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Zum Charakter der „Hygienedemos“

Gießen | Nach Wochen der Einschränkungen werden immer mehr Regeln gelockert, der „Lockdown“ ist lange her. Neben den alltäglichen News zu Todes- und Infektionsraten konnte man regelmäßig sogenannte „Hygienedemos“ beobachten. Diese boten ein Auffangbecken für auf unterschiedlichste Weise persönlich Betroffener: Der Senior, der seine Frau nicht im Pflegeheim besuchen konnte, die Gastronomin, deren Restaurant vor der Pleite stand oder eine Spinnerin, die überzeugt war, Corona sei eine Erfindung. Ob Attila Hildmann oder Ken Jebsen, schnell hatten Rechte und Corona-Leugner die Demos übernommen.
Die sozialen Folgen der Maßnahmen, die vor allem die Arbeiterklasse treffen, spielten für sie keine Rolle. Forderungen nach einem bedarfsorientierten Gesundheitssystem, besser ausgestatteten Schulen oder die angeblich zur Krisenbewältigung vorübergehend abgeschafften Arbeitsrechte wurden nicht erwähnt.

Der Widerspruch zwischen den harten Einschränkungen im privaten Raum einerseits und der Aufrechterhaltung des Zwanges, seine Arbeitskraft zu verkaufen, andererseits, wurde weder erkannt noch diskutiert.

Stattdessen wurde das Virus
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als harmlos oder gar als eine Erfindung abgetan. Es werden vor allem die Interessen ruinierter Kleinbürger sowie Teile des Großkapitals, etwa der Fleischindustrie, der Systemgastronomie und der Autoindustrie vertreten. Diese konnten sich auf Staatshilfen verlassen und waren gleichzeitig auf den Einsatz zahlreicher Arbeitskräfte auf engem Raum angewiesen. Eine Unterscheidung zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Maßnahmen fand nicht statt.

Es wurde pauschal das Ende aller Beschränkungen gefordert. Dem Staat schien das Recht zu sein. Während die Polizei linke Demos, wie den Ostermarsch in Lüneburg oder den 1. Mai in Berlin attackierte, durften die „Hygienedemos“ relativ ungestört agieren. Ihre Forderungen waren schließlich im Sinne der Banken und Konzerne: Lockerung und Rückkehr zur Normalität.

Wozu das führt, haben wir in Gütersloh bei Tönnies beobachtet: Die Fließbänder müssen laufen, denn den Unternehmern geht es um Profit, die Gesundheit der Arbeiter spielt dabei keine Rolle.

