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"Turbostaat" sorgen für Stadionatmosphäre

Gießen | Am Samstag hat die Flensburger Punkband "Turbostaat" ihr viertes Album „Das Island Manöver“ im rappelvollen MuK vorgestellt. Die Gruppe hat sich in einem nordfriesischen Dörfchen in Klausur begeben und fast so etwas wie ein Konzeptalbum aufgenommen. Das vorwiegend junge Gießener Publikum hat das knapp eineinhalbstündige, vor Schweiß triefende Konzert begeistert aufgenommen.

„Ja, Roducheln!!“ oder „Fünfwürstchengriff“ heißen die Lieder von "Turbostaat", ein Running Gag ist, dass die Titel eigentlich nichts mit den Texten zu tun haben. Mit der Musik schon eher, es geht auf dem Konzert um einiges härter zu als auf dem neuen Album. Die rund 350 Gießener Besucher kennen ihren Text, Sänger Jan Windmeier guckt ganz verzückt. Er wird den ganzen eineinhalbstündigen Auftritt lang nicht aufhören zu grinsen. Auch der Band merkt man die Spielfreude und zehnjährige gemeinsame Routine an, intelligenter deutscher Punk ohne Attitüden oder lange Ansagen zwischen den Titeln. Der Erstling „Flamingo“ ist ein Klassiker. Richtig bekannt geworden ist das Quintett als Vorband der „Beatsteaks“, die musikalischen Wurzeln liegen aber
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in Hamburg, bei legendären Gruppen wie „Dackelblut“. Dass „der Staat“ zum Major wechselte, scheint ihnen nicht besonders übel genommen worden zu sein. Schlagzeuger Peter Carstens dazu damals im Interview mit „ox“: „Der Rahmen hat sich natürlich stark verändert, aber wir als Band uns eher nicht. Heißt: wir sind immer noch fünf Schlongos, die ihre Art von Punkmusik machen, durch die Gegend eiern und es lieben, Konzerte zu spielen“.
Das titelgebende Lied des neuen Albums „Das Island Manöver“ bleibt zwei Minuten lang herzzerreißender instrumentaler Postrock, bevor dann wieder Windmeiers charakteristisches rauhes, fast gesprochenes Geschrei einsetzt: „Und hunderttausend Liter Blut in deinem Untergrund / Und die Menschen staunen und sie essen Eis / Machen Fotos von der Pracht.“ Man versteht die morbiden, metapherngetränkten Texte des Gitarristen Marten Ebsen., die nicht intellektuell sein sollen, allerdings live sowieso nicht besonders gut. Macht nichts, denn wenn der Frontmann Dinge brüllt wie „Du sollst mich nicht Roboter nennen“ oder „Demut! Schweigen! Furcht!“ hängen alle an seinen Lippen.
Das Hören der Platten zeigt textlich aber noch weitere Ebenen. Da geht es um Reisende, die sich verzweifelt selbst finden möchten („Sumatra“) , oder im melancholischer Hit „Pennen bei Glufke“: um das Nachhausekommen („500 Freunde, keiner da. Bedrohung diffus, beinahe real“). Das Konzert wurde mit einer Antikriegshymne beendet, wie Turbostaat sie versteht: „Im besten Fall gibt es Verletzte / aber meistens gibt es Tote / Es wird billig, das gibt Tote!“ Zum Glück hat nur der ein oder andere Stagediver etwas auf den Kopf bekommen. Bei der ersten von vielen Zugaben gibt der verausgabte Windmeier schließlich zu, dass ihm „so langsam auch 'n büschn warm“ ist.daher gibt es schließlich noch das vergleichsweise ruhige „Monstermutter“ vom zweiten Album „Schwan“ zu hören. Es beinhaltet die epische Zeile „Wir sind hier zu Hause, weil wir Schwäne waren“.

 
 
 
 

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von:  Fiona Sara Schmidt

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