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Hakenkreuze auf Wände des Kulturzentrum Infoladen/AK44 Gießen gesprüht

Gießen | In der Nacht vom 30.12.09 auf den 31.12.09 verübten bisher Unbekannte einen weiteren Farbanschlag auf das Wohn- und Kulturzentrum Infoladen/AK44 in Gießen. Dieses Mal ließen die TäterInnen keinen Zweifel daran bestehen, dass dieser Anschlag politisch motiviert war. Hakenkreuze sowie die Parole „smash antifa“ weisen deutlich auf eine Urheberschaft aus dem Bereich der neonazistischen Szene hin. Damit verhärten sich auch die Vermutungen der NutzerInnen des Infoladens, dass die dieser Tat vorausgegangenen Anschläge auf das Haus bzw. auf einen vor dem Haus parkenden PKW, ebenfalls politisch motiviert waren.
Zudem sehen die Betreiber/innen des Infoladen diese Tat in einem regionalen Zusammenhang: „Da zudem erneut zeitnah in Wetzlar faschistische Parolen gesprüht wurden, drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass die Urheber des Anschlages auf das AK44 zumindest in Kontakt zu den im Lahn-Dill-Kreis hochaktiven neonazistischen Gruppen stehen“, so Michaela Grund vom Infoladen. Aufgrund der seit nunmehr fast einem Jahr zu beobachtenden regelmäßigen Aktivitäten der Szene, sowie der hohen Gewaltbereitschaft derselben, ist
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für M. Grund das Gebot der Stunde, gegen diese Gruppierungen gemeinschaftlich mit antifaschistischem Engagement politisch vorzugehen. Dabei warnt Michaela Grund auch vor, der Betrachtung, dass es sich hier lediglich um eine Auseinandersetzung zwischen linken und neonazistischen Gruppen handelt: „Anschläge auf die Wetzlarer Etablissements Franzis und Harlekin, auf ein Haus eines kirchlichen Vertreters, wie auch Gewaltaufrufe auf Aufklebern der Gruppen gegen DemokratInnen, verdeutlichen wie weit das Spektrum der politischen Gegnerschaft der Neonazis reicht. Dass derzeit nur das AK 44 unter Beschuss steht, liegt wohl am mangelnden Informationsstand der Neonazis über sonstige antifaschistisch engagierte Personen“. Die Neonazis der Gruppe „Anti-Antifa Wetzlar“ sind jedoch darum bemüht, diesen Zustand zu ändern. Seit neuestem rufen diese offen zur Weitergabe von „Namen, Adressen, Bilder, Telefonnummern u.s.w.“ (Zitat von einer lokalen Neonazi-Gruppe) im Internet auf.

Wie berichtet, fand bereits am Sonntagmorgen den 27.12.09 gegen ein Farbanschlag auf das AK44 statt. Eine Woche vorher, in der Nacht vom 18.12.09 auf den 19.12.09 wurde auf dem Hof des AK44 ein parkendes Auto durch herausschlagen der Scheiben schwer beschädigt.
Der Bericht hierzu finden Sie unter:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/25074/angriffe-auf-alternatives-wohn-und-kulturzentrum-ak44-in-giessen/

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.205
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.01.2010 um 10:49 Uhr
Narrenhände beschmieren Tür und Wände.
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 01.01.2010 um 14:00 Uhr
Als erstes einmal schließe ich mich der Meinung der beiden Herren
Schmidt und Herold Inhaltlich voll an.
Ich möchte aber trotzdem einmal die beiden Damen, Simone Linne und Sabine Glinke befragen, ist das so etwa richtig geschrieben?
Ich möchte an die Kommentare des Herrn Schmidt erinnern, welche den Vorfall in Langgöns betrafen und alles auf eine Linke Straftat hinwies, was sie aber deutlich in Abrede stellten, hier in diesem Fall deutet alles auf Rechte Straftäter hin und sie äußern sich in keiner Weiße und hinterfragen auch nicht die Quelle.
Ist das so richtig, oder hat man beim Lesen der Kommentare des Herrn Schmidt vielleicht eine andere Brille auf, man kann sich des Eindruckes nicht erwehren dass sie den Herrn Schmidt bewusst benachteiligen, weil er sich erdreistet die Dinge beim Namen zu nennen?
Den Herrn Schmidt in die Rechte Ecke drängen, wie sie und andere Kommentareschreiber es hier schon oft versucht haben, ist wie wenn ich eine Mutter von 5 Kindern zur Jungfrau machen möchte.
Herr Schmidt nennt nur die Dinge beim Namen und dieses gefällt vielen nicht, ich habe bis jetzt noch kein Artikel oder Kommentar des Herrn Schmidt gelesen der Rechtslastig war, ich habe aber schon viele Linkslastige Artikel und Kommentare hier auf dieser Plattform gelesen die von Ihrer Seite aus mit keinem Wort irgendwie in die Schranken verwiesen worden, ist das ihre Art von Journalismus und Meinungsfreiheit?
Diese Art von Pressfreiheit hatten wir in Deutschland schon öfters, die letzte dieser Art wurde Theoretisch 1989 abgeschafft, in der Praxis sieht das leider anders aus.
92
Infoladen Gießen aus Gießen schrieb am 01.01.2010 um 16:22 Uhr
einfach nur indiskutabel
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 01.01.2010 um 17:18 Uhr
@Sabrina Linke
Meine Frage ging an Frau Simone Linne und an Frau Sabine Glinke.
Richtig: S a b i n e Glinke ich hoffe sie haben das jetzt auch gelesen und verstanden
Gruß Detlef Theiß
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 02.01.2010 um 23:20 Uhr
Also ich kann mich Frau Linke's Meinung nur voll und ganz anschließen!! Die Kommentare der Herren Schmidt und Theiss sind indiskutabel, so dass ich mir jedes weitere Wort sparen werde. ;-)
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 03.01.2010 um 14:49 Uhr
Lieber Herr Theiß,
ich habe Sie deutlich verstanden, keine Sorge. Wir haben die Meldungen (wie erwähnt, hat Frau Linke ja auch über den Farbanschlag nach Weihnachten berichtet) bereits hinreichend überprüft und dazu sogar eine offizielle Polizeimeldung bekommen. Da Frau Linke Frau Michaela Grund als Sprecherin des Kulturzentrums zitiert, sind die Aussagen quellentechnisch belegt und es gibt keinen Grund, diese weiter zu hinterfragen. Zumal ja auch die Polizei die ersten Vorfälle bestätigt hat. Niemand von uns hat im Übrigen versucht, Herrn Schmidt in eine rechte Ecke zu drängen - einige Kommentare seinerseits haben schon mehr als einmal für Diskussionsstoff gesorgt - und auch für Beschwerden von anderen Benutzern der Plattform. Da müssen wir dann einfach eingreifen. Bei der Berichterstattung über die Vorfälle in Langgöns fehlten zunächst die Quellen, die Herr Schmidt aber ergänzt hat und dann war der Text auch okay. Wir benachteiligen niemand, sondern achten nur auf korrekte Wiedergabe und vor allem Ausdrucksweise. Hier kann jeder seine Meinung sagen, wenn er denn auf die richtige Wortwahl achtet. Haltlose Vermutungen lassen wir hier nicht stehen. Das gilt für links- wie rechtslastige Texte ebenso wie für alle anderen Berichte, die unbelegbare Äußerungen und Anschuldigungen beinhalten. Solche Vermutungen gehören wenn dann in den Kommentarteil, wo wir sie auch - wie man am ersten Kommentar von Herrn Schmidt sehen kann - stehen lassen, denn da ist es dann tatsächlich Meinungssache. Wenn auch man seine Meinung besser belegen müsste.
Desweiteren sind Hakenkreuze tatsächlich ein deutliches Zeichen für eine politisch motivierte Tat - bei brennenden Fahrzeugen kann man das dann indessen tatsächlich nur vermuten, denn diese können wahrlich auch einen anderen Hintergrund haben.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 04.01.2010 um 15:24 Uhr
Ich denke nicht dass es sonderlich konstruktiv ist hier irgendwen in eine rechte oder linke Ecke zu stellen. Zumal das manche Leute durch ihre Textbeiträge unzweifelhaft selbst schaffen, ohne dass man damit seine Zeit verschwenden müsste.