Momentan ist die Hygienebewegung geschrumpft, es ist aber zu befürchten, dass bei neuen Einschränkungen die Demos wieder wachsen werden. Es liegt an uns, dann statt die Parolen der Corona-Leugner, die Forderungen der Schüler, Azubis und Arbeiter in den Vordergrund zu stellen.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Marcus Link
456
Marcus Link aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 05:49 Uhr
Es ist aber immer das gleiche Schema, wie mit solchen Menschen umgegangen wird.
Es werden möglichst griffige Diffamierungen gewählt, die Leute für blöd abgestempelt oder als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Die Medien haben sowas wirklich drauf.
Leider beinhalet diese Reaktion mit wenig Hirnschmalz.
Wie wäre es denn zu überlegen warum diese Menschen so reagieren, um dann in angemessenem Maße darauf einzugehen. Sie haben ggf. Sorgen, Wut, verstehen etwas nicht oder haben eine andere Wahrnehmung.
Wenn man auf Menschen eingehen und deren Probleme tatsächlich aufgreift, ist ein besseres Ergebnis zu erwarten, als mit der Neandertaler Methode.
Ein anderes Thema ist natürlich, dass die rechte Szene diese Demos als Plattform sieht und nutzt. Natürlich ärgert mich das sehr, aber es passt gut ins Schema jeder Menschen die sich mit ihren Problemen alleine gelassen fühlen.
Ein großes Hobby unserer Gesellschaft ist es, überall drauf zu hauen was nicht im Menschen läuft. Hier müssen auch wir linke lernen, damit besser umzugehen.
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 10:47 Uhr
Wie viel Hirnschmalz wird benötigt um zu begreifen Corona und Folgen sind real. Wir haben seit heute in einem Landkreis die.höchste Anzahl der Infizierten der.Pandemie und das mit allen Folgen.
Marcus Link
456
Marcus Link aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 12:10 Uhr
Ach das habe ich ganz vergessen, danke für den Hinweis. Natürlich muss man auch Willens sein auf die Probleme anderer Menschen einzugehen. Der letzte Beitrag zeigt mir wie es aussieht, wenn jemand nur seinen eigenen Standpunkt verteidigt und nicht nach den Gründen für Standpunkte anderer Menschen sucht.
Genauso entstehen verhärtete Positionen ohne Lösungswillen.
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 12:59 Uhr
Wer in Reih und Glied mit Menschen marschiert die Reichskriegsflaggen schwenken oder T-Shirts tragen auf denen ein goldener Davidstern mit dem Wort Corona aufgedruckt ist verdienen Hohn und Spott.
Dieses Geblubbel vom "Besorgten Bürger" hängt mir zum Hals raus. Wer Sorgen und Ängste hat soll sich auf seinen Arsch setzen und sich informieren und recherchieren. Der soll sich nicht zu einem Pöbel zusammenrotten, wie die Landsknechte durch Innenstädte marodieren und sein Halbwissen durch die Gegend plärren.
Es gibt genug Quellen um sich zu informieren. Aber diese Idioten halten sich lieber an die einfachen Parolen irgendwelcher rechten Gestrüppköche oder zweifelhafter Schmusebarden Mannheimer provenienz. Die sind nicht besorgt, die sind ignorant und dumm. Es wird Zeit dass man es diesen Trotteln auch klar sagt und denen nicht mit Verständnis begegnet. Es kann nicht sein dass wir es immer wieder zulassen das solche Idioten unwidersprochen ihre Geistesarmut demonstrieren.
Manchmal ist weniger Toleranz mehr. Und Meinungsfreiheit bedeutet nicht dass man offensichtliche Falschinformationen nicht korrigieren und sich über offsensichtlichen Stuss nicht lustig machen darf.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.09.2020 um 17:29 Uhr
Herr Schmidt innhaltlich meine volle Zustimmung. Es ist Stuss was diese Verschwörungschwurbler von sich geben nicht mehr und nicht weniger.

Kein Problem dieser Welt rechtfertigt, dass Marschieren mit Reichsbürgern und Nazis.....
Marcus Link
456
Marcus Link aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 18:32 Uhr
Es gibt etwas, dass das Marschieren mit Neonazis und Reichsbürgern rechtfertigt: Die pure und naturgegebene Dummheit. :-)
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 19:04 Uhr
Ich würde behaupten das kann man auch auf die Fürsprecher dieser Lemminge ausweiten.
Martina Lennartz
6.285
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 19:24 Uhr
Niemand ist naturgegeben dumm!!
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 20:13 Uhr
Manche lernen nur nichts dazu.
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 20:43 Uhr
Na Frau Lennartz, viele "Mitmenschen" arbeiten jeden Tag an der Widerlegung ihrer These. Nicht ohne Erfolg.
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 16.09.2020 um 20:44 Uhr
Ein feiner Artikel - durchaus.
Und soziale Missstände gut thematisiert.

