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Frage der Woche: Wie stehen Sie zum Thema "Organspende"?

von Simone Linneam 07.09.20101455 mal gelesen21 Kommentare
Organspende - mit oder ohne Ausweis? (Foto: pixelio/Günther Richter)
Organspende - mit oder ohne Ausweis? (Foto: pixelio/Günther Richter)
Gießen | Für Betroffene ist das Thema Organspende immer aktuell. In der Öffentlichkeit wurde es in der Vergangenheit eher nicht diskutiert, führte ein Schattendasein. Doch dann kam Frank-Walter Steinmeier, der eine seiner Nieren, als so genannte Lebendspende, seiner kranken Frau spendete. Und mit dem Politpromi erhält nun auch die Diskussion um Orgenspenden neuen Wind.
In Deutschland muss man mit einem Organspende-Ausweis der Organentnahme nach dem Tod zustimmen. In anderen Ländern gilt die "Widerspruchsregelung", das heißt, man muss aktiv werden, wenn man einer Spende nicht zustimmen will. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Sollte in Deutschland auch die Widerspruchsregelung eingeführt werden? Haben Sie selbst einen Organspendeausweis? Und falls ja: Warum haben Sie sich dafür entschieden? Und falls nein: Was spricht für Sie dagegen? Die GZ ist gespannt auf Ihre Reaktionen.

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
5.011
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 03.09.2010 um 12:51 Uhr
Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich hoffe, damit einem Menschen zu mehr Gesundheit zu verhelfen. Allerdings werde ich im nächsten Jahr schon 70 und ich frage mich, welches Organ, das schon 70 Jahre auf dem Buckel hat, ist denn noch geeignet !!!
Bei der Widerspruchsregelung bin ich mir nicht schlüssig, das werden die meisten wohl verpassen, was natürlich gut für das Vorhandensein von Organspendern ist, aber andrerseits von dem Betroffenen und Angehörigen evtl. nicht gewollt ist. Man sollte versuchen, mehr Akzeptanz in einen Organspendeausweis zu bringen, damit sich mehr Leute dafür entscheiden, meist ist es Trägheit.
Sabine Glinke
5.008
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 03.09.2010 um 13:32 Uhr
Ein schwieriges Thema. Auf der einen Seite sollte jeder selber entscheiden, was mit dem Körper nach dem Tod geschieht. Auf der anderen Seite spricht nichts dagegen, Körper frei zu geben, um anderen zu helfen. Und schließlich kann man ja über die Widerspruchsregel Veto einlegen. Allerdings sehe ich ja wie Frau Skroch die Gefahr, dass Viele, die gar nicht spenden möchten, die Frist versäumen. Man sollte in der Tat mehr Akzeptanz in den Organspendeausweis legen. Ich habe auch keinen - und das ist - zugegebenermaßen - Trägheit.
Roger Friedrich
207
Roger Friedrich aus Grünberg schrieb am 03.09.2010 um 13:40 Uhr
Ich habe auch einen Organspendeausweis, bereits seit meiner Ausbildung Ende der 80´er. Da war ein Kollege betroffen und Dialysepatient. Das gab den Anstoß. Das mit dem Widerspruch durch die Angehörigen ist immer schwierig und das Verständnis in der Öffentlichkeit schwer zu erhalten. Daher finde ich die Widerspruchsregelung sehr gut. Für Interessierte: unter www.Organspende-info.de kann sich jeder den Ausweis online ausfüllen und ausdrucken - und immer schön mitnehmen :-)
Simone Linne
5.033
Simone Linne aus Gießen schrieb am 03.09.2010 um 13:53 Uhr
Ich habe auch einen Organspendeausweis. Für mich gibt es keinen Grund, dass nach meinem Tod ein kranker Mensch nicht von meinen Organen "profitieren" sollte. Ich habe jahrelang PR für genau dieses Thema gemacht und bin in der Zeit mit Schicksalen konfrontiert worden, die unter die Haut gehen. Menschen mit Spenderorganen haben schon NACH einer Organspende genügend Probleme (Stichwort Abstoßungsreaktion), aber warum es erst gar nicht zur Spende kommen soll, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Das soll nicht heißen, dass ich es nicht akzeptiere, wenn sich jemand dagegen entscheidet, das ist völlig in Ordnung. Ich würde es nur begrüßen, wenn mehr Spenderorgane zur Verfügung stehen würden.
Ilse Toth
18.470
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.09.2010 um 13:54 Uhr
Ich habe auch einen Organspendeausweis. Ich bin der Meinung, dass dies der richtige Weg ist. Allerdings spricht auch nichts gegen eine Widerspruchsregelung. In dem jeweiligen Land sind die Gesetze vertraut und jeder kann aktiv werden.
Da ich auch in einem Alter bin, wo viele meiner Organe sich wahrscheinlich für eine Transplantation nicht mehr eignen, werbe ich im Freundes- Bekannten- und Verwandtenkreis dafür, Organe zur Verfügung zu stellen.
Karl Herrmann
1.118
Karl Herrmann aus Biebertal schrieb am 03.09.2010 um 13:54 Uhr
Ich bin schon seit Jahrzehnten Organ- bzw. Körperspender.
Karl Herrmann
Christiane Pausch
3.648
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 03.09.2010 um 14:22 Uhr
Ich habe auch schon lange einen Organspendeausweis.Ich finde es sollte die Regelung geben,dass man sich dagegen auspricht.Ansonsten ist man automatisch Organspender.Somit würden sich die Menschen auch mit dem Thema auseinander setzen.
Carsten Kestawitz
244
Carsten Kestawitz aus Lich schrieb am 03.09.2010 um 15:42 Uhr
8 Kommentare, 7 Organspender - ein guter Schnitt ;-)

