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"Eisenfresser" wird mit Grimme-Preis 2010 ausgezeichnet

Gießen | Wetzlarer Zeitschrift NETZ bietet Hintergründe zum Film

Der Regisseur Shaheen Dill-Riaz erhält am am 26. März für seine Dokumentation "Eisenfresser" den Grimme-Preis 2010 verliehen. Die in Wetzlar erscheinende Bangladesch-Zeitschrift NETZ hat ein gleichnamiges Sonderheft zum Film herausgebracht.

"Eisenfresser" werden in Bangladesch Saisonarbeiter genannt, die mit bloßen Händen ausgemusterte Schiffe der Industrieländer zerlegen. Der ehemals weiße Sandstrand im Süden des Landes ist heute eine der größten Abwrack-Zonen der Welt. Mit seiner Kamera begleitet Shaheen Dill-Riaz die Arbeiter in den Rumpf der Ozeanriesen, bis ganze Schiffshälften über ihnen zusammenkrachen. In dem von BR, ARTE und RBB produzierten Film werde deutlich, "dass das Wort Wohlstandsmüll eine ziemlich brutale Verharmlosung dessen ist, was wir da den Menschen in Bangladesch zumuten", begründete die Jury die Vergabe des Preises. Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 jährlich an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben.

Das 24-seitige NETZ-Heft zum Film enthält Reportagen über die Abwrack-Industrie in Bangladesch, die Saisonarbeiter und ein Interview mit dem Regisseur. NETZ lässte es jedoch nicht mit der Aufdeckung von erschreckenden Hintergründen bewenden. Gemeinsam mit dem Regisseur hat das Wetzlarer Bangladesch-Hilfswerk NETZ die Saisonarbeiter aus dem Film in das Selbsthilfeprojekt "Ein Leben lang genug Reis" aufgenommen und ihnen eine Existenzgrundlage gegeben. Ausführliche Informationen über die Abwrackindustrie in Bangladesch bietet die Homepage www.bangladesch.org/eisenfresser

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