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Samenhahn in der Bahnhofstraße verfällt und alle schauen nur zu

von Peter Heroldam 04.03.20102656 mal gelesen17 Kommentare
2. März 2010 Schöne ade?
2. März 2010 Schöne ade?
Gießen | Seit dem Erwerb des Denkmalgeschützten Gebäudes Ecke Bahnhofstraße/Reichensand 1981 verfällt das Haus, bekannt unter Samenhahn, zusehends. Daran ändern auch die wider-sprüchlichen Aussagen in dem Artikel in einer Gießener Tageszeitung vom 2.03.2010 nichts. Unter dem Titel

„Gutachten: Keine Sicherheitsmängel“

Steinbröckchen aus der Fassade des alten Samenhahn-Gebäudes auf Gehweg – Anlieger besorgt

war Auszugsweise folgendes zu lesen:

Der Sprecherin der besitzenden Familie S. sind die Bedenken der Anlieger unverständlich. „Vor gar nicht langer Zeit ……..haben wir das Gebäude begutachten lassen. Es gibt keine Sicherheitsbedenken."

Hierzu kann ich nur anführen und mit Fotos rund um das Gebäude belegen, dass der Zustand desselben recht besorgniserregend ausschaut. Überall zerbrochene oder offene Fenster, senkrechte Risse über mehrere Stockwerke, das Dach teilweise in marodem Zustand! Vom äußeren, verwahrlosten Zustand ganz zu schweigen. Zentimeter dick an eine Werbefläche geklebte Plakate, die stellenweise bis zu 15 und mehr Zentimeter abstehen. Wahrlich kein Aushängeschild für unsere Stadt. Ein normaler Bürger hätte hier schon lange eine Aufforderung von der Stadt, diesen Zustand zu beseitigen.

Mehr über...
Wahl 27.03.2011 (1)Samen-Hahn (28)Denkmalschutz (69)CDU liebt Gießen (1)Bauaufsicht (2)Bahnhofstraße (55)
Die in dem Artikel zitierte Aussage der sichtlich genervten Sprecherin der Familie „ In dem Gutachten(von wann genau?) wurde festgestellt, dass das Dach völlig intakt ist, die Fassade sicher.“

An der Aussage des Stadtbaurates Thomas Rausch, „Gerade sei der Bau von der Bauaufsicht untersucht worden. Mängel habe man nicht feststellen können“, hege ich Zweifel, siehe die Bilder. Es sind überall Fenster offen bzw. Scheiben kaputt. Am Dach zeigen sich erste Auflösungserscheinungen. Zum Reichensand an der hinteren Seite zieht sich ein senkrechter Riss über mehrere Stockwerke.
Warum soll, so im Artikel geschrieben, eine Netzabdeckung bestimmter Bereiche am Dach notwendig sein können.

Das verstehe wer will. Da wurde doch unabhängig voneinander festgestellt, dass keine Sicherheits-bedenken bestehen, keine Mängel festgestellt werden konnten!

Am Schluss des Artikels steht dann noch: “Generell stehe das Gelände ständig unter Beobachtung der Bauaufsicht. Auch die Denkmalbehörde ist eingeschaltet, wenn es um die Instandhaltung der Fassade geht.“

Was nützt das, wenn durch die offenen Fenster Feuchtigkeit
18.09.2008 Rückseite Samenhahn von Mathias Engelhart
18.09.2008 Rückseite Samenhahn von Mathias Engelhart
ins Innere gelangt und das Gebäude von innen her kaputt geht. Ich frage mich ohnehin was mit dem maroden Gebäude überhaupt geschehen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hierfür eine Bau- oder Umbaugenehmigung erteilt werden wird. Siehe die Risse an der Rückseite.

Also sagen wir doch einfach, so wie es an der hinteren Seite des Gebäudes schon steht.

Bella ciao

Hinweis: Bella ciao ist der Titel eines italienischen Arbeiterliedes. Wie er an das Gebäude kam ist mir nicht bekannt. Siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Bella_Ciao

Im Rundgang, ergänzt durch Aufnahmen von drei anderen Bürgereportern aus der Vergangenheit, werden die Schäden am Haus in aller Deutlichkeit gezeigt und auch die Verwahrlosung kommt erschreckend deutlich zum Ausdruck.

2. März 2010 Schöne ade?
18.09.2008 Rückseite Samenhahn von Mathias Engelhart
12.07.2009 Samenhahn Rückseite von Werner Gruber
15.04.2009 Samenhahn Rückseite von Valentin Hemberger
15.04.2009 Samenhahn vom Karstadt Parkhaus von Valentin Hemberger
Vom Parkhaus Karstadt aus aufgenommen
Hier sieht man, dass das Dach sich gesenkt hat
Die Rückseite des Hauses zum Reichensand hin. Wahrlich keine Schönheit!
Das ganze ezwas mehr aus der Nähe aufgenommen
Der Balkon könnte auch in Italien sein
Der Balkon herangezoomt um "Bella ciao" lesen zu können
Hier sind deutlich die Risse über zwei Stockwerke zu sehen
Ein Blick am Gebäude entlang in die Bahnhofstraße
Das verwahrloste Eck Reichensand- Bahnhofstraße
Die Fenster der Gauben zur Bahnhofstraße hin offen, damit die Feuchtigkeit rein kann?
Werbefläche in und für Gießen?
Auch an der Seitenfront sind die Fenster offen für Wind und Wetter
Ein Detail der heruntergekommenen Rückseite. Auch hier die Fenster kaputt
4
Nochmals ein Blick zum Dach hoch
in der Vergrößerung ist ganz deutlich der Dachschaden zu sehen

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Kommentare zum Beitrag

Valentin Hemberger
104
Valentin Hemberger aus Gießen schrieb am 04.03.2010 um 21:09 Uhr
O partigiano, portami via,
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
O partigiano, portami via,
ché mi sento di morir.
E se io muoio da partigiano,
(E se io muoio su la montagna)
o bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!
(Oh Partisan, bring mich fort
Oh Schöne Ade, Schöne Ade, Schöne Ade! Ade! Ade!
Oh Partisan, bring mich fort
Denn ich fürchte bald zu sterben
Und falls ich als Partisan sterbe
(Und falls ich in den Bergen sterbe)
Oh Schöne Ade, Schöne Ade, Schöne Ade! Ade! Ade!)