Im Ernst: mir fehlt jegliches Verständnis für Demos gegen Hygienemaßnahmen. Im Ernst, wenn die Wirtschaft nicht so viel Geld aus den Leuten rausholt, wie sie "in normalen Zeiten" aus ihnen herausholen könnte, dann gibt es da doch ein massives Problem - um das zu begreifen muss ich kein Mediziner sein, sondern lediglich das Wesen eines kapitalistischen Systems begreifen.
Und wenn es ein Problem gibt, dass offenkundig derart gravierend ist, dass die Wirtschaft kürzer tritt, dann ist Abstand halten, in der Öffentlichkeit einen Schnutenlappen zu tragen und Massenveranstaltungen zu meiden doch ein geringer Preis um gesund zu bleiben und niemanden anzustecken.
Im Gegenteil: gegen Hygieneregeln zu verstoßen wäre Leben und Gesundheit meiner Mitmenschen in die Kollektivhaftung für die eigene Blödheit zu nehmen!
Davon ab, dass die erwähnten Hygienemaßnahmen wohl eher keine wirkliche Einschränkung darstellen. Dann könnten wir genauso gut auch gegen Sicherheitsgurte, Schutzhelme und Geländer (...) demonstrieren.
Und nein: dafür fehlt mir jegliches Verständnis und das will ich auch gar nicht verstehen!
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.09.2020 um 21:50 Uhr
Im Gegensatz zum Beitrag wird hier in einigen Kommentaren nicht differenziert. Zitat Beitrag: "Diese boten ein Auffangbecken für auf unterschiedlichste Weise persönlich Betroffener: Der Senior, der seine Frau nicht im Pflegeheim besuchen konnte, die Gastronomin, deren Restaurant vor der Pleite stand..."
Und, sind das alles nur Idioten und dumme Ignoranten? Und stimmt es nicht, dass die Regierungen ein regelrechtes Krisen-Chaos veranstalten, so dass viele Menschen einfach nicht mehr durchblicken? Zum Beispiel: hartes Vorgehen gegen Nicht-Maskenträger u.a. in öffentlichen Verkehrsmitteln ( berechtigt! ), auf der anderen Seite spielen Abstandsregeln in vielen Bereichen wenn es um die Arbeit geht ( vor allem in Industriebetrieben ) keine Rolle, Profit geht "natürlich" vor Gesundheitsschutz. Und wenn man dann noch die unterschiedlichsten "Expertenmeinungen" jeden Tag in den Medien hört und liest, wen wundert es dann noch dass etliche Menschen einfach nicht mehr wissen was sie glauben sollen. Dass hinter diesen Meinungen knallharte Interessen stehen, das ist auch nicht immer so einfach zu durchschauen...
Also: man muss mit den Menschen reden, sie versuchen zu überzeugen... gerade damit sie nicht zum Spielball von rechten Demagogen werden, mit Beschimpfungen ist da nichts zu erreichen...
Thorsten Lux
910
Thorsten Lux aus Buseck schrieb am 16.09.2020 um 23:39 Uhr
Stefan, das stimmt: das mit dem Differenzieren ist manchmal so 'ne Sache. Und den Senior, der im Text genannt wird, kann ich durchaus verstehen, denn für ihn geht es darum eine wichtige Bezugsperson sehen und besuchen zu können. Und je nachdem weshalb genau die Frau im Pflegeheim ist, spielt da auch noch die Unsicherheit mit, ob er sie überhaupt nochmal besuchen kann und nochmal lebend zu Gesicht bekommt. Da geht es unter Umständen eben nicht "nur" darum die Frau mal für eine Weile nicht zu sehen, sondern hat eventuell noch eine ganz andere Tragweite.
Die Frage ob ich an seiner Stelle gegen Hygienemaßnahmen demonstrieren würde und mit welchen Leuten ich bereit wäre auf die Straße zu gehen, würde ich hingegen ganz anders beurteilen...
So ähnlich geht es mir auch, wenn ich das mit der Gastronomin lese: klar tut ihr das deutlich mehr weh als irgendeinem Konzern, oder einer Kette. Und klar sind das (Klein- und Kleinstbetriebe) auch genau die Betriebe, die es braucht, um nach Corona wieder einigermaßen auf "Normalniveau" zu kommen. Nämlich insbesondere die Betriebe, die ihre Steuern auch tatsächlich bezahlen, die einstellen und ausbilden, (...) Kann ich total gut verstehen, dass das für diese Betriebe echt hart ist. Daran ändert es aber nach meiner Einschätzung mal rein gar nichts, wenn man in dieser Situation mit Leuten auf die Straße geht, die ganz andere Interessen vertreten als man selbst und deren Machtzugewinn man eigentlich gar nicht wollen kann...
Und ja: sicherlich kann das von Dir erwähnte Durcheinander reichlich verwirren. Das entlässt aber niemanden aus der Verantwortung sich zu überlegen, mit wem er auf die Straße geht. Die von Dir genannten Demagogen lassen sich ja auch problemlos im Netz finden - und damit auch ihre "Positionen". Und im Ernst: wenn Menschen derart wenig Respekt vor dem Leben haben und dies bei jeder Gelegenheit so offen bekunden, wie das die meisten rechten Demagogen tun - welchen "Blumentopf" will man denn mit solchen Leuten gewinnen, welches gesellschaftliche Problem mit solchen Leuten lösen? Das kannst Du doch komplett vergessen, dass Du mit solchen Leuten irgendetwas sinnvoll bewegen kannst!
Und ich denke das hat rein gar nichts damit zu tun, dass man Verständnis haben muss, dass manche Leute es dennoch als sinnvoll finden, mit solchen Leuten auf die Straße zu gehen. Ich denke "andersherum wird ein Schuh draus": wenn da von außen zu sehr differenziert und relativiert wird, dann haben es Demonstranten, die mit solchen Leuten mitgehen umso weniger nötig sich um Differenzierung zu kümmern.
Und seit Jahren höre ich "da muss man genauer hinsehen - das sind nicht alles Nazis", (die bei dieser oder jener Demo mitlaufen). Und ich frage mich: wie genau muss ich denn hinsehen um zu unterscheiden zwischen Nazis und Menschen die Nazis für akzeptable Menschen mit akzeptablen Ansichten halten? Ist das echt meine Aufgabe für solche Personen genehme Ausreden zu finden?
Sorry, jetzt bin ich reichlich in Text geraten und hätte fast das Thema aus den Augen verloren. Aber ich denke, mein Standpunkt ist klarer geworden.
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 17.09.2020 um 12:28 Uhr
Vorab, ich bin weder Verschwörungstheoretiker noch möchte ich die Gefahr von Covid 19 verharmlosen.

