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Maßnahmen für das Tierwohl

Gießen | Da musste ich mir doch erst einmal die Augen reiben, als ich las, was unsere Bundesministerin Julia Klöckner in einem Interview erzählte. Auf einem „Fleischgipfel“ Veränderungen und zwar grundlegend wird angekündigt. Wenn ich es mir genau überlege, werden vielleicht all die Tiere in Zukunft besser behandelt werden dank Corona ? Was ist mit all den Berichten in der Vergangenheit in denen Tierquälerei in Ställen und Transportern zu Recht anprangert wurden. Warum konnte da kein Minister reagieren, nicht getraut ? Wie heißt ein Sprichwort „In allem schlechten muss man auch das Gute sehen“ und dies trifft nun auf die Massenware Fleisch zu, verbunden mit den schlimmen Zuständen der Tierhaltung, Corona sei Dank ! Aufgeräumt werden solle nun in der Fleischbranche, die Preise, wenn ich mich nicht verhört habe um 40 Cent das Kilo steigen. Da stell ich mir natürlich die Frage wie man mit einem solch geringen Betrag die Bedingungen der Tiere in ihren Ställen und Transportern verbessern will.Jeden Tag massenhaft Wurst und Fleisch auf dem Teller muss doch wirklich nicht sein. Die Gesundheit, der eigene Körper würde es einem auch danken mit weniger Zivilisationskrankenheiten die sich der Mensch selber züchtet, und man könnte sich wieder auf einen Sonntagsbraten freuen, den man einst sehr zu schätzen wusste.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.703
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.06.2020 um 20:48 Uhr
Ich hoffe das jetzt der verbraucher auch mal darauf achtet wo das fleisch, die wurst herkommt. versuchen sie mal wurst mit der kennzeichnung he im supermarkt zu finden. da ist der schlachthof wenigstens in hessen. ich denke das man jetzt die qualität des handwerklichen metzger zu schetzen lernt. den tieren und der arbeitenden menschen zuliebe.
Stefan Walther
4.774
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.06.2020 um 22:18 Uhr
Ja Christine klingt wie ein schlechter Witz. Ich habe die Dame heute morgen im Interview im Fernsehen mitgekriegt: trotz zweimaliger Nachfrage des Reporters "was geschieht denn nun mit den Menschen die in der Fleischindustrie arbeiten, was soll sich hier ändern?" = keinerlei Antwort von Frau Klöckner. Wenn es ihr ernst gewesen wäre hätte sie u.a. die Ausbeutung durch Werkverträge oder auch die haarsträubenden Unterkünfte erwähnen und anprangern müssen.
Und was das Tierwohl betrifft, das wurde zwar immer wieder als wichtig betont, aber wenig konkretes was mögliche Verbesserungen betrifft, von einem Verbot der Massentierhaltung ganz zu schweigen... alles nur heiße Luft?
Bernt Nehmer
2.372
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 27.06.2020 um 08:31 Uhr
Ich kaufe kein Fleisch. Die Tafel sagt, nehmen Sie etwas, bevor es in den Müll kommt. Ich werde daran sterben, wenn ich nicht konsequent bin. Konsequenz täte auch der Politik gut.
Elke Jandrasits
1.338
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 27.06.2020 um 08:55 Uhr
Allein die Bezeichnung "Fleischgipfel" ist schon ein Unding.

Frau Klöckner macht es sich mit ihren ewigen Hinweisen auf die Verantwortung des Verbrauchers zu einfach. Wie man schon bei der Pferdefleisch-Lasagne, beim Wilke-Skandal und auch jetzt bei Tönnies sieht, können nicht mal die Behörden alle Lieferketten nachvollziehen.

Bei einem unverarbeiteten Stück Fleisch kann man noch halbwegs die Herkunft ermitteln, doch was ist mit Fleisch und Wurst in Fertiggerichten und in Restaurants? Salami und Schinken auf der Pizza, Fleisch in Dosensuppen oder Burgerpatties, das kann der Verbraucher ohne verbindliche Kennzeichnung nicht überblicken.

Dazu kommt, dass zwar der Fleischkonsum in Deutschland rückläufig ist, aber dennoch die Produktion in den letzten Jahren noch gesteigert wurde. Deutscher Fleischexport zu Billigpreisen schadet auch in anderen Ländern den regionalen Tierhaltern, die mit diesen Preisen nicht mithalten können.

In Deutschland bleibt der Gewinn aus der Fleischindustrie bei einigen wenigen Personen; die Schäden für Menschen (Antibiotikaresistenzen) und Umwelt (Gülle; CO2) darf die Allgemeinheit tragen. Rechnet man die Kosten dazu, die z. B. durch multiresistente Keime oder Trinkwasseraufbereitung wegen zu hoher Nitratwerte entstehen, ist das massenhaft erzeugte Fleisch gar nicht so "günstig". Mal ganz davon abgesehen, dass es auch nicht gesund ist.

Ein erster Schritt, der viel bringen würde (auch in anderen Branchen wie Baugewerbe oder Erntehelfer), wäre die uneingeschränkte Verantwortung und Haftpflicht der Firmen für Subunternehmer und das Verbot von Werkverträgen für alle dauerhaft anfallenden Arbeiten.

