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Mauern überwinden – für einen verbesserten Flüchtlingsschutz

Die "Stimme Afrikas" vor der symbolischen Mauer
Die "Stimme Afrikas" vor der symbolischen Mauer
Gießen | Zu einem ökumenischen Friedensgottesdienst unter dem Motto " Mauern überwinden – für einen verbesserten Flüchtlingsschutz" hatten am Sonntag Abend Katholische Hochschulgemeinde, Evangelische Studierendengemeinde, Amnesty International Gießen, Evangelische Flüchtlingsseelsorge Gießen und Save-me-giessen Kampagne in die Pankratiuskapelle eingeladen. Dabei wurde ein Bogen gespannt vom Erleben von konkreten Mauern über Mauern in der Gesellschaft bis hin zu konkreten Hindernissen, die Flüchtlinge erleben, wenn sie versuchen einen sicheren Aufenthalt zu finden. Die Besucher hatten die Gelegenheit, sich über die persönlichen Handlungsmöglichkeiten zum Beispiel im Rahmen der Save-me-giessen Kampagne zu informieren.

Am Vorabend des 20. Jahrestages des Mauerfalls standen zunächst persönliche Schicksale mit politischer Gefangenschaft in der DDR und persönliches Erleben der Mauer im Vordergrund. Als Beispiele für aktuelle Mauern wurden die israelisch-palästinensische Mauer sowie die Grenzanlagen zwischen USA und Mexiko und Nord- und Süd-Korea genannt. Dabei wurde aber auch deutlich, dass es trotz teilweiser persönlicher
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Ökumene (15)Schutz (3)save-me (1)Resettlement (1)Menschenrechte (57)Mauerfall (6)Mauer (21)Gottesdienst (129)Friedensdekade (3)Flüchtlingsschutz (5)Flüchtling (8)
Risiken immer auch in den getrennten Bevölkerungsgruppen Ansätze gibt, eine Verständigung und einen Austausch zu erzielen, die zur Hoffnung haben, eines Tages das Trennende zu überwinden. In weiteren Beispielen wurden unsichtbare, aber teilweise unüberwindbare Mauern geschildert, auf die Migranten bei uns treffen. So werden Familien jüdischer Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion auseinandergerissen und haben selbst bei hoher Qualifikation Probleme mit der beruflichen Integration. Viele tausende Flüchtlinge haben ihr Leben auf der Flucht über das Mittelmeer verloren.

Theologisch bildete das biblische Wort von den Seligpreisungen, die gerade den Schwachen und Randgruppen Hoffnung geben, den Mittelpunkt. Die Veranstalter hatten um den Altar eine symbolische Mauer mit Begriffen in Zusammenhang mit dem Thema errichtet. Die Pflicht, Trennendes zu überwinden wurde symbolisch in die Tat umgesetzt, so dass der Blick auf das Kreuz wieder frei wurde. Der gesellschaftlichen Wirklichkeit entsprechend blieb jedoch ein großer Teil der Mauer stehen.

In Bezug auf Flüchtlinge bietet die Save-me-Kampagne reale Handlungsmöglichkeiten. Eine Gießener Gruppe von Aktivisten hat sich im April des Jahres dieser Kampagne angeschlossen, die ein Aufnahmeprogramm (sogenanntes Resettlement) von Flüchtlingen fordert. Hier geht es um besonders verfolgte Menschen, die zum Teil traumatisiert sind oder unter anderen erschwerten Bedingungen in Flüchtlingslagern leben, aber keine Chance auf eine Rückkehr haben. Für diese sucht das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) Aufnahmeländer. Einen ersten Schritt hat Deutschland mit der Aufnahme von 2500 Irakern gemacht. Save-me fordert aber ein reguläres Programm, wie es bereits andere Länder praktizieren und sucht dazu Unterstützung von Kommunen und sogenannten Paten vor Ort, die mit öffentlichen Aussagen die Forderungen der Kampagne unterstützen und teilweise in persönlichem Einsatz bereit sind, bei der Integration zu helfen. Weitere Informationen unter http://www.save-me-giessen.de/

Der afrikanische Studierendenchor "Stimme Afrikas" der Katholischen Hochschulgemeinde gestaltete den Gottesdienst auf eindrucksvolle Weise musikalisch. Mitglieder der Evangelischen Dekanatsjugendband begleiteten die Gemeinde zu Liedern, die aus der ehemaligen DDR stammten.

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