Dennoch sei mir gestattet einen Blick in die Historie zu werfen: 1957/58 weltweit ca. zwei Millionen Tote durch die asiatische Grippe (Influenza A/H2N2); 1968-70 weltweit eine Million Tote (in Deutschland allein 30.000) durch die Hongkong Grippe (A/H3N2); 1977/78 weltweit 700.000 Tote durch die russische Grippe (A/H1N1); 1995/96 in Deutschland ca. 30.000 Tote durch Virusgrippe, ebenso in den Jahren 2004/2005; 2017/2018 nach Schätzung des RKI in Deutschland 25.100 Tote durch Influenza Virus B (YAM und A/H1N1).

Ich frage mich anhand dieser Zahlen schon, warum in der Vergangenheit keinerlei Maßnahmen ergriffen wurden aber heuer angesichts "Corona" diese drastischen?

Weiter frage ich mich, warum durch die zumindest in dieser Thematik gleichgeschaltet wirkenden Presse wie Medien seit einem halben Jahr nicht sauber zwischen an "Corona" und mit "Corona" Gestorbenen differenziert wird, ebensowenig zwischen Infizierten und Erkrankten?
Darüberhinaus erkenne ich bei Medien/Presse seit sechs Monaten keinerlei Problembewußtsein bei der Herausgabe sinnloser absoluter Zahlen von Toten und Infizierten, werden diese nicht in Relation zur Anzahl Infizierter in der Bevölkerung (so gut wie unmöglich) bzw. zur Anzahl Getesteter betrachtet! Ganz zu Schweigen der fehlenden Transparenz im Hinblick auf das Zustandekommen der Auswahl getesteter Personen.

