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RCDS Gießen hält geforderte Einsparungen für angemessen

Gießen | Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Gießen e.V. wertet den Solidaritätsbeitrag von 30 Millionen Euro, der im Jahr 2011 von den hessischen Hochschulen eingefordert werden soll, als eine angemessene Sparmaßnahme. Angesichts sinkender Steuereinnahmen in den Jahren 2009 und 2010 sehe man keine Alternative zu diesem Sparvorschlag.

Dazu Marvin Gusen, Vorsitzender des RCDS Gießen e.V.: „Die von den Hochschulen geforderte Sparsamkeit ist angemessen und zielführend. Nach unserer Ansicht besteht nicht die Gefahr, dass es im Jahr 2011 zu tiefgreifenden Einschnitten in der Lehre kommen könnte. Des Weiteren schneiden die Hochschulen in den Budget-Kürzungen wesentlich besser ab als viele andere Ressorts.“

Der RCDS Gießen e.V. lobt zudem ausdrücklich die Zusicherung des Hessischen Ministeriums, auf weitere Kürzungen bis 2015 auch bei erneut sinkenden Steuereinnahmen zu verzichten. Insbesondere begrüße man, dass die hochschulpolitischen Programme LOEWE und HEUREKA sowie die Qualitätssicherungsmittel von denen die Justus-Liebig-Universität Gießen jährlich profitiere, von den Einsparungen nicht betroffen seien.

„Durch den so vorgeschlagenen Hochschulpakt 2011-2015 wird der Universität, trotz Einsparungen im Jahr 2011, ein sehr hohes Maß an Planungssicherheit gegeben.“ So Gusen abschließend.

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Kommentare zum Beitrag

Valentin Hemberger
106
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 27.04.2010 um 22:16 Uhr
Ich finde es unverantwortlich, das Organisationen, die die Interessen der Studenten zu vertreten trachten, sich auf ein solches Niveau herabbegibt und blind dem landespolitischen Diktat ihrer Mutterpartei folgt. Ein wenig mehr unabhängigen Geist hätte ich sogar von konservativer Seite erwartet: Wie man allerdings so apologetisch die finanzielle Unterminierung der Hochschulbildung verteidigen kann und die Einsparungen von 30 Millionen zu verteidigen versucht, ist für mich nicht verständlich. Das ist peinlich, das ist keine Politik im Sinne der Studenten.

"Des Weiteren schneiden die Hochschulen in den Budget-Kürzungen wesentlich besser ab als viele andere Ressorts", Ein sehr schwacher Trost! Investitionen in die Bildung sollte ein Land generell nicht als Kostenfaktor, sondern als eherne Verpflichtung, als absolute Notwendigkeit verstehen. Eine andere Politik ist volksfeindlich, Sie vernichtet die Zukunft, verdummt die Massen und verkauft ihre dürftige Apologetik als Nonplusultra an Innovation und verantwortungsvollen Regierens.

Und nebenbei: Es ist kein guter Stil und kein Zeichen von Souveränität, wenn man sich selbst zitieren muss, weil man sonst nicht zu worte kommt^^
Marvin Gusen
64
Marvin Gusen aus Gießen schrieb am 30.04.2010 um 15:02 Uhr
Der RCDS hat den Anspruch keine bloße studentische Lobbyistengruppe zu sein, die alles blind kritisiert, immer mehr fordert und deren Solidarität mit den Grenzen des Campus endet. Viel mehr sehen wir die Studentenschaft im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang und vergessen nicht, dass die Universitäten von öffentlicher Hand finanziert werden und eben nicht alles, so löblich und wichtig es auch sein mag, selbstverständlich ist. Dies gilt auch für die Hochschulpolitik.
Warum wir die Einsparungen für angemessen erachten: Es ist nun mal eine Tatsache, dass sinkende Steuereinnahmen Sparmaßnahmen erfordern. Eine weitere Aufnahme von Schulden ist keine Antwort und kann schon gar nicht im Sinne der jüngeren Generation sein. Vor dem Hintergrund, dass die Hessische Landesregierung das Hochschulbudget wesentlich geringer kürzt als das anderer Ressorts, nenne ich dies einen tragbaren Kompromiss. Man darf bei den Geldbeträgen auch nicht vergessen, dass den Hochschulen weiterhin ein Jahresgesamtbudget von ca. 1400 Mio. Euro Verfügung stellt. Wir reden hier von 30 Mio. Euro Einsparungen.
Für diejenigen, die sich differenziert mit der Thematik beschäftigen möchten, empfehle ich an dieser Stelle u.a. folgende offizielle Internetseite:
http://www.hmwk.hessen.de/irj/HMWK_Internet?rid=HMWK_15/HMWK_Internet/nav/104/10460823-b038-9901-44b9-461bf5aa60df,5f673b6b-7979-721f-3efe-fe2389e48185,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=5f673b6b-7979-721f-3efe-fe2389e48185%26overview=true.htm&uid=10460823-b038-9901-44b9-461bf5aa60df
Wo genau soll denn deiner Meinung nach das Geld mit welcher Begründung eingespart werden? Unverantwortlich ist es auf reale Probleme mit ideologischen „eigentliche sollte aber“-Gassenhauer zu reagieren. Sie schaden dem Ansehen der Studentenschaft in der Gesellschaft. Sie finanziert uns und auch wir tragen Verantwortung.
Valentin Hemberger
106
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 30.04.2010 um 21:44 Uhr
Wer die Universität (und die Bildung) im Allgemeinen als Elfenbeinturm betrachtet, der leugnet eindeutig den gesellschaftlichen Charakter der Bildungs ansich. Niemand wird desmaßen weltfremd sein, die Hochschule und alle mit ihr in Verbindung stehenden Themen (Finanzierung, Einbindung in die Arbeitswelt, u.drgl.m.). Wenn sich auch der RCDS deiner Meinung nach diesen Grundsatz unterstützt und dafür einsteht, kann man das lobend erwähnen. Herzlichen Glückwunsch, richtiger Ansatz, auf den man aufbauen kann.
Und gerade weil die Hochschule in ein komplexes System verschiedener gesellschaftlicher Verpflichtungen eingebunden ist, müssen unsere Gedenken zur sinnvollen, sozial gerechten und nachhaltigen Finanzierungspolitik nachdenken und permanent überdenken! Bildung ist nicht selbstverständlich, das hat niemand in Abrede gestellt: Bildung ist immer ein Ausdruck angehäufter Forschungsarbeit, ein Abbild der angehäuften wissenschaftlichen, kulturellen und sozialen Erfahrungen und Analysen der Menschen. Um diesen Bildungsgrad zu erreichen und diesen den Mitgliedern der Gesellschaft gleichermaßen zuteil werden zu lassen, bedadurfte und bedarf es großer Anstrengungen: Dieses Anstrengungen kommen eben auch durch finanzielle Zuteilungen an Bildungsinstitute verschiedenster Art (vom Kindergarten, weiterführenden Schulen, Universitäten und Berufsschulen bis hin zur Erwachsenenbildung) zum Ausdruck. Und gerade die gemeinschaftlich Erarbeitete Bildung begründet die Verpflichtung dieser Generation, dieses Wissen zu halten und zu mehren. Helfen dabei Einsparungen?