"Narrenhände beschmieren Tür und Wände" mag sicherlich ein Merksatz sein, der sich auf den Anspruch des Menschen als intelligentem Lebewesen beruft. Mit Recht? Ich denke Schmierereien wie im geschilderten Fall sind auch nicht ein Problem sondern ein Ausdruck des Problems.

In der Tat haben wir es in unserer Gesellschaft mit Phänomenen ausgeprägter Menschenfeindlichkeit zu tun. Diese Phänomene sind nicht neu, jedoch scheinen sie in den letzten Jahren deutlich zuzunehmen. Sie scheinen in manchen Kreisen als "zum guten Ton gehörig" begriffen zu werden und in manchen Kreisen sollen sie gar als Sein-sollender-Zustand angepriesen werden.

Wenn ich hier von Menschenfeindlichkeit schreibe, möchte ich damit natürlich deutlich machen, dass ich kein Anhänger der Extremismustheorie bin. Diese Theorie transportiert in meinen Augen völlig unzulässig eine Deutung, welches politische Sprektrum zulässig bzw. "normal" sei und welches Spektrum extremistisch. Fernerhin nimmt diese Theorie eine problematische Rechts-/Links-Gleichsetzung vor und soll immer dann herangezogen werden, wenn Gewalttaten relativiert werden sollen. In der Tat findet man immer wieder den Hinweis, sobald von Gewalttaten seitens Neonazis die Rede ist, es gebe doch auch Linksextremisten. Ich für meinen Teil kann mich jedoch nicht entsinnen, dass irgendwo einmal sogenannte "Linksextremisten" mit Personengruppen von 15-30 bewaffneten Personen über einzelne Wehrlose herfallen. Hier schafft die Extremismustheorie in meinen Augen zu oft den Raum dass man jedem Gewaltverbrecher zugesteht "eben eine andere Meinung" zu vertreten.


Interessant ist hieran sicherlich aber auch, wie die sogenannte "politische Mitte" mit dem Problem umgeht: Dort wird Menschenfeindlichkeit zwar als Problem erkannt, wird jedoch stets dem rechten bzw. dem linken politischen Spektrum zugeschrieben. Betroffen sind folglich stets "die Anderen". Eine ganz andere Sprache spricht hier die Langzeitstudie GMF-Survey, die recht deutlich belegt, dass etwa Sexismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, u.ä. durchaus auch in der "politischen Mitte" zu finden ist. Selbst das linke Spektrum kann sich von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nicht gänzlich freisprechen.

Insofern ist es sicherlich nachvollziehbar und sogar sinnvoll, solchen Phänomenen wie in obenstehendem Artikel geschildert nachzugehen. Jedoch werden hier in meinen Augen Anzeichen für eine Fehlentwicklung betrachtet und beurteilt - nicht aber Ursprünge hinterfragt. Dass so der sprichwörtliche Hebel an der falschen Stelle angesetzt wird, liegt auf der Hand. Ebenso der Umstand, dass man so zwar "Oberflächenbehandlung" betreiben kann und auch vermitteln, man habe sich gesorgt. Vermutlich trägt es auch zur Beruhigung der öffentlichen Meinung bei, wenn man solche Erscheinungen als rechts-/links-"Bandenmentalität abtut. Jedoch das eigentliche Problem kann man auf diese Art bloß schwerlich zu packen bekommen.

