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Otto Eger - der "herzensgute" "Nazi" - eine Satire

Gießen | "Peter Gruhne: Otto Eger: „Herzensguter Mensch“, Mitläufer oder „Nazi"?"
Titel des Artikels eines Eger-Besoffenen


Eine Satire von Bruno W. Reimann

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind nicht zufällig.

Personen: die singende SPD-Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz, (OB), der völlig geschichtsunkundige Universitätspräsident Mukherjee (UP) (beide sprechen unisono), ein Interviewer (I)

UP/OB: Wir möchte eine Vorbemerkung machen. Wir können die ganze Aufregung um das Otto-Eger-Heim nicht verstehen. Verstärkt wird gesagt, dass es sich bei dem verdienten Professor Eger um einen angeblichen Nazi gehandelt haben soll. Die Debatte geht jetzt seit drei Jahrzehnten. Wir als Demokraten können dies ganze Debatte nicht verstehen

I: Wissen Sie, daß der Professor Otto Eger 1920 in Gießen eine Studentenkompanie gründete, die beim Kapp-Putsch und dann auch beim Hitler-Putsch zum Einsatz kommen sollte?

UP/OB: Na, das waren jungen Leute, die meisten hatten als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg gekämpft. Die wollten halt das Reich, für das sie gekämpft hatten, wiederhaben und ihren großen Kaiser Wilhelm II. Das kann man doch verstehen. Außerdem wollten die Deutschen doch gar keine Demokratie. Und: die Kompanie Egers kam doch gar nicht zum Einsatz!

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I: Großer Kaiser? Wissen Sie, daß der "große Kaiser", im Exil, am 15. August 1927, in einem Brief an seinen amerikanischen Freund Poultney Bigelow schrieb: “Die Presse, die Juden und Mücken sind eine Pest, von der sich die Menschheit so oder so befreien muß – I believe the best would be gas.”

UP/OB: nie gehört? stimmt das?

I: Am 25. März 1920 wurden im Zusammenhang mit den Arbeiteraufständen in Thüringen von dem "Marburger Studentencorps (StuKoMa)" 15 Arbeiter gefangen genommen, die auf einem Gefangenentransport nach Gotha ermordet wurden. Eger stellte sich schützend vor diese Studenten und sprach von "unwahren Angaben"!

UP/OB: Also, das waren "Rote", die in Thüringen die Novemberrevolution von 1918 erneut anzettelten. Die haben sich das doch selbst eingebrockt. Außerdem: von Mord zu reden!! Es hat halt keiner überlebt! Zudem: auch der "Verband der deutschen Hochschulen" stellte sich schützend vor die Studenten!

I: Kennen Sie nicht die satirische Zeichnung von Georg Grosz mit der Unterschrift: "Oh Marburg, oh Marburg, Du wunderschöne Stadt, darinnen mancher Mörder gute Freunde hat!"

UP/OB Nein, nie gesehen!

I: Dann wissen Sie auch nicht, was Tucholsky darüber geschrieben hat?

UP/OB: Nein, sollten wir?

I: Als die Leiche Schlageters 1923 den Gießener Bahnhof passierte, ließ der Rektor Eger einen Text am Schwarzen Brett der Universität anschlagen, in dem er schrieb: Schlageter war ein "deutscher Held", der auf dem "Feld der Ehre" "hingeschlachtet" wurde. Ist Ihnen das bekannt?

UB/OB: Nein! Aber die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen war rechtswidrig und nach allgemeiner Auffassung der Deutschen war Schlageter ein "deutscher Held"! Eger sprach nur aus, was die meisten, zumindest viele Deutsche dachten!

I: Der Rektor Eger machte 1931 der Gießener Burschenschaft "Germania" auf ihrem Festkommers seine Aufwartung! Wußten Sie, daß die Gießener Studentenschaft zu diesem Zeitpunkt schon faschisiert war?

UP/OB: Faschisiert oder nicht! Das waren Egers Studenten, wie er oft genug betonte: "seine" Studenten!

I: Wissen Sie, daß die Studentenschaft kurz vorher eine Resolution gegen die Überfüllung der deutschen Hochschulen durch jüdische Studenten verabschiedet hatte und einen Numerus clausus für diese Studenten forderte? Hätte der Rektor Eger da 1931 nicht einschreiten müssen?

UP/OB: Ach wissen Sie, das hat man doch damals gar nicht ernst genommen! Das waren junge Leute!

I: Kennen Sie die die beiden Reden, die Eger bei den Reichsgründungsfeiern gehalten hatte und in denen er sich als Nationalist ordentlich ins Zeug legte?

