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Ökumenischer Friedensgottesdienst: Menschenrechte achten – Frieden riskieren

von Udo Altmannam 17.11.20081264 mal gelesenkein Kommentar
Gießen | Unter diesem Motto hatten Amnesty International (AI), die Evangelische Studentengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) zu einem Ökumenischen Friedensgottesdienst am 16. November 2008 in die Pankratiuskapelle eingeladen. Frieden muß immer wieder neu und aktiv errungen werden. Die Achtung der Menschenrechte ist dazu unabdingbar. Christen schöpfen die Kraft zum Bemühen um Frieden aus ihrem Glauben. Der Gospelchor "Joyful Voices" aus Pohlheim unterstrich diese Botschaften durch mitreißende Lieder.

Der Gottesdienst fand im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade 2008 statt, die mit "Frieden riskieren" zivile statt militärische Konfliktlösungsstrategien in den Vordergrund stellt. Das eigentlich verständliche Bemühen von Menschen um Sicherheit birgt die Gefahr von Unfreiheit. Perfekte Sicherheit kann dennoch im Grunde nicht erreicht werden. Die Predigt teilten sich Pfarrer Achtner (ESG), Pfarrer Karl (KHG) und Stefan Leupold (AI).

Pfarrer Achtner erklärte, dass in der Bergpredigt (Matth. 5,9 "Selig sind die Friedfertigen") eigentlich korrekt übersetzt von den Friedensstiftern die Rede ist. Frieden sei immer zerbrechlich und man müsse sich täglich neu darum bemühen, werde aber durch Gotteskindschaft belohnt.

Pfarrer Karl (KHG) ging von der Ungerechtigkeit aus, die aus der Mißachtung von Rechten von Menschen resultiert. Wahrer Friede (siehe auch Friedenszusage Christi in Joh. 14,27) könne nur gewonnen werden, wenn der Mensch ganzheitlich in Gott lebe und aus dieser Haltung die Kraft gewinnt, Frieden zu riskieren und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Stefan Leupold (AI) stellte die am 10. Dezember 1948 verkündete "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" vor und schlug über den ebenfalls jedes Jahr am 10. Dezember verliehenen Friedensnobelpreis den Bogen zum Thema Frieden. Menschen, die diesen Preis für ihren Einsatz für Menschenrechte bekommen haben, wie Martin Luther King oder in jüngerer Zeit die iranische Rechtsanwältin Shirin Ebadi oder Muhammad Yunus aus Bangladesch, haben teilweise im wahrsten Sinne des Wortes Frieden riskiert und sich für bürgerliche, politische oder soziale Menschenrechte eingesetzt.

Die Gottesdienstbesucher wurden gebeten, selbst aktiv zu werden und sich für Katia Camargo aus Brasilien einzusetzen. Ihr Mann, ein Journalist, wurde im Jahr 2007 ermordet, nachdem er über die Korruption offizieller Stellen berichtet hatte. Zwar wurden Angehörige der Militärpolizei festgenommen und des Mordes angeklagt. Frau Camargio wird jetzt aber selbst von Personen bedroht, die mit den Mördern ihres Mannes in Verbindung stehen. 90 Unterschriften konnten auf diese Weise gesammelt werden.

Viel Beifall bekam der Gospelchor "Joyful Voices" aus Pohlheim unter der Leitung von Kantorin Yoerang Kim-Bachmann, dessen Mitglieder mit hoffnungsvollen und Lebensfreude ausdrückenden Liedern von der Geborgenheit und der Kraft im Glauben sangen, die notwendig sind, um Frieden zu riskieren.

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