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Märchen gegen die Coronatragödie

Gießen | Zu Beginn des Kontaktverbots Ende März sagte mein zehnjähriger Sohn Yago zu mir: „Wir könnten ein Märchen aufzeichnen“. Nachdem ich einen Moment darüber nachgedacht hatte, antwortete ich: „Wir könnten ein Video mit einem Märchen als Kamishibai aufnehmen, was meinst du?“ Er fragte sofort seine Freundin Lea, ob sie mitmachen wolle, und gab dem Projekt seinen Namen: So begann das Projekt „Märchen gegen die Coronaträgodie“. Mit Lea im Team fanden wir die Möglichkeit, es nicht nur auf Deutsch und Spanisch aufzunehmen, sondern auch auf Russisch...

Die beiden Kinder sind seit einiger Zeit die jüngsten Mitglieder der Compañía del Sur (einer Theatergruppe, die seit 2007 in spanischer und deutscher Sprache auftritt) und des BühnenCLAN e.V. (ein Verein, der die darstellenden Künste in Gießen und im Landkreis Gießen fördert), sodass es für sie nicht besonders schwierig war, die Geschichten zu erzählen. Die Schwierigkeit war eine andere: Keiner von uns hatte jemals zuvor ein Video ins Internet gestellt oder bearbeitet. Diese ganzen technischen Dinge, die man dafür benötigt, waren für uns neu.
Unsere Mittel waren sehr begrenzt,
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umso mehr als die Pandemie an der Tür klopfte. Aber wir haben alle Bedenken überwunden und machten weiter. Immer mehr Märchen-Videos entstanden. Fast alle Märchen stammen aus dem Buch „El Conde Lucanor“, das 1335 in Spanien geschrieben wurde. Die Märchen werden im Kamishibai-Format präsentiert, dem japanischen Papiertheater. Diese Methode des bildgestützten Erzählens, wurde bereits von buddhistischen Mönchen im 16. Jahrhundert genutzt.

„Warum fragen wir nicht Pablo?“ Yago erinnerte mich daran, dass sein Freund Pablo Chinesisch spricht. Pablo und sein Bruder Nino, zusammen mit ihrer Mutter Ming Ming, machten mit. Genau wie Amin, der Farsi spricht. Dann kam Barbara dazu mit Portugiesisch. So ging es weiter. Bis zu vierzehn Personen waren an diesem Projekt beteiligt, mit insgesamt neun Sprachen (Deutsch, Spanisch, Russisch, Farsi, Chinesisch, Portugiesisch, Englisch, Italienisch und Katalanisch). Gegenwärtig gibt es 28 Videos, die fünf Geschichten erzählen.

Märchenerzähler, Theater für Kinder in Zeiten einer Pandemie. Ein großes interkulturelles Projekt, eine Gemeinschaftsarbeit von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Das ist eine der Leitlinien, die BühnenCLAN e.V. seit Beginn verfolgt.

„Papa, wann stehen wir wieder auf der Bühne?" fragte mich Yago vor einigen Tagen. „Ich vermisse es.” Und ich vermisse es auch.

(“Märchen gegen die Coronaträgodie" wäre ohne die gemeinsame Arbeit von Amin Padashi, Narges Chamani, Ming Ming Guo, Bárbara Galego, Jimena García Galindo, Fereydoon Faryad, Teresa Martella und Anna Amell und ohne die fantastische Arbeit von Yago Ybañez, Lea und Ilana Sereda, Pablo und Nino Guo nicht möglich gewesen)

„Märchen gegen die Coronaträgodie“ ist unter diesem Namen im You Tube-Kanal des BühnenCLAN e.V. zu finden.

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von:  BühnenCLAN e.V.

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