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Haus der Deutschen Kunst: Führer-Kunst und neue Anti-Kunst Weiweis - So Sorry 2009 (1)

von Werner Hahnam 22.11.20092102 mal gelesen1 Kommentar
Bekannt wurde Ai Weiwei hierzulande 2007, bei der Documenta in Kassel, als er 1001 Chinesen für sein Kunstprojekt einfliegen ließ. Und nun die große Ausstellung in München.
Bekannt wurde Ai Weiwei hierzulande 2007, bei der Documenta in Kassel, als er 1001 Chinesen für sein Kunstprojekt einfliegen ließ. Und nun die große Ausstellung in München.
Gießen | Das Haus der Kunst (HdK) wurde nach 1945 entnazifiziert. Parallel zur Goebbelsschen Großen Deutschen Kunstausstellung von 1937 zeigte Adolf Hitler als Der Führer - erstmals parallel im Hofgarten Entartete Kunst. Das Haus der Deutschen Kunst (HdDK) mutierte zum HdK. 1955 konnte Picassos Guernica gezeigt werden, heute brilliert die sehenswerte Mammut-Schau So Sorry des chinesischen Regimekritikers Ai Weiwei im HdK. Die Begriffe Ornament und Verbrechen werden im Zusammenhang mit der Schau So Sorry im zweiten Teil des Essays erörtert - Adolf-Hitler-Kunst, Entartete Kunst und documenta(12)-Antikunst-Rebell Ai Weiwei . Diskutiert wird, ob Ai Weiwei, der der documenta-Institution den Stinkefinger gezeigt hat, in der BRD künstlerische Immunität besitzt.

Zum Fall Weiwei: Es sei die Kunstausstellung des Jahres titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ) über die aktuelle Schau im Münchner Haus der Kunst (HdK); früher Haus der Deutschen Kunst (HdDK). Dort zeigt der chinesische Regime-Kritiker Ai Weiwei momentan seine Werke. Die Tages und Wochenpresse berichtete darüber, dass der Architekt und Künstler Ai Weiwei am 12. August von einem Polizisten in China zusammengeschlagen wurde. Er war als Zeuge in Sachen Schüler-Sterben wegen eines Erdbebens aufgetreten (Chengdu). In Deutschland plante der bekannte und umstrittene documenta12-Künstler (Fairy Tale, Template siehe w. unten) zu dieser Zeit für das HdK seine erste große Einzel-Ausstellung. Das HdK ist durch Ausstellungen über sog. Nicht-Entartete deutsche Kunst im HITLER-Reich (seit 1937) berühmt-berüchtigt. Zwischen den herrschenden Kunst-Ideen der Nazi-Zeit und denen der herrschenden Klasse in China gibt es Parallelen. Die künstlerische Potenz des Staats-Kritikers Weiwei wird heute in China und der BRD infrage gestellt. Ist dies berechtigt? Ketzerische Frage: Genießt Ai Weiwei etwa Immunität? (1)

Neo-Readymade-Star Ai Weiwei machte aus seinem Krankenhaus-Aufenthalt in München künstlerischen Aktivismus. Er veröffentlichte Handybilder auf Twitter sowie in seinem Ausstellungs-Blog, und Ai empfing die Journalisten an seinem Bett, entband die Ärzte der Schweigepflicht, stellte ärztliche Schriftstücke als Readymades ins Internet; Ais BLOG. Zensur im Internet hat der Anti-Kunst-Rebell erlebt: In China unterliegen die neuen Medien einer starken Kontrolle. US-Präsident Barack Obama forderte gerade in Peking
Kunstjournalist meint: „Allein jene lächerliche, bunte, völlig am dramatischen (Todes)Thema vorbeigleitende Schulranzen-Wandgestaltung ist skandalös schlecht.“
Kunstjournalist meint: „Allein jene lächerliche, bunte, völlig am dramatischen (Todes)Thema vorbeigleitende Schulranzen-Wandgestaltung ist skandalös schlecht.“
die Einhaltung der universellen Menschenrechte; Grund- und Freiheitsrechte Meinungs- und Religionsfreiheit - sollten auch in der Volksrepublik gelten. Diese Rechte wünscht sich auch der Regimekritiker Weiwei, der mit seiner (Anti)Kunst einen kritischen Beitrag dazu leisten möchte, um zu einer glücklicheren und friedlichen Welt zu kommen.

Verboten ausgegrenzt - verfemt

Den ZEITGEIST damals (Unrechtsstaat der Nationalsozialisten und Entartete Kunst) und ZEITGEIST von heute (Kulturpolitik in China) kann man vergleichen: die Stichworte verboten ausgegrenzt verfemt sind für die beiden Zeiten relevant. Was einmal echte deutsche Kunst sein sollte und was (parallel dazu) als entartet gebrandmarkt wurde und Ai Weiweis Anklagen im HdK 2009 (So- Sorry-Schau) sollte man parallelisierend betrachten:
Das Internet ermöglicht es heute jedem ohne dass Kosten entstehen sich über das anrüchige Haus der Deutschen Kunst zu informieren: Die beiden Ausstellungen Entartete Kunst und Die große Deutsche Kunstausstellung waren von Goebbels 1937 bewusst als Konfrontation organisiert worden. Einen Tag nach der Einweihung des "Haus der Deutschen Kunst", am 19. Juli 1937, fand in der benachbarten Galerie am Hofgarten die Eröffnung der Propaganda-Schau
„Sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt“. „Remembering“ (2009) heißt die Arbeit, und der Satz stammt von einer der vielen trauernden Mütter, deren Kinder im Mai letzten Jahres bei dem verheerenden Erdbeben in Sichuan.
„Sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt“. „Remembering“ (2009) heißt die Arbeit, und der Satz stammt von einer der vielen trauernden Mütter, deren Kinder im Mai letzten Jahres bei dem verheerenden Erdbeben in Sichuan.
"Entartete Kunst" statt. Aufeinander bezogen sollten die beiden Ausstellungen in den Augen der Nationalsozialisten den größtmöglichen Kontrast zwischen "Deutscher" und "undeutscher" Kunst aufzeichnen. In der als Gegenausstellung konzipierten Propaganda-Schau "Entartete Kunst" wurde die zeitgenössische, moderne Kunst, die in Deutschland seit 1910 entstanden war, als krankhaft und verkommen dargestellt. Am Pranger standen damals international anerkannte deutsche Avantgarde-Künstler wie Otto Dix, George Groz, Ernst Barlach, Max Beckmann; auch Werke von Kokoschka, Chagall, Kandinsky, Klee, Nolde, Kirchner und Schlemmer wurden verteufelt.
Während die Propagandaschau "Entartete Kunst" nach dem Auftritt in München (1937) danach in leicht veränderter Form in Berlin, Hamburg und weiteren Orten im deutschen Reich gezeigt worden ist, präsentierten die Machthaber des Dritten Reiches unter dem Beifall des Führers, was als Deutsche Kunst gefördert werden soll. Der größte Künstler des Staates der Führer Adolf Hitler -, meinte, nur die Vorsehung habe ihn daran gehindert, seine eigene Künstler-Natur voll zu entfalten.

