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DER MANN IN SCHWARZ

Gießen | Er war ein Junggeselle, der immer schwarze Kleidung trug. So wirkte er wie ein Witwer, der schon im voraus die Frauen betrauerte, die sich auf ihn einließen. Bei jeder Frau holte er sich das, was er brauchte. Dabei war er nicht einmal schwarzhaarig oder glutäugig. Aber wenn er im Bistro saß, konnte man schon glauben, er verkörpere die ewige Jugend. Dann lächelte er blasiert unter seinem blonden Schopf, als müsse man für seine Anwesenheit dankbar sein. Und während er seine Umgebung taxierte wie ein gutmütiger Gutsbesitzer, konnte man glauben, er führe sein Leben mit Stil und Würde. Der gute Kumpel jedenfalls war er nicht. Er war kein Mensch, der seine Ärmel aufkrempelte.
Wenn man aber genau hinsah, entdeckte man seinen abschätzenden Blick. Er hatte kühle Augen, die sich um einen melancholischen Blick bemühten, wenn er eine Frau sah, die ihm gefiel. Dann erröteter er plötzlich wie ein verliebter Schuljunge und in seinen Augen lag ein Interesse, auf das man eifersüchtig werden konnte.
Jede Frau aber musste glauben, dass Horst plötzlich die Spucke wegblieb, nur weil er sie sah. Dabei hatte er nicht einmal den Tonfall eines Schleimers, wenn er: „Darf ich…?! “ sagte und schon bei dieser Frau am Tisch saß.

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von:  Dr. Mathias Knoll

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Dr. Mathias Knoll
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