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Nachtgedanken: "Schicksal" & Schicksal

Gießen | Ja, wenn man vom Schicksal spricht, stellen sich schnell die Schicksalsfragen. Davon lebt so mancher Fernsehkanal. Und die „guten und die schlechten Zeiten“ bürgen für hohe Einschaltquoten. Denn nach einem festgeschriebenes Drehbuch agieren hier junge Protagonisten wie Marionetten, die sich gegenseitig an ihren Fäden ziehen, um so die Schicksalsfragen einer konsumorientierten Welt dramatisch aufzuführen:
Bin ich schön? Warum nicht? Und wieso? Oder so ähnlich.
Ist das schon der Sinn des Lebens, das doch immerhin im Tod endet?
Aber das, was nicht ins Bild passt und Fragen, die die Handlung verwirren ohne das Schicksal zu versöhnen, landet in der Asservatenkammer.
Denn am Ende dieser „schicksalhaften“ Verwicklungen, in die die Protagonisten verwickelt werden, steht immer das Happy-end oder die glückliche Fügung. Denn jeder Regisseur derartiger Geschichten weiß:
Das Leben der anderen Menschen ist für den Zuschauer immer nur dann faszinierend, wenn er so noch nie gelebt hat.
Wer sich aber jetzt bei derartigen Schicksalfragen sprachlos seinem Schicksal ergibt, weil er glaubt, daß in seinem bisherigen Leben immer etwas fehlte, dem ist nicht mehr zu helfen. Vielleicht glaubte er auch diese Art von Schicksalsergebenheit sei eine Philosophie. Mit dieser Behinderung kann man leben...
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Zugegeben, in der Welt der Freizeit und des Konsums ist es gar nicht so einfach, wenn die Geschichte über Dich hinweggeht.
Kurz, ich lasse mich da nicht vertrösten. Ich habe da schon ganz andere Schicksale erlebt, von denen die Medienwelt nichts hören will.
Und ich bin auch nicht der Typ, der seine verschwitzten Hände am Hosenbein abreibt wie ein ältlicher Firmling, der sich sein Leben schicksalhaft erklärt.
Denn für mich kommt es nicht darauf an, was ich sehe und erlebe. Für mich ist wichtig, wie ich das, was sich Leben nennt, verarbeite...
Aber wie Sie schon feststellen können- ich achte auf den Tonfall meiner Worte. Und als Ungläubiger male ich mir natürlich aus, wie schön es wäre, wenn ich an das Schicksal glauben könnte. Aber bei plötzlichen Bekehrungen bin ich immer vorsichtig. Da traue ich mir selber nicht über den Weg. Dafür schreibe ich hier und kann nicht anders...
Obwohl, warum soll Gottes Finger nicht gerade auf mich zeigen? Ich bin durchaus telegen, auch ohne apostolischem Eifer.
Nun gut, der Mond mag unser Leben beeinflussen. Aber ist unser Schicksal wirklich von den Himmelskörpern abhängig? Und was treibt den Menschen an, sich in Fantasiewelten zu flüchten? Hirnforscher glauben im Gehirn Zentren gefunden zu haben, die für derartige Neigungen empfänglich sind. Meinetwegen...
Ich verlasse mich da lieber auf meine Art von Ironie, mit der ich mich diskriminiere und wahnwitzig verfolge. Wer will mir da vorwerfen, wenn ich mich selber verletze?
Und je mehr ich leide, desto sensibler registriere ich, wie sich das Schicksal in den Vordergrund zu schieben versucht. Ich aber lasse mich nicht in die Statistenrolle drängen und drehe dem Schicksal eine Nase.

Kommentare zum Beitrag

Hugo Gerhardt
6.700
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 20.12.2009 um 11:39 Uhr
Ja Albert, die Geschichte ist voll von solchen Prophezeiungen.
Ich hörte von einer Prophezeiung:
Einer Frau wurde "wahrgesagt" sie werde im Frühjahr auf einer Kreuzfahrt die Liebe ihres Lebens kennen lernen, also buchte sie eine Kreuzfahrt.
Kurz vor dem Termin wurde sie krank und konnte so diese Kreuzfahrt nicht antreten.
"Wahr"scheinlich war diese große Liebe auf diesem Schiff, sie konnte aber diese Liebe nicht treffen, weil sie innerlich noch nicht bereit war für die große Liebe.
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von:  Dr. Mathias Knoll

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Dr. Mathias Knoll
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