Zentraler Ort der Nazi-Kunst-Propaganda war das Haus der Deutschen Kunst. 1937 wurde hier in der ersten "Großen Deutschen
Kunst-Tempel "Haus der Kunst" - entnazifiziertes "Haus der Deutschen Kunst" (HdDK).
Kunst-Tempel "Haus der Kunst" - entnazifiziertes "Haus der Deutschen Kunst" (HdDK).
Kunstausstellung" mit 900 Werken erstmals die Führer-gewollte so genannte völkische Kunst als eine anspruchslos-allgemeinverständliche Kunst gezeigt. Gesunde Kunst des deutschen Volkes sollte gefeiert werden. Welche Werke ausgestellt wurden und wer juriert hat, zeigt dokumentarisch schön und eindrucksvoll die Website http://www.hausderdeutschenkunst.de/geschichte/entartete-kunst.html - ebenda gute aufschlussreiche Links wie Die Ausstellung und Neue deutsche Malerei sowie Postkarten & HdK-Serie (bis HdK 1055).

In unmittelbarer Nachbarschaft zum HdDK wurde die Ausstellung Entartete Kunst eröffnet. Der Maler und Präsident der Reichskammer der bildenden Künstler, Adolf Ziegler, hielt die Eröffnungsrede: Wir sehen um uns herum diese Ausgeburten des Wahnsinns, der Frechheit, des Nichtskönnertums und der Entartung. Uns allen verursacht das, was diese Schau bietet, Erschütterung und Ekel.

Kar Lenz der irregeführte hessische Bauernmaler und die Blut-und-Boden-Kunst-Ideologie: Im Dritten Reich trauert man nicht um die Gefallenen.

Auch der hessische große (bis heute verkannte) Maler und Graphiker Karl Lenz (1898 -1948) aus Erdhausen
Den aus Holztüren der Ming- und Qing-Dynastie errichteten Tempel Template (2007), bei der letzten BUERGELiade-documenta in Kassel spektakulär zusammengebrochen, hat Ai Weiwei in der Mittelhalle wieder als Ruine aufgebaut.
Den aus Holztüren der Ming- und Qing-Dynastie errichteten Tempel Template (2007), bei der letzten BUERGELiade-documenta in Kassel spektakulär zusammengebrochen, hat Ai Weiwei in der Mittelhalle wieder als Ruine aufgebaut.
(Gladenbach) durfte 1939 im HdDK in München ausstellen, wo das Ölbild Erdhausen im Winter von der Reichsregierung gekauft wurde. Lenz durch Nazi-Propaganda irregeführt und geblendet gefiel die Propaganda-Nazi-Titulierung Bauern- und Heimatmaler des Chattenlandes für seine Kunst damals überhaupt nicht.

Das 1937 von Karl Lenz für das HdDK eingereichte Gemälde „Erdhausen im Winter“ wurde von 15.000 eingereichten Arbeiten ausgewählt (vgl. Abb.); mit anderen wurde es in München ausgestellt, gekauft und später durch Kriegs-Einwirkung zerstört. Ein von Henri Nannen in einer Kunstzeitschrift gelobtes Werk von 1938/39 („Winter in Erdhausen“, 110x160cm) wurde 1939 im HdDK ausgestellt und angekauft. Über die Umwege Berlin – Wiesbaden – New York gelangte es 1968 zurück ins Künstlerhaus Lenz Erdhausen. Das Gemälde „Die Familie“ (1938/39; vgl. Abb.) wurde ebenfalls 1939 in München ausgestellt.

Bernd Küster hat über die Streitigkeiten um den „Kurhessischen Kulturpreis“ 1938 berichtet – ein Gaukulturpreis bei dem der 81-jährige Marburger Maler Carl Bantzer Vorbehalte äußerte und die unfreien Bedingungen beanstandet hat (NSDAP-Propagandaveranstaltung). Bantzer sah es nicht gern, dass Karl Lenz durch den NSDAP-Kreisleiter Hans Krawielitzki
Template-Ruine: Ai Weiweis Werk der documenta 12 - BUERGELiade-Desaster. Siehe im Internet "Mahnmal der 101 Verrisse".
Template-Ruine: Ai Weiweis Werk der documenta 12 - BUERGELiade-Desaster. Siehe im Internet "Mahnmal der 101 Verrisse".
als Mäzen gefördert wurde. Lenz lehnte den Ästhetizismus des Malers Bantzer ab. C.B. war von den Charakter-Köpfen, Winterlandschaften und Bauendarstellungen, die Lenz malte, sehr beeindruckt. (Küster; vgl. (2) Bantzer-Monographie, S. 310/11 und 300.) Küster untestellt im Buch Karl Lenz eine „devote politische Haltung“ sowie ein „Andienen an den Parteigeschmack“ während der Führer-Zeit.

Im HdDK durfte während der Kriegszeit das nach mehreren Studien entstandene Gemälde Trauer um die Gefallenen von Lenz NICHT ausgestellt werden: Das 2.50 m große Bild von 1939/40 war von Lenz nach München zum Nazi-Tempel der Deutschen Kunst gesandt worden -, wurde im HdDK aber nicht ausgestellt. Aus Verärgerung darüber zerschnitt Lenz das Bild. Im Dritten Reich trauert man nicht um die Gefallenen es war eine Ehrensache, für das Vaterland zu sterben, sagten ihm die nationalsozialistischen Machthaber, die über Kunst und Künstler bestimmt haben und ein inniges Zusammengehen von Politik mit der Kunst im Staate gefordert haben. (2)

Die bildenden Künstler Großdeutschlands sollten die Menschen der Heimat und der Front im 2 Welt-Krieg erfreuen und beglücken, um die schwere Zeit mutig und siegesbewusst zu überwinden. Der Heldenkampf der Soldaten
Der Anti-Kunst-Polit-Rebell Weiwei – „Pandabär der Kunstszene“ (SZ) – „habe Glück, dass China so böse zu ihm ist, denn hierzulande erregt er geradezu hysterisches Interesse“.
Der Anti-Kunst-Polit-Rebell Weiwei – „Pandabär der Kunstszene“ (SZ) – „habe Glück, dass China so böse zu ihm ist, denn hierzulande erregt er geradezu hysterisches Interesse“.
sollte der Heimat vor Augen geführt werden anschaulich durch deutsche Kunst: Um für das deutsche Volk die Widerstandskraft zu stärken und die Siegeszuversicht zu erhöhen. Nicht Form und Farbe, sondern die Stellung zum Leben, zur Zeit, ist das zentrale Problem der heutigen Malerei, hieß die kunstfeindliche Parole der Nazi-Machthaber 1939. (Prüfungsarbeit 1969 (3), S. 15 f.)

