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Artensterben in Gießen – Ein Sterben ohne Erben?, Folge 13: Die Schlingnatter

Die hessische Schlingnatter
Die hessische Schlingnatter
Gießen | Ein Rascheln im Gebüsch. Bedrohlich rollt sich die Schlingnatter im Angesicht des Menschen zusammen und bäumt ihren Oberkörper auf. Wird sie eingeengt, kommt man ihr zu nah oder berührt man sie sogar, beginnt sie furchteinflößend zu zischen und beißt blitzschnell zu. Doch mit dem Biss dieser heimischen Schlange ist der Schrecken wesentlich größer als der Schaden. Denn, wie es bei alle deutschen Natternarten der Fall ist, besitzt auch die Schlingnatter, liebevoll „Zwergboa“ genannt, kein Gift. Ihren Spitznamen und ihren richtigen Namen hat die Schlange durch ihre Tötungsmethode erhalten. Denn ganz wie die Riesenschlangen, umschlingt und erstickt sie große Beutetiere. Wegen ihrer glatten Schuppen wird sie aber auch Glattnatter genannt.
Die Schlange lebt heimlich und zurückgezogen. Allerdings kommen hier Orte in unmittelbarer Menschennähe, wie zum Beispiel geschotterte Bahndämme, genauso in die engere Auswahl, wie Steinbrüche und Waldlichtungen. Wichtig ist, dass sie dort genügend Nahrung, wie Insekten, Kleinsäuger, Eidechsen und Blindschleichen, findet.
Sie leidet häufig unter der Ähnlichkeit zur Kreuzotter, der in Europa am weitesten verbreiteten Giftschlange. Denn wird die Schlingnatter entdeckt, muss sie meist ihr Leben lassen, sie wird von einem „todesmutigen“, unwissenden Menschen erschlagen.
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Neben der beißenden Schlingnatter, gibt es unter den heimischen Schlangen auch die Würfel- und Ringelnattern, die bei Gefahr ein stinkendes Sekret absondert und sich tot stellen - und ebenso ungefährlich ist. Auch zahlreiche Ringelnattern und Blindschleichen, die zwar aus der Familie der Eidechsen stammen, aber häufig für eine Schlange gehalten werden, mussten wegen der unbegründeten Hysterie schon sterben. Dies jedoch ist nicht der Grund für das drohende Aussterben in Gießen. Generell gilt der Verlust der Lebensräume als Hauptgefährdung. Viele ursprünglichen Flächen, Wiesen und Wälder wurden in Hessen aufgeforstet und immer mehr Straßen und Autobahnen zerschneiden die Natur, dass es zur sogenannten „Verinselung“ verschiedener Tierarten kommt und diese sich stetig weiter zurückziehen.

Der NABU vermutet, dass Restbestände von Nattern noch in fast ganz Hessen in allen Landkreisen existieren. Vermutlich überall dort vor, wo es für Schlangen geeignete trockene und sonnige Biotope gibt. Jedoch ist es für die Naturschützer schwierig diese zu zählen
Die Äskulapnatter
Die Äskulapnatter
und ausfindig zu machen, um die vereinzelten, isolierten Tiere wieder zu „vernetzen“. Hierbei hofft der NABU in Gießen auf aufmerksame Wanderer und Spaziergänger, die ihm Funde meldet. Denn nur so können auch gezielte Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Systematische Einordnung: Die Schlingnatter gehört zur Familie Colubridae und wird zoologisch als Coronella austriaca bezeichnet.

Färbung: grau-braun
Merkmal: dunkles Band zwischen Auge und Maul
Länge: maximal 80cm

Die Nattern bilden die größte Familie der Schlangen. Es gibt etwa 14 Unterfamilien, fast 300 Gattungen und ca. 2.000 Arten. Nattern kommen in allen Habitaten vor, sie können tag- oder nachtaktiv sein. Es gibt sowohl ungiftige als auch giftige Nattern. Die kleinsten bekannten Nattern messen 20cm, die längsten um 550cm.

Zu den heimischen Schlangen zählen auch:
Die Ringelnatter (Natrix natrix):
Färbung: blau-grau bis grün-grau, manchmal bräunliche Grundfarbe.
Merkmal: zwei gelbe bis weiße „Halbmondflecken“ im Nacken.
Länge: meist ungefähr einen Meter, selten bis zu zwei Metern
Vorkommen: in und an Gewässern und Feuchtgebieten

Die Würfelnatter (Natrix tessellata):
kommt in Hessen nicht mehr vor.
Färbung: grau-braun bis grau-grün und ockerfarben
Merkmal: dunkle V-Zeichnung im Nacken, welche allerdings verblassen kann. Auf dem Rücken weist sie ihre typische Würfelzeichnung auf.
Länge: ein Meter (in Süd- und Westeuropa auch bis 1,5 Meter)
Vorkommen: in Gewässern.

Die Ringelnatter
Die Ringelnatter
Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus, früher: Elaphe longissima) wird als „bedroht“ eingestuft.
Färbung: variiert von bräunlich bis gelblich braun, graubraun bis oliv oder grauschwarz
Merkmal: viele ihrer Schuppen haben weiße Ränder, wodurch ein Fleckenmuster entsteht
Länge: bis zu 2m
Vorkommen: in steinigen, trockenen, mit Büschen bewachsenen Gebieten und lichten Waldregionen

Die Kreuzotter (Vipera berus)
ist stark gefährdet!
Färbung: gelblich, orange, rotbraun, olivgrün, braun, grau, blaugrau bis schwarz
Merkmal: dunkle X- oder V-Zeichnung auf dem dreieckigen Kopf, sowie ein dunkles Zickzackband auf dem Rücken
Länge: maximal 80cm langen
Vorkommen: unterschiedliche Lebensräume, von Mooren bis zu Bergwiesen und Waldlichtungen. Wegen ihres recht hohen Feuchtigkeitsbedarfes meidet sie trockene, zu heiße Plätze.
Ihr Gift ist zwar relativ harmlos für den Menschen, verursacht aber Schmerzen - ein Arzt sollte trotzdem aufgesucht werden.

Die hessische Schlingnatter
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Die Äskulapnatter
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Die Ringelnatter
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