UP/OB: Nein, kennen wir nicht! Außerdem: es war doch nichts Schlechtes, ein kämpferischer Nationalist zu sein, der gegen die "Kriegsschuldlüge" und das Friedensabkommen von Versailles kämpfte!

I: Dann kennen Sie auch nicht die Studie von Reimann über die Reichsgründungsreden?

UP/OB: Nein, kennen wir nicht und wollen wir auch nicht kennen. Von Nestbeschmutzern lesen wir nichts! Der hält Universitätspräsidenten nur für Leute, die im Dienstwagen einher fahren wollen!

I: Kennen Sie das Flugblatt von Jatho über Eger, das er vor einer Sitzung des Stadtparlaments verteilte?

UP/OB: Nein, von dem lesen wir auch nichts! Wir lesen nur Gruhne, in einer ordentlichen Zeitschrift des hiesigen Geschichtsvereins!

I: Und was ist mit den nationalsozialistischen Dissertationen unter Eger?

UP/OB: Jetzt hören Sie aber einmal auf! Eger war ein ordentlicher Professor, ein ordentlicher nationalsozialistischer Professor an einer ordentlichen nationalsozialistischen Universität. Da war es für ihn, als ordentlichem nationalsozialistischen Professor nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, nationalsozialistische Dissertationen zu betreuen! Hätte er denn kommunistische Dissertationen betreuen sollen? Darin sehen wir nichts Falsches!

I: Aha! Aufschlußreich!

I: Eger war seit 1930 stellvertretender Vorsitzender der Kerckhoff-Kinik in Bad Nauheim. Um, wie man immer wieder sagt, die Klinik vor Schaden zu bewahren, sei er 1941 in die NSDAP eingetreten. Wissen Sie, daß unter seinem stellvertretenden Vorsitz rassenhygienische Fortbildungskurse abgehalten worden, mit berüchtigten Rassenhygienikern wie Kranz.

UP/OB: so?

I: 1934 wurde dem "Führer" des Studentenwerks Eger ein Hitler-Bild für das Studentenhaus übergeben. Eger übernahm das Bild mit dem - wie es in der Gießener Zeitung heißt - "Gelöbnis, sich dafür einzusetzen, daß stets ein wahrer Sozialismus der Tat im Gießener Studentenhaus herrsche."

UP/OB: Ist uns nicht bekannt. Das wollen wir auch gar nicht wissen!

I: Es versprach auch, daß in diesem Haus "der Geist unseres Führers Adolf Hitler walten solle."

UP/OB: Ach wissen Sie, das sind doch alles "olle Kamellen" !

I: Eger legte 1935 auf einer "Gefallenen-Ehrung" einen Kranz nieder, hielt eine Rede, in der Zeitung heißt es: "Mit einem dreifachen "Sieg-Heil" auf den Führer, in das jedermann kräftig einstimmte, schloß Eger seine Ansprache." Eger also kein Nazi?

UP/OB: Nazi oder nicht. Das ist keine "Verfehlung", sich öffentlich für der Führer Adolf Hitler auszusprechen und zu bekennen! Das war halt so!

I: Eger sagte 1942 aus Anlaß des 150jährigen Bestehen des Gießener Konzertvereins, ich lese aus der "Oberhessischen Tageszeitung" vor:

„Ja, gerade in dieser Zeit ist eine solche Erinnerung angebracht. Steht doch das deutsche Volk im Kampfe um die Erhaltung seiner höchsten Kulturgüter gegen den Bolschewismus. Wir danken dem Führer als dem Obersten Befehlshaber und seiner Wehrmacht, daß sie Deutschland vor dem Hereinbrechen der bolschewistischen Flut bewahrt haben. (…) Unsere heißen Wünsche gehen auch in dieser Stunde zu ihnen in dem unerschütterlichen Glauben an den Endsieg und damit der Erhaltung unserer Kultur.“

UP/OB: Eger war ein "herzensguter Mensch", er hat seinen "Führer" geehrt wie alle guten Deutschen in dieser Zeit. Das sind insofern keine "Verfehlungen"! Das ist alles kein Grund , ihn zu verdammen, wie es diese Linken da machen. Eger war im Grunde ein Demokrat, auch wenn man das damals nicht gemerkt hat. Er verkörpert eine Tradition, auch wenn es eine rechte ist, die uns trägt, Er ist und bleibt ein Vorbild für die Universität, für die Stadt. Wir werden ihn ehren und seiner gedenken bis das Sonnensystem zusammenkracht!

I: Ich danke Ihnen für dieses aufschlußreiche Gespräch!

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von:  Bruno W. Reimann

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