Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

CDU erwartet Vorschläge zur Lösung am Reichensand

Gießen | Sanieren oder Verkaufen – Dauerärgernis „Samen-Hahn“ muss in Perspektive münden

Die CDU wünscht sich von der Eigentümerfamilie des Hauses „Samen-Hahn“ eine Aussage darüber, wie es mit dem „Dauerärgernis Reichensand“ weiter gehen soll. Es sei keine Schande, wenn ein Hauseigentümer nicht die Mittel habe, um ein denkmalgeschütztes Objekt in Stand zu setzen und zu sanieren – es grenze jedoch an eine Schande, wenn über Jahre hinweg keinerlei Planungen gemacht werden, wie das Problem gelöst werden soll und der Verfall historischer Gebäude, von denen die Stadt ohnehin wenige habe, in Kauf genommen werde. Hierzu müsse die Eigentümerfamilie Shoberi/Würtele der Öffentlichkeit darlegen, wie und wann mit einer Lösung zu rechnen sei. Es sei schon Bemerkenswert, dass die Objekte „Alte Post“ und „Samen-Hahn“ Eigentum von ein und derselben Familie sind und beide Objekte mit vergleichbaren Herausforderungen Bestandteil der öffentlichen Diskussion sind. Nachdem nun die Eigentümer der „Grünen Villa“ an der Ecke Bahnhofstraße/Reichensand angekündigt haben, dass das Haus saniert werden soll, gehe es darum, eine Perspektive auch für die angrenzende Nachbarschaft genannt zu bekommen.
Mehr über...
Am Beispiel „ehemalige Baulücke Südanlage“ habe sich gezeigt, dass erst durch Druck der Politik Bewegung in das Thema kam und schließlich durch einen Verkauf an einen finanziell potenten Investor das Problem einer Lösung zugeführt wurde. „An diesem Beispiel orientierend solle die Eigentümerfamilie auch in Erwägung ziehen, besagte Problemobjekte an jemanden zu veräußern, der Willens und in der Lage ist zu sanieren und zu investieren“, so die CDU weiter.
„Das Bemühen der CDU um eine Verbesserung des Stadtbildes auch durch ergebnisorientierte Verhandlungen mit Investoren und Bauherren seit 2001 sei in der Stadt unübersehbar“ so Möller. Seit Jahrzehnten sei in Gießen nicht mehr so viel investiert und so viel gebaut worden, wie seit dem Wechsel der politischen Mehrheit. Sämtliche Bemühungen und ein prinzipielles Interesse an Investitions-, Entwicklungs- und Bauvorhaben in der Stadt fänden jedoch ihre Grenze, wenn Eigentümer partout nicht Willens seien, für ihr Eigentum Sorge zu tragen. Die Stadt habe der Eigentümerfamilie vor Jahren bereits fraktionsübergreifend die Hand gereicht, um gemeinsam und in einem konstruktiven Dialog Lösungen für die Problemimmobilien aufzuzeigen. „Es ist Aufgabe der Eigentümerfamilie, der Öffentlichkeit eine zeitliche Perspektive zu bieten, wann mit einer Beseitigung des „Schandflecks“ in zentraler Innenstadtlage zu rechnen ist“, so Möller abschließend.
Es dürfe nicht abgewartet werden, bis sich der Zustand der „Alten Post“ dem Zustand des Objektes „Samen-Hahn“ angleiche. „Es darf doch zumindest erwartet werden, dass seitens der Eigentümer eine Perspektive formuliert wird, wie mit den Immobilien verfahren werden soll“, so Möller abschließend. Ein weiteres „wegducken“ und „ignorieren“ des öffentlichen Interesses läge nicht im Interesse der Stadt und sei nicht zu akzeptieren. Alle Bemühungen der Stadt im Sanierungsgebiet Schanzenstraße, der Erneuerung der Bahnhofstraße und weiterer Maßnahmen im Innenstadtbereich würden konterkariert, wenn sich nicht auch an beiden Problemfällen etwas zum Positiven verändere.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Rettet die Alte Post!!
Für den Erhalt und Ankauf der alten Post in Gießen durch die Stadt...
Denkmalschutz in der Bahnhofstraße
Es war einmal ein altes Haus, dort gingen Menschen über 100 Jahre...

