Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema Hightech-Medizin

Gießen | Auch im WS 2008/09 wird die Katholische Hochschulgemeinde Gießen in Kooperation mit der Katholischen Klinikseelsorge wieder ein öffentliches Podium anbieten, das diesmal unter dem Titel „Heilkunst contra Hightech-Medizin – Arzt und Patient zwischen Erwartung und Utopie“ steht. Hiermit wird die medizin-ethische Diskussion, die mit dem letzten Podium ("Der gute Arzt – suche nach einem verlorenen Ideal?") angeregt wurde, weitergeführt.

Aktuelle Entwicklungen in der Medizin sind in aller Munde. Neuentwicklungen in der Neurowissenschaft, Gentechnik, Krebstherapie und in der Stammzellforschung ... um nur einige Stichpunkte der aktuellen Diskussion zu nennen. Ingenieure, Informatiker, Mediziner, Physiker und Materialwissenschaftler arbeiten nicht selten interdisziplinär Hand in Hand. Viele setzen große Hoffnungen in die neuen Technologien und verbinden mit ihnen konkrete Erwartungen auf Heilung.

Aber nicht nur der moderne Operationssaal ist für Mediziner längst ein Hightech-Arbeitsplatz geworden, von dessen sicherer und vor allem fehlerloser Beherrschung Menschenleben abhängen, sondern auch die niedergelassenen
Mehr über...
Podiumsdiskussion (17)Medizin (82)KHG Gießen (7)Hightech-Medizin (1)Ethik (9)
Ärzte müssen immer schnellere und effizientere Arbeit leisten können, um auf dem „Markt der Highttech-Medizin“ bestehen und die steigenden Erwartungen ihrer Patienten befriedigen zu können. Viele Patienten profitieren von den technischen Neuentwicklungen der Medizin und fordern diese auch von ihren Ärzten. Aber was bleibt von dem Arzt(-Beruf), wenn dieser zum ausschließlichen Vermittler von Technik wird? Undwas hat der Patient von den neuen Therapien und der modernen Technologie, wenn er sich diese in zunehmenden Maße nicht mehr leisten kann?

Es geht um nichts weniger als um einen Paradigmenwechsel in unserem Gesundheitswesen, der bereits voll im Gange ist. Eine öffentliche Diskussion ist dringend notwendig. Es stellen sich Fragen: Wohin geht die medizinische Entwicklung der Zukunft? Und welche Konsequenzen hat dies für das Selbstverständnis des Arztes/ der Ärztin und für das Arzt-Patienten-Verhältnis schon heute? Wie lässt sich eine Balance herstellen zwischen dem Anspruch der Patienten nach einer gesundheitsförderlichen Medizin und einem begleitenden Partner im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens einerseits und der modernen Medizintechnik andererseits? Ist der Arzt/ die Ärztin der Zukunft ein hoch spezialisierter Medizintechniker, ein Gesundheitsingenieur und bleibt dabei die Verpflichtung des Arztes, für das individuelle Wohlergehen seiner Patienten zu sorgen, auf der Strecke? Und wo bleibt dabei letztlich die ärztliche Profession und Heilkunst, die körperliche, seelische, geistige und spirituelle Faktoren integriert und die ein Gemisch aus Wissenschaft, Kunst, Handwerk, Liebestätigkeit und Geschäft ist?

In der Frage nach dem Arzt-Patienten-Verhältnis geht es aber auch um die neue Rolle des Patienten, um seine Eigenverantwortung und seine körperlichen und geistigen Bedürfnisse, um Prävention und um eine gesundheitsbewusste Lebensführung.

Nicht zuletzt geht es dabei aber auch um ethische Fragestellungen. Soll man alles, was machbar ist, irgendwann auch machen? Schon heute können die neuen Therapien nicht allen Patienten zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wirft dies die Frage auf: was ist eigentlich „Krankheit“ bzw. „Gesundheit“?


Die Themen und Fragestellungen, die auf diesem Podium diskutiert werden, betreffen uns alle. Es erwartet Sie eine spannende interaktive Podiumsdiskussion, die genügend Raum für Fragen und Meinungen aus dem Publikum bieten wird.



Die Podiumsteilnehmer sind:

* Dr. Dirk Lanzerath, Deutsches Referenzzentrum für Ehtik in den Biowissenschaften, Bonn;
* Prof. Dr. med. Eberhard Klaschik, Palliativmedizin, Universitätsklinikum Bonn;
* Prof. Dr. med. Volker Sturm, Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie, Universitätsklinikum Köln;
* Prof. Dr. med. Burkard Brosig, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie Universitätsklinikum Gießen;
* Werner Fleck, Facharzt für Allgemeinmedizin, Praktischer Arzt, Gießen.

Moderation: Klaus Pradella, HR-Studio Oberhessen



Leitung:

Siegfried Karl, Hochschulpfarrer der KHG Gießen

Matthias Schmid, Katholische Klinikseelsorge Gießen

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Ein halbes Jahr EUTB in Gießen - Kostenfreie und unabhängige Beratung
Gießen. Wer Leistungen wie Hilfsmittel, Assistenz oder eine...
Theodor-Litt-Schule: Die Welt verändern und Frieden schaffen - Teil 2
Eine große Ausstellung „Frieden geht anders“ ist im Februar und März...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Siegfried Karl

von:  Siegfried Karl

offline
Interessensgebiet: Gießen
Siegfried Karl
92
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
FAIReint am Sa. 18.6. ab 18 Uhr, KHG Gießen
Wir laden herzlich am SAMSTAG, den 18.6.2016 um 18 Uhr in die KHG...
KHG-Symposium: Ausverkauf des Menschen!?
Hochkarätiges Symposium zur Verantwortung von Unternehmen und zur...

Weitere Beiträge aus der Region

Obstblüte in vollem Gang
Einige Tage unterwegs in Deutschland - 3. Fahrt nach Offenburg am Rande des Schwarzwalds 8. auf 9. weiter 10. April .....
... 8. in Offenburg Besuch bei einer Cousine und zwei Cousins. Alle...
Der Eiserne Weg in die Gedenkstätte
Karfreitag - Besuch Gedenkstätte Esterwegen - ehemaliges KZ
Karfreitag war ich an der Gedenkstätte aller KZ's Niedersachsens im...
Einladung zur Vormaifeier
der DKP Sie findet statt am 29. April 2019 ab 19 Uhr im...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.