Der große Henri Nannen (ehemals Chef der Illustrierten stern und Gründer der Kunsthalle Emden vgl. http://www.stern.de/ und http://kunsthalle.conne.net/index.php3?hid=00214 (Studium der Kunstgeschichte an der Münchner Universität. In den 30er Jahren begann er mit der journalistischen Arbeit) - hat was übrigens weithin nicht bekannt ist - in einer Kunst-Zeitschrift damals besonders auf das vom Führer angekaufte Lenz-Bild Winter in Erdhausen hingewiesen. Und er publizierte eine große Abbildung des K.L.-Werkes in einer Kunstzeitschrift. Nannen hat früher (man glaubt es kaum) die moderne Malerei als Folge der jüdisch-bolschewistischen Kunstzersetzung erklärt: Überfremdung und zersetzende Einflüsse brachen bei uns ein, und verzerrten das Gesicht unserer Kunst zur blöden Fratze. (4)

Ai Weiwei jünger.
Ai Weiwei jünger.
Karl Lenz erhielt 1938 in Marburg den Hessischen Kulturpreis. Karl Lenz besuchte die Kunstakademie in Düsseldorf und war Meisterschüler von Prof. Paul Junghanns, der im HdDK schon 1937 mit mehreren Bildern vertreten war. (Bilder: vgl. Link w.o. Postkarten-Serie).
Der Tier- und Bauernmaler Junghanns (Tiere malte er schon wie K.L. vor 1933), weilte mit Schülern seiner Klasse gerne in Erdhausen. Junghanns genoss aufgrund seiner traditionellen Malweise das Vertrauen und die Wertschätzung des nationalsozialistischen Regimes, was der Rezeption seines Werkes bis heute entgegensteht. Erst spät erkannte Junghanns (analog zu Karl Lenz) den Missbrauch, der mit seinem Werk getrieben wurde. (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Paul_Junghanns )

Vom Städel in Frankfurt wechselte Lenz an die Düsseldorfer Kunstakademie, um als Meisterschüler bei Julius Paul Junghanns Landschafts- und Tiermalerei zu studieren. Sieglinde Hahn-Niederhöfer ermittelte in ihrer Examensarbeit (3), dass Karl Lenz auf der Großen Deutschen Kunstausstellung laut Katalog 1937 mit einer Winterlandschaft (Öl) vertreten war. 1938 mit Erdhausen im Sommer (Öl), 1939 mit Winter in Erdhausen (Öl), 1940 mit den Ölbildern Die Familie und Bei kaltem Wetter. 1942 war K.L. in der Sonderschau des HdDK mit den Bildern Schwälmerin, Juni und Januar vertreten.

Ai Weiwei: Katalog auf der Buchmesse, die Ai persönlich nicht besuchen wollte oder konnte (Gesundheitsprobleme - siehe Artikel).
Ai Weiwei: Katalog auf der Buchmesse, die Ai persönlich nicht besuchen wollte oder konnte (Gesundheitsprobleme - siehe Artikel).
Künstlerische Mutation des HdK vom germanischen Mausoleum zum chinesischen Tempel

Unerwünschte Verfallskunst auf dem Gebiete der Malerei und der Bildhauerei hatten die NAZIs zum Zwecke einer die Moderne Kunst diffamierenden Ausstellung ausgewählt und sichergestellt. Konfisziert wurde so genannter Kunstverfall 1937: moderne Kunstwerke aus 32 deutschen Museen; vgl. Bilder zum Artikel und (5).

Was man unter "deutscher" Kunst zu verstehen habe, zeigte man damals im HdDK. Das HdDK (damals auch Neuer Glaspalast genannt; der alte war abgebrannt) ist Mitte Juli 1933 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet worden. Zwischen 1933 und 1937 hatten der bayrische Staat, die Stadt München und Spitzenfunktionäre der deutschen Wirtschaft und Industrie den Bau des HdDK gefördert: Siemens, Flick, Krupp, Bosch, Opel, Sachs u.a.m. - siehe die Bronzetafel der sog. Grundsteinspender in der Bilderserie. Am 6. Juni 1931 - keine zwei Jahre, bevor der Brand des Berliner Reichstags die Machtergreifung der Nazis befeuerte - ging in
Ai Weiwei zeigt Gebäuden den "Stinke-Finger"; getarnt als "Study of Perspective". "So Sorry" zeigt nicht den Stinkefinger mit documenta-Gebäude. 'Fuck off' ist die Einstellung, die ich als Einzelperson gegenüber Institutionen und Machtstrukturen habe."
Ai Weiwei zeigt Gebäuden den "Stinke-Finger"; getarnt als "Study of Perspective". "So Sorry" zeigt nicht den Stinkefinger mit documenta-Gebäude. 'Fuck off' ist die Einstellung, die ich als Einzelperson gegenüber Institutionen und Machtstrukturen habe."
München ein Gebäude mit Symbolkraft in Flammen auf: Der Glaspalast am alten botanischen Garten, der sich über die Jahre vom Messebau zu einer Kunsthalle von europäischem Rang entwickelt hatte. Als ein Mausoleum deutscher Staatskunst war bis 1937 das HdDK in die Landschaft gestellt worden:

Der 175 m lange und 75 m breite, architektonisch strikt symmetrische neoklassizistische Bau (in Stahlskelett-Bauweise, mit Donau-Kalkstein verkleidet) diente mit seiner Monumentalität den staatlichen Machthabern der Selbstdarstellung. Heute über 70 Jahre später musste die Nazi-Monumentalität des HdK mit den antiken Säulen und der germanischen Wucht vorübergehend für die Weiwei-So-Sorry-Schau einer chinesischen Wucht weichen. Das entnazifizierte HdDK mutierte zu einem Mausoleum chinesischer Anti-Staatskunst:

Rebelliert Ai Weiwei 2009/2010 im HdK mit Anti-Kunst, hat der Führer des Dritten Reichs 1937 die Kunst zu säubern versucht: "Wir werden von jetzt ab einen unerbittlichen Säuberungskrieg führen gegen die letzten Elemente unserer Kulturzersetzung", erklärt Adolf Hitler am 19. Juli 1937 in München zur Anti-Moderne-Propagandaschau Entartete Kunst. Am Vortag hat er mit einem pompösen Festakt die "Große Deutsche Kunstschau" im neuen Prachtbau eröffnet, die definieren sollte, was im NS-Staat Kunst ist. Im damals schäbigen Nebentrakt des Hofgartens wurde das Mausoleum-Gegenstück gefeiert: "Entartete Kunst".