Es ist richtig, dass die Steuereinnahmen sinken. Die komplexen Begründungen des Absinkens des Steuervolumens, welches durch das bestehende, beschränkte Wirtschaftssystem verursacht wird, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Wenn Steuereinnahmen sinken, gibt es immer zwei Wege aus der Misere: Zum einen Sparen, zum andern neue Geldquellen erschließen. Dabei ist die Entscheidung für einen der beiden Wege oft mit der politischen Grundausrichtung einer Partei verbunden: Sparen wird immer wieder von der konservativen Seite als sankrosanktes Heilmittel verkauft. Sparen ist wichtig, allerding gibt es es verschiedene Wege zu sparen: An der Bildund landschaft zu sparen erweist sich als fataler Boomerang: Jeder gesparte Cent hat keinen Mehrwert in Zukunft, sondern erhöht die zukünftigen Kosten erheblich. Deutschland muss in seine Ressourcen investieren, in Produkte, die Profit abwerfen. Bildung ist in einer Informationsgesellschaft eine wertvolle Ressource, die nicht auf die Schnelle und zum Schrottpreis zu "produzieren" ist. Hier muss investiert werden, verspricht doch die Bildung Mehrwert in der Zukunft. .

30 Millionen Euro - Die JLU ist von Kürzungen in Höhe von 9 Mio. betroffen: Das sind die Gelder, die zwei Fachbereiche pro Jahr benötigen!!! Für diese FB müssen nun die anderen aufkommen!

Wie bereits beschrieben, empfinde ich Sparen als eine Verpflichtung des Staates: Sparen sollte man allerdings verstärkt in absterbenden Teilen des Staatsapparates sparen (Bundeswehr/Verteidigungsetat 2009 = 31,179 Mrd. ; + 6.4 % im vergleich zum Vorjahr) sowie der künstlich aufgeblasenen Teilen (Bürokratie, Diäten, etc.). Gleichzeitig müssen allerdings neue Finanzquellen erschlossen werden. An dieses weite Feld trauen sich Konservative nur ungerne heran, wäre die einzig logische Gangart doch nichts anderes als ein Angriff auf die Großverdiener (Börsenumsatzsteuer, Erbschaftssteuer, progressive Besteuerung von Vermögen, Umbau des Bankensystems sind nur erste Schritte auf diesem notwendigen Weg.
Ich vertrete kein "ideologisches eigentlich sollte aber", sonder vielmehr ein "es gibt keine andere Alterantive, möchte man nicht das Volk zugunsten ein paar weniger betrügen).

Für diejenigen, die sich differenziert mit der Thematik beschäftigen möchten, empfehle ich an dieser Stelle u.a. folgende offizielle Internetseiten:

- http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_211.pdf

- http://www.andreaypsilanti.de/db/docs/doc_15318_2007710123534.pdf

- http://www.linke-sds.net/spip.php?article143

- http://www.linksfraktion-hessen.de/cms/abgeordnete/die-abgeordneten/janine-wissler/reden-mainmenu-281/1001-rede-zur-novellierung-des-hessischen-hochschulgesetzes.html

http://www.fzs.de/themen/studiengebuehren/bundeslaender/index_alle.html
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