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Schüler Union Gießen fordert Freiwilligkeit statt Zwang und spricht sich für Aussetzung der Wehrpflicht und Stärkung der Freiwilligendienste aus

Gießen | Die Schüler Union Gießen (SU) spricht sich für die Aussetzung der Wehrpflicht aus und schlägt in ihrem Konzept „Veränderungen zulassen. Zukunft gestalten.“ Maßnahmen vor, um den damit verbundenen Auswirkungen zu begegnen. Nach Auffassung der Schüler Union Gießen ist die sicherheitspolitische Notwendigkeit der Wehrpflicht nicht mehr gegeben. Weiter kritisiert die SU die momentane Dienstungerechtigkeit.

Der Kreisvorsitzende der SU, Christopher Lipp, erklärt: „Es darf keine Entscheidung über die Wehrpflicht allein nach Kassenlage geben. Wir müssen uns aber Gedanken machen, ob der durch die Wehrpflicht gegebene Eingriff in das Leben junger Menschen vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage noch zu verantworten und überhaupt sinnvoll ist!
Die Schüler Union Gießen spricht sich zwar für die Aussetzung der Wehrpflicht aus, wir wollen aber die Bedeutung und Anerkennung eines freiwilligen Dienstes junger Menschen für unseren Staat und unsere Gesellschaft erhöhen und diesen attraktiver machen!
Auch darf man, wenn über die Wehrpflicht diskutiert wird, die Auswirkungen auf den Sozialbereich im Rahmen des Ersatzdienstes nicht ausblenden. Die Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate halten wir daher als Einzelmaßnahme für völlig verfehlt!“

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Anstelle eines Pflichtdienstes setzt sich die Schüler Union für einen freiwilligen Wehrdienst ein und möchte auch die Attraktivität der freiwilligen Dienste im Sozial- oder Umweltbereich erhöhen.

„Die Attraktivität eines freiwilligen Dienstes kann nicht nur über die Bezahlung erhöht werden, sondern steigt vor allem durch eine stärkere Anerkennung und Achtung in unserer Gesellschaft sowie in Studium, Ausbildung oder Beruf. Natürlich brauchen wir auch Maßnahmen, wie zum Beispiel verkürzte Wartezeit für ein Studium, attraktive Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder beispielsweise ein bezahlter Führerschein bei der Bundeswehr“, so Lipp.

Um bereits während der Schulzeit eine Grundlage für staatsbürgerliches Engagement und ein gesellschaftliches Bewusstsein zu legen, fordert die Schüler Union Gießen, dass zukünftig alle Schüler ein verpflichtendes Sozialpraktikum im Rahmen der bisherigen Schulpraktika ableisten sollen.

„An einigen Schulen in Hessen ist bereits jetzt ein so genanntes Sozialpraktikum fester Bestandteil. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und Eindrücke, beispielsweise im Umgang mit älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung, sind enorm wichtig für alle Schüler und prägen sie im sozialen und zwischenmenschlichen Umgang. Wir halten daher ein verpflichtendes Sozialpraktikum für einen wichtigen Grundpfeiler einer solidarischen Gesellschaft“, so Lipp abschließend.

 
Christopher Lipp, Kreisvorsitzender Schüler Union Gießen
Christopher Lipp,... 

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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.09.2010 um 23:53 Uhr
Die Entscheidung über die Wehrpflicht ist gerade KEINE Entscheidung nach Kassenlage! Hier sind ganz andere Motive ausschlaggebend: der Umbau der Bundeswehr zu einer "mobilen Einsatztruppe" (wir können dies gerne ausführlicher diskutieren!) = und dies "funktioniert" mit einer Berufsarmee wesentlich besser als mit einem großen Anteil Wehrpflichtiger...ein Blick ins Weißbuch der Bundeswehr von 2006 kann nicht schaden!

Ein verpflichtendes Sozialpraktikum? Klar, der zivile Dienst für die Gesellschaft ist immer eine gute Sache! Aber nicht als Konkurrenz von Festangestellten Beschäftigten und/oder als billige Arbeitskräfte. Die Generation "Praktikum" kann jetzt schon ein Lied davon singen wie schwer es ist einen "richtigen" Job zu bekommen. Also: gute Arbeit = gutes Geld!
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.09.2010 um 18:45 Uhr
Also ich kann Stefan Walther nur zustimmen! Er hat recht bei dem was er schreibt!

> Um bereits während der Schulzeit eine Grundlage für staatsbürgerliches Engagement und ein gesellschaftliches Bewusstsein zu legen, fordert die Schüler Union Gießen, dass zukünftig alle Schüler ein verpflichtendes Sozialpraktikum im Rahmen der bisherigen Schulpraktika ableisten sollen.

Um das eingangs des hier zitierten Satzes zu erreichen kann ich mir wesentlich bessere und nachhaltiger Maßnahmen vorstellen. Aber die sind ja seitens der "Herrschenden" nicht gewünscht, denn die wollen ja gerade nicht, dass die Masse der Menschen sich ihrer sozialen und gesellschaftlichen Lage und Verantwortung bewusst ist. Denn dann bestünde ja die Gefahr, dass das Volk aufbegehrt und versucht an den Grundfesten der bestehenden kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu rütteln. ;-)
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.09.2010 um 21:08 Uhr
Hallo Christian,
ja, die "Gefahr" besteht natürlich und dies werden sie auf Dauer auch nicht verhindern können! Wie mündig BürgerInnen sein können, trotz aller Propaganda, zeigen zur Zeit in Stuttgart fast täglich zehntausende Menschen bei ihrem Protest gegen das Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christopher Lipp

von:  Christopher Lipp

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