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Little America in Gießen

Der alte Flughafen
Der alte Flughafen
Gießen | Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges marschierten die Amerikaner in Gießen ein und brachten ihre Kultur gleich mit. 62 Jahre lang (1945 bis 2007) waren sie ein Teil der Stadt, prägten sie und stellten über 500 Stellen für Arbeitsuchende zur Verfügung. Sie brachten viel Neues nach Gießen, etwa typisch amerikanische Sportarten wie Basketball, Baseball, Bowling oder American Football. Das US-Depot Gießen befand sich am östlichen Rand der Stadt zwischen dem Gießener Ring und der Rödgener Straße. Die Betreibergesellschaft des Depots war der staatliche Army & Air Force Exchange Service (AAFES). Das Depot wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des 1929 erbauten Verkehrsflughafen Gießen eingerichtet. Vom Flughafen sind heute nur noch wenige Spuren sichtbar, unter anderem das im Bauhausstil erbaute Empfangsgebäude.
Die Gästeführerin Petra Bröckmann, die selbst viele Jahre bei den Amerikanern in Gießen gearbeitet hat, schildert bei einer interessanten Führung sehr persönliche Eindrücke aus dieser besonderen Zeit: "Das über 200 ha große ehemalige US-Gelände war für die meisten Gießener und Menschen aus der Region
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ein weißer Fleck auf der Landkarte, es sei denn, man hatte mit den „Amis“ was zu tun. Wenn man durch das Wachgebäude an der Rödgener Straße in das Kasernengelände gehen durfte (nach strenger Ausweiskontrolle), war schnell klar, dass man sich in einer anderen Welt befand. Gebäude hatten einen anderen Geruch, es gab Essen, das wir so gar nicht kannten und Bräuche, die uns fremd waren, die aber über die Jahre Einzug in Deutschland gehalten haben (z.B. Halloween). Das Gelände ist sehr geschichtsträchtig und es gibt viel darüber zu erzählen.
Der Standort Gießen mit den Kasernen in der Licher Straße (Rivers Barracks), der Pendleton Barracks in der Grünberger Straße und natürlich der PX, wo die meisten von uns so gerne mal eingekauft hätten, umfasste auch die Standorte Kirch Göns, Butzbach, Bad Nauheim und Friedberg sowie viele Außenstellen, deren Aufgabe es war, zu Zeiten des Kalten Krieges das westliche Tor nach Deutschland hinein zu schützen.
Die Amerikaner brachten Whiskey, Popcorn, das leckere amerikanische Eis und tolle Rezepte mit nach Gießen. Bis zu 10.000 Soldaten lebten hier mit ihren Familien."
Heute erinnern noch einige Straßennamen in Gießen an diese Zeit, z.B. Lincoln - und Rooseveltstraße.
Mehr Informationen zu diesem Thema und zur passenden Stadtführung findet man auf der Internetseite www.giessen-entdecken.de.

Der alte Flughafen
Hier soll wieder der Schriftzug Flughafen Gießen angebracht werden
Im Inneren des Flughafengebäudes
Im Inneren des Flughafengebäudes
Ein weiteres Flughafengebäude
Hier verliefen Eisenbahnschienen
Auf diesem großen Gelände sollte eigentlich Otto bauen
Links neben dem Container ist noch ein alter Wachturm zu erkennen
Wachturm
Große Teile der Schiefer-Dächer sind noch aus der Bauzeit um 1934 erhalten.
Hier war die Bowling-Bahn
Das Pförtnerhäuschen
Die Natur hat sich weite Teile des Geländes zurück erobert

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.140
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.07.2020 um 11:00 Uhr
Ja solhe Siedlungen kenne ich aus meiner Jugend auch. Da hatten wir als Jugengruppe eine Beziehung zu den Amerikanern aufgebaut und konnten dort auf dem Gelände die Kirche besuchen.
Auch am jährlichen Amerikanischen Feiertag konnte man auf das Gelände. Da war offene Tür und wir konnten an allen Veranstaltungen teilnehmen.
Hallo Lieber Leser
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von:  Thekla Schulz-Nigmann

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Thekla Schulz-Nigmann
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