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Gießener Schüler im Streik

Gießen | Zum Bundesweiten Schulstreik, zu welchem die Organisation "Bildungsblockaden einreißen" aufgerufen hatte, fanden sich am Vormittag des 12. November weit über 2000 Schülerinnen und Schüler auf dem Gießener Kirchplatz ein.

Der Streik wurde gegen 10:15 Uhr, durch den Sprecher des Stadtschulrates Boyan Pohl, eröffnet. Angeprangert wurden die Bildungspolitik unter dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, die Verkürzung Abiturzeit auf 12 Jahre, der Mißstand des Lehrermangels und das dreigliedrige Schulsystem.
Auch beschwerte er sich über die Versuche seitens der Schulverwaltungen den Streik zu verhindern, welche den Schülerinnen und Schülern mit Fehlstunden drohten, sollten sie am Streik teilnehmen.

Nach dieser kurzen Ansprache und einigen technischen Problemen folgte ein kurzer Gig der Band NTroπ. Daraufhin setzten sich die Schülermassen in Bewegung und zogen zur Westanlage, wo es unter dem Elefantenklo zu einer Kundgebung durch den ASTA der Universität Gießen und den DGB Vorsitzenden der Region Mittelhessen, Ernst Richter, kam. Dieser bekundete die Solidarität des DGB mit den Streikenden.
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Themen waren der Konkurrenzkampf, welcher durch das dreigliedrige Schulsystem und G8 entstehe, die Bildung von Eliten und die Ansicht, dass die von der Wirtschaft gelenkten Politiker die verkürzte Schulausbildung beschlossen hätten um die Schüler möglichst schnell auf den Arbeitsmarkt werfen zu können. Auch hier dominierte wieder die Antipathie gegen Roland Koch, welche durch dauerhafte "Koch muss weg!"-Rufe der Menge bekräftigt wurde.

Auf dem Weg zurück zum Kirchplatz kam es zu einer leichten Verwirrungen, als ein Teil der Menge sich vom offiziellen Zug absetzte und durch einen Durchgang der ansässigen Sparkasse marschierte und sich ungeplant Richtung Berliner Platz bewegte. Nach kurzem Warten schlossen die Streikenden sich wieder dem offiziellen Zug Richtung Kirchplatz an. Schäden entstanden bei dieser Abweichung keine.

Wieder zurück auf dem Kirchplatz kam es zu weiteren Kundgebungen durch Schülerschaft, DBG und ASTA. Hierbei wurden vor allem die Überfüllung der Klassenräume zum Thema gemacht, welche ein individuelles Eingehen auf den Schüler unmöglich mache.
Der Streik endete in einem Gig der Schülerband "Eat the Fruit", während unter der Schülerinnen und Schülern Entschuldigungszettel verteilt wurden, mit denen erreicht werden sollte, dass diese keine Fehlstunden bekommen. Sollte es doch zu Komplikationen kommen würde der Stadtschülerrat rechtliche Schritte in Erwägung ziehen.

Der Streik verlief in Gießen, anders als in anderen deutschen Städten, friedlich.


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von:  Florian Theis

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Interessensgebiet: Gießen
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