Sicherlich muss auch mein Textbeitrag eine verkürzte Darstellung bleiben. Dies alleine schon vor dem Hintergrund, dass Kommentare im "Buchumfang" selten gelesen werden. Aber auch da ich jedem Leser zunächst grundsätzlich unterstelle, er könne selbst Schlüsse und Folgerungen ziehen.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 04.01.2010 um 18:18 Uhr
Danke Herr Lux für Ihre Äußerungen, insbesondere zur Extremismustheorie. Ich kann diesen nur zustimmen.
92
Infoladen Gießen aus Gießen schrieb am 04.01.2010 um 21:31 Uhr
Folgendes seitens des Polizeipresseberichtes hierzu:

"Hauswand beschmiert

Gießen - Farbschmierereien mit politischem Bezug verübten bislang unbekannte Täter in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 31.12.2009, im Altern Wetzlarer Weg. Sie besprühten eine Gebäudeseite mit Worten und einem Hakenkreuz. Auch ein Plakat wurde in roter Farbe in Mitleidenschaft gezogen. Bereits am 26.12.2009, war die Fassade des Gebäudes mit roter Farbe beworfen worden. Die Ermittlungen dauern an. Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Gießen, Tel.: 0641/7006-2555."
92
Infoladen Gießen aus Gießen schrieb am 05.01.2010 um 11:30 Uhr
Vielleicht unterlassen sie einfach mal ihre Diffamierungen und Beleidigungen, wie hier gegenüber Herrn Momberger. Den, von Ihnen ihm gegenüber, gemachten Vorwurf der steten Wiederholungen sollten Sie zudem mal auf sich selber beziehen. Denn geradezu wahnhaft müssen sie an jeder Stelle, ohne Bezug, über den vermeintlichen "Multi-Kulti-Wahn" in Deutschland verweisen.
Es reicht, die Diskussion ist beendet.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 05.01.2010 um 11:34 Uhr
Das war ein schönes Schlusswort, liebe Frau Linke. Die Redaktion hat dennoch das letzte Wort ;-)
92
Infoladen Gießen aus Gießen schrieb am 05.01.2010 um 16:29 Uhr
@ Frau Glinke: ich sprach nur für mich selber. Wollte niemanden hier ein weitere Diskussion verbieten!
Grüße
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 05.01.2010 um 16:45 Uhr
Das habe ich auch nicht so aufgefasst. Ich bin nur dankbar, wenn sich die Diskussion jetzt erledigt hat. Die läuft nämlich leider ins Leere, statt sich tatsächlich mit dem wahren Problem auseinander zu setzen.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 05.01.2010 um 17:58 Uhr
Ich frage mich gerade, was Sie sich unter Kultur vorstellen? Im AK 44 finden ganz normale Partys und Konzerte statt, zu denen auch Jugendliche ohne jedwede Gesinnung gehen. Waren Sie schon mal da, dass sie den Laden beurteilen könnten? Wenn nicht, müssten Sie ja auch andere alternativere Locations wie MuK, Ulenspiegel, Scarabee als Nicht-Kultur abstempeln. Ich für meinen Teil kann behaupten, die Location zu kennen und dort nichts Verwerfliches oder gar Radikales wahrgenommen zu haben. Ich kann Ihnenversichern, dass den Laden auch viele "Normalbürger" - zu denen ich mich auch durchaus zähle - kenenn. Allein der Infoladen ist wegen seines ursprünglichen Standortes in Gießen wohlbekannt. Da hat man genug Aufsehen erregt, was man nun mit Sicherheit nicht mehr braucht. Für den Begriff "Gesocks" gilt weiterhin: Schimpfwörter und Diffamierungen wollen wir hier nicht haben - siehe Verhaltenskodex. Man kann auch etwas gepflegter seine Meinung ausdrücken und sagt ohne Diffamierung doch dasselbe.
Ich habe keine Ahnung, wer mit Farbeiern und wer mit brennbaren Flüssigkeiten wirft. Ist mir auch egal, denn ich finde beide Vorgehensweisen absolut indiskutabel.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.01.2010 um 18:12 Uhr
Danke Frau Linke für Ihre Worte. Auch ich erkläre die Diskussion hiermit meinerseits für beendet und werde auf die in der Tat diffamierenden Äußerungen des Herrn Schmidt nicht (weiter) eingehen.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 05.01.2010 um 18:13 Uhr
Das entscheiden nicht Sie, Herr Schmidt, wer mit was gut bedient ist. Und ich auch nicht. Ich kümmere mich nur um angemessene Verhaltensformen und Ausdrucksweisen. Bitte Diffamierungen und Pauschalisierungen einfach künftig unterlassen. Und dann sind wir uns auch alle einig.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 08.01.2010 um 14:15 Uhr
"(...) haben Unbekannte einen Anschlag auf ein Polizeigebäude in Hamburg verübt."

Gibt es irgendeinen Problem mit dem Begriff "Unbekannte"?

Ich sollte mir echt abgewöhnen auf jeden Unfug zu reagieren. *notier*
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 08.01.2010 um 19:29 Uhr
Sehr geehrte Frau Fries,

ich vermute eher, dass es einzig um Provokation geht. Und das scheint ja auch insofern zu funktionieren, dass es immer mal wieder für Aufmerksamkeit sorgt.

Ich gebe aber auch zu, dass sich mein Interesse in Grenzen hält, wie man zu dem Gedanken kommt es sei ein feiner Plan so etwas in öffentlich zugängliche Foren zu schreiben und ein derartiges Bild von sich selbst abzuliefern.

Weitaus interessanter empfinde ich die Tatsache dass sich immer wieder jemand findet der die Ansicht vertritt es lohne sich, mit sachlicher Argumentation zu reagieren. In Schlagzeilen liest sich das vermutlich so: "Provokateur trifft Weltverbesserer" - (Folge 3127)
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 08.01.2010 um 21:10 Uhr
Also ich sehe das leider mittlerweile ähnlich wie Herr Lux und genau daher stelle ich mir Ihre Frage Frau Fries. Ohne jedoch eine Antwort hierauf zu wissen. :-(
67
Tjark Sauer aus Gießen schrieb am 09.01.2010 um 09:20 Uhr
@herr lux, frau fries und herr momberger: ich teile die auffassung, dass es sich hier durchaus um provokation handelt. leider ist es m.e. in einem öffentlichen bereich/forum aber deshalb nicht so einfach, nicht darauf zu reagieren. ich hielte es für problematisch, wenn einzig eine solche positionen allein stehen würde.
insofern ist es m.e. notwendig, immer wieder mal was zu schreiben, wobei copy+paste vermutlich ausreicht, da sich die kommentare ja in jedem politischen thread gleichen und zumindest ein geschlossen (rassistisches, antisemitisches, homophobes ...) weltbild vorliegt; insofern zumindest mit herr schmidt keine argumente sinnhaft ausgetauscht werden können (wobei mich herr schmidts begründung fürs pflanzenausreißen schon amüsiert hat. ;))
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 09.01.2010 um 09:32 Uhr
Sehr geehrte Frau Fries,

"Halten sie es für überflüssig/unmöglich?"