Kommentare zum Beitrag

Valentin Hemberger
104
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 19.02.2011 um 19:29 Uhr
CDU zeigt sich antikapitalistisch! Spekulanten enteignen?

"Es dürfe nicht abgewartet werden, bis sich der Zustand der „Alten Post“ dem Zustand des Objektes „Samen-Hahn“ angleiche. „Es darf doch zumindest erwartet werden, dass seitens der Eigentümer eine Perspektive formuliert wird, wie mit den Immobilien verfahren werden soll“, so Möller abschließend." Rein vom optischen her gleichen sich die Gießener Schandflecke: Schmutzige Fassaden, eingeworfenen Fenster, wilder Baumwuchs rund um die Gebäude, Dächer im schlechten Zustand, ein hässliches Korsett aus Plakaten, etc. Und dabei sind die Bauwerke vom architektonischen und denkmalrechtlichen Aspekt her betrachtet eigentlich wahre Schmuckstücke!

Es ist ja nicht so, dass Gießen mit einer überbordenden historischen Bausubstanz angeben könnte. Die wenigen erhaltenen Gebäude werden der wirtschaftlichen Gier von wenigen überlassen - eine Schande.

„Die Stadt habe der Eigentümerfamilie vor Jahren bereits fraktionsübergreifend die Hand gereicht, um gemeinsam und in einem konstruktiven Dialog Lösungen für die Problemimmobilien aufzuzeigen.“ Leider wird in diesen Fragen immer noch zu milde mit Spekulanten und Immobiliengaunern verfahren. Die Vergangenheit lehrt uns, dass selbst inbrünstigstes Diskutieren am grünen Tisch nichts außer einen warmen Händedruck, ein luftiges Versprechen und zu guter Letzt ein toleriertes "Weiter so - was wollen wir machen!? Hier reichen sich Pest und Cholera die Hand – und alles bleibt beim alten!

Enteignung: Für die CDU ein Machwerk des Teufels, auch wenn das Grundgesetz diesen Schritt zum Wohle der Allgemeinheit durchaus vorsieht. „Eigentum verpflichtet“: Zum Spekulieren, zum Gewinn maximieren, zum politischen Zaudern und Abwarteten? Wohl kaum! Enteignung heißt die Forderung der Stunde – Gestaltung des Viertels zum Wohle der Anwohner und der Nutzer: Wohnraum, Gewerbe- und Verkaufsflächen, Grünanlagen. All das kann Gießen gebrauchen. Auf Spekulanten, historische Ruinen und Stillstand hingegen können alle Bürger verzichten!
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.03.2011 um 17:09 Uhr
Warum muss ich von der CDU erst auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht werden?
Na ja, da ist meiner: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/28327/samenhahn-in-der-bahnhofstrasse-verfaellt-und-alle-schauen-nur-zu/

Ist ja tröstlich. Der wurde von der CDU auch nicht kommentiert
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jennifer Wiens

von:  Jennifer Wiens

offline
Interessensgebiet: Gießen
Jennifer Wiens
304
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Winchester: „Daumen hoch für die Städtepartnerschaft“
„Deutsch-Englische-Gesellschaft Gießen e.V.“ und „Winchester Giessen...
JU Gießen bei Landesdelegiertenversammlung erfolgreich
Antrag zur Achtung des Feiertagsschutzes von Landestag...

Weitere Beiträge aus der Region

The Keller Theatre Logo
the Keller Theatre sucht Darsteller/-innen und Mitwirkende - Vorsprechtermine /Auditions am 26. April und 08. Mai 2018
Das englischsprachige Keller Theatre Gießen lädt am Donnerstag, den...
106. Gießener Pfingstregatta erwartet zahlreiche Teilnehmer
Auch in ihrer 106. Auflage wird die Gießener Pfingstregatta 2018...
Das Team Mittelhessen errang bei der Endrunde um die Deutsche U18-Meisterschaft der Mädchen den dritten Platz. Foto: Peter Voeth
WNBL: Team Mittelhessen holt DM-Bronze
Mit Willen und Energie auf Rang 3 Weibliche U18-Bundesliga:...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.