Gießen | Die Schüler Union Gießen (SU) wertet den Ausgang des Hamburger Volksentscheides als positives Signal für die Bildungspolitik in Deutschland und sieht sich in ihrer Position bestätigt, dass ein längeres gemeinsames Lernen, wie es das Hamburger Modell der Primarschule vorgesehen hätte, eine Verschlechterung der Unterrichtsqualität bedeutet und weder von Schülern noch von Eltern gewünscht ist.
Der Kreisvorsitzende der Schüler Union Gießen, Christopher Lipp, erklärt hierzu: „Wir haben die Experimente in der Hamburger Schulpolitik von Anfang an abgelehnt und fordern, dass derartige Reformvorhaben von jetzt an nicht mehr zur Debatte stehen. Hier werden ideologische Bildungskämpfe auf dem Rücken der Schüler ausgetragen. Die Bildungspolitik in Hamburg braucht nun einen Neuanfang.
Statt eines längeren gemeinsamen Lernens gelte es, die Schüler individuell zu fördern und zu fordern. „Dies muss frühzeitig beginnen und kann nur in einem differenzierten Schulsystem gelingen mit Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium. Anstatt die Grundschule sinnlos um zwei Jahre zu verlängern, sollten wir uns Gedanken um bessere Bildungsangebote im vorschulischen Bereich machen. Wir bedauern, dass die Einrichtung der Stadtteilschule nicht mehr durch den Volksentscheid rückgängig gemacht werden konnte. Die einfache Abschaffung von Haupt- und Realschulen ist keine Lösung der bestehenden Probleme im Schulsystem“, erklärt Lipp.
Der Ausgang des Volksentscheides sei ein deutliches Zeichen an die Politik, dass ein gegliedertes Schulsystem eine große Akzeptanz in der Bevölkerung habe und ein längeres gemeinsames Lernen mehrheitlich abgelehnt werde.
Ahoi,
hier spricht nur die typische konservative Angst und Ideenlosigkeit vor der notwendigen Änderung des deutschen Bildungssystems.
Skandinavien ist sehr erfolgreich mit seinem Bildungssystem inkl. gemeinsamen Lernen. Auch die Aufteilung der Bildungshoheit auf 16 Bundesländer und das Verkommen der Bildung zum Spielball der Politik muss geändert werden.
Natürlich hat der Volksentscheid eine gewisse Strahlkraft. Allerdings scheint es nur ein einseitige Kampagne gegeben zu haben. Eltern die den Status Quo für ihre Kinder sichern wollten, sind häufiger zur Urne gegangen.
Vielleicht möchte die Union auch gar nicht das Bildungssystem verbessern? Bildung für Privilegierte kann nicht die Antwort im ehemaligen Land der Dichter und Denker sein!
Also ich kann im großen und ganzen meinen Vorredner nur zustimmen!
Für mich steht die Union nicht für ein besseres Bildungssystem für alle (!), sondern nur für eine Elitebildung für wenige. Aber Bildung ist nun mal die einzige Ressource die wir als rohstoffarmes Land haben. Und von daher sollten wir in Deutschland 82 Mio. top ausgebildete Menschen produzieren und nicht eine kleine Elite während die Masse "dumm" bleiben soll. In der Tat sollten wir uns Beispiel an Skandinavien nehmen und längeres gemeinsames Lernen einführen.
Das Problem ist nur, Bildung kostet Geld und wenn man es richtig machen will viel Geld. Und wenn man das Geld für Bild für alle Ausgibt, dann kann man es natürlich den Besitzern der Mövenpick-Hotels hinterherwerfen oder für Kriegseinsätze wie in Afghanistan verpulvern. ;-)
Was nämlich elementar wichtig ist, neben einem längeren gemeinsamen Lernen sind deutlich kleiner Klassen! Und zwar für alle!
Aber wie ja schon geschrieben wurde, CDU/CSU und ihren Untergliederungen wie der SU und der JU geht es ja nur um die Elite, nur um die Kinder von Ackermann, Zumwinckel und Co. Und genau liegt hier der Fehler! Aber das sehen diese natürlich nicht! ;-)
Und um noch mal auf Hamburg zurück zukommen. Der Volksentscheid war nur erfolgreich, weil z.B. in Blankenese, Rotherbaum oder ähnlichen Luxusvierteln bis zu 60% ihre Stimme abgegeben haben, während in den sozialen Brennpunkten nur 15-20% zur Urne gegangen sind oder Briefwahl gemacht haben (Quelle: http://statistik-nord.de/fileadmin/maps/referendum_hh_2010/atlas.html).