Grundsätzlich nicht. Die meisten Menschen sind sicherlich gewillt und in der Lage Argemente anzuerkennen, empfinden es nicht als "normal" oder als "unbedenklich" keinen Textbeitrag ohne Diffamierungen verfassen zu können. Die meisten Menschen finden es sicherlich auch Straftaten als "nicht so schlimm", solange sie andere Straftaten in Bezug dazu setzen können. Die meisten Menschen versuchen sicherlich nicht Straftaten gegeneinander aufzuwiegen.

"Wie sollte man ihrer Meinung nach auf solche Kommentare reagieren?"

Nun, ich maße mir sicherlich nicht an ein für Sie gültiges Maß auszusprechen, wie oft Sie es sich noch gefallen lassen wollen, dass immer wieder irgendwelche Menschen zunächst pauschal in eine kriminelle und gefährliche Ecke gestellt werden, bevor Sie dann mit diesen Personen "in eine Ecke gestellt" werden sollen.

Ich verspreche mir auch nichts davon ernsthaft diskutieren zu wollen, wer welche Straftat eventuell ja auch bloß vorgetäuscht haben könnte um jemand anderen in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Ich verspreche mir auch nichts davon, zu deuten zu versuchen ob hier §185 StGB, §186 StGB, §187 StGB relevant ist.

Ich interessiere mich auch bloß in begrenztem Maße dafür welche Weltsicht, welches Leben, welcher Zustand einen Menschen dazu bringen sich wiederholt in diesem Maße selbst darstellen zu müssen.

Insofern halte ich die Diskussion im vorliegenden Fall tatsächlich für überflüssig und nicht zielführend.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 09.01.2010 um 09:41 Uhr
Sehr geehrter Herr Sauer,

das ist aber eine sehr juristische Deutung des Weltbildes. Und in der Tat sehe ich aus pädagogischer Sicht keinen zielorientierten Austausch gegeben da es bereits an den Grundlagen hierzu fehlt.

Was das Stehenlassen solcher Kommentare betrifft, teile ich Ihre Ansicht jedoch nicht so ganz. Denn ich bin allenfalls dafür verantwortlich mit welchen Textbeiträgen von mir die Gießener Zeitung in der Öffentlichkeit dasteht - mit Textbeiträgen anderer Personen habe ich nichts zu tun und bin hierfür deshalb auch unmöglich in irgendeiner Form verantwortlich zu machen.

Und man muss den Menschen durchaus auch mal zutrauen können, sich selbst Gedanken und ein Bild machen zu können. ;o)
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 10.01.2010 um 15:09 Uhr
Lieber Herr Schmidt,
ihre Kommentare bewegen sich ganz sicher nicht im Rahmen der Etikette. Und schon gar nicht im Rahmen des Verhaltenskodex dieser Zeitung. Dass das mit dem Strafgesetzbuch nicht allein zu tun hat, haben wir Ihnen schon unzählige Male erklärt, daher brauchen Sie nicht immer darauf herumzureiten, dass Sie verfassungskonform handeln. Denn Sie handeln eben sicher verfassungskonform, nicht aber nach den Verhaltensgrundsätzen der Betreiber. Ich weiß auch nicht, warum das so schwer zu verstehen ist: Wenn ich eine Disco betreibe und jemand benimmt sich aus meiner Sicht daneben, dann kann ich ihm als Besitzer durchaus maßregeln - auch zu einem Zeitpunkt, wo noch lange kein Strafgesetzbuch in Kraft tritt. Ebenfalls irren Sie, wenn Sie glauben, zur Schließung der Diskussion nicht beigetragen zu haben, denn da wir auf Transparenz setzen, wird verwarnt und eine Diskussion ggf. geschlossen, die Kommentare bleiben aber durchaus stehen.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.01.2010 um 19:43 Uhr
Hallo Herr Schmidt,
entweder wollen oder können Sie es nicht verstehen. Echt schade. Ich vermute ersteres bei Ihnen, denn Sie behaupten ja von sich selbst, sie seien so hoch intelligent. ;-)
Das Beispiel von Frau Glinke mit der Disco ist doch sehr anschaulich und eindeutig und sollte eigentlich jeder Mensch verstehen können.

Aber wenn Sie schon Art. 5 des GG zitieren, kennen Sie denn den vollen Wortlaut des Artikels? Dort gibt es nämlich nicht nur einen Abs. 1, sondern auch einen Abs. 2 der wie folgt lautet:
"(2) Diese Rechte [der Meinungs- und Pressefreiheit, CM] finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."
(Quelle: http://dejure.org/gesetze/GG/5.html)

Frau Glinke sagt ja nicht, dass Sie sie oder andere sich hier nicht äußern dürfen. Dieses Recht ist jedem unbenommen. Aber es geht eben um solche Werte, die man eigentlich im Elternhaus während der Erziehung mitbekommen sollte :
- Respekt und Achtung bzw. Anerkennung vor anderen Menschen und - in Bezug auf das Portal der GZ insbesondere - auch deren Meinungen
- Höflichkeit und Freundlichkeit dem anderen Gegenüber

Das einzig allein ist es, was Frau Glinke von Ihnen fordert.

