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Nicht die reine Natur...

von Kurt Wirtham 28.06.2020323 mal gelesen3 Kommentare
Gießen | ist dieser Wasserfall bzw. die Felsstufe, die ihn verursacht. Wir befinden uns im Steigbachtobel bei Immenstadt. Der Steigbachtobel ist der unterste, sehr enge Teil des Steigbachtals, direkt in den Ort führend.

Die Geographie und Landschaft als solche ist sehr wohl natürlich gewachsen. Jedoch wurde nach einer Überschwemmungskatastrophe anno 1873 eine "Wildbachverbauung" durchgeführt, d.h. in Abständen Staumauern bis zu 30 m Höhe quer durch die Schlucht gezogen. Man benutzte die vor Ort zu Hauf herumliegenden Nagelfluhfelsbrocken.

Die Überschwemmung hatte seinerzeit 11 Todesopfer im Ort zur Folge und zerstörte 10 Gebäude. die Ursache war ein heftiges Sommergewitter, das den Bach gewaltig anschwellen ließ. So etwas gabs also auch schon vor dem Klimawandel - aber nur als Jahrhundertereignis.

Über dem hier wiedergegebenen Wasserfall wurde 1897 anläßlich des 100-sten Geburtstags von Kaiser Wilhelm I. und zum Dank für die Wiederaufbauunterstützung des Reiches nach der Überschwemmung eine kupferne Gedächtnistafel angebracht. Näheres ist der abgebildeten Texttafel zu entnehmen (Foto zum Vergrößern anklicken).

Grundsätzlich ist ja im südlichsten Deutschland die Verehrung für die "Gründer des Reiches" und die "Preissn" im allgemeinen nicht sehr ausgeprägt. Bismarcktürme und Reiterstandbilder der beiden Wilhelms findet man äußerst selten. Vielleicht hat man hier auch bewußt den Standort versteckt und außerhalb des Ortes gewählt. Die Inschrift lautet:

Dem Einiger des Reiches
Kaiser Wilhelm I.
zur Hundertjahrfeier
1797 - 1897

 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.846
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.06.2020 um 16:33 Uhr
In heutigen Zeiten ist Schluss mit Verehrung und Gedenken. Insbesondere alles was irgendwie mit "Rassismus" und "Kolonialzeit" zu tun hat muss weg. In meinen Augen ein Wahn. Damit kann das was geschehen ist nicht mehr verhindert werden.
Könnten solche Dinge nicht dafür verwendet werden, dass mit entsprechenden Tafeln auf das jeweils geschehene hingewiesen wird und damit für die Zukunft eventuell eine Wiederholung verhindert wird.
Kurt Wirth
2.926
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 29.06.2020 um 17:54 Uhr
Die hier dargestellte Tafel hat aber noch nie jemand in Frage gestellt, also nicht mit der Absicht, sie verschwinden zu lassen. Eigentlich auch die Bismarcktürme, Wilhelms-Denkmäler etc. landauf, landab nicht. Du könntest jetzt vielleicht eine entsprechende Diskussion provozieren, Peter:-). Ein "Denkmal" bedeutet ja auch, darüber nachzudenken. Das kann man natürlich mit entsprechenden Erläuterungstafeln bewirken, oder verschiedentlich ist es auch mit danebenstehenden "Gegendenkmälern" gemacht worden. Irgendetwas einfach ersatzlos verschwinden zu lassen, halte ich auch nicht für sinnvoll.
H. Peter Herold
28.846
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.06.2020 um 17:57 Uhr
Bismarck war im Gespräch nicht direkt wegen Rasissmus. Wenn hier jemand diskutieren will. Ba und. Ich bin fertig.
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