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8. Mai in Gießen - 75. Jahrestag zur Befreiung vom Faschismus

Gießen | Am 8. Mai fand in Gießen eine Kundgebung statt, um die Befreiung vom Faschismus zu feiern.
80 Leute fanden sich um 17 Uhr auf Einladung des Antifaschistischen Bündnis Gießen (ABG) vor dem Kugelbrunnen in Gießen ein.

Selbstverständlich wurde sich wieder an die Sicherheitsvorschriften gehalten und man stand in ausreichendem Abstand und mit Mundschutz auf den vorher markierten Stellen.

Es gab Redebeiträge der ABG, der ARAG (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen), der DKP (Deutsche Kommunistische Partei), der DIDF (Förderation demokratischer Arbeitsvereine e.V. - türkisch) und der Seebrücke. Zwischen den Redebeiträgen gab es passende Lieder.

Der Vollständigkeit sind hier alle Redebeiträge in der oben genannten Reihenfolge nachzulesen.
Einig waren sich alle:
Die Parole Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg ist überholt, denn Deutschland unterstützt und finanziert wieder Kriege - spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien. Die Faschisten sind wieder aktiv und werden zum Teil vom Verfassungsschutz auch geschützt - wir müssen zusammen gegen diese kriegerische Entwicklung und geben den Faschismus auf die Straße gehen.

Mehr über...
Hier die Redebeiträge:

Redebeitrag der ABG

"Heute jährt sich der Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus zum 75. Mal. Der deutsche Faschismus war verantwortlich für den industrialisierten Massenmord und das Leiden von hundert Millionen
Menschen in ganz Europa. Die Befreiung vom deutschen Faschismus bedeutete den Sieg über die brutalste Form der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Der Faschismus war aufgebaut auf Antikommunismus, Rassismus, Antisemitismus, Krieg und offenem Terror.
Der Holocaust, die Verfolgung und Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden und Jüdinnen, zeigt auf schrecklichste Weise das mörderische Wesen des deutschen Faschismus. Deutschland hat sich von der Terrorherrschaft jedoch nicht selbst befreit. Der Sieg wurde durch die Anti-Hitler Koalition und Widerstandskämpferlnnen aus ganz Europa errungen.
Der größte Verdienst gebührt hierbei der Roten Armee. An der Ostfront waren allein 70% des faschistischen deutschen Heers gebunden. Trotzdem bereitete die Rote Armee unter großen Opfern den Faschisten entscheidende Niederlagen (z.B Stalingrad). Die
Rote Armee leitete somit das Ende der zwölfjährigen faschistischen Herrschaft in Deutschland ein.
Deswegen wollen wir diesen Sieg mit dieser Kundgebung feiern.

Die italienischen antifaschistischen Widerstandskämpfer haben das
Arbeiterlied Bella Ciao bekannt gemacht. Wir wollen es heute in Gedenken an all die Antifaschistinnen und Antifaschisten die im Kampf gefallen sind singen.

Leider ist die faschistische Gefahr immer noch gegeben. In Deutschland ist rechter Terror Alltag geworden. Der NSU zog über 10 Jahre mordend vom Verfassungsschutz gedeckt durchs Land.
Der Faschist Stephan E. ermordete den Kasseler
Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni letzten Jahres.
Am 9. Oktober 2019 versuchte der Faschist Stephan Balliet am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen in eine Synagoge einzudringen und ermordete auf der Flucht zwei Menschen. Am 19.
Februar diesen Jahres ermordete der Faschist Tobias Rathjen 10 Menschen in Hanau. Bereits 2017 wurde ein rechtes Netzwerk in der Bundeswehr aufgedeckt, das Waffendepots anlegte, Feindeslisten anfertigte und sich auf die Ermordung politischer Gegnerinnen und Gegner an einem »Tag X« vorbereitete. Auch
Angehörige von Polizei und Geheimdienst gehörten zu diesem Netzwerk an. Fast monatlich werden neue Details bekannt, neue Waffenlager gefunden oder neue Netzwerke aufgedeckt. Staatliche Strukturen sind immer mit im Boot, die Faschisten werden als
verrückte Einzeltäter abgetan und die Netzwerke geschützt. Der bürgerliche Staat ist im Kampf gegen den Faschismus also kein Partner, sondern Gegner des antifaschistischen Widerstands.

Deswegen wollen wir jetzt drei mal rufen:
Staat und Nazis Hand in Hand – unsere Antwort Widerstand!