Aber mehr als pauschale Verunglimpfungen gegen alle Personen, die irgendwie weiter links stehen als sie und welche die Linken nicht als Staatsfeinde Nr. 1 sehen sowie das stereotype Wiederholen ihrer schon 1000x vorgebrachten Argumente (evtl. sogar mittels Copy und Paste) konnte ich in den allermeisten Fällen von ihnen nicht lesen. Und in manchen Fällen konnte man sogar den Eindruck gewinnen, das der in Art. 5 (2) aufgezählte Schutz der pers. Ehre seitens Ihrer Person nicht für alle Bürgerreporter auf dieser Plattform gilt.

Ich werde nun an dieser Stelle enden, da man einem beratungsresistenten Menschen wie Ihnen sowieso nicht helfen kann und jeden Liebesmühe vergebens scheint, Sie zu Anstand und Achtung der Meinung anderer anzuhalten.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 10.01.2010 um 21:22 Uhr
Ist es eigentlich böse darauf hinzuweisen , dass jeder Bürgerreporter den AGBs der Gießener Zeitung zugestimmt hat?

Darin kann man nämlich im § 5 (Verantwortlichkeit für eingestellte Inhalte/Urheberrecht) nachlesen:

"Insbesondere die Einstellung folgender Inhalte ist verboten:
Inhalte, die in Rechte Dritter (z.B. Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte, sonstige Eigentumsrechte) eingreifen;
Inhalte, die pornografisch, sittenwidrig oder in sonstiger Weise als anstößig einzuordnen sind;
Inhalte verfassungsfeindlicher oder extremistischer Art oder von verbotenen Gruppierungen stammend;
Inhalte, die strafbar, insbesondere volksverhetzend und beleidigend sind;
Inhalte, die unsachlich oder unwahr sind;
Inhalte, die lediglich zum Zweck der Verbreitung eines politischen, weltanschaulichen oder religiösen Bekenntnisses eingestellt werden;
Inhalte, die Produkte oder Dienstleistungen zu gewerblichen Zwecken anbieten und dafür werben;
Inhalte, die Soft- oder Hardware beeinträchtigen, beschädigen oder zerstören können, insbesondere Viren enthaltende Inhalte."

Was das StGB (§185 StGB, §186 StGB, §187 StGB) dazu vorzubringen hat habe ich weiter oben bereits aufgeführt (Widerholungen tragen meines Wissens nichts zum Wahrheitsgehalt bei).

Womit sich mir die Frage aufdrängt was wir hier eigentlich diskutieren und wie lange wir es diskutieren.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.01.2010 um 22:00 Uhr
Herr Schmidt, warum antworten Sie überhaupt, wenn Sie doch nicht mit den anderen Bürgerreportern der GZ diskutieren möchten? Wollen Sie die Kritik an Ihrer Art und Weise, wie Sie sich hier gebaren, nicht verstehen oder können Sie nicht, weil es Sie überfordert. Sorry, wenn ich so direkt werde, aber ich finde es reicht langsam mit ihren stereotypen Wiederholungen und Anfeindungen gegenüber Andersdenkenden!!

> Womit sich mir die Frage aufdrängt was wir hier eigentlich diskutieren und wie lange wir es diskutieren.

Und um die Frage von Herrn Lux zu beantworten:
Wie diskutieren aktuell ein generelles Problem des Herrn Schmidt im Umgang mit anderen Menschen auf dieser Plattform. Leider!

Aber um noch mal auf das eigentliche Thema zurückzukommen:
Also Sachbeschädigung, egal von wem gegen wen ist das eine. Und absolut nicht zu billigen!! Auch Gewalt von Links ist sch... .
Aber was zählt in ihren Augen mehr Herr Schmidt:
Der KFZ eines Arbeitnehmers, welches er für die Fahrt zur Arbeit braucht, oder ein Menschenleben? Diese Frage hätte ich echt gerne mal beantwortet. Und sicherlich nicht nur ich!

Seit 1990 wurden 149 Menschen von den Rechten ermordet (Quellen: http://www.opferfonds-cura.de/index.php?option=com_content&task=view&id=49&Itemid=5 und http://npd-blog.info/2010/01/05/todesopfer-rechte-gewalt5526388/). Und unter den Opfern sind nicht nur Ausländer und "Linke" bzw. Andersdenkende sonder auch normale Polizisten, wie z.B. der am 23.02.1997 auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg (Schleswig-Holstein) erschossenen Stefan Grage (Quelle s.o.). Aber das blenden Sie wohl völlig aus. Und die schweren Ausschreitungen der autonomen Nationalisten in Hamburg am 01.Mai 2008 (Quelle u.a.: http://www.stern.de/panorama/1-mai-rechte-poebeleien-im-bahnwaggon-619068.html) die damals mit äußerster Brutalität vorgingen wollen sie ebenso nicht sehen. Dies nur als Ergänzung zu den von ihnen Gebetsmühlenartig vorgebrachten - leider unvollständigen - Argumenten.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 11.01.2010 um 04:17 Uhr
Sehr geehrter Herr Momberger,

„warum antworten Sie überhaupt, wenn Sie doch nicht mit den anderen Bürgerreportern der GZ diskutieren möchten? Wollen Sie die Kritik an Ihrer Art und Weise, wie Sie sich hier gebaren, nicht verstehen oder können Sie nicht, weil es Sie überfordert.“

ich vermute mal dass es letztlich genau darum geht, dass der Herr vermutlich schon oft in seinem Leben vermittelt bekommen hat, dass es so nun wirklich nicht geht und es in der Folge nicht mehr all zu viele Betätigungsfelder gibt. Insofern könnte man in seiner Situation solche Signale sicherlich bedenken, oder aber andere schlicht als "Chaoten", "Kriminelle", "Unterstützer von Kriminellen" oder wie auch immer vor dem eigenen Bewusstsein herabwürdigen.

Letzteres hat sicherlich den Vorteil dass man sich selbst stets als Märtyrer betrachten kann, dem Unrecht geschieht. Damit ist diese Variante sicherlich verführerischer als jegliche Form der Selbstreflexion. Und dass wir hier es hier mit einem großen Bedürfnis der Selbstdarstellung zu schaffen haben, darüber zweifele ich nicht.

