAMI ist eine letale Mutante dessen, was heute noch „Ästhetik“ (Variante „Kunst der Kunstlosigkeit“) genannt wird. Den bewusstlosen Bewusstseins-Zustand des Kunst-Markt-Künstler-Betriebs – mit „Kunst der Absatzstrategie“ (Holger LIEBS) - spiegeln besonders die genannten 3 „Künstler“-Figuren (MURAKAMI, HIRST, KOONS - deren NICHT-Originalität/Innovation) wider; nicht den Erkenntnis-Stand des gebildeten Kunstkenners. Was soll’s, wenn die infantile Pop-Bildsprache des Takashi MURAKAMI an die Welt der Mangas, der bunten und wilden, neckischen japanischen Comics, erinnert; Comic-als-„Kunst“-Verehrer dürfen sich freuen, Kunstkritiker sollten ihren Beruf (der Kritik) ernst nehmen, Kunstmarkt-Satire sollte nicht nur mit Satire beantwortet werden. Siehe zu einem Hanno-RAUTERBERG-Artikel über „UNKRITISCHE Kunstkritiker“ mein Beitrag: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2010/08/19/debatte-um-unkritische-quotkunstquotkritiker-hanno-rauterbergs-pl (mit ebenda 2 Kommentaren von mir – 20.8.10). „Kunst“ der Evolutionslosigkeit „Glaubenssystem statt Wissenssystem“ fügte ich in „art“ hinzu: Das Museum (MMK) wirft sich in Frankfurt (wieder einmal) dem KOMMERZ in die Arme. MURAKAMIs „Kunst“ kann als „Kunst“ einer „Kunst der Evolutionslosigkeit“ gesehen werden, wenn sich auch MURAKAMI-Meme in bestimmten empfänglichen „Kunst“-Hirnen fortpflanzen werden. MURAKAMIs momentane Bekanntheit im nervigen Kunstbetrieb verdankt „Japans Andy Warhol“ den neofeudalen, autoritären Strukturen des öffentlich geförderten Kunst-Marktes (exemplarisch: MMK-Beispiel). Der Kult um MURAKAMI hat nur dann Sinn, wenn es sich um „Kunst als Glaubenssystem und nicht als Wissenssystem“ handelt; so Peter Weibel. Ein anderer übler Kuhhandel in Frankfurt sei die „Kunst“-Dauerleihgabe der DB an das Städel-Museum: Er beinhaltet „anzukaufende“ (!) Werke der „Staatskünstler“ & Kunst-Markt-Stars A. Kiefer (umstrittener „Friedenspreis“-Mann) etc. Die Deutsche Bank darf den privaten DB-„Kunst“-Geschmack öffentlich machen, kritisierte ich in „art“ weiter. (http://www.art-magazin.de/kunst/10864/takashi_murakami_mmk_frankfurt) Später - 5.12.08 - schrieb ich, bezogen auf die BAKARGIEViade in http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2008/12/05/duestere-aussichten-zur-berufung-von-carolyn-christovbakargiev-zu Christov-Bakargiev – Macherin der dOCUMENTA (13) - ,hatte in Pisa Literatur und Kunstgeschichte studiert und ihre Abschlussarbeit über das Verhältnis von zeitgenössischer Poesie und Malerei verfasst. Dass CCB auch Einzelausstellungen erarbeitet hat, unter anderem für Takashi MURAKAMI, lässt Zweifel an der Fähigkeit CCBs aufkommen, dass die neue Leiterin in der Kunstszene INNOVATIONEN vorurteilslos bewerten kann. MURAKAMI trägt - entgegen der von ihm geäußerten Meinung, er trage zur „Evolution der Kunst“ bei – eben NICHT zur KUNST-EVOLUTION bei. Sollte die d13 wiederum eine documenta der subjektiven Einseitigkeiten werden, mit „Kunst“-Vorlieben der Allein-Macherin CCB, wird die im Jahr 2012 präsentierte d13-Schau mutmaßlich scheitern: sicherlich NICHT auf „hohem Niveau“! (KÖNIG). Da ARTE POVERA-Künstler zu den von Christov-BAKARGIEV verehrten Künstlern gehören und MURAKAMIs „Kunst“ (…), so ist zu ahnen, welche Arbeiten wohl von den genannten Künstlern zu der im Juni 2012 beginnenden documenta 13 gehören werden. (…). In DIE ZEIT online (BLOG von mir) ergänzte ich in einem anderen Artikel zu MURAKAMI: Als „wichtige Gegenwartskünstler“ sieht der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich auch Vertreter von „Luxus Kunst“: Dass MURAKAMI die „Revolution“ Marcel Duchamps und des All-is-pretty-Warhol bewundert, kann man angesichts von Syntax und Semantik der Werke des Japaners gut verstehen. Wenn der Künstler aber behauptet, er trage zur „Evolution der Kunst“ bei (so in einem art-Interview), ist das anzuzweifeln. (…) In seiner Schirn-Gesamtinstallation in Frakfurt gibt es einen Souvenir-Shop mitten im Museum und der ist Teil der Ausstellung: mit Buttons, T-Shirts, Stofftieren. „Die Ausstellung an sich sieht schon aus wie die Spielzeugabteilung eines großen Kaufhauses, wo alles glänzt, bunt und verführerisch. Aber was soll das bedeuten? Kitsch in Reinkultur?“, konstatierte ein Kunstkritiker. (Rudolf Schmitz, hr.) Kunstmarkt-Satire sollte nicht nur mit Satire beantwortet werden. Quelle: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2008/09/29/zur-evolution-einer-anti%E2%80%9Emodernen%E2%80%9C-kunst-bewusstseinsverfassung-u. Siehe auch: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/28589/evolutionisierung-der-alten-pop-art-neo-popism-als-anti-chaos-anti-unsinn-und-anti-beliebigkeit-1/ Literatur (1) HAHN, Werner (1989): Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein. Gladenbach: Art & Science, 1995. (HAHN, Werner (1998): Symmetry as a developmental principle in nature and art. Singapore. (Übersetzung des Originalwerkes von 1989, ergänzt durch ein 13. Kapitel mit erweitertem Sach- und Personenregister sowie Literatur- und Abbildungsverzeichnis.) Dies könnte Sie zum Thema auch interessierenEVENT-KUNST-Bilanz 2011: Maurizio CATTELANs Werk gigantisch im NYC-Guggenheim-Museum-MOBILE. 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