Collage/Montage für das Titelbild des 4. documenta-Buches von Werner Hahn: Mit Ai Weiweis Stinkefinger; genehmigt durch Ai (DANKE!).
Collage/Montage für das Titelbild des 4. documenta-Buches von Werner Hahn: Mit Ai Weiweis Stinkefinger; genehmigt durch Ai (DANKE!).
Kulturverfall & Säuberung - moderne Kunst gebrandmarkt

Gleichzeitig setzte mit der Beschlagnahmung von insgesamt rund 16.000 modernen Kunstwerken, die zum Teil ins Ausland verkauft oder zerstört wurden, eine Säuberung der deutschen Kunst-Sammlungen ein. Kaum zu glauben: Auch Moderne Musik wie der Swing (Jazz) wurde auf einer am 24. Mai 1938 eröffneten Ausstellung Entartete Musik ebenso rücksichtslos diffamiert, d.h. an den Pranger gestellt, verurteilt und geächtet. Als Ausdruck des Kulturverfalls wurde moderne Kunst gebrandmarkt. Hitler der Führer initiierte in München die Hofgarten-Arkaden-Schau 1937: Gleichzeitig und parallel in Laufnähe zur ominösen HdDK-Kunst-Schau 1937 wurde die Entartete Kunst gezeigt; vgl. dazu auch mehr in http://de.wikipedia.org/wiki/Entartete_Kunst#Die_Nationalsozialisten_und_ihre_Feindschaft_zur_Modernen_Kunst .)

Im heutigen HdK (damals anrüchigen Haus der Deutschen Kunst - HdDK) wurde 1937
Urinoir am 16.10.09 - Haus der Kunst München - Ai Weiweis dychampistischer Anti-Kunst-Streich? (Foto Copyright W.H./a&s.)
Urinoir am 16.10.09 - Haus der Kunst München - Ai Weiweis dychampistischer Anti-Kunst-Streich? (Foto Copyright W.H./a&s.)
dagegen gezeigt, welche nicht-verspottete Kunst das Hitler-Regime gefördert hat (siehe oben Links). Die Große Deutsche Kunstausstellung von 1937 hatte als Initiator Joseph Goebbels; Leitung Adolf Ziegler. Adolf HITLER sagte in der Eröffnungs-Rede im HdDK am 18.7.1937:

Bis zum Machtantritt des Nationalsozialismus hat es in Deutschland eine sogenannte moderne Kunst gegeben, d.h. also, wie es schon im Wesen dieses Wortes liegt, fast jedes Jahr eine andere. Das nationalsozialistische Deutschland aber will wieder eine DEUTSCHE Kunst, und diese soll und wird wie alle schöpferischen Werte eines Volkes eine EWIGE sein. Vgl. Abb. Ausstellungsführer (5), S. 8 und meine Bilderserie. Das 32-seitige agitatorisch aufgebaute Pamphlet begleitete eine Tournee, eine Wander-Ausstellung der Bilderstürmer-Diffamierungsaktion Entartete Kunst von 1938-1941 durch das Großdeutsche Reich (Großstädte). Ausgewählte Zitate aus Reden Hitlers über die Kunst (Der Führer - von 1933-1937) wurden S. 6,8,10,12,16,18,20,28 und 30 - durch Großschrift hervorgehoben in der Broschüre (Preis 30 Pfg.) abgedruckt.

Ai Weiweis So sorry im entnazifizierten Kunsttempel HdDK (= HdK)

Wer heute die Weiwei-Ausstellung besucht, sollte sich unbedingt parallel zur Weiwei-Kunst
Stiftertafel im "Haus der Deutschen Kunst": Das HdK ist durch Ausstellungen über sog. „Nicht-Entartete ‚deutsche’ Kunst“ im HITLER-Reich (seit 1937) berühmt-berüchtigt.
Stiftertafel im "Haus der Deutschen Kunst": Das HdK ist durch Ausstellungen über sog. „Nicht-Entartete ‚deutsche’ Kunst“ im HITLER-Reich (seit 1937) berühmt-berüchtigt.
im langen Flur des HdK über KUNST-Geschichtliches informieren: Dokumentiert sind u.a. mit Bildbeispielen, Vorläufer des HdDK, Kunst und Propaganda (1937-1939 wurde der Tag der Deutschen Kunst gefeiert), HdDK - Nach dem Krieg (Entnazifizierung des Baus), Ausstellungsleitung, Einzug der Moderne (HdKWestflügel - Staatsgalerie moderner Kunst), Kritischer Rückbau (Nazi-Kunsttempel ohne architektonische Entnazifizierung). Die Besucher einer PICASSO-Ausstellung konnten 1955 das berühmte Anti-Kriegsbild GUERNICA im entnazifizierten HdDK sehen; vgl. dazu Foto der Bildergalerie!

Münchner Ärzte entdeckten bei dem im Untergeschoss des HDK wohnenden Künstler Ai Weiwei (AWW) als Folge der Schläge eine lebensgefährliche Gehirn-Blutung. Der Fall Weiwei ging weltweit durch die Medien: Willkür, Machtmissbrauch und Unterdrückung in China wurden diskutiert. Im Haus der Kunst in München gab Weiwei Interviews.

Im Interview mit DIE ZEIT (mit Hanno Rauterbach in den Katakomben des HdK-Nazipalast - 02.10.09) sprach der Regimekritiker AWW davon, den Diktatoren in Peking Demokratie abzuverlangen Meinungsfreiheit und gleiche Rechte für alle. Der Kämpfer gegen Unrecht im Riesenreich China sagte: Fuck my motherland!

FUCK (&) hatte Ai auch zur
HdK-Flur: Unten Ausstellungssaal HdDK 1937 - Mitte "Entartete Kunst" (Dada-Wand) - Oben Hitlerrede zur 3. "Großen Deutschen Kunstausstellung" 1939.
HdK-Flur: Unten Ausstellungssaal HdDK 1937 - Mitte "Entartete Kunst" (Dada-Wand) - Oben Hitlerrede zur 3. "Großen Deutschen Kunstausstellung" 1939.
documenta-Institution mit StinkefingerZeigen gesagt. Und folgerichtig wurde die BUERGELiade-d12 2007 mit monumentaler Anti-Kunst & Nicht-Kunst von Ai bombardiert. (Dazu siehe mehr w. unten.) BUERGEL und Galerie-Seilschaften machten Weiwei erst bekannt: Es interessierte sich keiner für das, was ich machte. Und das ist oft heute noch so, auch wenn das niemand glauben will. Hier in München, das ist meine dritte Ausstellung überhaupt, sagte AWW zu Rauterbach. Auch zur HdK-Kunsttempel-Fassaden-Verhüllung (Remembering mit Schulranzen s.w.u.) nimmt AWW erbost Stellung: Bei einem Erdbeben starben in China allein in den Schulen fast 6000 Kinder. Und warum? Weil die Schulen so schlecht gebaut waren, weil es Korruption gibt und man an den Konstruktionen spart. Die Regierung hätte das prüfen müssen, sie muss die Hintermänner bestrafen. Doch was tut sie? Sie tut nichts. (&) Daher hat AWW aus vielen Tausend Rucksäcken einen chinesischen Satz bilden lassen, er stammt von einer Mutter aus Sichuan, die ihre Tochter verlor: Sieben Jahre lebte sie glücklich auf dieser Welt, steht da in großen Lettern vor den Tempelsäulen.

