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Wanderrunde in der Adelegg - dem "dunklen Herz des Allgäus"

von Kurt Wirtham 26.10.2020226 mal gelesen2 Kommentare
bei der Eschacher Jägerhütte
bei der Eschacher Jägerhütte
Gießen | Die Adelegg (wegen der fast ausnahmslosen Bewaldung auch "dunles Herz des Allgäus" genannt) ist eine bis zu 1.129 m (Ursersberg, höchster Punkt des Forstamtes Kempten) hohe Voralpenlandschaft, etwa zwischen Kempten, Isny und Leutkirch. Das Kürnachtal durchschneidet es im Nordosten, das Eschachtal im Südwesten. Auch die Täler der Wengener Argen und Unteren Argen zählen zum Adelegggebiet. Im Süden wird es begrenzt durch das Wengener Tal. Entstanden sind die Hügel durch Ablagerungen der Alpenerosion und eiszeitlichen Gletscherbewegungen. In den Tälern gibt es in den dichten Wäldern aber häufig steile Felswände und Felsabstürze. Markierte Wege zu verlassen, um Strecken abzukürzen, ist alles andere als ratsam.

Meine Wanderung führte zunächst vom Eschacher Weiher bei Buchenberg über die Alpe Wenger Egg und das Raggenhorn zum Schwarzen Grat. Siehe hierzu auch:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/130610/wanderung-zum-schwarzen-grat-bei-isny/

Auf dem Raggenhorn, hoch über dem Wengener Tal, ist neuerdings eine hilfreiche Panoramatafel mit den Bezeichnungen aller sichtbaren Alpengipfel angebracht. Sie basiert auf fotografischer Unterlage, die just zur selben Jahreszeit entstanden sein mußte.

Mehr über...
Wandern (317)Allgäu (156)
Vom Raggenhorn sind es etwa 20 Minuten bis zum Schwarzen Grat mit seinem Aussichtsturm. Nach Genuß des Panoramas vom Wettersteingebirge über verschiedene Schweizer Alpengipfel bis zum Feldberg im Schwarzwald gings wieder zurück zur Alpe Wenger Egg, deren Bewirtung inzwischen geschlossen ist, da das Vieh im September wieder in die heimischen Ställe zurückkehrte.

Nun geht es ein Stück auf dem Glasmacherweg, vorbei an einer nachgebauten "Glashütte",
http://www.allgaeuerseenland.de/aktivitaeten/sommer/wandern/lehrpfad-wanderungen/glasmacherweg/
ins Eschachtal zum Wanderparkplatz bei der seit langem geschlossenen Wirtschaft zum "Batschen". Eine Gedenktafel erinnert an den ersten Glasmacher in der Gegend, Xaver Batsch, der von dem Kemptener Fürstabt aus Schlesien abgeworben wurde, um die Glasmacherei in der Adelegg aufzubauen. Die Fülle an Holz war eine ideale Voraussetzung, das nötige Quarz aus
späte Sonne im Wald
späte Sonne im Wald
den Bachläufen und Steinhalden zu gewinnen,war etwas komplizierter. Neben der weitverzweigten Familie Batsch gab es auch eine ebensolche namens Schmid. Sie gab den Orten Schmidsfelden und Schmidsreute den Namen. Schmidsfelden hat aus seiner Glasmachergeschichte eine Touristenattraktion gemacht und ist am Wochenende stets vielbesucht.

Leider geht es jetzt etwa 20 Minuten am Straßenrand des ansonsten reizvollen Eschachtals weiter, bis man in den Wald des Langtobel abzweigen kann. Sanft steigt es an einem Bächlein entlang an bis zum sog. Hangweg. Er wird auch scherzhaft als "Ende-nie-Weg" bezeichnet, da er immer auf selber Höhe sämtliche Seitentäler des Kreuzleshöhe-Höhenzugs ausläuft. An einer großen Hirschfutterstelle zweigt es wiederum ab auf den Kamm auf der Höhe zur "Eschacher Jägerhütte", Eine Unterkunft des Forstamts.

Ich hatte mich auf eine erholende Rast an der Sonne auf Bank und Tisch an der Hütte gefreut. Doch da ruhte bereits eine Wandergruppe mit drei beträchtlich großen, zumindest mir angsteinflößenden, Hunden. Ich setzte mich ein Stück weiter, bei der "Großen Schwedenschanze" ins Gras. Man sieht hier noch die Reste eines etwa 30 m mal 30 m angelegten Wallgevierts, wo sich 1632 die Eschacher und Buchenberger vor den Schweden hinflüchteten. Eine sog. "Merkt'sche Tafel", die der langjährige Kemptner Oberbürgermeister Merkt im ganzen Allgäu aufstellen ließ, um auf historische Denkwürdigkeiten hinzuweisen, kennzeichnet die Örtlichkeit. Die Blechhaube der Tafeln haben ursprünglich ein Schild mit der Mahnung:"Wer de' Huat raduat, duat'n au me nauf".

Erst mal gestärkt, aber von der Tagesstrecke doch ziemlich geschafft, gehe ich die restliche halbe Stunde bis zum Anfang der Wanderung am Eschacher Weiher. Die letzten 500 m mit einem herrlichen Blick auf die spätnachmittäglich angestrahlten, oben schneebedeckten Allgäuer Berge.

bei der Eschacher Jägerhütte
späte Sonne im Wald
Nicht eßbar
1
Teil der Panoramatafel auf dem Raggenhorn
Gipfelkreuz des Raggenhorns
Die Alpe Wenger Egg vom Schwarzen Grat aus
In der Ferne (Bildmitte) der Säntis und der Altmann in der Schweiz
auf dem Glasmacherweg
auf dem Glasmacherweg
1
auf dem Glasmacherweg
am (geschlossenen) Wirtshaus zum "Batschen"
im Langtobel
im Langtobel
im Langtobel
der Langtobel
Eschacher Jägerhütte
Merkt'sche Tafel
Merkt'sche Tafel - Wer de' Huat raduat ...
Ursersberg
die Witzgallinde am Ursersberg
Blick von der Eschacher Höhe
Blick von der Eschacher Höhe - links Buchenberg, ganz rechts die "Tannheimer":Köllespitz, Gimpel, Rote Flüh
wieder am Ausgangspunkt Eschacher Weiher

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