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Das Metzgermesser

Gießen | Leicht lag es in ihrer Hand.
Ein Sonnenstrahl, der es geschafft hatte durch die Ritze des Rolladens zu lugen, ließ das silberne, glänzende Metall des Messers aufleuchten.
Klara strich vorsichtig über die Klinge, um sich nicht zu schneiden und spürte das kalte Metall.
Ja, das Messer würde genau das richtige Werkzeug sein.
Scharf, leicht und gut zu führen sein.
Klara war nervös und unsicher.
Viel zu lange ließ er auf sich warten.
Ohne ihn geht es ja nicht, dachte sie, schließlich ist er die Hauptperson.
Sie lächelte bei dem Gedanken wie wohl sein Gesichtsausdruck aussehen würde, wenn er verstand was sie vorhatte.
Ihre Vorbereitungen hatte er nicht mitbekommen.
Wie sollte er auch, wo er doch so selten zu Hause war.
Heimlich hatte Klara im hinteren Teil des großen Gartens eine Grube ausgehoben und zur Sicherheit das Loch gut getarnt. Dies hatte sie einmal in einem Film gesehen, und Robert der ihren Fernsehkonsum verurteilte ahnte nichts. Sorgfältig hatte Klara die Schmutzspuren, die die feuchte Gartenerde hinterlassen hatte entfernt. Sie wollte doch nicht, dass Robert etwas bemerkte. Schließlich hatte
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Messer (1)Kurzgeschichte (13)
sie sich bisher nicht sonderlich für die Gartenarbeit interessiert. Das letzte Jahr war sehr anstrengend gewesen, gemeinsam hatten sie ihr Wunschhaus fertig gestellt. Dabei haben wir uns entfremdet, dachte Klara traurig. Wie gut, dass es Heike gab, denn ihr war es ähnlich ergangen. Auch sie hatte ein Haus gebaut, mit Fred ihrem Mann. Den ganzen Tag hart gearbeitet und dabei ihre Liebe verloren. Fred hatte sich eine jüngere genommen, eine die abends nur für ihn da war, gut roch und nicht Dauer-Müde war. Klara wollte nicht abserviert werden. Nein, nicht mit ihr! Sie hatte sich mit Heike zusammengesetzt und diesen Plan erdacht. Sie blätterten sich durch einschlägige Fachliteratur. Da gab es einiges zu diesem Thema und gute Hinweise zum Gelingen des Projekts, wie sie ihren Plan nun nannten.
Klara hatte im Baumarkt den Spaten besorgt.
Den Kassenzettel hatte sie gleich vernichtet, immerhin bestand die Möglichkeit, dass Robert ihn entdecken könnte. Wichtig war es doch keine Spuren zu hinterlassen, um ihren Plan nicht zu gefährden.
Klara zog sich die neuen Gummihandschuhe über, nahm das Messer und ging in den Garten.
Eilig deckte sie das Erdloch auf und grub es noch etwas tiefer. Das Loch mußte eine bestimmte Tiefe haben, sonst würde ihr Plan nicht gelingen. Robert mußte jeden Moment erscheinen und sie wollte bis dahin fertig sein. Sie ließ sich noch einmal die Worte durch den Kopf gehen, die sie ihm sagen wollte und strich sich den Schweiß von der Stirn. Nahm aus ihrer Hosentasche das kleine Foto, sah es sich an und stellte sich das ungläubige Gesicht Roberts vor.
Er brauchte immer Beweise, ließ sich nichts vor machen.
Klara hörte den Wagen vorfahren und ihr Herz fing an zu klopfen. Das Messer verbarg sie schnell hinter ihrem Rücken und rief ihn in den Garten. Robert kam leichtfüßig über den Rasen, sah sie erstaunt an und gab ihr einen sanften Kuß auf die Wange.
Was verbirgst du denn, fragte er sie neugierig.
Klara nahm das Beweisfoto und hielt es ihm entgegen.
Robert starrte fassungslos das Foto an und grinste.
"Das ist nicht wahr, oder?"
Klara nickte ihm ernst zu. „Reicht dir dieses Foto nicht, Robert?“
Klara ging ein Stück zur Seite, nahm unter dem Gebüsch der Hecke einen kleinen Erdballen hervor, drehte sich zu Robert und die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus.
„Robert, jeder Mann sollte, so sagt ein altes Sprichwort, ein Haus bauen. Das haben wir gemeinsam getan. Er sollte einen Sohn zeugen, nun was es gibt, kann das Foto uns noch nicht sagen und einen Baum pflanzen.“ Klara übergab Robert den kleinen Apfelbaum der in dem Erdballen steckte, zog das Messer und entfernte vorsichtig ein paar kleine Äste, die zu tief am Stamm des Baumes wuchsen. Robert stand fassungslos vor der Erdgrube. Gerührt nahm er Klara in die Arme und gemeinsam pflanzten sie das Apfelbäumchen ein.

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Kommentare zum Beitrag

Albert Pollack
5.208
Albert Pollack aus Hungen schrieb am 08.02.2010 um 22:59 Uhr
Liebe Regina ,
nachdem ich nach deinem letzten Beitrag erst dachte : Fortsetzung folgt.....wurde mir dann schnell kalr, dass hier anderes wie ein kriminelles Tun folgen sollte. Hierfür Beweis ist, dass Du niemals gleiches und / oder langweiliges tust sprich . schreisbt oder bei-trägts.;-)

Ich bleibe Dir sicherlich als treuer Leser gewogen und freue mich auf all das, was sicherlich und hoffentlich noch folgen wird.....
Gisela Dapper
1.546
Gisela Dapper aus Pohlheim schrieb am 08.02.2010 um 23:16 Uhr
Hallo Regina, ein e c h t spannender Beitrag und Lesegenuss p u r !!!
Hoffe auf n o c h mehr, ja?!! Ein Fan !!!
Doris Kick
1.868
Doris Kick aus Hungen schrieb am 09.02.2010 um 02:02 Uhr
Ist das ein schöner Schluss ... dachte schon an ganz was schreckliches :-)) Liebe Regina, eine ganz tolle Geschichte und super geschrieben, ich freue mich schon auf mehr...
Ingrid Wittich
2.676
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 09.02.2010 um 12:11 Uhr
Eine wunderschöne Geschichte. Bitte noch mehr davon.
Christiane Pausch
378
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 09.02.2010 um 13:30 Uhr
Spannende Geschichte mit happy end! Ich dachte schon ich muß Dir
Tatort Verbot geben:))
Ich warte auf die nächste Geschichte...Christiane
Regina Appel
1.301
Regina Appel aus Gießen schrieb am 09.02.2010 um 17:43 Uhr
Mal wieder ganz herzlichen Dank an alle, die mir doch so wohlwollend entgegen stehen. Werde mich anstrengen meinem Kuli noch weitere Geschichten zu entlocken.
Vielleicht schreiben wir mal eine Geschichte gemeinsam, eine(r) fängt an, setzt es in die Zeitung und wer will, schreibt weiter oder bringt passende Fotos dazu.
lg Regina
Ingrid Wittich
2.676
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 09.02.2010 um 18:15 Uhr
Ja, Regina, das mach mal mit der Fortsetzungsgeschichte. Wenn mir etwas einfällt, bin ich dabei.
Christiane Pausch
378
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 10.02.2010 um 19:38 Uhr
Oh,Fortsetzungsgeschichten finde ich auch klasse!!! Da weiß man nie wie die ausgehen-schön,hab ich auch im Kiga mit den Kindern gern gemacht:)
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Regina Appel

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