Mann will uns weißmachen, dass uns im Falle "Corona" nur die Impfung retten kann. Was hat uns denn bei der Influenza gerettet? Sind die an Influenza Erkrankten "weniger wert" als die an "Corona" Erkrankten, da man sie in der Vergangenheit ohne jegliche Schutzmaßnahme erkranken und im schlimmsten Fall sterben ließ?
Marcus Link
456
Marcus Link aus Gießen schrieb am 17.09.2020 um 12:39 Uhr
Im letzten Beitrag sind durchaus Fragestellungen dabei, zu denen man sich Gedanken machen sollte.

Bei künftigen Grippewellen werden sich Ärzte und Regierungen unangenehme Fragen gefallen lassen müssen und es wird erwartet werden, dass sie sinnvoll reagieren.

Wer verunglimpft und nicht hinterfragt, nicht lösungsorientiert und die Sache herangeht, ist kaum besser als jene die mit den Nazis marschieren.
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.09.2020 um 13:03 Uhr
Was ist denn der Unterschied von an Corona und mit Corona Verstorbenen? Da zuckts bei mir. Krebspatienten sterben in der Regel auch nicht an dem primären Tumor sondern an den massiven Schädigungen der betroffenen Organe. Aber sind die jetzt wirklich AN Krebs gestorben oder MIT Krebs?
Und ein massiver Unterschied der Grippe zu Corona dürfte auch sein, dass wir von der Grippe bereits ein besseres Bild haben und auch über Impfstoffe verfügen die relativ schnell angepasst werden können. Dieser Whataboutismus ist ja leider auch eine ganz beliebte Taktik der Verschwörungsjockeln. Das sind aber wiederum die Selben die es strikt ablehnen würden sich gegen die Grippe zu impfen. Weil sie dann Fußschweiß bekommen, Schwul oder Autisten werden.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.09.2020 um 15:36 Uhr
So lange Menschen einen Unterschied machen zwischen an Corona verstorben und mit Corona verstorbenen aber keinen Unterschied machen zwischen einer Influenza und dem Covic 19 wurde nichts verstanden. Genau das ist die Argumentation der Aluhutträger. Natürlich sind die Fragen erst einmal berechtigt, das setzt aber auch voraus, dass man sich mit den seit Monaten gegeben Antworten auch mal auseinandersetzt.
Es ist sicherlich äußerst schwierig, wenn man sich noch nie mit medizinischer Epidemiologie befasst hat, gewisse Begründungen zu verstehen bzw. nachzuvollziehen.
Grippe und Corona oder Influenza und Covid-19 kann man nicht vergleichen obwohl sie ähnlich sind warum ist das so?
Die Gefahr der Erkrankung COVID-19 liegt darin, dass es neu aufgetaucht ist und neue, bis dahin unbekannte Oberflächenmerkmale aufweist. In der Bevölkerung fehlt die Grundimmunität gegen dieses Virus – und das ist der entscheidende Unterschied zur Grippe. Jedoch geht man davon aus, dass eine gewisse Kreuzimmunität mit den Corona-Erkältungsviren besteht.
Ohne die Grundimmunität in der Bevölkerung ist es für den Erreger leichter, sich zu verbreiten. Die Wissenschaft geht zurzeit davon aus, dass eine gewisse Kreuzreaktion zu den Corona-Erkältungsviren besteht und deswegen bei einem Teil der Bevölkerung eine bedingte Immunität vorliegt.
Da das Corona-Virus potenziell gefährlicher ist als die Grippe, ist es wichtig, die Ausbreitung zu verlangsamen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich ohne Therapiemöglichkeiten und Impfstoff bis zu 70 Prozent der Bevölkerung mit Corona infizieren, bis eine Grundimmunität vorhanden ist.
Dazu ein theoretisches Rechenbeispiel: Bei einer Verdopplungszeit von vier Tagen, steigt die Zahl der Infizierten nach einem Monat bereits auf etwa 250.000 an. Innerhalb von zwei Monaten wären mehr als 32 Millionen Personen infiziert.
Nach derzeitigem Wissensstand müssen circa fünf bis zehn Prozent aller infizierten Personen intensivmedizinisch behandelt werden. Das könnte bei einem rasanten Ausbruch nicht mehr gewährleistet werden.
Mit Maßnahmen wie „Flatten the Curve“ wird versucht, die extrem rasante Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Ohne Schutzmaßnahmen breitet sich das Virus rasant aus. Erkranken jedoch zu viele Menschen gleichzeitig, ist das Gesundheitssystem überlastet und die gesamte Infrastruktur bräche zusammen. In kurzer Zeit wären alle Intensivbetten belegt und Erkrankte könnten nicht mehr vollumfänglich versorgt werden. Es käme zum Kollaps und zu mehr tödlich verlaufenden Fällen.