Die Gefahr, dass eine bürgerliche Demokratie zu einer
faschistischen Diktatur wird, wohnt diesem System inne. Die bürgerliche Vorstellung, Faschismus sei eine vom Kapitalismus getrennte Herrschaftsform, ist nicht haltbar. Historisch waren die Produktionsverhältnisse im Faschismus immer kapitalistische. Der Faschismus ist die autoritärste Form der Diktatur des Kapitals.
Und wir rufen noch drei mal gemeinsam:

Hinter dem Faschismus steht das Kapital! Der Kampf um Befreiung ist international!

Deshalb heißt für uns Kampf dem Faschismus auch immer Kampf dem Imperialismus. Wir kämpfen gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem, das soziale Ungleichheit erzeugt und deshalb ein Nährboden für Faschismus ist. Wir kämpfen für eine klassenlose
Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die alle Menschen am Reichtum dieser Welt teilhaben lässt. Wir kämpfen für ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander."




Die Rede von ARAG:

" Heute feiern wir den Tag der Befreiung. Heute vor 75 Jahren fand die faschistische Terrorherrschaft ein Ende.

"Für alle Ewigkeit muss im Gedächtnis der Menschheit verankert bleiben; dieses Morgenrot der Menschheit, dieser Jubel, der ganz Europa, ja die ganze Welt erfasste, aber auch, dass es ihn in Deutschland nicht gab."
Dieses Zitat stammt von dem Genossen Peter Gingold, Kommunist und Widerstandkämpfer gegen die deutschen Faschisten. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass sich Deutschland nicht selbst befreit hat. Die Befreierinnen und Befreier waren die Widerstandskämpferinnen und Kämpfern aus ganz Europa und die Antihitler-Koalition. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank. Hervorheben möchten wir dabei die Rote Armee, die den Faschisten die entscheidenden Niederlagen auf sowjetischen Boden beibrachten.

Die Losung der Widerstandkämpferinnen und Kämpfer lautete nach der Befreiung: »Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!« Und verdammt – diese Losung ist heute wieder aktueller denn je, denn seit Jahren vollzieht sich ein weltweiter Rechtsruck. Auf den Straßen formieren sich faschistische Bewegungen und in den Parlamenten sitzen oder regieren menschenfeindliche Parteien. Das diese Entwicklung brandgefährlich ist, lehrt uns die deutsche Geschichte nur zu gut.

Doch die Gefahr geht nicht nur von den Faschisten und Faschistinnen aus. Wir sehen wie die Herrschenden mehr und mehr ihre hässlichen Gesichter zeigen, während sie rechten Bewegungen und Parteien den Weg ebnen.
Es finden massive Gesetzesverschärfungen nach Innen und nach Außen statt… hin zu Migrationsabwehr, hin zur Notstandsverordnung und hin zur Militarisierung.
Nach Außen zeigt sich das durch Auslandseinsätze der Bundeswehr in zahlreichen Ländern. Denn durch die Kriegsbeteiligung der BRD sollen die strategischen und ökonomischen Interessen des deutschen Kapitals umgesetzt werden.