Ich wäre froh, wenn ich in einer Notsituation auf fremde Hilfe zurückgreifen kann. Damit das System funktioniert ist es für mich daher selbstverständlich dass ich Blut spende und einen Organspenderausweis bei mir trage.

Ich selber würde eine Regelung, in der man aktiv dagegenstimmen muß, positiv bewerten.
Stefan Walther
2.814
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.09.2010 um 17:10 Uhr
Ich will den Schnitt noch etwas erhöhen :-))
Sonst ist meiner Meinung nach alles wichtige gesagt, schließe mich vor allem den Argumenten/Meinungen von Frau Pausch und Herrn Kestawitz an!
Ilona Kreiling
1.729
Ilona Kreiling aus Heuchelheim schrieb am 03.09.2010 um 19:58 Uhr
Ich habe schon lange einen Organspendeausweis und hoffe, dass sich durch die aktuelle Diskussion noch mehr Menschen dafür entscheiden.
Simone Hofmann
64
Simone Hofmann aus Hungen schrieb am 03.09.2010 um 22:16 Uhr
Ich glaube das größte Problem mit dem Organspendeausweis ist, dass die Leute irgenwie Angst davor haben, sich mit dem eigenen Tod auseinander zu setzen. Möglicherweise hat sich dies durch die Diskussion um Patientenvollmachten etwas gebessert, jedoch natürlich noch nicht ausreichend, da immer noch viel zu viele Menschen viel zu lange auf ein Organ warten müssen. Bei mir waren es zwei Punkte die mich dazu bewegten, mich für den Ausweis zu entscheiden: 1.) Im Fall der Fälle könnten meine Organe ein anderes Leben retten, während sie in meinem Körper nur noch auf die eine oder andere Weise nutzlos "entsorgt" würden. 2.) Ich fand es wichtig selbst zu entscheiden, da ich diese Verantwortung und Entscheidung nicht an mögliche Hinterbliebene in einer schlimmen Situation abschieben wollte.
Ute Voß
81
Ute Voß aus Laubach schrieb am 03.09.2010 um 22:37 Uhr
Ich habe einen Organspendeausweis. Was soll ich mit meinen Organen wenn ich nicht mehr lebe. Ich wünsche mir einem anderem Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Meine Familie weiß darüber Bescheid, aber ich möchte es gern selbst entscheiden solange ich es kann.
Doris Kick
3.432
Doris Kick aus Hungen schrieb am 04.09.2010 um 00:28 Uhr
Ich schließe mich meinen Vorrednern an, auch ich habe seit 12 Jahren einen Organspenderausweis bei mir, vielleicht können einige Menschen durch einen Teil meiner Organe besser leben oder überleben.
Die Widerspruchsregelung finde ich nicht schlecht, denn dadurch müssen die Menschen aktiv werden...
Hans Lind
1.337
Hans Lind aus Grünberg schrieb am 04.09.2010 um 09:19 Uhr
Nach langem Überlegen werde ich mir auch einen Organspenderausweis zulegen.

