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Jugendförderung 2010: Orientierungspunkt sein, Interesse fördern

Gießen | Am Donnerstag hat die Jugendförderung Gießen mit Teamleiterin Ingrid Macht das Programm für 2010 vorgestellt. Unterstützung bekamen sie vom ersten Kreisbeigeordneten Dirk Oßwald. Wie im vergangenen Jahr werden sowohl Freizeiten und Seminare für Kinder und Jugendliche, als auch Fortbildungen für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit angeboten.
Die Jugendförderung Gießen, bestehend aus Jugendbildungswerk und Jugendpflege, sieht sich als Wegbegleiter von Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Laut Macht hat sich der Lebensstil vieler Heranwachsender auf Grund von fehlenden Orientierungspunkten und einer individuellen Lebensweise sehr verändert. Hier wolle die Jugendförderung ansetzen, um Teilnehmern Wege aufzuzeigen, Interesse an gesellschaftlichen Themen zu wecken und sie zu verantwortungsvollem und selbstständigen Handeln zu animieren. Parallel dazu sollen Fachkräfte auf diese Entwicklungen durch Weiterbildungsmaßnahmen aufmerksam gemacht werden.
Neu ist in diesem Jahr ein Bildungsurlaub nach Dresden. Auf den Spuren der ehemaligen DDR, mit Schwerpunkt auf dem Thema „politische Verfolgung“, werden Schüler und junge Arbeitnehmer ab 16 Jahren unter anderem ein ehemaliges Jugendgefängnis besuchen und mit ehemaligen Häftlingen diskutieren.
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Wer sich zudem politisch engagieren will, sei es in der Schülervertretung oder in einer Partei, für den wird ein Rhetorikkurs angeboten. Dort lernen Schüler, wie sie Argumente formulieren oder Interessen besser vertreten können.
Besonders viel Wert wird bei verschiedenen Veranstaltungen auf das Thema Rechtsextremismus gelegt. Laut Macht ein sehr schwieriger Komplex. Heute ließe sich von Seiten der Lehrer kaum noch sagen, welcher Schüler „rechts“ sei, ob man das an Kleidung erkennen könne und ob ein in ein Schulheft gezeichnetes Hakenkreuz nicht nur ein Symbol der Provokation sei. Noch im Februar wird es deshalb eine Fortbildung dazu geben. Es werde ein Aussteiger der rechten Szene berichten, wie er den Absprung geschafft habe und wie die Mechanismen dort funktionierten, erläutert Macht. Parallel dazu wird eine Gruppe von interessierten Jugendlichen über Vorurteile reden, eigene Erfahrungen mit Rechtsradikalismus diskutieren und ihr Hintergrundwissen erweitern. Auch hier folgt ein aufklärendes Gespräch mit einem Ex-Nazi.
Auch 2010 werden wieder die seit Jahren gut besuchten Mädchenaktionstage, Online- und Selbstbehauptungskurse für Jungen und Freizeiten nach Österreich, Spanien und Frankreich angeboten. Entgegen früherer, sehr sportlastiger Freizeiten, versuche man laut Kreisjugendpfleger Matthias Lotz in den Osterferien einen Ausflug an den Königssee mit anderen Inhalten zu füllen, etwa einer Tagesreise nach Salzburg. Auch wies Lotz darauf hin, dass noch immer Betreuer gesucht würden. Interessierte können hierfür Sonderurlaub bei ihrem Arbeitgeber beantragen.
Insgesamt sieht Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald die Zusammenstellung der Programmpunkte von Graffiti-Workshops, über Surf- und Segeltrips zu Fotografieseminaren auf einem „qualitativ hochwertigem Niveau“. Die Arbeit der vergangenen Jahre sei erfolgreich fortgesetzt worden.
Das Programmheft mit allen Angeboten und zusätzlichen Informationen liegt an Schulen aus und kann unter 0641-93909 -104 oder -105 bestellt werden. Außerdem lässt es sich samt Anmeldebögen im Internet unter www.jugendfoerderung.lkgi.de herunterladen.

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von:  Moritz Zamzow

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