Ai Weiwei zerstört alte chinesische Kunst nicht, um zu zerstören (&)

Mehr als den dürren Satz - so sorry, es sei wohl ein
Fehler gewesen hätten die Machthaber auch nicht zu seinem in die Wüste vertriebenen Vater damals sagen können, beklagt sich Ai. Wenn AWW neolithische Vasen, 6000 Jahre alt, mit Industriefarben bekleckert und antike Stühle und Tische symmetrisiert - aufschlitzt und zu neuen symmetrischen Skulpturen verbaut (wie ars evolutoria, s.w.u) -, hat das einen Sinn: AWW liebe Antiquitäten. Und als Konservativer, Wertebewahrer (im Politischen wie im Kulturellen) treibt es ihn danach analog der Reden Maos zu zerstören: Ich kann noch heute ganze Reden von Mao auswendig, als Kind musste ich sie lernen. Mao sagt, wir müssen die alte Welt zerstören, um eine neue aufzubauen. Manchmal scheint es mir, als lebten wir heute noch danach. In seiner Kunst zeige er, wie Zerstörung aussehe, sagt er; Gedanken, die mit dem ars-evolutoria-Schaffen wenig kompatibel sind; Syntax JA, Semantik NEIN.

Kunstkritiker Rauterberg meint hierzu lediglich: Doch sowenig er sammelt, um zu sammeln, so wenig zerstört er, um zu zerstören. Das ist das Wunder dieses Menschen: Er kommt aus der Angst und wendet sie in Mut. Er lebt vor, wie aus Trauma Kraft wird. Und Kunst ist immer ein Anfang, sage AWW.

Eine Mutter über ihr Kind: Sieben Jahre lebte sie glücklich auf dieser Welt

Die Besucher einer PICASSO-Ausstellung konnten 1955 das berühmte Anti-Kriegsbild „GUERNICA“ im entnazifizierten HdDK sehen. Oben: HdK mit BEUYSscher Kunst. Welch ein Gegensatz! (Flur HdK, Foto a&s/W.H.)
Die Besucher einer PICASSO-Ausstellung konnten 1955 das berühmte Anti-Kriegsbild „GUERNICA“ im entnazifizierten HdDK sehen. Oben: HdK mit BEUYSscher Kunst. Welch ein Gegensatz! (Flur HdK, Foto a&s/W.H.)
Als AWW Mitte September in München eintraf, musste er im Klinikum Großhadern notoperiert werden - wegen Hirnblutungen. Chinas Regimekritiker ließ sich fotografieren, Bilder gingen um die Welt: Die blutigen Narben der Operation waren noch deutlich zu sehen. In AWWs BLOG sind im Internet zwei Dokumente des Klinikums zur OP wiedergegeben: Blog http://blog.aiweiwei.com/

Der Künstler setzt sich in der Ausstellung So Sorry (So traurig) auch mit dem Thema der vielen bei einem Erdbeben ums Leben gekommenen Schulkinder von Sichuan auseinander (HdK-Fassaden-Groß-Bild). Ai Weiwei sagte hierzu: Wir wissen, dass mehr als 5000 Kinder wegen der baulichen Mängel der Schulgebäude gestorben sind, und nicht allein wegen des Erdbebens. Ich habe eine Untersuchung begonnen. Viel zu lange schon wird das Leben einzelner Menschen in unserer Gesellschaft nicht wirklich ernst genommen. Gegenüber der SZ (16.09.09) betonte AWW auch, dass sein gesellschaftlicher Standpunkt und sein Standpunkt als Künstler eng miteinander verknüpft sind. Er hoffe, dass die chinesische Gesellschaft gerecht wird, dass alle gleiche Chancen haben. Siehe Obamas Forderung in der Volksrepublik.

Der wegen seiner
HDK: Einzug der "Moderne": Picasso 1955 mit "Guernica" und Beuys 1984 (...).
HDK: Einzug der "Moderne": Picasso 1955 mit "Guernica" und Beuys 1984 (...).
politischen Aktivitäten im Erdbebengebiet in Sichuan verhaftete und von der Polizei geschlagene Ai Weiwei hätte wegen Gehirnblutungen beinahe die Eröffnung seiner ersten großen Ausstellung nicht miterlebt. Der kurze Titel der Ausstellung So sorry" weist auch darauf hin, dass Weiweis Vater, ein Schriftsteller und Mao-Anhänger, 1957 mit seiner Familie in die chinesische Wüste verbannt wurde, wo er nicht mehr schreiben und lesen durfte. Erst 1978 wurde er rehabilitiert - mit einem knappen "Sorry". Die Opfer des Erdbebens von Sichuan dagegen haben überhaupt keine Worte der Entschuldigung bekommen.

Aufsehen erregte Ai Weiwei schon vor einigen Jahren in China, als er bei den Planungen des Pekinger Olympia-Stadions, dem "Vogelnest", als Ideengeber involviert war. Später distanzierte Ai sich von den Olympischen Spielen und dem Stadion, da er die Sportveranstaltung für Propaganda-Zwecke missbraucht sah.

Ai Wewei und die BUERGELiade-documenta

Bekannt wurde Ai Weiwei hierzulande 2007, bei der Documenta 12 in Kassel (BUERGELiade bitte googeln), als er 1001 Chinesen für ein umstrittenes Kunst-Projekt einfliegen ließ. Neben der großen HdK-Ausstellung in München wollte Weiwei eigentlich auch zur Frankfurter Buchmesse reisen. Seine Teilnahme hat er aber abgesagt: wegen gesundheitlicher Probleme, wie er sagte. China war in diesem Jahr Gastland in Frankfurt (vgl. (6)).
Das 32-seitige agitatorisch aufgebaute Pamphlet begleitete eine Tournee, eine Wander-Ausstellung der Bilderstürmer-Diffamierungsaktion „Entartete Kunst“ von 1938-1941 durch das Großdeutsche Reich (Großstädte).
Das 32-seitige agitatorisch aufgebaute Pamphlet begleitete eine Tournee, eine Wander-Ausstellung der Bilderstürmer-Diffamierungsaktion „Entartete Kunst“ von 1938-1941 durch das Großdeutsche Reich (Großstädte).

