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SPD-Stadtverordnetenfraktion besucht Alevitische Gemeinde Gießen

Gießen | „Die alevitische Gemeinde Gießen ist von je her Vorreiter bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Gießen, zumal sich die Gemeinde auch seit langem aktiv am politischen Leben in Gießen beteiligt. Sie ist und bleibt deshalb ein wichtiger Ansprechpartner für die Kommunalpolitik in allen Integrationsfragen. Wir sind froh, dass wir die seit langem bestehenden guten Kontakte pflegen und intensivieren konnten.“ Mit diesen Worten fasste der SPD-Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende MdL Gerhard Merz die Ergebnisse eines auf Initiative des Vorsitzenden des Arbeitskreises Schule, Bildung und Kultur der Gießener SPD-Fraktion Mehmet Tanriverdi zustande gekommenen Besuchs von Mitgliedern der Fraktion bei der Alevitischen Gemeinde Gießen in der Nordstadt zusammen.
Der Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde, Kemal Deniz, begrüßte die SPD-Delegation sehr herzlich und stellte die Arbeit seiner Gemeinde vor. Er und zahlreiche Mitglieder des Vorstandes des Vereins freuten sich über die Gelegenheit zum Informations- und Meinungsaustausch. Deniz betonte die Veränderungen der Vereinarbeit im laufe der Jahre. Im
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Vereinshaus werde nicht einfach nur Karten gespielt und gemeinsam Fußball geschaut, vielmehr liege der Schwerpunkt auf der Umsetzung sozialer und kultureller Projekte. Besonders hob er die Jugend- und Frauenarbeit der Gemeinde hervor. Mit dem Landgraf-Ludwig-Gymnasium wird gemeinsam Hausaufgabenhilfe angeboten, mit dem DGB Seminare veranstaltet. Die Frauen arbeiten in verschieden Organisationen der Stadt mit, unter anderem auch im Soziale-Stadt-Projekt „Stärken vor Ort“, und treffen sich jeden Freitag und sonntags morgens zum Frühstück.
In Gießen und Umgebung leben rund 500 alevitische Familien, das sind rund 1500 Menschen alevitischen Glaubens. Aleviten kommen hauptsächlich aus Anatolien und glauben, dass jeder Mensch vor Gott gleich ist. Sie sind Kurden und Türken. Sie wurden von je her wegen ihres Glaubens unterdrückt und haben sich in der Geschichte ihren Unterdrückern angepasst. Die alevitischen Gemeinden gehören zu den aktivsten Migrantengruppen in Deutschland. Das gilt insbesondere für die Jugendarbeit, die in Gießen jetzt verstärkt wird. Die Jugendlichen haben einen Vorstand gewählt und bemühen sich um Mitgliedschaft im Stadtjugendring. Der Verein plant, Diskussionsabende zu verschiedenen gesellschaftlichen Fragen anzubieten, um eine Diskussionskultur zu üben und zu schaffen. Aleviten sind liberal und wollen sich integrieren. Dies zeigt sich auch in der Anzahl der Abiturienten. Es gibt 120 Gemeinden in ganz Deutschland, rund 80 Prozent der Menschen alevitischen Glaubens sind mittlerweile eingebürgert.
Zunehmend stärker in den Mittelpunkt rückt die Problematik der Betreuung von alten Menschen mit Migrationshintergrund. Zwar gibt es nach Meinung der Vorstandsmitglieder einhellig kein Problem in Bezug auf die Einwanderer der ersten Generation, da diese entweder von ihren Familien betreut werden oder in ihre Heimat zurückgehen. Anders stellt sich die Situation der zweiten und dritten Generation dar, die sich zwar anpasse, bei denen es aber eher Probleme mit der Freizeitgestaltung gebe. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Merz, der auch integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ist, forderte mehr interkulturelle Öffnung und Kompetenz gerade bei den sozialen Beratungs-, Hilfs- und Betreuungseinrichtungen. „Das gilt vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Altenbetreuung, bei der Polizei und den Behörden. Dazu gehört auch, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund mit den entsprechenden Qualifikationen in diesen Bereichen eingestellt werden“, erklärte Merz und wies auf entsprechende Landtagsinitiativen seiner Fraktion hin.
Die SPD-Delegation begrüßte die Einführung des alevitischen Religionsunterrichtes in Hessen, an der auch eine Gießener Grundschule beteiligt ist, und betonte, dass die alevitische Gemeinde Gießen und andere Migrantenvereine einen wichtigen Beitrag zur Integration und dem friedlichen Zusammenleben von Zuwanderern und Einheimischen in unserer Stadt leisteten und dass deren ehrenamtliche Arbeit unterstützt werden muss. Die alevitische Gemeinde zeigte sich stolz auf die Neugestaltung des Eingangsbereiches, die in Eigenarbeit geleistet wurde. Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass bei der Landesgartenschau die Bewohner in die Gestaltung des ‚Korridors’ Sudetenlandstraße einbezogen werden müssen, wenn die Veränderungen nachhaltig sein sollen.
Zum Schluss stellte Gerhard Merz die Vorstellungen der Gießener SPD für die Kommunalwahl vor. Das Programm wird vorab mit allen maßgeblichen Vereinen besprochen. Er wies auch auf den neu gebildeten Arbeitskreis Integration hin, in dem auch ein Mitglied der alevitischen Gemeinde mitarbeite. „Integration ist und bleibt ein wichtiges Thema für die Gießener SPD, denn in einer Stadt mit Bürgerinnen und Bürgern aus über 140 Ländern gilt es, das Zusammenleben zu gestalten und die Chancen einer interkulturellen Gesellschaft produktiv zu nutzen.“

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