Das ein Linker das Marschieren mit Nazis gut heißt, scheint auch eine neue Arzt Virus zu sein. Wenn man etwas Leistungsorientiert erreichen will muss man sich nicht mit Nazis auf ein Stufe begeben oder das für gut befinden.
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.09.2020 um 18:13 Uhr
eber Herr Büttel, wenn alle lesen würden was geschrieben wurde und was Sie treffend beschreiben, dann würden weniger marschieren müssen. Das Dumme ist nur, dass sich eine große Masse von den gezielt die Unwahrheit Verbreitern angezogen fühlen. Ich sehe da eine Parallele zu dem was in den USA zur Zeit läuft. Der Demagoge Trump zieht doch obwohl er meistens die Unwahrheit verkündet viele Menschen in seinen Bann.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.09.2020 um 21:26 Uhr
@ Herr Büttel
welcher Linke hat hier das marschieren mit Nazis gut geheißen? Lassen Sie doch einfach solche Unterstellungen und bleiben Sie, wie im Rest Ihres Kommentars, einfach sachlich
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.09.2020 um 21:38 Uhr
@ Thorsten
danke für die ausführliche Antwort, einige Anmerkungen dazu:
- natürlich kann und darf man mit rechten Demagogen keine Diskussionen führen, geschweige denn annehmen sie hätten Interesse daran irgendein gesellschaftliches Problem zu lösen
- aber dabei bleibe ich: mit den Menschen, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise ( verstärkt durch die Corona-Pandemie ) zu leiden haben ( vor allem Beschäftigte, Selbständige und Kleinbetriebe ) und dann ggf. mit "falschen Freunden" auf die Straße gehen, mit diesen Menschen muss man die Diskussion führen. Man macht es sich zu einfach zu sagen "die müssen doch wissen was sie da tun", damit drückt man sich selbst vor der Auseinandersetzung um Aufklärung und Gewinnung dieser Menschen!
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.09.2020 um 00:43 Uhr
Herr Walther, mit diesen Kretins kann man nicht disskutieren. Die haben ihre Meinung und die steht fest. Die sind garnicht daran interessiert sich auf Argumente einzulassen. Wer versucht denen was anderes zu sagen ist nur Teil der Verschwörung. Ich habe jetzt auf Facebook von einer Frau gelesen die berichtet hat wie man sie übelst beschimpfte weil sie einen Diabetes Transponder am Oberarm trägt. Das ist ein kleiner chip der ständig die Blutzuckerwerte zum Beispiel an das Smartphone übermittelt. Ohne zu stechen . Eine enorme entlastung für Diabetiker und Angriffsfläche für Reichsverschwörungsleugner. Worübern wollen sie mit solchen Deppen reden? Das Chemtrail gemachte Wetter? Die haben wir intellektuell verloren, jetzt gilt es höchstens noch sie zu widerlegen und lächerlich zu machen um ihre Konvertiten gering zu halten. Wenn ich auf Facebook eines gelernt habe. Mit Verschwörungstheoretikern und Religioten zu disskutieren gleicht dem Schachspiel mit einer Taube. Egal wie gut man selbst spielt, irgendwann wird das Gegenüber alle Figuren abräumen, auf das Brett scheißen und stolzieren als hätte es gewonnen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.09.2020 um 00:55 Uhr
Herr Walter ist Herr Link nicht bei den Linken. Verteidigt er in seinen Kommentaren nicht das Marschieren mit Nazis? Ich lese das so und bin daher ganz Sachlich wie im Rest meines Kommentars geblieben und drücke meine Verwunderung aus. Vielleicht kann er ws richtig stellen oder aufklären. Natürlich kann ich den ersten Kommentar auch falsch interpretiert haben. So hat es bei mir den Anschein, dass er das so meint.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.09.2020 um 08:37 Uhr
Okay Herr Büttel, warten wir ab was Herr Link dazu antwortet, ich hatte es anders verstanden...

