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"Würfel" Bismarckstraße: Brief an die THM

Gießen | Die Bürgerinitiative Historische Mitte Gießen hat es sich zu Aufgabe gestellt, darauf hinzuwirken, dass Gestaltungsdefizite im Stadtbild beseitigt werden. Gute Gestaltungsqualität in einem Quartier muss erhalten werden. In dieser Hinsicht gibt es aus unserer Sicht akut Negatives zu berichten:
Die genannten, von der THM errichteten Gebäude sind als Baukörper fertiggestellt. Der Betrachter ist ratlos. Wie schrieb kürzliche die Gießener Allgemeine Zeitung: Die Objekte wirken als Fremdkörper. Doch der Reihe nach:
Das Baugrundstücke mit den Gebäuden Südanlage 6 und Bismarckstraße 2 und 4 aus dem Jahre 1876 der Architekten Ludwig Seuling und Schmandt prägen mit ihrer zeitgenössischen Architektur das Baufeld und das Stadtbild der anliegenden Straßen Südanlage, Bismarckstraße und Lonystraße. Dieser Stadtbezirk hat glücklicherweise den Feuersturm der Bombenangriffe überstanden. Wegen seiner besonderen Gestaltqualität sind sowohl die drei Bestandsgebäude als auch das Grundstück von den Regelungen des Denkmalschutzes erfasst.
Die in dem Innenhof platzierten Neubauten stehen dicht an den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden. Aus dieser Tatsache hat der Architekt aber nach unserer Einschätzung keine Konsequenzen gezogen. Die Neubauten lassen erkennen, dass es dem Entwurfsverfasser kein Anliegen war, ein harmonisches Gebäudegesamtbild auf dem Grundstück zu erzeugen. Es ist auch nicht erkennbar, dass dem Entwurfsverfasser eine positive Beeinflussung des Stadtbildes ein Anliegen war. Insbesondere die wohl als Sonnenschutzmaßnahme vor die Fassaden montierten Aluminiumhohlprofile und die nackten, kaum gegliederten Sichtbetonfassaden sind für den Betrachter als Störkörper auszumachen. Nach Besichtigung der Baustelle bleiben manche Fragen offen:
1. Aus welchen Gründen hat der Architekt bei seiner Arbeit den baulichen Bestand auf dem Grundstück ausgeblendet, wie es hier offensichtlich geschehen ist?
2. Weshalb hat der Planverfasser hier stadtbildgestalterische Überlegungen unberücksichtigt gelassen?
3. Ist dem Architekten nicht bewusst, dass er bei seiner Arbeit im öffentlichen Raum tätig ist und seine Leistung das Stadtbild in dem Falle von Gießen mit beeinflusst?
4. Hat es vor der Einreichung des Bauantrages Vorabstimmungen mit den Denkmalschutzbehörden gegeben?
Wegen der Bedeutung des Bauprojektes für das Quartiersstadtbild werden wir diesen Brief auch veröffentlichen.
Wir freuen uns über eine baldige Antwort.

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von:  Peter Eschke

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Interessensgebiet: Gießen
Peter Eschke
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