Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Paradies in Umständen... ( VI )

Gießen | An der Abzweigung nach Lenta saßen einige alter Kreter und bestaunten die äußerst farbig gekleideten Touristen, die der Bus in Gortis ausspuckte. Derartige Besichtigungstouren schienen vor allem von älteren Urlaubern abgeleistet zu werden. Schliemann, Evans und die Mythologie im Hinterkopf. Die nächste Station wird Phästos sein mit seinen ungeschminkte, minoischen Überresten, die aus dem 3000jährigen Schlaf erwacht sind.
Schnell ein Photo für das Album. Im Hintergrund eine klassische Dekoration. Ruinensäulen. Rough life of a tourist.
Noch wird die Abzweigung nach Lenta übersehen, zumal die kahle Bergkette in der Ferne unüberwindlich erscheint. Ein Gebiet, dessen Liebe nicht durch den Travellerscheck gekauft werden kann. Ein Gebiet für Abenteurer, die auf Komfort verzichten können. Dabei gibt es auch in Lenta antike Reste, die den Vergleich mit anderen Ruinen nicht zu scheuen brauchen. Nur drängen diese Sehenswürdigkeiten nicht darauf, vorgezeigt zu werden, als befänden sie sich in einem kulturhistorischen Disneyland.
Immerhin betrieb hier Äskulap, der Ärztegott, einen klinikartigen Betrieb für unfruchtbare Frauen. Auf den alte Grundmauern des Tempels steht heute eine kleine, orthodoxe, weißgetünchte Kapelle, umgeben von Feigenbäumen und Kakteen. Die Gottheiten scheinen sich zu vertragen.
Mehr über...
Äskulap (1)Schwanger (7)medeasy (543)Griechenland (103)
Jedoch vor etwa dreitausend Jahren kamen aus allen Teilen Griechenlands diejenigen Frauen auf dem Esel hierher geritten, die ihren Kinderwunsch unerfüllt sahen. Äskulaps Behandlungsweise war denkbar einfach. Er verordnete seinen Patientinnen das örtliche Quellwasser zu trinken und die angebauten Früchte wie Tomaten, Gurken sowie Melone zu essen. Nach etwa vier Wochen war die Behandlung abgeschlossen. Die Frauen kehrten in ihre Dörfer zurück und wurden wunschgemäß schwanger. Das Gewissen der Götter war vermutlich von zweifelhafter Natur. Aus diesem Grund achteten auch die Horen peinlich darauf die Welt der Götter vor der Neugier der Menschen zu schützen. So einfach war das. Blasphemische Vermutungen verbietet die Mythologie.

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Dr. Mathias Knoll

von:  Dr. Mathias Knoll

offline
Interessensgebiet: Gießen
Dr. Mathias Knoll
7.529
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
PHILO-SOFA
Was wäre die „Geschichte“ ohne ihre Geschichten? Das Leben steckt...
Gedankensplitter zum I. Weltkrieg
Als Konstantin Heinrich Schmidt von Knobelsdorf (General der...

Veröffentlicht in der Gruppe

Poeten

Poeten
Mitglieder: 38
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Entdecke zuhause- was gehört zusammen Teil 2
Auf ein Neues. Welche Bilder gehören zusammen? Alles nur ein Tagesausflug weit weg.
Nach der Ernte kommt der Schäfer- wie lange noch?
Das Bild der ziehenden Schafherden im Herbst gehört zum romantischen...

Weitere Beiträge aus der Region

-Pressemitteilung- Applaus ist nicht genug – Corona-Prämien für das UKGM
Am Samstag, den 28.11.2020 ab 12 Uhr, wird der sehr gute Kreisverband...
Auf der Straße Mühlrain in Trohe verläuft der hessische Radfernweg durch Buseck. Dort ist die erste Fahrradstraße im Gießener Umland geplant.
ADFC-Umfrage: Wie fahrradfreundlich ist Buseck?
Der Kreisverband Gießen des Allgemeine Deutsche Fahrradclub ruft...
Megan Mullings war in Düsseldorf erfolgreichste Punktesammlerin des Pharmaserv-Teams. Foto: Laackman/PSL
BC Marburg macht's in Düsseldorf spannend
Toyota-DBBL-Pokal, 2. Runde:  Capitol Bascats Düsseldorf – BC...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.