Herr Schmidt, ja es ist keineswegs eine leichte Aufgabe sich mit frustrierten Kleinbürgern, rückständigen Menschen der Arbeiterschaft usw. auseinander zu setzen, aber als Linke haben wir eine klare Vorstellung: selbst mit den rückständigsten Menschen müssen wir die Auseinandersetzung und die Diskussion führen, wie soll sonst ihr (Klassen-)Bewusstsein verändert / angehoben werden? Bei Kleinbürgern ist dies besonders schwierig, da sie gar keinen eigenen Klassenstandpunkt haben, ständig hin und her schwanken... aber das wäre jetzt ne andere Diskussion...
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.09.2020 um 10:45 Uhr
Das hat mit Klassen nichts zu tun. Da trifft man Menschen aus allen Schichten. Und nochmal, die überzeugt man nicht mit Argumenten im Gespräch. Sei es Impfungen, Corona, Chemtrails.
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 18.09.2020 um 11:37 Uhr
Herr Büttel und Herr Schmidt liefern leider wieder das ab, was ich zum Thema derzeit stets erlebe. Jeder, der eine abweichende Meinung zum Mainstream äußert, ist ein Idiot, der keine Ahnung hat. So kann kein konstruktiver Dialog entstehen. Z. B. sind Impfschaeden durchaus ein seriöses Thema, insbesondere, wenn unzureichend getestete Seren in die Fläche kommen. Sie selbst räumen ja ein Herr Schmidt, dass wir hier bei der Influenza wesentlich erfahrener sind. Und Herr Buettel betet zum x-tem mal Drostens exponentielle Horrorszenarien nach. Da lag der gute schon bei der Schweinegrippe daneben und heuer müssten die Schweden schon am Aussterben sein.
Moralisch bedenklich wird es, Herr Buettel, wenn die Überlastung des Gesundheitswesens alleiniges Kriterium für die Anwendung on Hygiene Maßnahmen darstellt. Wird hingegen, wie bei der Grippe, zum Gesundheitswesen kompatibel gestorbenen, braucht man in dieser Hinsicht nichts zu unternehmen.
Herr Schmidt, ihr Vergleich mit dem Krebs ist weit her geholt. Ist der Unterschied wirklich so schwer zu verstehen? An "Corona" ist nur derjenige gestorben, welcher ohne Ausbruch der Infektion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Leben geblieben wäre.
Florian Schmidt
4.883
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.09.2020 um 13:06 Uhr
Impfschäden werden aber nicht seriös von diesen Idioten thematisiert sondern wie ein Horroszenario. So als würde mindestens jeder 2te Geimpfte danach zum Autisten. Basierend auf einer falschen Studie die auch der Studienersteller später korrigierte und zurückzog.
Die Erfolge die wir bei der ausrottung von Krankheiten durch Impfungen erszielt haben sprechen für sich, auch die ganz aktuelle Befreiung Afrikas von Polio. Auch die Masern könnten längst kein Thema mehr sein. Aber es werden ja von verschiedenen Stellen sogar filme produziert die gegen das Impfen werben. Das hat aber mit einem seriösen Umgang unbestrittener Risiken nix zu tun sondern soll Ängste schüren. Komischerweise sind dafür wieder Menschen empfänglich die selbst Krebs versuchen mit Zuckerkügelchen zu kurieren.