In riesigen Containern wurden die im HdK ausgestellten beeindruckenden Holzstämme und Möbel aus China über Hamburg nach München transportiert. Seit Wochen lebte Ai Weiwei im Untergeschoss des HdK, um den Aufbau seiner Ausstellung zu begleiten. Ob er dabei in der Toilette seine Anti-KUNST-Duftnote gesetzt hat ist die Frage: Beim Besuch des HdK fotografierte ich ein Pissoir mit ART-Markierung eine Anspielung auf Marcel DUCHAMP?

Zu Duchamps Ready-made-Antikunst: Ohne die DUCHAMP-Readymade-Ikone von 1913 wäre der Antikünstler BEUYS nicht in Berlin vertreten, formulierte ich in einem anderen Beitrag: http://www.myheimat.de/gladenbach/kultur/hamburger-bahnhof-unappetitliches-ist-diese-kunst-noch-super-d129318.html .

Mit dem einsamen in Berlin derzeit gezeigten DUCHAMP-Anti-Kunstwerk (Schemel & Fahrradreifen, 1913 - "Roue de bicyclette") werde Sammler-Kunst (DADAISMUS z.B.) heute nicht plötzlich SUPER sagte ich. Nicht-Kunst-Interessierte sollten
"Der Führer" spricht im Ausstellungs-Pamphlet "Entartete Kunst".
"Der Führer" spricht im Ausstellungs-Pamphlet "Entartete Kunst".
wissen, dass Marcel DUCHAMP die ersten Readymades der Kunstgeschichte ins Museum gebracht hat: Berühmt ist auch M.D.s Fontaine/ Brunnen/Urinoir aus Sanitätsporzellan; sign. R. Mutt, 1917. Der DUCHAMPISMUS wird heute noch als Durchbruch für die moderne Kunst gelobt.

In der Bilderserie dokumentiere ich zur gewiss interessant-sehenswerten und wegen Monumentalität beeindruckenden Weiwei-Ausstellung, wie auf einem Podest auf Holzplatten aufgeklebte Foto-Bilder liegen, in denen Ai Weiwei den Stinkefinger auf Gebäude gerichtet zeigt (Weißes Haus und andere Gebäude): Neben ein derartiges Foto hat Ai Weiwei ein Zitat anbringen lassen: "Ich bin nicht grundsätzlich negativ. 'Fuck off' ist die Einstellung, die ich als Einzelperson gegenüber Institutionen und Machtstrukturen habe." Fuck off lautete sein Angriff auch auf die documenta-Institution, die ihn zur BUERGELiade einlud:

Im Internet dokumentierte ich zur d12 2007 in einem SZ-Kommentar (03.04.2007) vor der d12-Schau:

Alles-ist-erlaubt-documenta und Dada-Nachfahre Weiwei

Auf die Frage, ob es wirklich Kunst sei, 1001 Chinesen in eine Ausstellung mitzunehmen, antwortete Ai Weiwei im SZ-Interview: Es ist Kunst, wenn man es Kunst nennt (&). Was wir zum Märchen-Projekt (Fairytale)
Adolf HITLER über die "moderne Kunst": Ausgewählte Zitate aus Reden Hitlers über die Kunst („Der Führer“ - von 1933-1937) wurden S. 6,8,10,12,16,18,20,28 und 30 präsentiert.
Adolf HITLER über die "moderne Kunst": Ausgewählte Zitate aus Reden Hitlers über die Kunst („Der Führer“ - von 1933-1937) wurden S. 6,8,10,12,16,18,20,28 und 30 präsentiert.
zu erwarten haben, ist als konzeptuelle Kunst eine Art von Nicht-Kunst und/oder Anti-Kunst: Das Projekt passt in BUERGELs Das bloße Leben-Motto-Show , die auch Nicht-Kunst/eat-art des Kochs Adrià zeigen will. Die Stiftungen Leister Foundation und Erlenmeyer Stiftung zahlen 3 Mio. Euro - eingefädelt durch den Luzerner Galeristen Urs Meile. Bekannt geworden ist, dass Ai ein "F" auf seinem Hinterkopf stehen hat, das für sein documenta-Projekt "Fairytale" (Märchen mit 5 X 200 Chinesen) stehe. Aber es könnte auch "Fake" heißen, Fälschung, sagte Weiwei (HNA v. 27.03.07); wie der Name seines Ateliers. Fage in der chinesischen Sprache kommt aus dem Englischen. Wir werden hierzu belehrt bei wikipedia (English; The worst thing you can say to anyone.) Die Frage sei erlaubt: Ist es dem OB Kassels, Kunst-Staatsminister CORTS sowie Ministerpräsident KOCH bekannt, was Ai Weiwei zur documenta meint: Im Internet finden wir ein provozierendes Foto-Werk mit aufgestelltem Hand-Mittel-Finger (Stinke-Finger)!

Ai Weiwei arbeitet als bekennender Nachfahre der Ready-made-Anti-Kunst (Duchampismus) und der Dadaismus-Rebellion mit Anti-Kunst und Nicht-Kunst des Protests, Schocks, Skandals (scandal-art). Im Dada-Geist gestaltete Ai Weiwei auch das provozierende Foto-Bild vom aufgerichteten S(&..)-Finger: mit langem Arm über der Karlswiese (ohne die 3,5 Mio. teure abzureißende Buergel-Asphalt/Glas-Kathedrale), den S-Finger aufrecht in Richtung Orangerie.

Unerwünschte „Verfallskunst“ auf dem Gebiete der Malerei und der Bildhauerei hatten die NAZIs zum Zwecke einer die „Moderne Kunst“ diffamierenden Ausstellung ausgewählt und „sichergestellt“.
Unerwünschte „Verfallskunst“ auf dem Gebiete der Malerei und der Bildhauerei hatten die NAZIs zum Zwecke einer die „Moderne Kunst“ diffamierenden Ausstellung ausgewählt und „sichergestellt“.
Legt Weiwei hiermit den Finger in eine offene Wunde?

Websites offenbaren Weiweis Verfilzung im Kunstmarkt (Galerien in Peking, Luzern, New York), die in Kassel durch Seilschaften ihre Krönung finden wird. Gefordert wird seit dem Fall documenta (Prof. Friedhelm Hufen in Neue Juristische Wochenschrift 17/1997, S. 1112-1114, S. 1177) von politischen Amtsinhabern eine Transformation von der Alles-ist-erlaubt-documenta zur Beste-Gegenwarts-KUNST-documenta. Hierzu das Modell einer emanzipierten Hessischen documenta Akademie (HdA: Hessian documenta Academy). Mehr dazu unter www.art-and-science.de - Link PDF documenta 12 mit 7 Essays, documenta-Demokratisierung, Kunstbeurteilung-Kriterien. Siehe auch (7).

