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Arbeitslosenzahl steigt, Anzeigen auf Kurzarbeit stark rückläufig

Gießen | Im Mai ist die Zahl der Arbeitslose weiter gestiegen. 19719 Menschen waren bei der Agentur für Arbeit Gießen und den zum Bezirk gehörigen Landkreisen Gießen, Vogelsbergkreis und Wetteraukreis, gemeldet. 1065 mehr als noch im April. Dies entsprich einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent, 0,3 Prozent höher als im Vormonat. Ein Jahr zuvor waren im Mai 3547 Arbeitslose weniger registriert. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gestiegen, aber weniger dynamisch als im April“, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, mit Blick auf die neusten Arbeitsmarktzahlen. „Da nach wie vor viele Arbeitgeber die Möglichkeit der Kurzarbeit nutzen und ihre Fachkräfte halten, ist nicht der Zugang in Arbeitslosigkeit die Herausforderung. Diese Anzahl ist im Vergleich zu der Zeit vor der Corona Pandemie sogar niedriger. Die Zahl der Menschen, die eine neue Arbeitsstelle aufnehmen, ist sehr gering. Arbeitgeber sind zurückhaltend mit Neueinstellungen.“ Schäfer sieht bei einer bestimmten Zielgruppe Handlungsbedarf: „Jugendliche, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle sind, haben es derzeit besonders schwer. Daher appellieren wir an die Arbeitgeber, jungen Menschen wie üblich einen Ausbildungsplatz anzubieten und einzustellen.“

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Kurzarbeit
Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen haben im Mai 631 Betriebe eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Im April waren es noch mehr als siebenmal so viele.
Seit Beginn der Corona-Krise haben 5854 Betriebe eine entsprechende Anzeige gestellt. Bis zu 63462 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen* sind oder waren davon betroffen.

Unterbeschäftigung
Die Zahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist im Mai vergleichsweise moderat gestiegen. 25658 Menschen waren registriert, 755 mehr als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 2216 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen
Um fast ein Drittel ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen gegenüber dem Vorjahresmonat Mai gesunken. Beim Stellenbestand waren es über 22 Prozent.
Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 903 neue Stellen. Dies waren 449 weniger als im Mai des Vorjahres.
Der Stellenbestand ist in gleichem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 1464 offene, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen auf nun 5068 zurückgegangen.

Männer und Frauen
Nach Geschlechtern betrachtet ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen sowie Männern gestiegen. Erneut waren Männer vom Anstieg etwas stärker betroffen als Frauen.
8199 Frauen waren im Mai bei der Arbeitsagentur Gießen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 403 weniger. Die aktuelle Quote erhöhte sich um 0,2 Prozent und lag danach bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 1289 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 3,9 Prozent.
Im Gießener Bezirk waren im Mai 11519 Männer erwerbslos gemeldeten. 661 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf nun 5,8 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 2257 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,7 Prozent.

Besondere Personengruppen
Dass Jugendliche unter 25 Jahren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker als Ältere betroffen sind, zeigte sich bereits den zweiten Monat in Folge.
Im abgelaufenen Monat waren insgesamt 2095 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, registriert. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber April um 181 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf nun 5,1 Prozent. Im Mai des Vorjahres waren 575 junge Menschen weniger gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent.
Im jetzt abgelaufenen Monat waren im Gießener Agenturbezirk insgesamt 5877 Ältere gemeldet, 149 mehr als noch im Vormonat April. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 600 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,1 Prozent.

Regionale Unterschiede
Ein uneinheitliches Bild zeigt sich bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Landkreisen. Während im Landkreis Gießen und im Wetteraukreis ein deutlicher Zuwachs verzeichnet wurde, ist die Arbeitslosigkeit im Vogelsbergkreis sogar gesunken.
Im Kreis Gießen waren im Mai insgesamt 9206 Menschen erwerbslos gemeldet, 600 Arbeitslose mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf nun 6,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,2 Prozent. Damals waren 1624 Menschen weniger registriert. 255 Betriebe haben im Mai eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 3855 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März und April hinzu, sind im Landkreis Gießen 2276 Betriebe und bis zu 26519 Personen* betroffen.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 484 Personen auf jetzt 8103 gestiegen. Die Quote erhöhte sich um 0,2 auf nun 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1684 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent. 299 Betriebe haben im Mai eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 4164 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März und April hinzu, sind im Wetteraukreis 2733 Betriebe und bis zu 27684 Personen* betroffen.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Mai gesunken. 2410 Personen waren arbeitslos gemeldet, 19 Personen weniger als noch im April. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 239 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,7 Prozent. 77 Betriebe haben im Mai eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 830 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März und April hinzu, sind im Vogelsbergkreis 845 Betriebe und bis zu 9259 Personen* betroffen.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)
In Verbindung mit der „Corona-Krise“ sind Arbeitslose im Bereich der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) sowie Menschen in der Grundsicherung (nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Jedoch ist festzustellen, dass der Anteil der Arbeitslosen nach dem SGB III anwächst.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Mai 8111 Personen gemeldet, 409 mehr als im Vormonat April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 2415 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 656 Personen auf nun 11608 an. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 1132 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im Mai 6140 Arbeitslose, 446 Personen mehr gegenüber April.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4277 Arbeitslose gemeldet, 253 Personen mehr als im Vormonat April.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1191 Arbeitslose im Mai betreut, 43 weniger als im April.


* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.

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von:  Agentur für Arbeit Gießen Pressesprecher Johannes Paul

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Agentur für Arbeit Gießen Pressesprecher Johannes Paul
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