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"Jump the Fence" - Grenzenlose Kunst.

von Bjoern Gerdesam 14.03.20101349 mal gelesen4 Kommentare
Fotorealistisches Kunstwerk von Hate und Kater aus Gießen (Airbrush und Lack auf MDF)
Fotorealistisches Kunstwerk von Hate und Kater aus Gießen (Airbrush und Lack auf MDF)
Gießen | Am Wochenende fand im Musik - und Kulturverein Gießen die Ausstellung „Jump the Fence“ (Übertreten von Grenzen) statt.
"A view on hidden lifestyles" war der Untertitel und versprach einen besonderen Einblick in das Leben der Graffiti-Künstler.

Da sich ihre Lebensstile stark voneinander unterscheiden, stellten Graffiti-Künstler aus Dänemark, der Schweiz und natürlich auch aus Deutschland ihre individuellen Arbeiten aus.

Am Freitag begab ich mich also in das MuK zur offiziellen Vernissage. Da ich viele der Künstler und/oder deren Arbeiten kenne waren meine Erwartungen sehr hoch aber diese wurden um einiges übertroffen.

Was mich erwartete war eine Ausstellung der ganz besonderen Art. Im Erdgeschoss waren die zwei ersten Räume komplett in schwarz gestrichen und Fotografien von Ruedione (Heidelberg) als Fototapeten an die Wand geklebt. Des weiteren gab es eine Videoinstallation von Ruedione und Rasmus B Lind (Kopenhagen). Das Video zeigte GraffitiKkünstler in der Verfolgerperspektive bei ihren nächtlichen Aktivitäten.

Im der Bar waren dann einige Leinwände und MDF-Platten mit Lackarbeiten von Hate und Kater (Gießen) ausgestellt sowie einer dreiteiligen Arbeit von Smash137 (Basel).

Mehr über...
Muk (163)Jump The Fence (3)Graffiti (52)Gießen (2384)
Mit diesen ersten Eindrücken begab ich mich dann in den Keller des MuK wo die Ausstellung erst so richtig los gehen sollte. Besonders hier wurde versucht die Atmosphäre bei diesem Lifestyle an den Betrachter zu übertragen. Das Verbotene. Über den Zaun zu klettern. Alles wurde sehr dunkel gehalten und bestimmte Ecken ganz gezielt mit Strahlern ausgeleuchtet um die ausgestellten Bilder und Exponate zu unterstreichen.
Graffitiwriter schaffen keine galleriereife Kunst, sondern illegale Malereien, die sich auf Wänden und Zügen wiederfinden. Das wurde in dieser Ausstellung perfekt verbunden. Einige Bilder wurden direkt im Keller an die Wand gesprüht.
Ein Raum war mit einem Gitter versperrt durch den man nur durchschauen konnte und einen besprühten Zug im dunklen Zwielicht erkennen konnte. Bei genauerem Hinsehen konnte man dann noch Schatten der "Künstler" erkennen die den vorbeifahrenden Zug noch schnell fotografierten um ihr Unikat für die Ewigkeit festzuhalten. Man war außen vor wie ein stiller Beobachter. Ein Zaungast des Geschehens im wahrsten Sinne des Wortes. Unterstrichen wurde das ganze mit den originalen Geräuschen aus einem U-Bahn Tunnel mit Zugverkehr und unregelmäßigem Blitzlicht.
Auch in den restlichen Räumen fanden sich Skizzen, Bilder und Fotografien der Künstler. In einem Raum wurde man sogar Zeuge eines Happenings. Mehrere Künstler saßen auf dem Boden mit Decke, Kassettenrekorder und Gaskocher wo sie sich Raviolidosen warm machten. Die Besucher konnten sich einfach dazu setzten und Smalltalk halten.

Alles in allem war es eine sehr eindrucksvolle und internationale Ausstellung. Viele bekannte aber auch neue Gesichter aus Kopenhagen, der Schweiz und Deutschland trafen sich und verliehen dem ganzen einen familiären Touch.

Eine Bilderreihe zur Ausstellung folgt.

Fotorealistisches Kunstwerk von Hate und Kater aus Gießen (Airbrush und Lack auf MDF) 1
Fotorealistisches... 
Das Buch "Backflashes" von Künstler "ruedione"
Das Buch "Backflashes"... 
Auf Leinwand gezogenes Foto von "taggenden" Künstlern.
Auf Leinwand gezogenes... 
Dokumentarische Exponate aus dem "Hidden Lifestyle"
Dokumentarische Exponate... 

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Kommentare zum Beitrag

Klaus Lowitz
6.571
Klaus Lowitz aus Reiskirchen schrieb am 15.03.2010 um 11:31 Uhr
Danke Björn für den Artikel, ist sehr gut geschrieben. Bin gespannt auf die Bilder die folgen werden.
Rita Jeschke
2.806
Rita Jeschke aus Gießen schrieb am 15.03.2010 um 15:14 Uhr
Ich auch ! :-))
Bjoern Gerdes
1.411
Bjoern Gerdes aus Gießen schrieb am 16.03.2010 um 22:19 Uhr
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Bjoern Gerdes

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Bjoern Gerdes
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