Hans
Peter Herold
14.272
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.09.2010 um 09:34 Uhr
Ich war jahrelang überzeugter Organspender. Im letzten Jahr als ich meine Patientenverfügung erstellte, habe ich mich jedoch entschlossen, nicht mehr als Spender zur Verfügung zu stehen.
Wer die Gründe wissen will, kann mich ja persönlich anschreiben.
Gaby Hopfenmüller
205
Gaby Hopfenmüller aus Gießen schrieb am 05.09.2010 um 10:36 Uhr
Ich habe seit ca. 7 Jahren meinen Organspendeausweis immer dabei. Vor ca. 5 Jahren wurde einer sehr guten Freundin von mir durch eine Organspende das Leben gerettet.
Ich bin auf jeden Fall für eine Widerspruchsregelung. Wenn ich mal tot bin, nützen mir meine Organe nichts mehr, bringen aber einem anderen ggf. noch Leben oder bessere Lebenschancen.
Oswald Ahlborn
1.038
Oswald Ahlborn aus Gießen schrieb am 05.09.2010 um 14:17 Uhr
Ich halte Organspende für sehr wichtig es ist doch gut wen man mit Organen 1000 leben retten kann deshalb sollte jeder einen Spendenausweis haben es kostet ja nichts und tut auch nicht weh
Simone Linne
5.033
Simone Linne aus Gießen schrieb am 06.09.2010 um 09:51 Uhr
@ Herr Lind: Es freut mich sehr, wenn die Diskussionen der vergangenen Wochen dazu beigetragen haben, dass Sie sich dafür entschieden haben! Eine Super-Entscheidung!
Simone Linne
5.033
Simone Linne aus Gießen schrieb am 07.09.2010 um 15:35 Uhr
@ Herr Herold, ich würde tatsächlich gern wissen, warum Sie vom Spender zum Nichtspender geworden sind!? Ich finde, es wäre auch für diese Diskussion spannend, mal eine Gegenmeinung zu hören, denn der derzeitige Diskussionsstand zeigt uns ja fast alle als Spender. Das entspricht aber nicht dem Schnitt der Bevölkerung. Auch wenn ich mich bereits für eine Organspende ausgesprochen habe, bin ich dennoch interessiert an Gegenmeinungen!
Ralf Volkmann
247
Ralf Volkmann aus Biebertal schrieb am 07.09.2010 um 17:30 Uhr
Hallo.
Schön zu lesen das es doch einige gibt, die einen Organspenderausweis besitzen. Ich selber habe vor vier Jahren, im Februar werden es schon fünf, ein Spender Herz bekommen. Und ich bin sehr Dankbar dafür. Ihr habt ja bestimmt schon gelesen das ich sehr Aktiv bin, was großen Spaß macht. Zum Schluss habe ich noch einen schönen Spruch für euch. "Warum Organe auf Wolken betten, auf Erden können sie Leben retten"
Monika Bernges
4.745
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 09.09.2010 um 18:58 Uhr
Auch ich besitze einen Organspenderausweis.
Schon seit Jahren.
Ihren Spruch,Herr Volkmann,finde ich wunderbar.
Auch wer viel unterwegs ist,sollte ihn haben.
Und zu wissen,dass das eine oder andere
"Teil" noch verwendbar und einem anderen
das Leben retten kann,ist doch ein schöns Gefühl.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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