Im Inland zeigt sich diese autoritäre Zuspitzung beispielsweise durch den Ausbau an Überwachungsmaßnahmen. Unter dem Vorzeichen des angeblichen Anti-Terror-Kampfes werden seit Jahren unsere Grundrechte eingeschränkt, die Privatsphäre von Millionen Menschen systematisch verletzt, während der Polizei- und Geheimdienstapparat immer weiter ausgebaut wird. In den letzten Wochen werden unter dem Deckmantel der Gesundheit unsere Freiheitsrechte beschnitten. Während wir privat massiv eingeschränkt sind geht die Produktion munter weiter
und wir füllen zu hunderten die Werkshallen und Büros. Mögen einige Maßnahmen in Zeiten einer Pandemie durchaus Sinn ergeben, sind sie aktuell vor allem eines, eine Vorbereitung auf kommende Proteste und Bewegungen, die sich gegen die Herrschaft der Reichen und Mächtigen auflehnen!
Das ist eine autoritäre Entwicklung nach Innen und nach Außen, die die bürgerlichen Parteien der sogenannten Mitte durchsetzen. Diese Faschisierung des Staates ist Ausdruck davon, dass die Repräsentanten und Repräsentantinnen des Staats wissen, dass ihr Ausbeutersystem immer wieder Wirtschaftskrisen produziert. Aufkommender Widerstand soll deshalb im Keim erstickt und nach rechts kanalisiert werden.
Und Grund für Widerstand gibt’s genug. Die Zustände innerhalb des Kapitalismus spitzen sich immer weiter zu. Kaum ein anderes Land in Europa hat so scharfe Vermögensunterschiede, so starke Einkommensunterschiede zwischen Männern und
Frauen, Bildungschancen, die so stark vom Geldbeutel und der Nationalität der Eltern abhängen wie die Bundesrepublik.
Die neue und die alte Rechte liefern dem bürgerlichen Staat mit ihrer faschistischen Propaganda den Vorwand, seine eigene Politik immer weiter nach rechts zu verschieben. Der seit 2015 europaweit und mittlerweile auch weltweit sichtbar werdende Rechtsruck ist Ausdruck davon, dass der Kapitalismus diese Strategie international anwendet.
Wir erinnern an die Worte des Genossen Max Reimann, Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, bei der Verabschiedung des Grundgesetzes 1949:
„Sie, meine Damen und Herren haben diesem Grundgesetz, mit dem die Spaltung Deutschlands festgelegt ist, zugestimmt. Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben."
Und dieser Tag ist längst gekommen. Wir kämpfen gegen die strukturelle Staatsfaschisierung. Wir blicken mit Hass auf Faschismus und mit Hass auf kapitalistische Ausbeutung. Wir kämpfen mit voller Entschiedenheit und Leidenschaft FÜR eine KLASSENLOSE Gesellschaft, in der die Menschen ein freies und respektvolles Leben führen."



Die Rede der DKP:

"75 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus
Am 8. Mai 2020 jährt sich die bedingungslose Kapitulation der faschistischen Wehrmacht. Für die Führungsriege der NSDAP, für die Generäle der faschistischen Wehrmacht und die Industrie- und Bankkreise, die Hitler & Co. 1933 den Weg zur Machtübertragung ermöglicht haben, war der 8. Mai 1945 ein Tag der Niederlage. Millionen Menschen – Jüdinnen und Juden, Sinti & Roma, Mitglieder der KPD, der SPD, der Gewerkschaften und andere – sind der faschistischen Barbarei bis zu diesem Tag zum Opfer gefallen.
Mit weit über 27 Millionen Toten und einer in weiten Teilen zerstörten Infrastruktur im Land war es die Sowjetunion, das unter den Mitgliedern der Anti-Hitler-Koalition die Hauptkriegslast trug – und es war die Rote Armee, die den entscheidenden Anteil zum militärischen Sieg über Nazi-Deutschland beitrug. Die von den Westmächten lange versprochen Eröffnung der 2. Front, wurde so lange herausgezögert bis die Niederlage des deutschen Faschismus feststand. Kein anderer wie Winston Churchill hat den Kern dieser Politik auf den Punkt gebracht: “Wir haben das falsche Schwein geschlachtet". Die Folgen waren der kalte Krieg und die Spaltung Deutschlands.
Aber bis heute ist vor allem in Deutschland eine Form der Geschichtsfälschung sehr beliebt. Sie lautet die Sowjetunion sei mitschuldig am Ausbruch des zweiten Weltkrieges und Hitler wäre doch einem Angriff der Sowjetunion nur zuvor gekommen.
Für die durch den Faschismus unterdrückten Menschen, für die Überlebenden in den Konzentrationslagern, aber auch für die deutsche Bevölkerung und insbesondere die deutsche Arbeiterbewegung war der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung und der Hoffnung auf ein friedliches und demokratisches Deutschland.
Doch während die Entnazifizierung auf Grundlage des Potsdamer Abkommens in der Sowjetisch-Besetzten-Zone und späteren DDR mit der Entmachtung und Enteignung der Kriegsprofiteure aus Industrie- und Bankkapital konsequent angegangen wurde, gelang es den herrschenden Kreisen im Westen des Landes, unter dem Schutz des US-Imperialismus und seiner Verbündeten erneut, ihre Macht zu sichern. Und während im Osten Deutschlands Faschisten im Rahmen der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung aus Schulen, Justiz und anderen öffentlichen Einrichtungen gedrängt wurden,
konnten sie in Westdeutschland im „Kampf gegen den Kommunismus“ Karriere machen als Richter, in der Politik oder beim Aufbau der Geheimdienste, der Bundeswehr und der Polizei.
Vor 75 Jahren galt für die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Noch heute wendet sich Mehrheit der Bevölkerung gegen deutsche Kriegseinsätze. Deutsche Außenpolitik heißt heute aber: Krieg führen in Afrika, im Mittelmeer, im Nahen Osten sowie eine entscheidende Rolle zu spielen beim Aufbau einer NATO-Eingreiftruppe für Osteuropa, die sich eindeutig gegen Russland richtet.
Deutsche Außenpolitik heißt heute, Waffen und deutsche Soldaten in Kriegs- und Krisenregionen zu entsenden. Deutsche Außenpolitik ist heute wie in den letzten beiden Weltkriegen nur einem verpflichtet: dem Interesse des deutschen Monopolkapitals. Dieses Interesse heißt: Für den Zugriff auf Rohstoffe, Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte geostrategische Schlüsselpositionen im weltweiten Konkurrenzkampf einzunehmen.
Der Kurs der EU unter Führung des deutschen Imperialismus sowie der NATO unter Führung des US-Imperialismus, der sich derzeit trotz Corona weiter unter anderem gegen Russland richtet, hat dabei das Potenzial zu einem Krieg mit unabsehbaren Folgen zu werden. Entgegen der Medienhetze gilt aber: Russland ist heute ebensowenig Aggressor wie es die Sowjetunion vor 75 Jahren war.
Die Kriegspolitik der BRD geht einher mit einem fortschreitenden Demokratieabbau im Land. Es sind insbesondere die Unionsparteien und reaktionäre oder faschistische Kräfte wie die AfD oder die NPD, die berechtigte soziale Existenzängste in der Bevölkerung vor Erwerbslosigkeit und sozialem Abstieg aufgreifen und in rassistische Bahnen unter anderem gegen
Flüchtlinge richten. Teile der Gesellschaft entwickelt sich dabei immer weiter nach Rechts. Damit lenken sie von den Kräften im Land ab, deren Profite durch Hartz-IV, Niedriglohnsektor, deregulierten Arbeitsmärkten und der Rolle Deutschlands als „Exportweltmeister“ in den letzten Jahrezehnten stetig gestiegen sind: Die Großaktionäre der deutschen Banken und Konzerne.
75 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus muss der Kampf deswegen heute mehr denn je fortgesetzt werden – Schulter an Schulter gegen neue NATO-Kriege, gegen Faschismus in Europa, gegen Sozial- und Demokratieabbau. Dafür gilt es am 8. Mai 2020 ein Zeichen in ganz Deutschland zu setzen."




