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Pfadfinder-Jugendarbeit mit Coronabeschränkungen

Gießen | Nach wochenlanger „Online“-Gruppenstunde startet nach den Ferien wieder die regulären Gruppenstunden der Heliand-Pfadfinder in Gießen, Langgöns und Butzbach

Das Pfadfindersein lebt von gemeinsamen Aktivitäten und Abenteuern, von Teamgeist und Gemeinschaft und vom zusammen Unterwegssein in der Gruppe. Entsprechend betroffen war unsere Pfadfinderarbeit daher von den Corona-Maßnahmen, die ab März beschlossen wurden. Wöchentliche Gruppenstunden, Zeltlager und Wanderfahrten in der Gruppe waren bedingt durch die Abstands- und Hygienemaßnahmen plötzlich nicht mehr möglich. Alle für das Frühjahr geplanten Freizeiten, Zeltlager und Wanderfahrten wurden kurzerhand abgesagt und auch die wöchentlichen Zusammenkünfte in den Gruppenstunden wurden ausgesetzt.

Uns war jedoch sofort klar, dass unsere Arbeit und der Kontakt zu den Gruppenkindern nicht auf unbestimmte Zeit ruhen kann. Alternative Konzepte mussten her! Nun ist es jedoch das besondere an Pfadfinderarbeit, dass diese fast komplett ohne Technik und Medien auskommt, ja sogar bewusst auf Handys und Computer verzichtet. Die Herausforderung war also für unsere Gruppenkinder
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Pfadfinderfeeling und Gemeinschaft nachhause zu bringen, indem wir auf für uns ganz ungewohnte Weise Inhalte und Methoden des Pfadfinderseins mit modernen Kommunikationsmitteln verknüpfen. Nach einigen aufwendigen Vorbereitungen und Überlegungen stand schließlich unser "Corona-Gruppenstundenprogram" welches zwar kontaktlos (aber nicht allein) von zuhause aus stattfinden konnte. In den letzten Wochen trafen sich unsere Pfadfindergruppen statt persönlich einmal die Woche zur virtuellen Gruppenstunden, um gemeinsam im Videochat das vorbereitete und selbst entwickelte Spiel "Die Jagd nach dem Himmelsstab" zu spielen. Jeder Gruppenjunge hatte dafür ein Materialpaket zugesandt bekommen, welches die nötigen Spiel- und Bastelmaterial enthielt. In der spannenden Geschichte des Spiels waren die Jungs und ihre Gruppenleiter gemeinsam unterwegs auf der Suche nach den Schätzen der alten Maya, tief im südamerikanischen Dschungel. Im Stil eines "Escape-Room"-Spiels wurde sich dabei jede Gruppenstunde durch den nächsten Raum alter Tempelruinen bewegt. Dabei mussten verschiedenste Hindernisse überwun-den und Rätsel gelöst werden, wofür sowohl Köpfchen als auch diverse Pfadfindertechniken gebraucht wurden. So musste zum Beispiel einmal
der Weg durch den Dschungel mit Hilfe eines selbstgebauten Kompasses gefunden, das Tor des Tempels durch ein mysteriöses Rätsel geöffnet, oder sogar ein eigenes Flugzeug gebaut werden. Spielerisch erlernten die Kinder so neue Pfadfindertechniken und über Videochat wurde gemeinsam gerätselt, sich ausgetauscht und das weitere Vorgehen geplant. Neben Rätseln, Spielen und Bastelaktionen waren immer wieder auch kleine inhaltliche Impulse eingebaut, so dass die Gruppen sich austauschen und über vorbereitete Themen diskutieren konnten. Neben der spannenden Entdeckergeschichte wurde dabei bspw. auch ein Blick auf die historischen Entdeckungsreisen geworfen, die vielerorts im Unrecht des Kolonialismus mündeten und daher einer kritischen Auseinandersetzung bedürfen.

Mit diesem Programm konnte die Zeit der strikten Kontaktbeschränkungen gut überbrückt werden. In der Zeit, in der Freizeitangebote und Hobbyausübungen für Kinder stark beeinträchtig waren, kam so wenigstens etwas Abwechslung und ein Hauch von Pfadfinder-Feeling nach Hause und der Kontakt in der Gruppe konnte bestehen bleiben. Das wahres Pfadfindersein lässt sich jedoch nur beim unmittelbaren gemeinsamen Unterwegssein in der Natur erleben. Daher finden nun unter gelockerten Beschränkungen und mit entsprechendem Hygienekonzept einige eintägige Sommeraktionen unseres Stammes statt. Mit Kanutour und Kletterparkbesuch soll über den Ausfall des zweiwöchige Sommerlagers hinweggetröstet werden. Und nach den Sommerferien starten dann auch endlich wieder die regulären Gruppenstunden mit persönlichem Treffen. Auch hier existieren entsprechende Hygienekonzepte, die Arbeit wird also mit einigen Einschränkungen verbunden sein, aber wir freuen uns nach solch langer Pause die echte Pfadfinderarbeit wieder aufnehmen zu können. Und hoffentlich geht es bald auch wieder auf großer Fahrt und Zeltlagern hinaus in die weite Welt zu neuen Abenteuern!

Informationen zu den Gruppen und Aktionen der Heliand-Pfadfinder gibt es unter www.stamm6.de

 
 
 

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von:  Johannes Karkos

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