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Gütesiegel Hochbegabtenförderung an Francke-Schule verliehen

Freude über die Auszeichnung durch das Kultusministerium: Lothar Jost und Ute Silberbauer (von links)
Freude über die Auszeichnung durch das Kultusministerium: Lothar Jost und Ute Silberbauer (von links)
Gießen | Andreas ist mit seinen Aufgaben im Matheunterricht meistens in halber Zeit fertig. Da ihm die Unterrichtsinhalte nur so zufliegen, erlässt ihm die Lehrerin teilweise lästige Routinearbeiten, von denen sie weiß, dass Andreas sie bereits souverän beherrscht. Er darf dann in der Zwischenzeit sehr schwierige Aufgaben bearbeiten. Andreas freut sich schon auf die vertiefenden Fragen, die ihm seine Lehrerin stellt. Er erlebt Mathematik als anspornend.
So oder ähnlich sieht differenzierter Unterricht aus, der besonders begabten Kindern gerecht wird – und das gilt nicht nur für den Mathematikunterricht. Schon seit längerem gibt es an der August-Hermann-Francke-Schule ein Förderkonzept speziell für die Betreuung begabter oder hochbegabter Kinder. Nun wurde der Schule dafür offiziell vom Hessischen Kultusministerium das Gütesiegel für die Förderung Hochbegabter verliehen.
Schulleiter Lothar Jost erläuterte das Konzept gemeinsam mit Ute Silberbauer, die als Beratungslehrerin für den Bereich Hochbegabung zuständig ist. Ziel einer optimalen Förderung der Schüler und Schülerinnen der AHFS ist es, die Fördermaßnahme aus dem
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reichhaltigen Angebot der Schule so auszuwählen, dass sie optimal zum jeweiligen Schüler mit seiner Persönlichkeit, Begabung und Interesse passt. Neben der oben beschriebenen Förderung bei Verbleib in der Klassengemeinschaft gibt es an der Schule zahlreiche weitere Maßnahmen wie Arbeitsgemeinschaften und spezielle Kompetenztrainings für weitergehend Interessierte (ein Beispiel unter http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/23231). Außerdem unterstützt die Francke-Schule ein weiteres Engagement durch die Vermittlung von Wettbewerben und anderen außerschulischen Angeboten. Francke-Schüler waren und sind aktuell aktiv bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ (siehe http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/10295) im Bereich Technik und Naturwissenschaften; sie können in den Geisteswissenschaften betreut werden bei der Teilnahme an „Jugend schreibt“ und „Jugend debattiert“ oder dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Dies ist nur eine Auswahl des Angebotes, das neben dem regulären Unterricht besonders interessierten Kindern ein Betätigungsfeld und geistige Nahrung bieten kann. Im weiteren Ausbau findet sich an der Francke-Schule die Zusammenarbeit mit beispielsweise dem „Zentrum für Mathematik“ in Wetzlar oder dem „Science Lab“ der Uni Heidelberg (siehe http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/29132).
Das komplette Angebot lag dem Kultusministerium zur Prüfung vor und wurde nun zur Freude aller Beteiligten mit der Zertifizierung aus Wiesbaden gewürdigt.

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Kommentare zum Beitrag

6
Marie Stein aus Lahnau schrieb am 05.10.2010 um 12:49 Uhr
Warum nicht endlich auch Begabte fördern? In anderen Ländern ist dies Gang und Gäbe. Wenn Sie ein Kind haben, welches besonderer Förderung bedarf, sei es in Form von Ergo-, Sprach- oder sonstigen Therapien, stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen. Als sogenanntes I-Kind, kann Ihrem Kind sogar stundenweise eine ganz persönliche Fachkraft zur Seite gestellt werden. Wenn Sie aber ein Kind haben, welches Aufgrund seiner Hochbegabung spezielle Förderung bräuchte, verhallt Ihr "Hilferuf" im Nirvana. Warum? Ist es nicht gesellschaftlich sinnvoll, gerade Kindern mit besonderen Begabungen eine gute, individuelle Förderung zukommen zu lassen? Die Probleme beginnen schon mit der Findung einer geeigneten Schule. In unserem Fall war es unser Sohn, der mit knappen fünf Jahren eingeschult werden sollte/musste. Kleiner und jünger als alle anderen Schulkinder, wollten wir ihm die Regelschule mit bis zu 25 Kindern pro Klasse nicht zumuten. Aufgrund der Gesamtsituation überforderte Lehrer, Kinder die ein Kind welches anders ist, mobben und die Mühlen der Normen, all das wollten wir unserem Sohn ersparen. Vielmehr suchten wir nach einer Möglichkeit, ihn individuell zu fördern. Doch wo? Wir haben dann die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen Schule in Wetzlar gefunden. Eine Kleinschule, in der es möglich ist, jedem Kind einen ganz persönlichen Lehrplan zu erstellen. Angepasst an persönliche Fähigkeiten, Interessenschwerpunkte und an persönliches Tempo. Inzwischen besucht unser Kind nach einem zusammengerafften Schuljahr 1+2, die dritte Klasse dieser Schule. Neben dem Effekt, dass seiner Begabung gefördert und nicht verschüttet wird, erleben wir unser Kind ausgeglichen und in sich ruhend. Vor dem Eintritt in die Schule war er - stets unterfordert und unverstanden - sehr auffällig in seinem Verhalten. Alles in allem für uns also die richtige Entscheidung. ABER: Wo ist die Unterstützung, die man sich in so einem Fall wünscht. Als es amtlich war, dass unser Sohn hochbegabt ist, standen wir vor einem Berg voller Fragen und Unsicherheiten. Wo ist die qualifizierte Stelle, an die man sich in dieser Situation wenden kann? Warum müssen wir auf eine Privatschule zurück greifen, die wir jeden Monat bezahlen müssen? Was macht man eigentlich, wenn man nicht in der Nähe einer guten Schule wohnt? Wieso kann man in Deutschland das Wort "Elitenföderung" immer noch nicht in den Mund nehmen? Stipendien sind in anderen Ländern absolut üblich und normal. Wann bei uns? Und wann rückt man endlich von den starren Lehrplänen ab und schafft auch in "normalen" Schulen die Möglichkeit der individuellen Förderung? Wenn man selbst betroffen ist, bekommt man mit, wie viele Kinder es gibt, die eine Höher- oder sogar Hochbegabung haben. Die meisten dieser Kinder werden den ganz normalen Schulweg durchlaufen und nur mit viel Glück ihre Begabung nicht komplett verlieren. Rühmt sich Deutschland nicht immer für seine "schlauen Köpfe"? Sind damit nur die großen Namen der Vergangenheit gemeint? Es ist an der Zeit an diesem Punkt zu arbeiten und ein Konzept wie das der AHFS flächendeckend ein- und umzusetzen.
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von:  August-Hermann-Francke-Schule Gießen

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