Wissen sollte man: Die Idee zu d12-Fairytale entwickelte Weiwei zusammen mit dem Sammler und Ex-Botschafter Uli SIGG aus der Schweiz. Neben Reis und Mohn präsentiert Polit-Rebell BUERGEL mit Frau Noack zur d12 zeitgenössische KUNST sollte dokumentiert werden die verpflanzten 5 x 200 Chinesen (plus 1 Weiwei). Zum Wert der
Karl Lenz: "Trauernde" (Kreidestudie) für das Gemälde „Trauer um die Gefallenen“ von Lenz NICHT ausgestellt werden: Das 2.50 m große Bild von 1939/40 – nach München zum „Nazi-Tempel der Deutschen Kunst“ gesandt -, wurde im Hd
Karl Lenz: "Trauernde" (Kreidestudie) für das Gemälde „Trauer um die Gefallenen“ von Lenz NICHT ausgestellt werden: Das 2.50 m große Bild von 1939/40 – nach München zum „Nazi-Tempel der Deutschen Kunst“ gesandt -, wurde im Hd
Chinesen-Verpflanzungsaktion: "Es ist nicht wichtig, ob es Kunst ist. Das Leben ist viel größer als die Kunst." Die Kosten - 3 Mill. Euro für den Märchen-Macher Weiwei (ohne Kunstbegriff arbeitend! FAZ) bekam Ai Weiwei durch die Kommerz-Seilschaft Galerie Urs Meile (Luzern)/Leister Foundation/Erlenmeyer Stiftung ersetzt. Adaptiert wurde dem West-Kunstbetrieb der globalisierte Ai gemäß dem proklamierten d12-bloße-Leben-Motto. Weiwei sollte und wollte uns das Nach-Dada/Duchampismus-Märchen schmackhaft machen. (8)

Claus Kleber stellte 2007 im ZDF-heute-journal in seiner Abmoderation des Beitrags zu Weiweis Fairy Tale die berechtigte Frage: Ob das wirklich Kunst sein kann? Im ZDF-Beitrag (14.05.) sagte eine Teilnehmerin: Ich mag gar keine Kunst. Ich verstehe nichts davon.

Was die Kunst-Kritik zu Fairytale sagte, siehe im Internet: http://www.art-and-science.de/2.htm - Mahnmal der 101 Verrisse: Mahnmale als Denkmale sind KÜNSTLERISCH gestaltete Objekte, die mit dem Ziel geschaffen wurden, an ein geschichtliches Ereignis (historische Personen, Gruppen) über die Zeiten hinweg öffentlich zu erinnern. Durch seine öffentliche Präsenz will das Verrisse-Mahnmal mahnend an das negative historische Ereignis documenta 12 (2007) erinnern. Im Betrachter (User/Leser) sollen die 101 Verrisse Betroffenheit erzeugen und das Erinnern über die Generationen hinweg tradieren. (Zitat W.H. ebenda.)

Das 1937 von Karl Lenz für das HdDK eingereichte Gemälde „Erdhausen im Winter“ wurde von 15.000 eingereichten Arbeiten ausgewählt , ausgestellt, gekauft und im Krieg zerstört.
Das 1937 von Karl Lenz für das HdDK eingereichte Gemälde „Erdhausen im Winter“ wurde von 15.000 eingereichten Arbeiten ausgewählt , ausgestellt, gekauft und im Krieg zerstört.
LITERATUR - Anmerkungen

(1) SCHMID, Karlheinz: Ai Weiweis künstlerische Immunität. In: Kunstzeitung, Nr. 159/November 2009, S. 03.

(2) HAHN, Werner: KARL LENZ der letzte große Bauernmaler. Teile (I) und (II) Juli 1968. In: Heimat im Bild, Gießener Anzeiger (&) Jahrgang 1968/Nr. 27 und Nr. 28 (2x4 Seiten). Siehe auch GLÖCKNER-WILL, Ursula: Karl Lenz (1898-1948). Marburg 1999. Auch über Kar Lenz: KÜSTER, Bernd: Carl Bantzer. Maburg 1993, S. 299-300 und 310-311.

(3) HAHN-NIEDERHÖFER, Sieglinde: Die Weckung de kritischen Kunstverständnisses meiner Hauptschüler an Hand ausgewählter Werke des Hessischen Bauernmalers Karl Lenz und auf Grund eigener Unterrichts-Erfahrungen im Bereich der Kunsterziehung. Prüfungsarbeit zur Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen. Gladenbach 1969. (64 Seiten, 78 Abbildungen.)

(4) NANNEN, Henri: Die Große Deutsche Kunstausstellung 1939. I. Teil. In: Kunst dem Volk. Monatsschrift für bildende und darstellende Kunst. Architektur und Kunsthandwerk. Sonderheft 10. Jg. Folge 7. München/Wien 1939, S.7/8.

(5) Entartete Kunst Ausstellungsführer. Reprint der Ausgabe München, Berlin 1937. Reprint Köln 1988. (Ende 1937 - nach der Eröffnung des HdDK - erschienen.)

(6) Werner Hahn zur Buchmesse 2009 im Internet: http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2009/10/30/rückblick-frankfurter-buchmesse-2009-verleger„liebhaberei“-warum-

(7) HAHN, Werner: DOCUMENTA DEMOKRATISIERUNG. Wege zu einer Hessischen documenta Akademie mit d12Kritik. Gladenbach 2007 (Ausgestellt im Buchladen zur d12 in Kassel.)

(8) Siehe auch die NZZ 21-11-09 zu Uli SIGG ehemaliger Schweizer Botschafter in China (1995-1998) und Kunstsammler, der AWW zur documenta förderte; besitzt eine der weltweit größten Sammlungen zeitgenössischer chinesischer Kunst: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/konfusionismus_1.4045594.html

Auch NZZ online 21.11.09 Kunstkritik zu So Sorry v. Birgit Sonna Des Kaisers alte Kleider: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/des_kaisers_alte_kleider_1.4045591.html

