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Mahngang zur Erinnerung an die Reichspogromnacht und anschließende Lesung im Gewerkschaftshaus in Gießen

Gießen | Hier eine Pressemitteilung des DGB Mittelhessen:

Am Motag, den 9. November findet in Gießen ein Mahngang zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht von 1938 statt. Der Mahngang beginnt um 18:00 Uhr am Berliner Platz. Um 20:30 Uhr folgt eine Lesung mit Pit Metz und Manfred Ferner aus den Lebenserinnerungen des jüdischen-ungarischen Arztes und Auschwitz-Überlebenden Dr. Nyszli im Gewekschaftshaus in der Walltorstraße 17.

Am Morgen des 10. November 1938 wurden in Gießen, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland, Synagogen, jüdische Geschäfte und Häuser von Nazis und ihren Anhängern niedergebrannt. Menschen wurden geschlagen, gejagt und ermordet. Die Bevölkerung sah weg oder klatschte Beifall und beteiligte sich an den Pogromen. Dieses dreitägige Pogrom, das von den Nazis zynisch Reichskristallnacht genannt wurde, war ein wichtiger Schritt zur Festigung der Macht der Faschisten.

Die von den Nazis von langer Hand vorbereitete Aktion hatte zwei Ziele. Die ökonomische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung und die Einschüchterung von möglicher Opposition. Da Widerstand gegen dieses verbrecherische Vorgehen ausblieb, erwies sich dieses Pogrom als ein wesentlicher Schritt zur Festigung der faschistischen Diktatur. Es folgten der 2. Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten und der Holocaust, die industrielle Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas.

Wir rufen auf am 9. November 2009 auf die Straße zu gehen. Wir wollen den Opfern der Pogrome und des Holocaust gedenken und unsere Stimme gegen Neofaschismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit erheben

»Wenn ich nicht schreie, ersticke ich« Ï Lesung mit Pit Metz und Manfred Ferner um 20:30 Uhr im DGB-Haus/ Cafe Amelie

Im Januar des Jahres 1944 wurde der ungarisch-jüdische Arzt Dr. Nyszli zusammen mit seiner Familie in das KZ Auschwitz deportiert. Als erfahrener Gerichtsmediziner wurde er von SS-Arzt Mengele in das an den Krematorien arbeitende Sonderkommando befohlen. Er dient als Sektionsarzt und Assistent in Mengeles »medizinischem« Stab. Dr. Nyszli überlebt das Sonderkommando. Auf dem »Todesmarsch« zur Evakuierung des KZs flieht Dr. Nyszli. Seine Aufzeichnungen werden die Grundlage der Anklage im Nürnberger SS-Ärzteprozess sein. Sein Buch erschien erst im Jahre 1993 in deutscher Sprache.

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Kommentare zum Beitrag

Regina Appel
4.738
Regina Appel aus Gießen schrieb am 07.11.2009 um 23:18 Uhr
Nicht vergessen sollte dieses Datum sein.
Daran zu denken, wie es einmal war, daran zu denken, es nie wieder dazu kommen zu lassen. Die Stolpersteine in Giessen, sind auch dazu, nie vergessen zu lassen, wie Politik Menschen verändern kann.
Persönlich ist diese Datum mir auch wichtig. Da wurde meine großartige Tochter geboren.
Christian Momberger
11.207
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 07.11.2009 um 23:24 Uhr
Hallo Regina,

ich stimme da voll und ganz zu! Ich hoffe und wünsche mir, es kommen viele zum Mahngang!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Christian Momberger

von:  Christian Momberger

offline
Interessensgebiet: Gießen
Christian Momberger
11.207
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