Redebeitrag der DIDF& DIDF Jugend:


„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Der Kampf ist noch nicht vorbei - Damals wie Heute, gemeinsam gegen Faschismus und
Krieg!

Auch nach mehr als sieben Jahrzehnten nach der Befreiung vom Faschismus, am 8 Mai
1945, sehen wir, dass rechte Kräfte zunehmend erstarken und morden, wie zuletzt in
Hanau und im Gegensatz dazu werden Antifaschisten in ihrer Arbeit behindert.
International werden Kriege geschürt und Waffen exportiert, auch mit deutscher
Beteiligung, die Folge dieser Kriege sind Geflüchtete, die an den Mauern Europas ertrinken. Wir kämpfen gemeinsam für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit! Aus diesen Gründen unterstützen wir die Petition des VVN-BDA und der Ausschwitz
Überlebenden Esther Bejarano den 8 Mai, als offiziellen Feiertag zu ernennen und rufen
dazu auf die Petition zu unterzeichnen.
Achter Mai - arbeitsfrei! Zeit für Antifaschismus!
Nie wieder Faschismus!
Nie wieder Krieg"





Redebeitrag der Seebrücke:

"Die Verflechtung von Kapital und Politik führt dazu, dass die Gewinnmaximierung über ethischen Prinzipien steht.
In besonderem Maße trifft dies auf Rüstungskonzerne und Großbanken zu. Rüstungskonzerne verkaufen Waffen, um Profite zu machen. Was mit diesen Waffen dann in aller Welt getan wird, ist ihnen dabei egal. Großbanken finanzieren diese Waffendeals
und verdienen so mit am Morden.

Der Art. 26 des Grundgesetzes verbietet zwar einen Angriffskrieg und ebenso die Vorbereitung eines solchen Krieges. Aber bei der Vorbereitung von Kriegen ist Deutschland ein Global Player.
Deutschland ist auf Platz drei bei den weltweiten
Waffenexporteuren und auf Platz acht bei den Ausgaben für den Verteidigungshaushalt.
Der Verteidigungshaushalt ist mit seinen 45 Milliarden € , der drittgrößte Haushalt im Bundeshaushalt, er wurde vom Jahr 2019 auf dieses Jahr um 5 Milliarden erhöht.

