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„Weiterbildung öffnet Türen“: Aktion „Arbeitsspinde“

Alf Kisinger, Holger Fischer, Heinz-Peter Haumann, Stefanie Hillner.
Alf Kisinger, Holger Fischer, Heinz-Peter Haumann, Stefanie Hillner.
Gießen | Unter dem Motto „Weiterbildung öffnet Türen“ informierten im Rahmen der landesweiten Kampagne „Qualifizierungsschecks“ am Dienstag Vertreter des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Passanten auf dem Gießener Seltersweg über Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer kleiner und mittlerer Unternehmen. Mit fünf in der Fußgängerzone postierten Arbeitsspinden, die verschiedene Berufsgruppen repräsentierten und über das Angebot informierten, sollte Aufmerksamkeit erregt und für mehr Transparenz im Bereich Weiterbildung gesorgt werden. Als Gast war zudem Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann anwesend, um für das Projekt zu werben.
So erfuhren interessierte Passanten, dass die sogenannten „Qualifizierungsschecks“ Fördergelder aus dem europäischen Sozialfond sind, die Beschäftigte von kleinen und mittleren Unternehmen (Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern) in Anspruch nehmen können, sofern sie in ihrer derzeitigen Tätigkeit keinen anerkannten Abschluss haben oder älter als 45 Jahre sind. Auf diesem Wege ist es möglich, sich bis zu 50 Prozent der Weiterbildungskosten, jedoch maximal 500 Euro, vom Land erstatten zu lassen.
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Neben Oberbürgermeister Haumann waren Holger Fischer, Qualifizierungsbeauftragter des Landkreises Gießen, Alf Kindinger, Projektleiter der Kampagne und Stefanie Hillner, verantwortlich für Öffentlichkeits- und Pressearbeit, anwesend, um zu informieren und das Förderinstrument zu erklären. Dieses sei laut Kindinger „ein sehr schlankes“. Nach einem Bewerbungsgespräch von etwa 20 Minuten könne man innerhalb einer Woche mit dem Erhalt des Qualifizierungsschecks rechnen. Die Zustimmung des Arbeitgebers müsse man nicht einholen, da es berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa am Wochenende, gebe. Zudem kann man eine persönliche Beratung direkt im Betrieb wahrnehmen und sich über eine individuelle Fort- und Weiterbildung informieren lassen. Dabei stellen Beauftragte wie Holger Fischer auch Qualifizierungsschecks vor Ort aus.
Trotz allen Vorteilen sei laut Kindinger das Projekt bisher „nicht eingeschlagen wie erwünscht“. Zum einen sei die Zielgruppe, besonders die der über 45-Jährigen Arbeitnehmer, schwer zu erreichen. Zum anderen – so merkte Haumann an, sei die Transparenz der vielen Finanzierungsangebote nicht vorhanden. Das Ziel der nächsten Jahre müsse daher lauten, passgenaue Angebote für spezielle Zielgruppen zu erstellen und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu gewinnen.
Laut Haumann sei „das lebenslange Lernen von größter Wichtigkeit“ Besonders aufgrund des demographischen Wandels könne man nicht nur auf die Jugend setzen, sondern müsse Arbeitnehmern über 45 ebenso viel Beachtung schenken, sie stets der heute verschärften Wettbewerbsbedingungen anpassen. Ein „gesunder Mix aus Berufs- und Lebenserfahrung“ dürfe nicht unterschätzt werden.

Alf Kisinger, Holger Fischer, Heinz-Peter Haumann, Stefanie Hillner.
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