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Fahrraddemos für mehr Tempo bei Klimaschutz und Verkehrswende

Gießen | Aktionen sollen Forderung nach wichtigen Hauptachsen für Fahrradfahren in Gießen bestärken

„Fahrradfahren darf nicht auf kleine Nebenstraßen abgedrängt werden, während der Autoverkehr weiter die Stadt dominiert!“ Das sagen Aktive aus den Gießener Verkehrswende-Initiativen. Sie wollen deshalb in den nächsten Wochen mit vielfältigen Aktionen für größere Schritte zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen. „Um das Klima wirksam zu schützen, die Lebensqualität deutlich zu steigern und die Innenstadt dabei noch attraktiver zu machen, reichen die bisherigen Kleinmaßnahmen der zaudernden Stadtregierung in Gießen nicht aus.“ Konkret geht es um Fahrradstraßen auf dem Anlagenring und durchs Zentrum. „Diese Routen sind das Herzstück unseres Vorschlags für ein Fahrradstraßennetz in der ganzen Stadt – darum muss es hier endlich losgehen.“ Anlass der Aktionen, die am 30.1. mit einer Fahrraddemo beginnen, ist der Bürger*innenantrag für die Einrichtung der zentralen Fahrradachsen in der Innenstadt, der zurzeit bei der Stadt Gießen läuft und die erforderliche Unterschriftenzahl erreicht hat (weitere Unterschriften möglich auf www.giessen-direkt.de). Daher wird das Stadtparlament in Kürze darüber abstimmen müssen.

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„Fahrradstädte sind für alle attraktiver – die dort wohnen, die sich bewegen und die Geschäfte“, verweisen die Initiator*innen auf Städte vor allem in Dänemark und den Niederlanden. Denn Autos würden pro Besucher*in viel mehr Platz einnehmen und zudem andere verdrängen, die sich wegen der Unfallgefahr nicht mehr auf die Straßen trauen. „60 Prozent Fahrradanteil haben einige Städte schon erreicht – das Vierfache des Radanteil in Gießen!“ Gießen hätte angesichts des hohen Studierendenanteils und keiner allzu starken Steigungen im Stadtgebiet gute Chance, einen solchen Wert auch zu erreichen. Doch müsse dafür auch die Infrastruktur geschaffen werden. Dafür soll mit mehreren Fahrraddemonstrationen geworben werden. Sie alle führen, ausgehend von verschiedenen Startpunkten, stets einmal im Uhrzeigersinn um den Gießener Anlagenring und damit über die Route, die nach dem Willen der Verkehrsaktivist*innen zukünftig ganz dem Fahrrad vorbehalten sein soll. „Vier Spuren für Autos und keine fürs Fahrrad sind eine böse Diskriminierung und eine fatale Weichenstellung in einer Stadt, die als Werbeslogan vor sich herträgt, um Klimaneutralität bis 2035 bemüht zu sein. Wenn nicht schnell mutige Taten folgen, wäre das nichts als Greenwashing des Weiter-so in die falsche Richtung!“

Die erste Fahrraddemo soll am Samstag, den 30. Januar stattfinden. Start ist um 13 Uhr im Pfarrgarten (Haupteingang Neustädter Tor), von dort geht es dann zum Berliner Platz oder Oswaldsgarten und einmal im Uhrzeigersinn um den Anlagenring. In der Woche danach findet am 4.2. um 19 Uhr ab Uni-Hauptgebäude wieder die Critical Mass statt. Eine weitere Fahrraddemo, wieder um den Anlagenring, beginnt am Dienstag, 16.2., um 18 Uhr auf dem Kirchenplatz. Sie endet am Rathaus, wo an diesem Abend der zuständige Umweltausschuss über das Thema berät. Weitere Aktionen werden folgen, auch am 4. März, dem Tag der Sitzung der Stadtverordneten. Für alle Aktionen gilt: Maske dabei haben und immer den Corona-Abstand einhalten. Ansonsten sind der Phantasie aber keine Grenzen gesetzt – von Redebeiträgen über Kreidemalereien oder Musikeinlagen ist alles erwünscht.

* diese Pressemitteilung wurde von den Gießener Verkehrswendeinitiativen verfasst und von mir (OJ) für diese veröffentlicht.

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Kommentare zum Beitrag

Bernt Nehmer
2.752
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 28.01.2021 um 06:50 Uhr
Macht mal ein Lastenfahrrad für ein Rollstuhl klar.
18
Oliver Jenschke aus Gießen schrieb am 28.01.2021 um 12:08 Uhr
Wie meinen Sie das? Ein Lastenrad, dass von einem Menschen der sonst im Rollstuhl sitzt gefahren werden kann um andere Sachen zu transportieren? Oder den Rollstuhl auf dem Fahrrad?
Solche Anregungen sind bestimmt auch beim "Allrad" willkommen, erreichbar unter dasallrad.org . Die verleihen Lastenräder gegen Spende. Vielleicht aber nicht mit "macht mal klar..." anschreiben. Die Menschen machen das alle freiwillig und nebenberuflich ;D
H. Peter Herold
29.479
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.01.2021 um 13:22 Uhr
Ich habe eine Last mit dem Fahrrad zu fahren. Da hilft mir auch keine Lastenfahrrad.
Nicht für alle und jeden ist Radfahren ein Allheilmittel.
18
Oliver Jenschke aus Gießen schrieb am 29.01.2021 um 19:30 Uhr
Da haben sie vollkommen recht, Herr Herold. Nicht für jeden kommt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel in Frage. Allerdings ist in einer Stadt in der der Studierenden-Aanteil so hoch ist wie in Gießen, bei ca. 3% Fahrradfahrenden noch viel Platz nach oben. Neben den Verbesserungen in der Fahrrad-Infrastruktur braucht es ein gut ausgebautes ÖPNV Netz. In diesem Netz sollte es auch die Möglichkeit geben, sich zuhause abholen zu lassen, wenn gewünscht, mindestens aber für alle Menschen mit Beeinträchtigungen. Also z.B. fest verkehrende Lienen (Regiotram / Bus) und flexibel Verkehrende "Zubringer-Fahrzeuge", ähnlich einem Sammeltaxi.
Nebenbei sollte es natürlich gut ausgebaute, breite und barrierefreie Fußwege geben. All diese Maßnahmen reduzieren automatisch den Autoverkehr, was wiederrum Platz für weitere Maßnahmen schafft. Außerdem müssen intelligente Lösungen zur Anbindung des ländichen Raums gefunden werden.
H. Peter Herold
29.479
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.01.2021 um 21:44 Uhr
Ich weiß habe 14 Jahre in Gießen gelebt und hatte das 65+ Ticket. Nur hier wo ich hertr lebe geht ohne Auto nicht viel
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Oliver Jenschke

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