Was macht die Bundesregierung aus den Vorgaben des
Grundgesetzes?
Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die „Verteidigung des Vaterlandes“ nicht mehr das Ziel festgelegt. Nein, offiziell spielt sich die Bundeswehr als internationaler Sicherheitsdienstleister
auf und behauptet Konfliktherde weltweit zu bekämpfen und so den Frieden zu sichern.
Aber Deutschland wird nicht in Afghanistan am Hindukusch verteidig, auch nicht im Irak oder in Mali, sie sichern dort auch nicht den Frieden sondern mit Waffengewalt wirtschaftliche Interessen. Mal geht es um seltene Erden, mal um Handelswege, mal um geostrategische Ziele der NATO.

Die Kriege die in den letzte Jahrzehnten stattgefunden haben, waren völkerrechtswidrig und dienten eben diesen Interessen:

Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien diente strategischen Überlegungen der NATO zum Aufbau einer Militärbasis von der aus sie Kontrolle über Osteuropa bis in die Türkei ausüben wollten. Der Kriegsgrund war konstruiert.
Im Irakkrieg drehte es sich darum, wem Saddam Hussein Erdöl zu welchen Konditionen liefern sollte. Die Kriegsgründe waren erfunden.
Der Konflikt in Afghanistan schwelt bis heute weiter, ebenso der Krieg in Libyen. In Afghanistan vermutet man reiche Vorkommen an unentdeckten Bodenschätzen in Libyen gibt es die qualitativ
hochwertigsten Erdölvorkommen der Welt. Die Kriegsgründe waren vorgeschoben.

Dies sind nur einige Beispiele für ungerechtfertigte
Angriffskriege, Im Ergebnis bleibt festzuhalten:
Krieg schafft keinen Frieden und löst keine Konflikte. Krieg ist ein Instrument, mit dem die Reichen reicher werden und die Armen besser ausgebeutet werden können.

Im Jahr 2025 sollen die Kampfjets der Bundeswehr ausgetauscht werden. Die Kosten hierfür sollen bei knapp 13 Milliarden Euro liegen.
Ein Teil der Kampfjets werden zur sogenannten atomaren Teilhabe gebraucht. Atomare Teilhabe heißt, das diese im Ernstfall amerikanische Atomwaffen ins Ziel tragen sollen. Die amerikanischen Atomwaffen lagern im Luftwaffenstützpunkt Büchel.
Neue Waffen machen die Welt nicht sicherer, ganz im Gegenteil.
Doch es geht den kapitalistischen Staaten nicht um unsere Sicherheit. Täglich verhungern 15.000 Kinder, kaputt gesparte Gesundheitssysteme und die Priorität auf Pro fite kosten aktuell weltweit Hunderttausenden Corona-Infizierten das Leben. Die Natur wird aus Pro fitinteressen zerstört und so unsere Lebensgrundlage gefährdet.
Dieses kapitalistische System verursacht Hunger, Tod und Krieg.
Deswegen kämpfen wir gegen die Klassengesellschaft als Ursache von Faschismus, Armut, Krieg und Krise."


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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.848
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 13:53 Uhr
Die komplette Kapitulation, die zum Ende des 2. Weltkrieges führte scheint vergessen zu sein. Die Niederlage trifft alle, haben doch auch nahezu alle das Naziregime gewollt.

Aber das wichtigste war, der Krieg war vorbei.

Da wurde dann getönt "Nie wieder Krieg" wirklich?
Martin Wagner
2.686
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 14:16 Uhr
Danke für die Veröffentlichung aller Redebeiträgen.
47
Jonas Seiler aus Staufenberg schrieb am 09.05.2020 um 16:59 Uhr
Also das halt ich ja für eine wirklich unhaltbare unterstellung, Peter. Nahezu alle sollen die faschistische Diktatur gewollt haben?!

Gerechtfertigt wäre vielleicht der Vorwurf, die deutsche Bevölkerung hat insgesamt nicht genügen Widerstand gegen die Nazis geleistet, über die Ursachen kann man dann auch diskutieren.

