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RegioTram für Gießen bietet erhebliche Vorteile für die Vogelsbergbahn, auch im Abschnitt des Vogelsbergkreises

Gießen | Die jüngste Diskussion um die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs im Vogelsbergkreis hat die Regionalverbände Mittelhessen und Osthessen des Fahrgastverbandes PRO BAHN auf den Plan gerufen. Man tritt der Auffassung von Landrat Manfred Görig (SPD) entgegen, dass die Vogelsbergbahn über den heutigen Status hinaus kein Entwicklungspotential mehr bietet. Gerade die Umstellung auf die gelben Nahverkehrstriebwagen der Hessischen Landesbahn (HLB) im Jahr 2011, habe bei den einzelnen Tageszeiten zu einem Fahrgastanstieg teilweise von mehr als 50% geführt.

Im Landkreis Gießen sind schon lange Bestrebungen, die Vogelsbergbahn auszubauen. Aktuell hält sich die Diskussion um den Aufbau eines RegioTram-Systems in und um Gießen, so wie es bereits im Raum Kassel existiert. Selbst wenn zwischen Gießen und Grünberg künftig RegioTram-Triebwagen unterwegs sein sollten, kann davon der Vogelsbergkreis erheblich profitieren. An mehreren kleineren Stationen zwischen Grünberg und Gießen müsste der HLB-Zug dann nicht mehr halten, wäre somit deutlich früher in Gießen. Vom logistischen Ablauf wäre es so, dass in Grünberg zunächst die HLB losfährt und dahinter folgt die RegioTram, welche an allen Unterwegsstationen hält. Müsste jemand vom Vogelsbergkreis z.B. nach Saasen, könnte man problemlos am gleichen Bahnsteig in Grünberg umsteigen. In der Gegenrichtung würde es anders laufen. Zunächst fährt die RegioTram alle Stationen ab, dahinter folgt der HLB-Zug der Vogelsbergbahn, sie treffen sich in Grünberg und es kann zur Weiterfahrt umgestiegen werden. Wenn die RegioTram kommt, wird soviel in die Infrastruktur investiert, dass im gemeinsamen Streckenabschnitt genügend Gleiskapazitäten vorhanden sind. Da braucht niemand Angst zu haben, der Vogelsbergkreis würde abgehängt, so die Regionalsprecher Werner Filzinger und Thomas Kraft

Die verlagerten Unterwegshalte im Landkreis Gießen würden im weiteren Streckenverlauf Vorteile für den Vogelsbergkreis bieten, dass nämlich neue Zeitpuffer bestehen würden, um die Stationen Renzendorf und Wallenrod wieder zu eröffnen aber auch über den erstmaligen Bau von Bahnhalten in Altenburg (mit Erschließung Alsfeld-Süd), Brauerschwend oder im Industriegebiet zwischen Lauterbach und Maar nachzudenken. Um all dies jedoch mit einem konstanten Fahrplan zu ermöglichen, müssen Kreuzungsbahnhöfe wie in Burg- und Nieder-Gemünden reaktiviert werden. Wenn mehr Kreuzungsbahnhöfe vorhanden sind, ist es auch wieder möglich, in zwei Zugarten auf der Vogelsbergbahn zu fahren, der Regionalbahn (RB) und dem Regional-Express (RE). Wenn die Strecke zwischen Friedberg und Frankfurt viergleisig ausgebaut ist, könnte über die Durchbindung einzelner RE in die Mainmetropole nachgedacht werden.

Weitere Entwicklungsmöglichkeiten sieht der Fahrgastverband PRO BAHN durch eine Reaktivierung der Ohmtalbahn. Mit einem Umstieg als Teilknoten könnten Fahrgäste aus dem Vogelsberg kommen, in Burg- und Nieder-Gemünden über die Ohmtalbahn schnell nach Marburg gelangen, insbesondere dann wenn die Züge bis Marburg durchgebunden werden.

Die Vogelsbergbahn hat also ein erhebliches Entwicklungspotential und mit drei Zugarten, der RegioTram (RT), der Regionalbahn (RB) und dem Regional-Express (RE) würden sich mit Sicherheit ein weiterer deutlicher Fahrgastzuwachs ergeben. Auf diese Art kommt auch im Vogelsbergkreis die Verkehrswende an, so die Sprecher der PRO BAHN Regionalverbände Mittelhessen und Osthessen, Thomas Kraft und Werner Filzinger abschließend.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.706
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.09.2020 um 14:38 Uhr
Danke für den informativen Beitrag.

Mehrmals wurde in dem Artikel davon gesprochen, dass zusätzliche Haltepunkte auf der Vogelsbergbahn sinnvoll sind.

Das sehe ich genau so. Aber der dann sich einstellende Zeitverlust zwischen den Knoten Giessen und Fulda dürfte nicht alleine mit mehr Kreuzungsmöglichkeiten / Reaktivierung weg gefallener Kreuzungen zu kompensieren sein.

Was ist eigentlich aus der Fahrgastverbandfeststellung von vor 30 Jahren geworden: "Züge auf der VB-Bahn sind durch Einsatz von Neigezügen wesentlich schneller!" (sprich dann können mehr Haltepunkte eingeplant werden) geworden?
PRO BAHN Landesverband Hessen
299
PRO BAHN Landesverband Hessen aus Gießen schrieb am 11.09.2020 um 16:03 Uhr
Was vor 30 oder vor 100 Jahren Zeitgeist war, muss heute nicht mehr stimmen. Uns ist der konkrete Artikel nicht bekannt aber heute ist es definitiv so, dass die Züge deutschlandweit und soweit wir wissen inzwischen sogar europaweit aus dem Verkehr gezogen wurden, weil die Technik, egal von welchem Hersteller, störanfällig war und ständig zu Zugausfällen geführt hat. Das war übrigens 2011 der Grund des Starts mit den Lint 41 auf der Lahntalbahn und der Vogelsbergbahn. Zudem würde das die Zahl der Fahrten nicht erhöhen. Nur durch den Wiederaufbau von Kreuzungsbahnhöfen und abschnittsweiser Zweigleisigkeit lässt sich solch eine Strecke in ihrer Kapazität steigern. Wenn die Infrastruktur stimmt, dann können auch Nahverkehrstriebwagen ohne Neigetechnik als RE deutlich schneller zwischen Gießen und Fulda unterwegs sein. Neigetechnik ist Schnee von gestern.
Nicole Freeman
10.763
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.09.2020 um 06:37 Uhr
die vogelsbergbahn hat zu recht angst abgehängt zu werden.
wenn ich denke wie einfach es noch von 5 jahren war von giessen nach göbelnrod oder lehnheim zu kommen und wie es jetzt ist grrr.
da überlegt man echt ob man nicht das auto nehmen sollte. schade, denn für viele in den kleinen orten war und ist die bahn wichtig.
Martin Wagner
2.706
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 16.09.2020 um 16:17 Uhr
Danke an den Artikeleinsteller - jetzt bin ich schlauer.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  PRO BAHN Landesverband Hessen

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PRO BAHN Landesverband Hessen
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