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Vorlesung im Kino: Der Traum eines jeden Studenten wird wahr

Gießen | Wie findet man für immer mehr Studenten Platz und kann gleichzeitig die Pläne zum neuen Großkino umsetzen?
Zum Stand der Planungen der Fachhochschule (FH) Gießen-Friedberg und der Verwendung der Ostanlage stellten am Donnerstag FH-Vizepräsident Dr. Axel Schumann-Luck, Stadtrat Thomas Rausch, Paul Krüger (Geschäftsführer Kinopolis) und Martin Bender von der Firma Weimer Tiefbau ihren gemeinsamen Entwicklungsplan vor.
Eine sehr interessante Lösung hat man nun für die Planung des neuen Großkinos gefunden. Noch immer soll es auf dem Berliner Platz gebaut werden, doch nun ist eine Doppelnutzung des Gebäudes vorgesehen. Morgens und mittags sollen Vorlesungen der FH in den Sälen stattfinden, abends Filme gezeigt werden. Auch das Problem mit der unterirdischen Bebauung wurde behoben. Vor wenigen Monaten hatte Bender noch darauf hingewiesen, dass sich dadurch die Kosten erheblich erhöhten: der ursprüngliche Bebauungsplan sah vor, dass das Kino nur 16 Meter hoch sein darf. Man musste also, um alle Kinosäle unterzubringen, in die Tiefe gehen. Acht Meter tief, hieß es damals. Erhebliche Mehrkosten und eine schwierige Umsetzung auf Grund einströmenden Grundwassers wären die Folge gewesen.
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Die Lösung des Problems liegt in unmittelbarer Nähe: man baut nicht in die Tiefe, sondern in die Breite und weicht auf die Fläche des ehemaligen Gesundheitsamtes. Das ist mitten im Umzug zum neuen Domizil an der Automeile, die Gebäude stehen also leer und sind ungenutzt. Durch eine Brücke über die neu errichtete Tiefgarage könne man laut Bender beide Grundstücke miteinander verbinden, die alten Gebäude des Amtes abreißen und die restlichen Kino/Hörsäle errichten. So müsse man nur drei Meter unter die Erde graben, was ein „entspanntes Bauen“ ermögliche.
Das Konzept hat laut Krüger und Schumann-Luck große Vorteile. Durch moderne Technik werden neue didaktische Möglichkeiten für Studenten eröffnet. Kreidetafeln werden durch digitale Tafeln ersetzt. Außerdem diene diese Lösung als „Darstellungsmerkmal“ der Fachhochschule, denn man sei eine der wenigen Hochschulen in Deutschland, die über solche Ausstattung verfüge. Krüger hat mit dieser Art von Kooperation zudem bereits gute Erfahrungen mit der FH Darmstadt gemacht und unterstützt den Plan.
Die Doppelnutzung ist auch eine gute Lösung in Sachen Unterbringung der Studenten, denn in den kommenden Jahren wird ein großer Ansturm von Studierenden an der FH erwartet. Die Zahl von jetzt 11.200 wird voraussichtlich auf 13.000 steigen (vor einigen Jahren lag sie noch bei unter 8000) und alleine in Gießen 7500 Studierenden einen Studienplatz bieten.
Da ein paar moderne Hörsäle nicht ausreichen, um die Flut in den Griff zu kriegen, wird zudem das Präsidium samt Verwaltungseinheiten Anfang 2011 in das ehemalige Landratsamt an der Ostanlage umziehen. Bezahlt werden Gebäude und Gelände durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Vier Millionen Euro zahlt das Land Hessen voraussichtlich für das Grundstück. Zwar stehe es noch für andere Investoren offen, doch sieht man es als wahrscheinlich an, dass man den Zuschlag erhalte. Die ersten Umbaumaßnahmen sind für November geplant.
Laut Stadtrat Rausch habe die Stadt ein hohes Interesse an der Umsetzung dieser Pläne. Man wolle die Stärkung der Fachhochschule unterstützen, sie „wachse“ durch die Maßnahmen „in die Stadt“.
Dadurch, dass man das Kino nicht in die Breite baue, sondern teile, könne man Gehweg und Bushaltestelle besser integrieren und das Gelände freundlicher gestalten, als ursprünglich geplant.

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von:  Moritz Zamzow

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Moritz Zamzow
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