Ja, Fleisch würde bei höheren Tierhaltungs- und Verarbeitungsstandards teurer werden. Die höhere Qualität der Ware und die Konkurrenzfähigkeit der örtlichen Handwerksbetriebe kommen jedoch der Allgemeinheit zu Gute.
Christine Stapf
8.057
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 27.06.2020 um 10:11 Uhr
Stefan, das Wort Arbeitsrecht darf man so mein Verständnis in Zusammenhang mit der Firma Tönnies nicht in den Mund nehmen, da es nicht existiert. Dort arbeiten tausende Menschen, und kein Betriebsrat das Wort Gewerkschaft ein Fremdwort.
Dass, was zum Thema Werksverträge in jüngster Zeit zu erfahren war, lässt einen sprachlos werden. Da werden Menschen als billige Leiharbeiter in Bruchbuden untergebracht, für die sie noch hohe Summen von ihrem Lohn abgezogen bekommen. Für ein Bett so die Berichte, zahlt ein Arbeiter 200 € im Monat. Dieses Bett gehört ihm aber nicht alleine, denn durch die Schichtarbeit wird die Matratze nicht kalt, mehrfach vermietet, teilen sich wenigsten zwei Männer ein Bett. Die Arbeitsbedingungen für diese Rechtlosen weit unter der Menschenwürde. Die Arbeitsbedingungen unterhalb der Menschenwürde, unbezahlte massenhaft Überstunden der Normalfall.

Da stellt sich dann Herr Clemens Tönnies hin, und wiegelt ab mit den Worten „dafür bin ich nicht verantwortlich, das machen die Subunternehmen“. Die Hauptsache für diesen Strahlemann, es klingelt in der Kasse. Er sitzt in vielen Aufsichtsräten, spendet mal hier und mal da, ein Vorbild für die Region. So wurde er gesehen, denn anders kann ich mir nicht erklären warum diese Zustände die für Mensch und Tier in diesem Werk herrschen erst durch Corona ans Tageslicht kamen. Die Politiker in dieser Region stellten sich blind und taub, wurde nicht erst seit gestern unter der Decke gehalten, was hinter den Mauern von Tonnies passiert.

Tönnies-Skandal: Erfolg auf Kosten osteuropäischer Arbeiter 
Seitdem hat der gelernte Fleischtechniker die Firma zu einem von Deutschlands größten Schlachtbetrieben für Schweinefleisch gemacht. Pro Jahr schlachtet und verarbeitet das Unternehmen allein hierzulande fast 17 Millionen Schweine, 2019 erzielte der Konzern erstmals mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz. Dass der Erfolg auch auf Kosten Tausender, meist osteuropäischer Arbeiterinnen und Arbeiter geht, ist seit langem bekannt. Schon im Jahr 2007 nannte der damalige Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Gerd Andres auf einer Pressekonferenz das Unternehmen Tönnies als Beispiel für unhaltbare Zustände in der Fleischindustrie.
http://www.fr.de/politik/clemens-toennies-corona-ausbruch-ohne-skrupel-erfolg-13811365.html

Seit 13 Jahren war bekannt was erst jetzt für einen Aufschrei sorgt bekannt, wie diese Zeilen aus dem Internet zeigen. Clemens Tonnies ist Aufsichtsratsvorsitzender von FC Schalke 04. muss ein Ehrenmann sein, der sich um das Goldene Kalb Fussball verdient gemacht hat.

Ich denke es wird sich weiterhin nicht viel ändern, was auch die Bekleidungsindustrie zeigt. Billigware im Discounter, ob auf Kosten anderer Menschen egal, Geiz ist geil.
Zur Zeit geht der Aufschrei der Empörung durch die Lande, aber wie lange noch ?




Frau Jandrasits, Ihrem Kommentar kann ich nur zustimmen, die letzten beiden Kommentare dick unterstreichen.

Fleisch ist in der Gesellschaft zur einer Ramschware geworden, der Respekt für die Tiere, welche uns ernähren, und wichtiges liefern (Fleisch ist ein guter Lieferant für biologisch hochwertige Nährstoffe. Eiweiß (Protein), Eisen, Zink, Selen sowie Vitamine der B-Gruppe in gut verfügbarer Form machen es für Aufbau und Erhalt der menschlichen Körpersubstanz besonders wichtig) verloren gegangen

Die Billigmentalität, die in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist hat dieses große Elend zu dem werden lassen.
Stefan Walther
4.774
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.06.2020 um 10:27 Uhr
Gut Christine dass du die Situation der "Sklavenarbeiter" ausführlich dargestellt hast!
Was Herrn Tönnies betrifft? Zumindest von den Fans von Schalke 04 bekommt der Saubermann jetzt auch einigen Gegenwind, es ist zu hoffen dass dieser Druck der jetzt aufgebaut wird, sowohl etwas an der katastrophalen Lage der Arbeiter als auch an der Situation der Tiere ändert. Denn beides ist ohne weiteres möglich, klar, es geht auf Kosten des Profits, na und, Mensch und Tier sind doch wohl wichtiger!?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Christine Stapf

von:  Christine Stapf

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Christine Stapf
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