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Keine Angst vorm Beipackzettel

Gießen | Die Furcht vor unerwünschten Nebenwirkungen von
Medikamenten sitzt tief. Der Beipackzettel klärt auf - und verunsichert dennoch.

Er liest sich zuweilen wie eine Horrorliste:
der Beipackzettel. Zahlreiche mögliche Nebenwirkungen reihen sich aneinander – und schrecken ab.
Das verunsichert: Immer mehr Patienten suchen Hilfe bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), wie sie die Informationen zu verstehen haben.

Hier ein Beispielsfall der UPD aus Gießen:
Sonja S. nutzt das Beratungstelefon der UPD. Ihre Ärztin hat bei ihr einen hohen Blutzuckerwert festgestellt und ein Medikament verschrieben. Frau S. beschleichen allerdings nach dem Lesen der Packungsbeilage Bedenken:
Dort werden Nebenwirkungen wie Gelbsucht und schwere Stoffwechselstörungen aufgeführt.

UPD-Beraterin Sabine Burk aus Gießen ordnet die Warnungen ein:
„Die Hersteller von Medikamenten sind in Deutschland verpflichtet, alle Nebenwirkungen, auch wenn sie noch so selten sind, im Beipackzettel aufzulisten.“ Wichtig bei der Bewertung sei dabei die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen. Die Angabe „sehr häufig“ bedeutet zum
Beispiel, dass die Beschwerden bei mehr als einem von zehn
Patienten auftreten. Die Nebenwirkungen, die Frau S. verunsicherten, sind allerdings „sehr selten“. Das heißt, weniger als einer von 10 000 Behandelten ist davon betroffen.

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Patientenberatung (21)Beipackzettel (1)
„Oftmals ist das Risiko für Komplikationen durch eine unbehandelte Erkrankung größer als das Risiko durch mögliche Nebenwirkungen“, sagt Jane Schröder vom UPD-Arzneimittelberatungsdienst.
So steigt bei langfristig hohem Blutzucker die Gefahr, dass ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder Probleme mit der Durchblutung auftreten.

Frau S. hat sich inzwischen für eine Therapie mit dem Medikament entschieden. In den ersten Tagen der Behandlung litt sie an leichter Übelkeit und an Appetitlosigkeit. Mittlerweile bemerkt sie indes keine unerwünschten Wirkungen mehr. Ihr Blutzuckerwert ist deutlich besser.

Tipp: Informieren Sie Ihren Arzt über Ihre Ängste und scheuen Sie nicht davor, Fragen zu stellen. Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile einer Therapie erläutern. Setzen Sie auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache Ihre Medikation ab.

Auch bei weiteren Fragen steht Ihnen die regionale Beratungsstelle in Gießen zur Verfügung. Sie erreichen uns unter der Rufnummer 0641-301 33 45 zu folgenden Öffnungszeiten: Mo 15-19, Di 9-12, Do 9-15 und Fr 9-12 Uhr.

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von:  Unabhängige Patientenberatung Beratungsstelle Gießen

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