„Seit 1990 wurden 149 Menschen von den Rechten ermordet“

Psst, keine Fakten welche das Weltbild in Frage stellen: Wenn Sie so weiter argumentieren werden Sie sonst auch noch zum Autoanzünder-Unterstützer, und/oder bekommen angeraten, dass Sie sich beim ZdJ bewerben sollten... ;-)

„Also Sachbeschädigung, egal von wem gegen wen ist das eine. Und absolut nicht zu billigen!!“

Das ist der entscheidende Punkt! In meinen Augen aber nicht bloß Sachbeschädigung. Und ich gebe zu, dass mir der sprichwörtliche Kamm schwillt, wenn ich an solche Vorfälle denke wie vor etwas mehr als einem Jahr. Wir erinnern uns: Damals glaubte irgendein Mensch, es sei ein feiner Plan „aus politischen Gründen“ mit einem Klappspaten auf ein schlafendes Kind einzuschlagen. Entweder um das Kind zu töten, oder aber den Tod durchaus in Kauf nehmend. Danach haben die „aufgebauschten“ und „eher ungefährlichen“ Herren Neonazis übrigens in einem öffentlich zugänglichen Internetforum „beraten“, dass man doch seitens der Behörden Eltern ihre Kinder wegnehmen müsste, welche Kinder in ein Zeltlager gehen lassen, dass von Neonazis überfallen werden könne.

Aber zurück zu dieser Internet-Plattform: Vielleicht folgen wir einfach alle dem Ratschlag, uns in den hiesigen Lokalitäten umzutun. Möglich dass wir tatsächlich eine Kneipe finden in der Menschen anzutreffen sind, welche kriminelle Handlungen gegeneinander aufwiegen wollen und diverse Straftaten mit dem Hinweis relativieren möchten, dass es ja auch andere gäbe. Und vielleicht wissen wir dann auch anhand dieses Erlebnisses, mit welchen Menschen wir sicherlich nicht freiwillig unsere spärliche Freizeit verbringen möchten. Denn immerhin bezahlt uns vermutlich niemand für diesen angestrebten Kneipengang.

Ich befürchte auch dass ein fortgesetzter Umgang mit derartigen Charakteren unserem Verstand schaden würde. Und wir benötigen unsere sprichwörtlichen sieben Sinne noch um einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen zu können, damit wir dann Steuergelder aufbringen können, die (unter anderem) dazu dienen dass Neonazi-Organisationen nicht am sprichwörtlichen Hungertuch nagen müssen.

Sicherlich ist mir bewusst, dass Drogen (und hier wohl insbesondere der Alkohol) eine fatale Wirkung auf den Menschen haben können. Es ist mir auch bewusst, dass Stammtische meist darauf ausgelegt sind dass Menschen beieinander sitzen und Drogen konsumieren. Dass dies dazu führt, dass eine Mehrheit innerhalb unserer Gesellschaft (oder auch bloß innerhalb der Kneipenszene) ein derartiges Verhalten und eine derartige Weltsicht annimmt, glaube ich nicht. Ebenso wenig glaube ich dass ich meine Bildung dem Wissens- und Kenntnisstand angleichen sollte, welchen ich in der beschriebenen Kneipe (sofern es diese denn gibt) antreffen könnte.

So, genug des Textes: Auf zu neuem Tagewerk - damit nicht etwa demnächst Neonazis unbewaffnet über andere Menschen herfallen müssen...
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 11.01.2010 um 08:23 Uhr
Ah die Zuwanderungslüge mal wieder. Oh ja, sicherlich eine der populistischsten Behauptungen um dem "normalen Wohnzimmerbürger" Panik zu bereiten. Natürlich mit dem Vorteil das selbst die vergangene Bundesregierung mit ihrer Informationspolitik bzgl. der Regelung als "Zuwanderungsland" zu dieser Legendenbildung beitrug. Entgegen der weitverbreiteten Panikmache sieht das die UNO-Flüchtlingshilfe jedoch ein klitzekleines bisschen anders.

"Nach der Drittstaatenregelung (auch ‚Dublin-II-Regelung’ genannt) können Personen, die im Ursprungsstaat zwar politisch verfolgt wurden, aber über einen für sie sicheren Drittstaat einreisen, ihr Recht auf Asyl wegen politischer Verfolgung nicht geltend machen. Sie werden in das sichere Land zurückgewiesen, um dort ihr Asylverfahren zu durchlaufen.

Ist der sichere Drittstaat nicht konkret festzustellen, was mangels entsprechender Angaben des Asylbewerbers oder fehlender Unterlagen vorkommt, wird das Asylverfahren fortgeführt. Wird politische Verfolgung bejaht, kann zwar eine Anerkennung als Asylberechtigter wegen der Einreise über einen – wenn auch unbekannten – sicheren Drittstaat nicht erfolgen; dem Asylbewerber wird dann jedoch Abschiebungsschutz zuerkannt.

Als sichere Drittstaaten gelten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen und die Schweiz. Weitere Länder können zu ‚sicheren Drittstaaten’ erklärt werden. Mindestanforderung dafür ist, dass die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention sichergestellt ist.

Die Drittstaatenregelung ist umstritten. Kritisiert wird z.B. dass in der Realität die Gesetze und die Praxis der Asylverfahren in den teilnehmenden Staaten noch immer sehr unterschiedlich ist. Auch die Familienzusammenführung und der Umgang mit Minderjährigen ist nicht einheitlich geregelt."
(http://www.uno-fluechtlingshilfe.de/druck.php?id=57)

Upps, schon wieder ein Feindbild in Frage gestellt? 'tschuldigung! ;-)
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 11.01.2010 um 08:23 Uhr
Es freut mich durchaus etwas konstruktives von Ihnen zu lesen, auch wenn ich es hinter den neuerliche vorgebrachten seltsamen Behauptungen suchen und hierzu die meisten Textpassagen schlicht ignorieren muss.