Der Vorwurf, die Schüler Union stehe für Elitebildung und Ideenlosigkeit, ist nichts als eine leere Worthülse! Während die meisten linken Politiker ständig die Schulsystemfrage stellen und sich mit Schulstrukturfragen aufhalten, haben wir uns als Schüler Union schon seit Jahren Gedanken über die qualitative Verbesserung des Schulunterrichtes gemacht. Denn nur das bringt uns wirklich weiter! Mit Schulstrukturreformen erwirkt man bestenfalls viel Aufmerksamkeit, verbessert die Bildungsqualität aber kein bisschen und macht Schüler sogar noch zu Versuchskaninchen für neue Schulexperimente.
Ich habe noch nie die Logik hinter der Floskel, längeres gemeinsames Lernen nivelliere soziale Unterschiede und bringe dem einzelnen sogar noch mehr Bildungserfolg, verstanden. Demnach müssten wir ja beispielsweise in Berlin (sechsjährige Grundschule und viele integrierte Gesamtschulen) die geringsten sozialen Unterschiede und die bestausgebildeten Schüler in ganz Deutschland haben. Leider ist dies nicht der Fall, weil auch hier Schulpolitik für ideologische Ziele herhalten muss. In Berlin existierten enorme soziale Unterschiede und die Schüler sind ihren Altersgenossen in anderen Bundesländern in allen Schulformen bis teilweise 1,5 Jahre im Erlernten hinterher.
Die Vergleiche mit Finnland haben auch keine Grundlage. Man kann Länder, wie Deutschland und Finnland, nicht miteinander vergleichen, schon allein wegen der Bevölkerungsstruktur und den unterschiedlichen Bildungssystemen. In Finnland beruht der Bildungserfolg nicht auf längeren gemeinsamen Lernen, sondern auf gezielten individuellen Fördern und Fordern, das dazu noch vor der Schule ansetzt! Außerdem ist das finnische Schulsystem sehr selektiv, da innerhalb der Klassen sehr differenziert unterrichtet und gefördert wird. Insgesamt ist die Bildungs- und Lernmentalität eine ganz andere als in Deutschland! Es gibt zu viele Unterschiede, um diese hier alle aufzuzählen! Der Finnland-Vergleich hält bestenfalls für Stammtischgespräche her, aber das ist sicherlich bekannt!
Nach meinem Wissen gibt es bisher auch keine einzige Studie, die einen Zusammenhang zwischen längerem gemeinsamen Lernen und der Nivellierung von sozialen Unterschieden herstellt. Diese wird es auch nicht geben, weil diese Behauptung einfach absolut falsch ist!
Wir sollten uns alle, besonders die Politiker und Bürger, die immer wieder nach Strukturreformen im Bildungssystem rufen, mehr Gedanken um die qualitative Verbesserung des Schulunterrichts machen!
Wir brauchen ein differenziertes Bildungssystem, das zugleich ein hohes Maß an Durchlässigkeit besitzt. Man sollte endlich anerkennen, dass jeder Schüler unterschiedlich ist und wir deshalb auch unterschiedliche Schulformen brauchen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen der Schüler müssen bestmöglich individuell gefördert und gefordert werden. Dafür brauchen wir starke Hauptschulen, starke Realschulen und starke Gymnasien! längeres gemeinsames Lernen nützt keinem Schüler! Leistungsstarke werden unterfordert und leistungsschwache Schüler überfordert. Der Unterricht kann nur auf "Durchschnittsniveau" erfolgen, was keinem Schüler etwas bringt (der eine langweilt sich, der andere ist völlig überfordert)!
Wir müssen uns aber auch, wie in unserer Pressemitteilung gefordert, Gedanken um vorschulische Bildung machen! Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind die Lern- und Aufnahmeintensivsten! Warum wird also gefordert die Grundschule durch längeres gemeinsames Lernen um zwei Jahre zu verlängern? Angebracht wäre, sich Gedanken um Bildungsangebote vor der Grundschule zu machen! Hierdurch könnte man erwiesenermaßen einen großen Beitrag zur Nivellierung sozialer Unterschiede und vor allem auch zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund leisten!
> Während die meisten linken Politiker ständig die Schulsystemfrage stellen und sich mit Schulstrukturfragen aufhalten, haben wir uns als Schüler Union schon seit Jahren Gedanken über die qualitative Verbesserung des Schulunterrichtes gemacht.
Dann werden Sie doch mal konkret! Wie soll das aussehen! Sollen die Schüler z.B. in Mathe statt mit Zahlen besser mit Buchstaben rechnen. Oder soll was genau stellen Sie sich vor!
Sie verbreiten nämlich ebenfalls nur Schlagwörter ohne ganz konkret zu werden und mal ins Detail zu gehen! Denn darauf kommt es an.
> Die Vergleiche mit Finnland haben auch keine Grundlage. Man kann Länder, wie Deutschland und Finnland, nicht miteinander vergleichen, schon allein wegen der Bevölkerungsstruktur und den unterschiedlichen Bildungssystemen.
