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In Bamberg wurden vier Bürgermeister auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Gießen | Am letzten Donnerstag war Frau Sabine Weigand zu Gast in Thalia. Sie las aus ihrem vierten, sehr interessanten, historischen Roman „Die Seelen im Feuer“. Der Roman schildert – am Beispiel Bambergs – sehr anschaulich die Hexenverbrennungen im Mittelalter.
Frau Weigand ist promovierte Historikerin und lebt seit 1989 in Schwabach (Franken). Sie ist dort Mitglied im Stadtrat sowie Vorsitzende des Geschichts- und Heimatsvereins.
Die Lesung begann zunächst mit einem Zwiegespräch zwischen ihr und ihrer Lektorin Frau Borchert. Dabei wurde die Thematik der Hexenverfolgung im Mittelalter erörtert. Es stellte sich heraus, dass Bamberg für Historiker ein Sonderfall ist. Fast alle Akten der Hexenprozesse des dortigen Fürstbischofs Johann Georgs II. sind auf ca. sechstausend Folioseiten erhalten geblieben. Im Jahre 1625 hat in Bamberg jeder vor jedem Angst. Der Fürstbischof will die gesamte Oberschicht der Stadt in ihre Schranken verweisen und ihr Vermögen einziehen. Ein Hexenprozess reiht sich an den anderen. Erst als Kaiser Ferdinand II. den Reichshofrat veranlasst, einen Gesandten nach Bamberg zu schicken, kommt der Säuberungsprozess 1631 zu Ende. Inzwischen waren jedoch über 1000 Personen (75% davon Frauen) verbrannt, d.h. ca. 10% der Gesamtbevölkerung von Bamberg lebte nicht mehr. Das vorher wirtschaftlich blühende Bamberg war damit weitgehend ruiniert.
Der Roman von Frau Weigand bewegt sich sehr nahe an der dokumentierten Realität von Bamberg. Dr. Weigand las insgesamt vier Abschnitte aus ihrem neuen Roman – wobei sie zwischen den Abschnitten weitere interessante Details zur Hexenverfolgung erwähnte.
Ihr neuer Roman ist sehr packend erzählt und beschreibt sehr anschaulich die Angst der Bevölkerung vor Hexen – die allgegenwärtig zu sein scheinen – und andererseits die Angst vor Denunziationen von Mitbürgern.

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Hexenprozesse (1)
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von:  Guntram Dietel

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Guntram Dietel
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