In der Tat – und das lässt sich in diesem Forum ja auch nachlesen – bin ich vom demokratischen System überzeugt.Demokratie ist eine feine Sache, die nicht „in Stein gemeiselt“ ist und durchaus ausgebaut werden kann und soll. Dazu gehört sicherlich auch, die vorhandenen demokratischen Möglichkeiten innerhalb dieser Gesellschaft zu nutzen, sie zu befördern, sie an die nächsten Generationen weiterzuvermitteln und die gesamte Gesellschaft daraufhin abzuklopfen, an welcher Stelle ein Ausbau demokratischer Strukturen denkbar und sinnvoll sein kann. Und das ist sicherlich weitaus mehr als das was uns die Schule bislang lehrt: Nämlich die kenntnis der diversen Ebenen der Gesellschaftsverwaltung und deren Zuständigkeiten.

Sicherlich sind auch Volksentscheide eine feine Sache. Beispielsweise hätte es in meinen Augen (und zwar in keinem EU-Land) eine Abstimmung von Parlamentariern bzgl. der EU-Verfassung geben dürfen. Als Mensch der sich um Bildung bekümmert halte ich es aber auch für wichtig, dass hierzu zunächst ein freier Zugang zu Informationen geschaffen wird. Das meint am Beispiel der EU-Verfassung: Man hätte aufhören müssen der Bevölkerung etwas vorzumachen, dass es zwingend (irgend-)einer EU-Verfassung bedürfe, sondern stattdessen und öffentlich die Inhalte des Verfassungs-Entwurfes vorstellen müssen und darüber abstimmen müssen. Eine noch bessere Variante wäre sicherlich bereits den Entwurf durch eine möglichst breite Öffentlichkeit erarbeiten zu lassen. Das hätte jedoch den ernsthaften Willen dazu, sowie auch eine detaillierte und öffentliche Information vorausgesetzt. Statt dessen haben unsere Damen und Herren Parlamentarier dies jedoch lieber unter sich abgestimmt und dies dann als vorbildlichen Akt der Demokratie gefeiert und kommuniziert.

Nun, sicherlich würde es mir auch gut gefallen,wenn künftig ohne Vorbehalte (von wegen Beunruhigung der Bevölkerung) „politisch motivierte“ Gewalttaten kommuniziert, öffentlich gemacht und mindestens ebenso strafrechtlich verfolgt würden, wie andere Straftaten auch...

Aber mal die sprichwörtliche Butter bei die ebenso sprichwörtlichen Fische: Stellen wir uns mal kurz vor, wir lebten in einem Land in dem Verbrecher ohne wenn und aber als solche Behandelt würden, in denen die Überprüfung von Verfassungsfeindlichkeit anhand der Fakten geprüft würde und nicht daran wie viele Staatsdiener sich selbst belasten und ihre Tarnung auffliegen lassen müssten, ein Land in dem möglichst vielen Menschen Demokratie als greifbarer und belastbarer Wert erschiene, statt als leere Worthülse. Stellen wir uns ferner vor, dass in diesem Land in dem wir leben tatsächlich Sie, ich und all die anderen Menschen in diesem Land gefragt würden, was sie wollen, und dass dieser Wille dann entscheidend für das politische Vorgehen der Regierung (wie auch immer die in dieser Vorstellung dann aussehen würde) wäre - der Phantasie sind ja insofern keine Grenzen gesetzt.

Würden Sie dann in dieser Gesellschaft auf solche Volksbefragungen befürworten, welche nicht ihren Feindbildern zupass kommen und es unterstützen dass auch solche Argumente mit in die allgemeine und öffentliche Informationsfülle einfließen, die nicht ihrer politischen Motivation nützlich sind, bzw. dieser gar entgegen stehen? Nun, nach alldem was ich bislang von Ihnen zu lesen bekommen habe, habe ich hieran ernsthafte Zweifel. Aber die Diskussion hierüber könnte sich immerhin lohnen – im Gegensatz zu all dem was hier im Laufe der Zeit an Textschwall durchs Internet geisterte.

Also nochmal in Kurzform: Volksbefragungen zu möglichst vielen gesellschaftlichen Themen und Informationsfreiheit ohne wenn und aber? Und scheuen Sie sich nicht davor Farbe zu bekennen. Da wir es hier mit einem Phantasiespiel zu schaffen haben. Die Konsequenzen tun Ihrer Antwort vermutlich niemandem weh, sie muss insofern nicht einmal zum Grundgesetz, zu den Menschenrechten, oder zu sonst etwas passen - man kann damit nichts kaputtmachen. Es ändert rein gar nichts – außer eventuell das Denken einiger Leser und in der Folge (hoffentlich) ihr Demokratiebewusstsein und hierdurch wiederum ihre Demokratiekompetenz und ihr Demokratieengagement.