Hauptsächlich war die Nazi-Herrschaft doch von einigen wenigen Reichen und Mächtigen gewollt und dann schlussendlich herbeigeführt. Letzlich war das Resultat ja nicht irgendeine paradisische "Deutsche Volksgemeinschaft", die mit der Ausbeutung anderer Völker finanziert wurde, sondern eben die noch schärfere und brutalere Ausbeutung der werktätigen Massen, sowohl in Deutschland als auch den besetzten Ländern.

Die Niederlage der Nazis war somit auch ein Gewinn für die übergroße Mehrheit der deutschen Bevölkerung.
H. Peter Herold
28.848
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 19:45 Uhr
Jeder denkt was er will. Nach den 2ü0iger Jahren wurde Hitler doch geradezu verherrlicht. Ist ja vor dem Hintergrund verständlich. Die Nassen jubelten ihm zu. Gießen war eine braune Hochburg zumindestzu was die Wählerstimmen bedraf. Spät viel zu spät und von zu wenigen wurde Widerstand geleistet.
H. Peter Herold
28.848
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 19:45 Uhr
.
Christian Momberger
11.265
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 20:25 Uhr
Ich finde es auch gut, dass alle Reden veröffentlicht wurden.
Stefan Walther
4.776
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.05.2020 um 23:35 Uhr
@ Peter und Jonas:

beide Meinungen sind mir persönlich zu einseitig, warum? =

natürlich war es nicht die gesamte deutsche Bevölkerung die den Faschisten zujubelte, zig tausende von verfolgten und ermordeten Gegnern des Faschismus belegen dies eindeutig, und der Widerstand hörte auch nie auf, auch wenn er nicht stark genug war Peter... ja und viele hatten auch plötzlich eine reine Weste, hatten angeblich nie etwas mit den Nazis zu tun, und nicht wenige davon riefen sicherlich auch "Nie wieder Krieg", auch das stimmt sicherlich.

ist es tatsächlich nur so gewesen dass die deutsche Bevölkerung lediglich nur nicht genug Widerstand leistete Jonas, hatten die Nazis keine Massenbasis in der Bevölkerung? Hätten sie diese Massenbasis nicht gehabt dann wäre weder die millionenfache Ermordung der Juden noch die vielfache Kriegsbegeisterung ( am Anfang des Krieges ) möglich gewesen. Faschismus hat immer eine Massenbasis, im Gegensatz zur Militärdiktatur, überwiegend aus dem Kleinbürgertum, aber nicht nur... richtig ist natürlich, dass nicht die Interessen der Massen sondern die Interessen des Großkapitals vertreten und durchgesetzt wurden und dass dieses die Nazis an die Macht gebracht hatte. Und dass die Niederlage des Faschismus ein Gewinn für die übergroße Mehrheit auch der deutschen Bevölkerung bedeutete, auch darüber brauchen wir sicherlich nicht zu diskutieren...
Christian Momberger
11.265
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 23:43 Uhr
Eben Stefan, Du hast völlig recht. Man darf die Wahlerfolge der NSDAP vor und in 1933 und auch die danach weit verbreitete Zustimmung der Bevölkerung zu Hitler und seinem System nicht unterschlagen. Ebenso wie die Tatsache, dass viele sich nach 1945 reinwaschen wollten und damit leider oftmals auch durch kamen.
Bernt Nehmer
2.372
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 10.05.2020 um 10:02 Uhr
Der letzte Beitrag mit den theatralischen Possen in Reaktion wurde nicht erwähnt. Vielleicht sollte nicht überbewertet werden?
Eine toll organisierte Veranstaltung, wo sogar Strom Unterstützung von einem Frisiersalon versucht wurde.
Stefan Walther
4.776
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.05.2020 um 11:36 Uhr
Doch Herr Nehmer, Sie haben Recht, man sollte dies erwähnen. In unserem Bericht ans Internationalistische Bündnis, haben wir diesen Zwischenfall am Ende der Kundgebung so beschrieben:
....
"Am Ende gab es aber leider noch einen Zwischenfall: Ein Mann, wir wissen nicht genau ob Faschist oder nur Spinner, hatte sich bewusst provozierend vor den Lautsprecher gestellt und den faschistischen Hitler-Gruß gezeigt, worauf er prompt von einem Ordner an den Rand befördert wurde. Er machte sich dann noch zum Affen, indem er sich theatralisch auf den Boden warf, vermutlich um einen tätlichen Angriff des Ordners vorzutäuschen. Die anwesenden Polizeibeamten haben aber lobenswert reagiert und sich nicht darauf eingelassen, sondern den Mann zur Vernehmung abgeführt."
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