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Friedhöfe und Kapellen auf Kreta

von Kurt Wirtham 08.05.2020846 mal gelesen6 Kommentare
bei Milatos
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Gießen | Wieder einmal handelt es sich hier nicht um aktuelle Bilder, sondern Scans von älteren Dias. In einem Sommer-Daheimbleiber-Preisausschreiben der "Lauenburgischen Landeszeitung" gewann ich 1 Woche für zwei Personen mit Halbpension auf Kreta. Die Rundfahrt kreuz und quer über den Ostteil der Insel mit einem offenen Suzuki-Samurai war natürlich nicht inklusive.

Die ersten Eindrücke sammelten wir auf dem Friedhof von Malia, unserem Standort. Grundsätzlich findet man da nur Hochgräber aus Marmorplatten, darauf meist eine Glasvitrine mit Fotos und Erinnerungen an die Verstorbenen. Dazu viel Blumenschmuck. Ich nehme an, daß die Hochgräber ihre Ursache in dem steinigen, felsigen Boden haben. Hinzu kommt, daß es dort üblich ist, bereits nach drei Jahren die Knochen herauszunehmen, in einen Sack zu packen, und wieder hineinzulegen, oder auch in ein Beinhaus. Der Volksmund sagt: Sind die Knochen weiß, ist der/die Betreffende im Himmel, sind sie dunkel, schmort er/sie in der Hölle. Die Mietdauer der Gräber ist dort auch viel kürzer als hierzulande.

Auf dem Friedhof weht die griechische Staatsflagge. Es gibt dort nach
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Urlaub (269)Kreta (23)Kirche (824)
wie vor keine Trennung von Staat und Kirche. Die Geistlichen sind staatliche Beamte und werden vom Staat bezahlt. In Artikel 3 der Verfassung ist festgelegt, daß "die heilige Schrift nicht verändert werden darf". Dennoch ist die Kirche nicht ganz einheitlich: im Norden untersteht sie dem ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel, im Süden dem Erzbischof von Athen. die Kirche von Kreta wiederum untersteht dem Patriarchat in Konstantinopel.

Die Kirche ist der größte Grundbesitzer Griechenlands (natürlich macht das Gelände der Friedhöfe und der Kirchen davon das geringste aus). Dabei genießt sie auch noch erhebliche Steuerprivilegien. Versteht sich, daß die Regierung Tsipras mit der Syriza da einiges ändern wollte. Bis auf erste unverbíndliche Vereinbarungen mit dem Erzbischof von Athen kam aber nicht mehr zustande. Selbst der Generalsekretär der griechischen Kommunisten KKE, Koutsoumbas, trifft sich von Zeit zu Zeit mit dem Erzbischof. Er ist für die strikte Trennung von Staat und Kirche, will aber die Löhne und Versicherungen der Geistlichen garantieren. Immerhin findet das soziale Engagement der Kirche für soziale Notfälle in Krisenzeiten Anerkennung.

Eine Feuerbestattung ist in Griechenland bis heute nicht möglich. Für
Friedhof Malia
Friedhof Malia
ein einziges Krematorium des Landes, in Thessaloniki wurde zwar vor einigen Jahren seitens des Staates eine Genehmigung erteilt, dann verweigerte aber die Stadtverwaltung die Baugenehmigung. Einige wenige Hartnäckige lassen sich nach ihrem Tode nach Bulgarien transportieren, um dort eingeäschert zu werden.

Nicht nur in den Städten und Dörfern findet man die Kirchen und Kapellen, sondern vielfach irgendwo in der freien Landschaft. Ins Innere konnte ich nicht gelangen, da sie stets abgesperrt waren (von großen Kirchen wie in Heraklion abgesehen).

An den Straßen sieht man häufig Bildstöcke in der Form von kleinen Kapellen, etwa wie Taubenschläge. Bei einer Taxifahrt hat sich die Fahrerin jedesmal bekreuzigt, als wir daran vorbeifuhren.

Das letzte Bild zeigt keine kirchliche Institution, sonder ein Parteibüro der KKE. Solches fand man auch allenthalben, wie auch solche der PASOK. Aber immer entweder das eine, oder das andere. Nie beides.

bei Milatos
Friedhof Malia
Friedhof Malia
Friedhof Malia
Friedhof Malia
Friedhof Malia
Friedhof Malia
bei Stalida
bei Stalida
bei Stalida
bei Stalida
bei Milatos
bei Milatos
bei Milatos
bei Mohos
Aufwärts zur Lasithiou-Hochebene
auf der Lasithiou-Hochebene
südlich des Dikti-Gebirges
an der Westseite des Dikti-Gebirges
Bildstock an der Strasse
KKE-Parteibüro südlich des Dikti-Gebirges

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.127
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.05.2020 um 20:29 Uhr
Interessanter Bericht
Christian Momberger
11.283
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 08.05.2020 um 21:15 Uhr
Durchaus Peter. Wieder etwas gelernt.
Stefan Walther
4.865
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.05.2020 um 21:51 Uhr
Tja unser Kreta-Osterurlaub dieses Jahr fiel Corona zum Opfer... wir werden ihn aber sicher nachholen... ich hoffe ja dass es noch einiges mehr dann zu sehen gibt als Friedhöfe und Kirchen ( kleiner Scherz )
Kurt Wirth
3.163
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.05.2020 um 07:29 Uhr
Oh ja. Ich kann da auch noch etliche Beiträge produzieren :-)
Stefan Walther
4.865
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.05.2020 um 23:20 Uhr
Ich bitte darum - falls möglich, und warum sollte es andere nicht auch interessieren!?
H. Peter Herold
29.127
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.05.2020 um 08:01 Uhr
Die meisten interessieren mich. Andre werde ich nicht mehr kommentieren.
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Kurt Wirth
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