Genau, die Bildungssysteme sind derzeit unterschiedlich. Aber das heißt ja nicht, dass wir uns das finnische System nicht als Vorbild nehmen können bzw. sollten, wo wir mit unserem System hin wollen/müssen! ;-)
> In Finnland beruht der Bildungserfolg nicht auf längeren gemeinsamen Lernen, sondern auf gezielten individuellen Fördern und Fordern,
Also es ist beides in Finnland!
> das dazu noch vor der Schule ansetzt!
Und das ist in der Tat ein weiteres Problem was wir in Deutschland haben! ;-)
> Außerdem ist das finnische Schulsystem sehr selektiv, da innerhalb der Klassen sehr differenziert unterrichtet und gefördert wird.
Ja und. Wäre das nicht gut für Deutschland. Kleinere Klassen in denen individuell unterrichtet wird, aber alle gehen auf die gleiche Schule bzw. in die gleiche Klasse und keiner definiert sich mehr als Elite bzw. bezeichnet den anderen abwerten als "Hauptschüler" etc. Ich war auf der LLS (jetzt ja dank CDU heißt es LLG) und da gab es schon die Mentalität, dass die Gymnasiasten vom "Ghetto" gesprochen haben, wenn Sie den Haupt- und Realschulzweig auf der anderen Straßenseite der Reichenberger Straße meinten.
Also das was Sie über das finnische System hier scheiben, finde ich absolut gut und erstrebenswert. Und ich denke viele Linke (Bildungspolitiker) sehen das genauso. Sie sehen Finnland als Modell, als Vorbild, wie es in Deutschland auch sein solle. Und ich bin fest der Meinung, so etwas ist möglich, wenn man 1. nur will, 2. bereit die entsprechenden Geldmittel in die Hand zu nehmen und 3. bereit ist sich von solchen Konzepten wie Privatschulen, Internat Schloß Hansenberg, European Buisniess School und ähnlichem zu verabschieden bzw. diese nicht mehr staatlich zu fördern.
> Wir müssen uns aber auch, wie in unserer Pressemitteilung gefordert, Gedanken um vorschulische Bildung machen! Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind die Lern- und Aufnahmeintensivsten!
RIchtig!! Volle Zustimmung. Und in der Tat ist es leider so, dass derzeit das meiste Geld pro Kopf für einen Schüler der gymnasialen Oberstufe Oberstufe und das wenigste Geld für ein Kindergartenkind ausgegeben wird. Und genau dies muss umgekehrt werden.
> Warum wird also gefordert die Grundschule durch längeres gemeinsames Lernen um zwei Jahre zu verlängern?
Weil es viele Kinder gibt, die Spätentwickler sind. Und weil die frühe Selektion auf verschiedene Schultypen eben keine Durchlässigkeit bringt, sondern diese verhindert.
> Angebracht wäre, sich Gedanken um Bildungsangebote vor der Grundschule zu machen! Hierdurch könnte man erwiesenermaßen einen großen Beitrag zur Nivellierung sozialer Unterschiede und vor allem auch zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund leisten!
Absolut richtig! Und was sind die konkreten (!) Ideen der SU hierzu?
wieso stellt keiner die Frage: "Bildung für wen und für was?"
(geht es wirklich um allgemeine, bessere Bildung für zukünftige "Dichter" und "Denker"?)
"als rohstoffarmes Land.....und daher sollten wir in Deutschland 82 Mio top-ausgebildete Menschen produzieren..." (damit die Wirtschaft floriert???) = wer bestimmt die Inhalte der Bildung und Ausbildung? Nicht die Entwicklung, die Förderung hin zum allseitig "gebildeten" Menschen steht im Mittelpunkt, sondern wie ist der Mensch am besten im Interesse des Kapitals "gebildet" und "ausgebildet" und einsetzbar!
Bertelsmannstiftung und Co. geben hier die Richtung vor!
- und dafür genügt es völlig eine Eliteförderung zu machen
- ein Millionen Arbeitslosenheer ist immer Realität und "notwendig" um Druck auf die, die Arbeit haben auszuüben....also, warum sollten die auch noch teuer (aus)- gebildet werden ?
- eine Chance auf Bildungsgerechtigkeit scheitert allein schon daran, dass es keine kostenlose Bildung gibt und daran ändert auch ein längeres gemeinsames Lernen gar nichts!
- solange der Kostenfaktor, was kostet mich (den Staat / den Unternehmer) die Bildung/ Ausbildung und was bringt mir das hinterher an Profit, die Triebfeder ist, solange brauchen wir über "gerechte" Bildungspolitik gar nicht zu diskutieren !
In Hamburg wurde nicht über eine (Schul)-systemfrage abgestimmt, vielleicht auch ein Grund dafür, dass gerade die, die von der sozialen Schieflage betroffenen erst gar nicht (mehrheitlich) abgestimmt haben!?
- ich hatte noch eine, nicht ganz unwichtige Sache, vergessen zu erwähnen:
über 200.000 Migranten waren noch nicht `mal abstimmungsberechtigt!
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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