Danke, Herr Herold, für ihre gute Beobachtung des beschleunigten Zerfalls des Gebäudes Samenhahn!

"Auch die Denkmalbehörde ist eingeschaltet, wenn es um die Instandhaltung der Fassade geht.“ Der Denkmalschutz hat alle Hände voll zu tun (Sie stecken nämlich in den Hosentaschen, damit man nichts mehr machen brauch!

Das Gutachten ist lächerlich und sträubt sich vor der real-existierenden Katastrophe!

So antworte ich auf Italienisch:
"Avanti o popolo, alla riscossa, Bandiera rossa, Bandiera rossa!" (Vorwärts Volk, zum Gegenangriff, Die rote Fahne, die rote Fahne!).
Christian Momberger
11.001
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 00:00 Uhr
Danke für den guten Artikel und den sehr guten Kommentar!!

Hier mal ein Link zu einem YouTube Video, wer Bella Ciao mal live hören möchte: gesungen von den beiden Liedermachern Hannes Wader (deutscher Text) und Konstantin Wecker (italienischer Text) bei einer gemeinsamen Tournee.
http://www.youtube.com/watch?v=MfHqDdqu93g&feature=related
Katharina Appel
68
Katharina Appel aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 00:17 Uhr
Tja, schade um das schöne Haus. Ich erinnere mich, dass das Haus Anfang der 90er sogar mal besetzt wurde. Allerdings gaben die Besetzerinnen schon nach wenigen Stunden auf - weniger aus Angst vor der Polizei, als vor den Maßnahmen des Eigentümers.
Bjoern Gerdes
1.411
Bjoern Gerdes aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 08:04 Uhr
Das erledigt sich von selbst.
In Zeiten wo die Naturgewalten zunehmen sind auch immer mehr Orte / Gegenden von Orkanen, Windhosen und Erdbeben betroffen wo es vorher keine gab. Bei der ersten größeren Erschütterung oder nächsten Windhose im Stadtkern Gießen wird dieses Haus sicher als erstes fallen und dann MUSS aufgeräumt werden.
Christiane Pausch
6.013
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 17:17 Uhr
Ich glaube hier geht es langsam nicht mehr um Denkmalschutz-das wäre
finanziell ein Fass ohne Boden-sondern "nur" um das Grundstück,und wie
Herr Gerdes sagt"der Rest erledigt sich von allein".....
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 18:02 Uhr
..... und alle schauen zu ;-() auch unser Stadtbaurat Thomas Rausch. ER solte sich mal das Lied anhören http://www.youtube.com/watch?v=uT-axQy92jY -
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.03.2010 um 18:22 Uhr
Hier ist die Wader Version http://www.youtube.com/watch?v=Dch8zIKlGWQ
Mathias Engelhart
5.327
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 09.03.2010 um 01:12 Uhr
Alle, die sagen das Haus sei intakt, sind nicht mehr ganz dicht im Schaedel. Dabei muesste es im Interesse unseres supertuffigen Stadtbaurates liegen, dass Ding endlich abzureissen (zu retten ist das Haus nach meiner Ansicht nicht mehr). Dann kann er mal wieder seinen Hammer schwingen. Also den Abrisshammer. Dann koennen wir ihn wieder mit erhobenen Daumen auf einem gelben Liebherr in den Zeitungen bewundern.
Die Stadt hat es halt verschlafen, das erstkaurecht in Anspruch zu nehmen, genau wie beim alten Postgebaeude.
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.03.2010 um 13:49 Uhr
Richtig Herr Engelhart. Kann nur zustimmen so schade es ansich um das Gebäude auch ist.
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.07.2010 um 14:48 Uhr
Wenn ich mir jetzt ansehe wie sich bei der Historischen Treppe am Bahnhof und dem geplanten Umbau die Medien, der Denkmalschutz usw. reinhängen,dann würde ich mir eine ähnliche beteiligung bei dem Samen Hahn Gebäude auch wünschen.
Ach ja. Was ist denn nun mit dem gegenüberliegenden Gebäude vorgesehen? Sollte das nach Kauf nicht saniert werden?
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 18.03.2011 um 18:26 Uhr
Gibt es denn schon Ideen, was es für Möglichkeiten oder gar Lösungen gibt? Oder fehlen teilweise noch Fakten seitens der Politik, um überhaupt einen ordentlichen Überblick über die Situation zu haben?
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2011 um 13:53 Uhr
Da muss die CDU gefragt werden, denn die ist nach eigenen Worten(wohl jetzt vor den Wahlen)entschlossen, das Dauerärgernis(für wen?) "Samen-Hahn" nicht länger tatenlos zu akzeptieren.
Da sie, die CDU es die letzten Jahre nicht geschafft hat, wage ich daran zu zweifeln, dass sie es jetzt kann.
Peter Herold
26.708
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.10.2011 um 18:24 Uhr
15.10.2011 Jetzt soll es doch geschehen! Über eine Nutzung des Gebäudes wird nachgedacht. Aber der Erhalt der Fassade würde 1 Million kosten. Scheitert es daran?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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