Also: Kommen für Sie Volksbefragungen (und zwar bei vorheriger unbeschränkter Informationsfreiheit) auch dann in Betracht, wenn es nicht darum gehen soll, andere unter Ihren Feindbildern leiden zu lassen? Na los: Trauen Sie sich - offen und ehrlich! Und vergessen Sie nicht dass bei einer derartigen Volksabstimmung tatsächlich das ganze Volk abstimmen dürfte – folglich auch all jene Bevölkerungsteile, welche Sie in der Vergangenheit so offenkundig herabwürdigten, diffamierten, beleidigten. Menschen jeglicher sozialer, nationaler religiöser, politischer, weltanschaulicher, (…) Ansicht welche in diesem Lande leben. Da lässt sich sicherlich nicht derart offenkundig jubilieren, dass in Österreich Asylbewerber in Lagern interniert werden sollen, nicht wahr? Schwierig wenn man in seine Mehrheitskalkulation auch Menschen aus anderen Ländern, anderer Religionen (auch die von Ihnen so verachteten Juden), Demokraten, Homosexuelle, Asylbewerber, usw. mit einplanen muss. Genau so funktioniert Demokratie in meinen Augen: Ohne Informationsmonopol, ohne dass Feindbilder unwidersprochen „abgefeiert“ werden und mit der gleichberechtigten Beteiligung aller, welche die getroffenen Entscheidungen betreffen.
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 12.01.2010 um 15:26 Uhr
Zurückgekehrt aus meinem Urlaub melde ich mich nun auch noch zu Wort. Ja, das Thema "Volksentscheid" wird immer mal wieder diskutiert. Und schon an anderer Stelle habe ich meine Bedenken dazu geäußert.
Auf der einen Seite spricht vieles dafür. Ich glaube in der Tat, dass sich manch ein Politiker die Augen reiben würden, wenn es dieses Instrument bei uns geben würde, denn ich habe immer mehr das Gefühl, dass sich "Volk und Volksvertreter" weiter und weiter voneinander entfernen.
Aber auf der anderen Seite habe ich Bedenken bei komplexeren Themen (nimmt sich jeder Abstimmende die Zeit, sich richtig zu informieren oder wird schlicht "schwarz-weiß" abgestimmt?) und ich fürchte, dass Abstimmungsergebnisse sehr stark davon abhängen, welche Meinung gerade in den meisten Medien oder von beliebten "Promis" vertreten wird und weniger von Sachargumenten getragen werden. Aber wenn Volksentscheid, dann muss er wirklich bindend sein, das sehe ich auch so.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 12.01.2010 um 16:09 Uhr
Ja, deine Argumente kann ich teilen, liebe Simone. Aber seien wir doch mal ehrlich: Ist es nicht die Basis der Demokratie, das Volk an den Entscheidungen teilhaben zu lassen? Und wenn die Mehrheit des Volkes eben schwarz/weiß entscheidet, und sich nicht richtig informiert, dann spiegelt doch das Deutschland wieder, und eben die Volkesmeinung - so traurig es auch ist. Wir können uns ja nicht schlauer machen, als wir sind.
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 12.01.2010 um 16:39 Uhr
Ich weiß, aber wir alle müssten dann mit der ein oder anderen "dummen Entscheidung" leben ... schluck ...
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 12.01.2010 um 16:53 Uhr
Bei einem Volksentscheid wäre es wie bei den aktuellen Wahlen, wer sich für etwas interessiert der geht auch zu einem Volksentscheid und man sollte den Otto Normalverbraucher nicht für Dumm halten, ich Denke was in anderen Europäischen Ländern praktiziert wird das könnte auch bei uns funktionieren.
Aber es gab ja in jüngerer Vergangenheit schon so genannte Bürgerbegehren, als Beispiel nenne ich Reiskirchen (Südumgehung) die erste Reaktion der unterlegenen war das man den Klageweg beschreiten wolle.
Bei einem Volksentscheid darf es nicht anschließend zu einem Hickhack vor den Gerichten kommen. Einen Entscheid den die Mehrheit der Wähler wollte müssen auch die Verlierer akzeptieren. Das wäre dann gelebte Demokratie.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 13.01.2010 um 12:06 Uhr
An dieser Stelle sei einmal gesagt, dass die besagte Frau Linke, die diese Diskussion mit ihrem Beitrag in Gang gebracht hat, nicht die Sabrina Linke ist, die in Gießen wohnt und dort auch bekannt ist. Sabrina C. Linke - unter diesem Namen ist die Dame jetzt auch bei uns registriert, wurde schon mehrfach auf den Beitrag angesprochen, hat aber nach eigenen Aussagen und nach Recherchen der Redaktion nichts mit dem Beitrag selbst zu tun. Sabrina C. Linke ist auch jene Sabrina Linke, die man in Google finden kann. Die Daten wurden hier ja schon publiziert. In dieser Sache einen Gruß an Herrn Schmidt: WennSie recherchieren, sollten Sie das in aller Richtigkeit tun. Einfach die Daten von jemand benutzen, der ungünstigerweise nur gleich heißt und dort Behauptungen aufstellen, das geht nicht. Zumal es im Falle von Frau Linke eine Verwechslung gegeben hat, was natürlich fatal ist. Ich hoffe, Sie sind sich bewusst, dass diese Art von falscher Datenverbreitung auch rechtliche Konsequenzen haben kann. Denn Sabrina C. Linke, die sie mit Sabrina Linke verwechselt haben, ist davon gar nicht begeistert, wie sie im Gespräch mit der Redaktion dargelegt hat. Das ist Rufmord und Diffamierung übelster Art, basierend auf falschen Tatsachen. Bitte unterlassen Sie solche schlecht recherchierten Schnellschüsse. Sonst müssen Sie mit Konsequenzen rechnen. Dies ist keinesfalls im Sinne des Verlages und der Redaktion. Ich bitte Sie hiermit öffentlich, sich bei Sabrina C. Linke zu entschuldigen.
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 13.01.2010 um 12:17 Uhr
@ Herr Schmidt: Ja, das sehe ich genauso; sie müssten bindend sein und ich fürchte, da käm manch unglückliche Entscheidung zustande. Aber das Argument, dass wir derzeit mit den Fehlentscheidungen der Politiker leben müssen, hat natürlich auch vieles für sich. Die Steuerentscheidungen 2010 und das Bankenrettungsprogramm sind zum Beispiel zwei Punkte, die mich unendlich wütend machen und die via Volksentscheid sicher anders entschieden worden wären. Bankenrettung, wenn dann gekoppelt an Bedingungen und warum wir Erben und Hoteliers unterstützen müssen, verstehe ich bislang nicht ...
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 13.01.2010 um 15:14 Uhr
Bevor sich jetzt jemand wundert: Ja, hier wurden Kommentare entfernt, was leider die Diskussion verfälscht.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 13.01.2010 um 17:39 Uhr
Wieso das denn? Was mit Herrn Schmidt passiert? Wurde er gelöscht oder ist er selbst gegangen? Denn es sind wohl seine Kommentare die Fehlen.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 13.01.2010 um 18:13 Uhr
Lieber Herr Momberger,
Herr Schmidt ist nicht mehr auf dieser Plattform aktiv.
Christian Momberger
11.292
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 13.01.2010 um 18:20 Uhr
VIelen Dank für die Info.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Infoladen Gießen

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