Und ich bleibe auch dabei dass die Diskussion An und MIT Corona gestorben falsch ist.
http://www.mimikama.at/aktuelles/coronavirus-an-oder-mit/
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.09.2020 um 13:39 Uhr
Herr Schäfer im Gegensatz zu Ihnen benötige ich kein Statement von Herrn Dorsten oder anderen Quellen. Ich arbeite seit 22 Jahren selber in diesem Bereich der Infektiologie und bete daher nichts nach, sondern gebe das wieder was ich im Studium gelernt habe und in meinem Beruf in der täglichen Praxis anwenden muss und erlebe. Bei der Schweingrippe hat sich nicht nur Herr Dorsten geirrt, wir auch. So ist das in der Wissenschaft. Bei Covid 19 wurden wir auch eines besseren belehrt als wir noch in Ende Februar angenommen haben. Die Entwicklung nahm auch für unser Team ein nicht so zu erwarteten Verlauf.

Die Antwort Herr Schäfer zur Grippe und dem Unterschied habe ich bereits in meinem Kommentar erklärt und werde mich nicht wiederholen.

Noch eine Bemerkung zeigen Sie mir mal auf, in welchen Beitrag oder Kommentar ich jemanden als Idiot bezeichnet habe.


Natürlich ist die Diskussion falsch ob jemand an oder mit Corona gestorben ist. Das steht auch gar nicht zur Betrachtung bei der Bewertung der Empfehlungen an die Politik. Wir betrachten rein die Inzidenzen und die daraus folgenden Modelle. Das hat sich bei den bisher 46 Meldepflichtigen nach Infektionsschutzgesetz auch bewährt.
Ich denke nicht das wir freiwillig seit Monaten die Stunden schieben an 7 Tagen die Woche, das macht doch keiner freiwillig um andere zu ärgern...……… es ist einfach Notwendig.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.09.2020 um 16:15 Uhr
Doch Herr Schmidt, das hat - wie alles andere auch - mit Klassen zu tun. Wie im Beitrag richtig erwähnt ( Sie selbst schreiben ja auch "aus allen Schichten" ) sind es in großen Teilen Kleinbürger, die in Krisenzeiten, neben der Arbeiterschaft, am härtesten getroffen werden, sie haben keine Chance gegen das Großkapital, sehen jedoch oft die Ursachen nicht und werden zu so genannten "Wutbürgern"... gerade mit diesen Menschen ( zur Wiederholung: natürlich keine Diskussion mit rechten Demagogen! ) muss man die Auseinandersetzung führen.
Als Beispiel: wieso bekommt u.a. Lufthansa ca. 10 Milliarden Euro in den Hintern geschoben während dessen zig Arbeitsplätze abgebaut werden und zig kleinbürgerliche Existenzen vernichtet werden? So ist das Prinzip im staatsmonopolistischen Kapitalismus, und das hat nichts mit Corona zu tun, dies muss man versuchen zu verdeutlichen.
Sind alle Menschen die bei solchen Demos mitlaufen unempfänglich für solche und ähnliche Argumente? - ich bezweifle das. Wie gesagt, die sind ja nicht alle doof...!
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 19.09.2020 um 12:21 Uhr
Herr Buettel, mit Ende Februar haben Sie gewiss recht, der Lock down erfolgte dann jedoch erst im März in die bereits fallende Kurve hinein. Anschließend wurde dann jedoch der Lock down für den Rückgang als Ursache angeführt. Das ist unseriös.
Den Unterschied, welchen Sie zwischen Influenza und Covid 19 sehen, habe ich schon verstanden. Dies beantwortet jedoch nicht die Frage, warum man nicht in den vergangenen Dekaden schon durch einfache Maßnahmen wie den Atemschutzmasken die Verbreitung der Influenza eingedämmt und das Leben vieler Tausender bewahrt hat. Dass auch dieInfluenza hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, sollte ausser Frage stehen.
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