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Ehrung von Ria Deeg

Gießen | Am 13.08.2020 jährte sich der Todestag von Ria Deeg zum 20. mal.

1923 trat sie in die Sozialistische Arbeiterjugend, 1925 in die SPD und die Gewerkschaft ein. 1932 verließ sie die SPD und wurde Mitglied der KPD. Im selben Jahr begann sie ihre Arbeit bei der KPD-Regionalzeitung, dem Gießener Echo.

Nach der Machtübertragung an die Faschisten verteilte sie Flugblätter, sammelte Geld und Lebensmittel für die Rote Hilfe zur Unterstützung der Familien Verhafteter. Auch als die illegale Bezirksleitung der KPD verhaftet wurde, arbeitete sie weiter. Im November 1934 wurde sie verhaftet und im Juli 1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 38Monaten Haft verurteilt.

1945 wurde Ria Leiterin der Gießener „Betreuungsstelle für politisch, rassistisch und religiös Verfolgte“. Bis zum Verbot der KPD 1956 war sie im Kreisvorstand, im Landesvorstand und Stadtverordnete. 1969 trat sie in die DKP ein. In den folgenden Jahren beteiligte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Walter an Aktionen und den Ostermärschen.
Sie war Mitbegründerin der VVN Hessen und Gießen 1947. Zeitlebens beteiligte sie sich an antifaschistischen Aktionen und berichtete als Zeitzeugin vor Schulklassen und Organisationen. Sie setzte sich immer für internationale Solidarität ein und unterstützte Antifaschisten in vielen Ländern.

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Dieses Zitat von Ria soll uns mahnen und zum Kämpfen motivieren: „Nun bin ich 86 Jahre alt und habe mein Leben lang für Frieden und Sozialismus gekämpft. Ich bereue nicht einen Tag. Das sozialistische Lager ist zusammengebrochen, Fehler wurden gemacht. Aber das soll uns nicht entmutigen. Karl Marx ist nicht tot, seine Idee lebt, und es gilt immer noch, und heute mehr denn je, für eine bessere Welt zu kämpfen - gegen Kapitalismus und Krieg. Leider ist das Gedächtnis der Menschen sehr kurz.“

Obwohl sie bereits 1987 die Ehrennadel der Stadt Gießen erhielt, wollten die Grünen und Teile der SPD eine weitere Ehrung verhindern.

Die Frist, bis „verdiente Gießener Bürgerinnen und Bürger“ geehrt werden können, wurde von 10 auf 20 Jahre verdoppelt (Lex Ria Deeg). Höchste Zeit für eine würdige Ehrung der Kommunistin Ria Deeg!

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.08.2020 um 12:18 Uhr
Gelesen. Gab es ein quasi öffentliches Gedenken außer diesem Beitrag?
Martin Wagner
2.762
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 16.08.2020 um 18:45 Uhr
Frau Lennartz - dieser Artikel ist Ihnen gelungen.

Seit Jahren verfolge ich die Nicht-Ehrung von Ria Deeg in Ihrer Heimatstadt durch eine Straßenbenennung.

Die staatserhaltene Ideologie des herrschenden Blockes der Nachkriegszeit der Antikommunismus führt bis 75 Jahren nach dem Zusammenbruch des Hitlerfaschismus zu dieser (freundlich gesehen) "lokalen Blüte".

Mir ist völlig fremd, wie Menschen, welche lange nach diesen Zeiten sich politisiert haben, auf "so etwas abfahren".

Gut im Giessener Stadtparlament wurde das "Lex Ria Deeg" vor ein paar Jahren durchgedrückt. Noch haben diese politischen Kreise im Parlament die Mehrheit. Gut die 20 Jahre sind rum - es dürfte sich im Parlament eine Fraktion finden, welche einen konkreten Antrag stellt. Lohnt dass?

Ich denke ja, denn im Frühjahr sind ja Neuwahlen. Die Nicht-Ehrung sollte zum Thema im Wahlkampf genacht werden. Alle Parteien und Wählergemeinschaften sollten sich positionieren.

Da ich davon ausgehe, dass die nächste Regierungskoalition nicht mehr nur aus drei Fraktionen gebildet werden kann (also eine vierte Fraktion dazu kommen muss) besteht die Chance auch eine Forderung für den Regierungsvertrag jetzt schon zu benennen.
H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.08.2020 um 08:33 Uhr
Martin ich hoffe du hast recht.
Martina Lennartz
6.364
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 17.08.2020 um 16:28 Uhr
Hallo Peter, seitens der Stadt gab es kein öffentliches Gedenken.

Hallo Martin, nun, wie die Wahlen ausgehen werden, das ist schwer vorher zu sagen.
Wir werden wieder einen Antrag stellen und nicht aufhören an Ria zu erinnern und um eine würdige Ehrung zu kämpfen.
H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.08.2020 um 20:02 Uhr
Wie bei dem bewussten Stolperstein ... Das hat auch gedauert
Martina Lennartz
6.364
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 19.08.2020 um 20:28 Uhr
Welchen Stoplerstein meinst du denn, Peter?
Kurt Wirth
3.495
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 19.08.2020 um 21:55 Uhr
Ich nehme an, daß der Stolperstein für Hans Rosenbaum gemeint ist. Siehe:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/45965/ein-stolperstein-fuer-hans-rosenbaum/
H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.08.2020 um 22:45 Uhr
Danke Kurt. Ja da habe ich ein wenig mitgewirkt
Martina Lennartz
6.364
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 25.08.2020 um 00:51 Uhr
Wir werden ihre Lebenserinnerungen "Signale aus der Zelle" zum 20. Todestag neu auflegen und dann gerne an Interessierte weiter geben.
Gegen das Vergessen!
H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.08.2020 um 16:27 Uhr
Gute Idee
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 26.08.2020 um 18:06 Uhr
Gießener ECHO August 2007, Seite 2:

"Ria Deeg und weitere Widerstandskämfer geehrt"

OB Haumann (CDU) hielt eine sehr anständige Rede. Ich habe mit Haumann geredet und kann Intererssierten davon berichten.
H. Peter Herold
29.497
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.08.2020 um 21:27 Uhr
Das passt zum Beitrag.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Interessensgebiet: Gießen
Martina Lennartz
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