Bekannt wurde Ai Weiwei hierzulande 2007, bei der Documenta in Kassel, als er 1001 Chinesen für sein Kunstprojekt einfliegen ließ. Und nun die große Ausstellung in München.
Kunstjournalist meint: „Allein jene lächerliche, bunte, völlig am dramatischen (Todes)Thema vorbeigleitende Schulranzen-Wandgestaltung ist skandalös schlecht.“
„Sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt“. „Remembering“ (2009) heißt die Arbeit, und der Satz stammt von einer der vielen trauernden Mütter, deren Kinder im Mai letzten Jahres bei dem verheerenden Erdbeben in Sichuan.
Kunst-Tempel "Haus der Kunst" - entnazifiziertes "Haus der Deutschen Kunst" (HdDK).
Den aus Holztüren der Ming- und Qing-Dynastie errichteten Tempel Template (2007), bei der letzten BUERGELiade-documenta in Kassel spektakulär zusammengebrochen, hat Ai Weiwei in der Mittelhalle wieder als Ruine aufgebaut.
Template-Ruine: Ai Weiweis Werk der documenta 12 - BUERGELiade-Desaster. Siehe im Internet "Mahnmal der 101 Verrisse".
Der Anti-Kunst-Polit-Rebell Weiwei – „Pandabär der Kunstszene“ (SZ) – „habe Glück, dass China so böse zu ihm ist, denn hierzulande erregt er geradezu hysterisches Interesse“.
Ai Weiwei jünger.
Ai Weiwei: Katalog auf der Buchmesse, die Ai persönlich nicht besuchen wollte oder konnte (Gesundheitsprobleme - siehe Artikel).
Ai Weiwei zeigt Gebäuden den "Stinke-Finger"; getarnt als "Study of Perspective". "So Sorry" zeigt nicht den Stinkefinger mit documenta-Gebäude. 'Fuck off' ist die Einstellung, die ich als Einzelperson gegenüber Institutionen und Machtstrukturen habe."
Collage/Montage für das Titelbild des 4. documenta-Buches von Werner Hahn: Mit Ai Weiweis Stinkefinger; genehmigt durch Ai (DANKE!).
Urinoir am 16.10.09 - Haus der Kunst München - Ai Weiweis dychampistischer Anti-Kunst-Streich? (Foto Copyright W.H./a&s.)
Stiftertafel im "Haus der Deutschen Kunst": Das HdK ist durch Ausstellungen über sog. „Nicht-Entartete ‚deutsche’ Kunst“ im HITLER-Reich (seit 1937) berühmt-berüchtigt.
HdK-Flur: Unten Ausstellungssaal HdDK 1937 - Mitte "Entartete Kunst" (Dada-Wand) - Oben Hitlerrede zur 3. "Großen Deutschen Kunstausstellung" 1939.
Die Besucher einer PICASSO-Ausstellung konnten 1955 das berühmte Anti-Kriegsbild „GUERNICA“ im entnazifizierten HdDK sehen. Oben: HdK mit BEUYSscher Kunst. Welch ein Gegensatz! (Flur HdK, Foto a&s/W.H.)
HDK: Einzug der "Moderne": Picasso 1955 mit "Guernica" und Beuys 1984 (...).
Das 32-seitige agitatorisch aufgebaute Pamphlet begleitete eine Tournee, eine Wander-Ausstellung der Bilderstürmer-Diffamierungsaktion „Entartete Kunst“ von 1938-1941 durch das Großdeutsche Reich (Großstädte).
"Der Führer" spricht im Ausstellungs-Pamphlet "Entartete Kunst".
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Karl Lenz: "Trauernde" (Kreidestudie) für das Gemälde „Trauer um die Gefallenen“ von Lenz NICHT ausgestellt werden: Das 2.50 m große Bild von 1939/40 – nach München zum „Nazi-Tempel der Deutschen Kunst“ gesandt -, wurde im Hd
Das 1937 von Karl Lenz für das HdDK eingereichte Gemälde „Erdhausen im Winter“ wurde von 15.000 eingereichten Arbeiten ausgewählt , ausgestellt, gekauft und im Krieg zerstört.
Ein von Henri Nannen in einer Kunstzeitschrift gelobtes Werk von 1938/39 („Winter in Erdhausen“, 110x160cm) wurde 1939 im HdDK ausgestellt und angekauft. Heute im Künstlerhaus Lenz in Erdhausen/Gladenbach.
Das Gemälde „Die Familie“ (1938/39): 1939 im HdDK ausgestellt. (Foto a&s-W.H.)
Zweiteiliger Artikel von Werner Hahn mit 13 Bildern. (Juli 1968.)
Henri NANNEN ("stern", Kunsthalle Emden): Nannen hat früher (man glaubt es kaum) die „moderne Malerei“ als „Folge der jüdisch-bolschewistischen Kunstzersetzung“ erklärt: „Überfremdung und zersetzende Einflüsse“ brachen

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Werner Hahn
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Werner Hahn aus Gießen schrieb am 12.03.2010 um 01:05 Uhr
Kunst-System nicht schweigend akzeptieren

Ai Weiwei sagte in einem Interview in der Frankfurter Rundschau: „Wer schweigt wird Teil des Systems“: Über Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, seinen Rechtsstreit mit der chinesischen Regierung und Kunst in Zeiten des Internets. Dazu kommentierte ich:

Zur Situation der KUNST in Deutschland

JA: Durch das Internet-Zeitalter verändert sich hoffentlich auch die gesamte „Machtstruktur“ des bundesdeutschen korrupten Kunstbetriebs, wo auch institutionelle Macher stets die gleichen „Kunst“Markt-Stars präsentieren und fördern; siehe MACHT ZEIGEN“ im DHM Berlin. Dessen sollten sich möglichst viele „Künstler immer bewusst“ sein. Nach Chinas Gesetzen müssen Ämter Fragen aus dem Volk beantworten, aber sie kommen dieser Verpflichtung nicht nach. Auch Hessen ist ein Land, in dem die „Kutur“-Macher unter Politikern ebenso sich weigern, Fragen zu beantworten; siehe „Fall documenta“-Demokratisierung (Vgl. „Mahnmal der 100 Verrisse“ zur BUERGELiade im Internet.). Die Herrschaft auch der deutschen Regierung beruht teilweise auf Gesetzes-Verletzungen; siehe BVerfGericht-Entscheidungen.

BRD-Künstler: Kunst-System nicht schweigend akzeptieren!

Somit bleibt auch innovativen KünstlerInnen „keine andere Wahl“: also BITTE HANDELN!– „wie es unser Gewissen vorschreibt, ohne aufzugeben“. Indem fortschrittliche Künstler das in aller Öffentlichkeit tun und im Internet jeden Schritt transparent darstellen, schaffen sie bei Menschen ein „Bewusstsein dafür, wie die BRD heute funktioniert“. JA Ai Weiwei: „Denn was ist denn Kunst? Doch nicht nur Bilder oder Skulpturen, sondern auch gesellschaftliche Bewegungen - soziale Skulpturen, sozusagen (Antikünstler BEUYS lässt grüßen)“. Natürlich „müssen Künstler heute nicht mehr unbedingt Werke herstellen, die sich verkaufen und sammeln lassen“. Geld hat dazu geführt, dass die Gesellschaft der Berliner Republik „heute durch und durch verrottet“ ist: vgl. z.B. Finanz- und Kunstkrise heutzutage.
(FR-online de: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2405926_Interview-mit-Ai-Weiwei-Wer-schweigt-wird-Teil-des-Systems.html )
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Werner Hahn

von:  Werner Hahn

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